UKRAINE-HILFE: Dr. Lothar Gassmanns CGD unterstützt Bruder Harry Arent (Siegfried Schad)

Liebe Geschwister in Christus,

eine neue sehr erfreuliche Meldung im Bezug auf Bruder Harry Arents mutige Einsätze der Hilfslieferungen in die Ukraine:

Forthin wird der Christliche Gemeindedienst von Dr. Lothar Gassmann die Spenden für die Ukraine-Hilfe sammeln. Die Gründe liegen auf der Hand: Bruder Gassmanns Werk CGD hat den Status der Gemeinnützigkeit (Verein zur Förderung christlicher Werke und Gemeinden e.V.) und genießt das große Vertrauen vieler Christen. Bruder Harry Arent fühlte sich nicht so wohl damit, als private Person um Spenden zu bitten. Zu unserer großen Freude erklärte sich Dr. Lothar Gassmann bereit die Spenden für die Ukraine-Hilfe zu verwalten.

Auch wenn ich von dem letzten Einsatz nicht berichtete, so gehen die gefährlichen Transporte mit Hilfslieferungen durch Kriegsgebiet weiter. Entgegen ihrer ursprünglichen Absicht bei der letzten Lieferung, eine Übergabe an der polnisch-ukrainischen Grenze zu organisieren, fuhren Bruder Harry Arent und Bruder Ulrich Tiemann (siehe HAUSKREISE & COMMUNITY) doch in das Kriegsgebiet.

v.l.n.r.: Bruder Ulrich Tiemann, Bruder Harry Arent

HERZLICHSTEN DANK FÜR DIE BISHER ERHALTENE HILFE – BITTE UNTERSTÜTZT DAS WERK WEITERHIN! GOTTES SEGEN EUCH!

Noch ein paar Bilder (unsortiert) von der letzten Hilfslieferung:


 

 

 


 

 

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Das souveräne Wirken Gottes im Leben und Sterben und warum es im Krieg zivile „unschuldige Opfer“ gibt (Dirk Noll)

(Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:War_Children%E2%80%99s_Victims_Monument_in_Lidice.jpg)

In der Stadtbibliothek Bielefeld gibt es eine Dokumentation über die Opfer des 1. Weltkrieges und darunter gibt es auch einen achtseitigen Aufsatz mit dem Titel (Anhang 1):


Am 2. August 1914 starb Erika Buddenberg: „das erste unschuldige Opfer dieses großen Krieges“.

Am 2. August 1914 (sechs Tage zuvor begann der 1. Weltkrieg) vermuteten Soldaten an einer Straßensperre bei Paderborn in einem Auto russische Agenten und eröffneten das Feuer. Es stellte sich danach heraus, dass es sich dabei um einen Irrtum handelte und dass Zivilisten – eine Familie – in diesem Auto saßen. Dabei wurde die 12-jährige Erika Buddenberg erschossen.

Bei einem Krieg gibt es immer unschuldige zivile Opfer. Gleiches erleben wir gerade auch in der Ukraine. Am 1. März 2022 gab es im Landtag Mecklenburg-Vorpommerns eine Schweigeminute für die Opfer des Krieges in der Ukraine und die Parlamentspräsidentin sagte dazu (Anhang 2):

Unschuldige Menschen sterben, werden verletzt und traumatisiert.“

Im letzten Artikel haben wir darüber allgemein gesprochen, dass Menschen in Kriegen zu Tode kommen und wie wir das biblisch einordnen müssen. Dabei haben wir gesehen, dass wir das nicht nur auf der menschlich, horizontalen Ebenen sehen dürfen, sondern auch auf die Vertikale schauen müssen: Wie ist der Tod von Menschen im Krieg aus der Sicht Gottes und der Bibel zu sehen?

Gleiches gilt auch in diesem Artikel, wenn wir über den Tod von zivilen Opfern in Kriegen nachdenken, die sterben, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Rein auf der horizontalen Ebene gesehen, kann man nur zu dem Ergebnis kommen, dass der Tod dieser Menschen sinnlos und ungerecht ist und nicht selten wird dann auch noch Gott dafür verantwortlich gemacht, dass er das zugelassen hat. Deshalb müssen wir hier unbedingt die Vertikale berücksichtigen, wie wir das aus der Sicht Gottes und von der Bibel her einordnen.

Wir sind dazu geneigt, dass wir in solchen Fällen zu sehr auf das Leid der Opfer und ihrer Angehörigen schauen. Wenn man dann noch Bilder von zivilen Kriegsopfern sieht, dann geht das bei uns sehr stark über die Gefühlsebene und unter diesem Eindruck können wir sehr leicht manipuliert werden, wenn dann noch jemand kommt und sagt, diese oder jene Partei ist für den Krieg verantwortlich. Wir kommen dann zu einer völlig falschen Einschätzung der Dinge und setzen irgendwelche Machthaber auf die Anklagebank ohne von der Sachlage zu prüfen, wer den Krieg wirklich angefangen hat. In diesem Zustand lassen sich dann viele von der Propaganda verführen und ergreifen Partei, wenn sie dann z.B. zu den Bildern der Opfer in der Zeitung noch die Überschrift lesen: Putins Opfer. Und wenn es noch einen Schritt weitergeht, lassen sich hier nicht wenige Christen politisieren und unterstützen dann eine politische Agenda. Gleiches Spiel gibt es auch andersherum. Manche, die besser informiert sind und wissen, dass der Ukraine-Krieg vom Westen provoziert wurde, geben dann dem Westen die Schuld und ergreifen Partei für eine politische Agenda, die gegen den Westen gerichtet ist, wie z.B. „Das große Erwachen“ von Alexander Dugin.

Damit wir hier von der horizontalen politischen Ebene wegkommen, werden wir in diesem Artikel sehr viele Bibelstellen zu Rate ziehen, damit wir auf die vertikale Ebene kommen und das alles geistlich beurteilen können.

1. Steht das Leben dem Menschen zur freien Verfügung?

Wenn wir über „unschuldige Opfer“ in einem Krieg nachdenken, können wir nur zu einer wirklich biblischen Einordnung kommen, wenn wir erst einmal grundsätzlich über das Leben und Sterben nachdenken und was die Bibel darüber in vielen, vielen Bibelstellen sagt.

Ich nehme hier die Antwort schon vorweg. In den vielen Bibelstellen, die ich für diesen Artikel gelesen habe, gibt es zusammengefasst immer zwei Ebenen. In der Bibel gibt es Texte und Verse, die reden auf der Horizontalen über das Leben und Sterben von Menschen und es gibt Texte, die reden auf der Vertikalen über das Leben und Sterben. Was wir in den Medien hören und in Zeitungen lesen, befindet sich alles auf der Horizontalen – der menschlich, weltlichen Ebene. Und leider kommen auch viele Christen nicht über diese Ebene hinaus und kommen so zu keiner biblischen Einordnung von Leben und Sterben.

Bestes Beispiel dafür ist unser Grundgesetz. Dort lesen wir in Artikel 2 unter Absatz 2:

Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.

Obwohl das Grundgesetz in Verantwortung vor Gott (Vertikale) und den Menschen (Horizontale) geschrieben wurde, wird nur die Horizontale behandelt. Kein Mensch darf per Gesetz einem anderen Menschen das Leben nehmen. Wie sieht es aber mit der Frage aus: Darf Gott das Leben von Menschen nehmen? Hat er das Recht dazu? Diese Frage wird nur in der Bibel beantwortet.

Wenn wir also Gott hier ausklammern, dann haben wir ein echtes Problem. Was ist in den Fällen, in denen das Grundgesetz nicht umgesetzt werden kann? Was ist, wenn in den Wirren des Krieges niemand ausgemacht werden kann, der einen Zivilisten getötet hat und somit nicht zur Rechenschaft gezogen wird? Was ist z.B., wenn eine Regierung dieses Gesetz bricht und Menschen tötet? Gerade in der Bundestagsdebatte um die Impfpflicht kürzlich wurde dieser Paragraph vorgebracht und es wurde gesagt: Da Menschen durch die Impfung sterben können und sie ein Recht auf Leben haben, darf der Staat keine Impfpflicht vorschreiben. Ein Abgeordneter hat sogar wörtlich gesagt, dass der Staat in diesem Fall töten würde.

Was ist also, wenn Menschen auf eine solche Weise zu Tode kommen und wir berücksichtigen hier nicht die Vertikale aus Sicht der Bibel. Dann kann man nur zu dem Ergebnis kommen, dass Menschen unschuldig und sinnlos gestorben sind.

Ich möchte unsere Situation einmal mit einem Bild beschreiben. Da wir in einer gefallenen Welt unter dem Sündenfall leben, befinden sich alle Menschen in einem Giftnebel falscher Vorstellungen über das Leben und den Tod. Dieser Nebel ist unsichtbar – ein wahrer Nebel des Grauens – und keiner kann ihm entkommen, es sei denn, er liest die Bibel und glaubt ihr. Dieser Nebel durchdringt die Herzen und Köpfe aller Menschen und dieser Nebel ist zum Teil von Satan selbst geschaffen worden. Er bringt viele Menschen dazu den Tod zu verdrängen, nicht darüber nachzudenken und sich nicht darauf vorzubereiten. Seine Lüge aus dem Garten Eden ist immer noch in der Welt: „Ihr werdet keineswegs des Todes sterben“ (1. Mose 3,4).

Zum anderen hängt dieser Nebel aber auch mit unserem Sündersein und dem damit verbundenen fleischlichen Denken zusammen. Viele Menschen sagen: „Lasst uns essen und trinken; denn morgen sind wir tot!“ (1.Kor 15,32). Ihr Fleisch verleitet sie zum Leichtsinn, dass sie nicht bedenken, dass nach dem Tod das Gericht kommt und sich jeder Mensch vor Gott verantworten muss. Sie leben in dem Irrtum, dass das Leben nur ein irdischer Hauch von 70 oder 80 Jahren wäre, das uns in dieser Zeit frei zur Verfügung stehen würde und danach alles aus wäre. In dieser Vernebelung können sie nur schwer das Leben und Sterben so betrachten, wie die Bibel es tut.

Der Illusionsnebel der Welt klebt an allen Menschen und wir müssen deshalb in ein reinigendes Wasserbecken biblischer Wahrheiten steigen, damit dieser Klebefilm weltlicher Torheit von uns abgewaschen wird. Vielleicht ist es für viele Menschen ein Schock, wenn sie diese Wahrheiten der Schrift hören und vermutlich auch für einige Christen:

Nach der Bibel steht uns das Leben nicht frei zur Verfügung. Unser Leben gehört Gott. Er hat es uns gegeben und er nimmt es uns auch wieder.

Die Bibel sagt uns unmissverständlich, dass uns unser Leben nicht frei zur Verfügung steht, sondern dass Jesus Christus der Herr über Leben und Tod ist:

Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle“ (Offb 1,18).

Und weiter:

Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der auftut, und niemand schließt zu, der zuschließt, und niemand tut auf (Offb 3,7).

Nicht wir Menschen haben den Schlüssel des Todes, sondern Jesus Christus, und wenn er zum Leben aufschließt, dann ist die Tür geöffnet und wenn er zum Tod die Tür zuschließt, dann ist sie geschlossen. Dementsprechend sollten wir uns auch verhalten und anerkennen, dass Gott uns unser Leben gegeben hat und auch wieder nehmen kann. Bestes Beispiel für eine solche geistliche Haltung ist Hiob. Alle seine Kinder, seine Söhne und Töchter, wurden durch einen Wirbelsturm getötet. Da kam ein Bote und überbrachte Hiob diese Botschaft und hören wir, wie er darauf reagierte. Hiob fiel auf die Erde und neigte sich tief und sagte:

Ich bin nackt von meiner Mutter Leibe gekommen, nackt werde ich wieder dahinfahren. Der HERR hat’s gegeben, der HERR hat’s genommen; der Name des HERRN sei gelobt!“ (Hiob 1,21).

Wir sehen, dass Hiob nicht auf der Horizontalen reagiert. Warum waren meine Kinder gerade zu dem Zeitpunkt gemeinsam in einem Haus, an dem der Wirbelsturm kam? Auf dieser Ebene findet man keine wirkliche Antwort. Man wird dann sagen: Sie waren zur falschen Zeit am falschen Ort und es war Unglück. Und wenn man bedenkt, dass Gott auch der Herr über Wirbelstürme ist (siehe die Stillung des Sturmes im Neuen Testament), dann könnte man auch sehr schnell ins Grübeln kommen: Warum hat Gott das zugelassen? Warum kam der Wirbelsturm nicht zu einem anderen Zeitpunkt oder warum war er nicht an einem anderen Ort? Und dann ist es nur noch ein kleiner weiterer Schritt, Gott dafür auf die Anklagebank zu setzen.

Von alledem sehen wir bei dem gläubigen Hiob nichts. Er blickt sofort auf die Vertikale, auf die Lehre der Bibel über Leben und Sterben. Und hier sagt die Bibel, dass Gott der Herr über Leben und Tod ist und das Leben gibt und auch wieder nimmt zu seiner Zeit. „Der HERR hat´s gegeben, der HERR hat´s genommen; der Name des HERRN sei gelobt“. Wenn man hier auf der Horizontalen hängenbleibt und so etwas nur auf der menschlichen, weltlichen Ebene betrachtet, dann kommt man ins Grübeln und das führt zu keinem Ziel:

Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt?“ (Mt 6,27).

Es hilft alles nichts. Wir haben keine freie Verfügung über die Länge unseres Lebens. Wenn Gott beschlossen hat, dass unser Leben zu Ende ist, dann ist es zu Ende. Da können wir grübeln und uns sorgen so viel wir wollen. Keiner wird dadurch die Länge seines Lebens auch nur um eine Tag, ja noch nicht einmal um eine Minute verlängern können.

Gleiche Glaubensgesinnung wie bei Hiob wird uns auch von der gläubigen Hanna berichtet, die von ihrem Mann Elkana keine Kinder empfangen konnte. Als sie jedoch in der Stiftshütte um einen Sohn betete, bekam sie die Verheißung auf Nachkommenschaft. Und als ihr Sohn geboren wurde, sprach sie ein Lobgebet und sagte:

Die Unfruchtbare hat sieben geboren, und die viele Kinder hatte, welkt dahin. Der HERR tötet und macht lebendig, führt hinab zu den Toten und wieder herauf“ (1.Sam 2,5.6)

Dieser Bibelvers wird wahrscheinlich auch viele Christen in ihrem Denken erschüttern, aber das ist die biblische Realität. Der Mensch stirbt letzten Endes nicht an den Umständen, wie Krankheit, Naturkatastrophen oder Kriegen, sondern durch den souveränen Ratschluss Gottes. Der Herr macht lebendig und durch ihn leben wir und so sterben wir auch durch den Ratschluss des Herrn. Die Bibel lehrt ganz eindeutig: Der HERR tötet.

Damit verfügen nicht die Menschen frei über ihr Leben, sondern Gott ist es, der über unser Leben verfügt und der souveräne Herr über unser Leben und Sterben ist. Und so sterben letztendlich auch „unschuldige Kriegsopfer“ nicht an der Kugel, von der sie getroffen werden, sondern an dem Ratschluss des Herrn, der beschlossen hat, dass ihre Lebenszeit abgelaufen ist. Manch einer wird dann fragen, ob das nicht ungerecht ist, dass einer länger lebt und in hohem Alter stirbt und ein anderer in jungen Jahren. Das ist durchaus eine Frage, die wir später noch behandeln wollen.

Wir müssen zunächst einmal die biblische Lehre vor Augen haben, dass unser Leben Gott gehört, weil er uns gemacht hat und uns das Leben gegeben hat:

Deine Hand hat mich gemacht und bereitet“ (Ps 119,73).

Deshalb gehören die Menschen – die Bewohner der Erde – auch nicht sich selbst, sondern sie gehören Gott:

Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und seine Bewohner (Ps 24,1).

Alle Menschen gehören Gott und sind sein Eigentum, weil sie von Gott gemacht wurden. Deshalb stehen auch unser Leben und unsere Zeit in der Hand des Herrn. David beschreibt das sehr anschaulich in Psalm 139 und dass seine Seele das erkennt:

Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe. Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele“ (V. 13.14).

Das ist eine christliche Grundlehre und im Prinzip wissen das auch alle Christen. Doch in Kriegszeiten sind wir oft mehr beeinflusst durch Nachrichten und Bilder über die Schrecken des Krieges als von Bibelworten und der Lehre der Schrift. Deshalb müssen wir uns immer wieder neu daran erinnern, dass unser Leben Gott gehört und unsere Lebenszeit in seinen Händen steht.

Besonders schön finde ich hier das Lied von Peter Strauch:

Meine Zeit steht in deinen Händen. Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.“

In diesem Lied sehen wir, dass in unruhigen und aufgewühlten Zeiten diese biblische Erkenntnis wie ein Ruheanker für unsere Seele ist: Mein Leben gehört Gott und meine Zeit steht in seinen Händen.

2. Gott entscheidet, wann das Leben kommt und wann es erlischt

In der Präambel der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung lesen wir, dass jeder Mensch ein unveräußerliches Recht auf Leben hat, das ihm von seinem Schöpfer gegeben wurde:

We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life…“

Wir halten es für selbstevident (selbsterklärend), dass alle Menschen gleich geschaffen wurden und dass sie von ihrem Schöpfer mit bestimmten unveräußerlichen Rechten ausgestattet wurden, dazu zählt das Leben…“

Die Väter der Unabhängigkeitserklärung haben damals geschrieben: Es ist selbstevident (es muss also nicht bewiesen werden, weil es jeder Mensch von Natur aus weiß), dass jeder Mensch von seinem Schöpfer (und sie meinen hiermit den christlichen Gott) mit dem unveräußerlichen Recht auf Leben ausgestattet ist.

Wir können ein Recht auf Leben nur begründen, wenn wir Gott als den Schöpfer des Menschen sehen, und dass er uns das Leben gegeben hat. Das ist eine Tatsache, die jeder Mensch von Natur aus weiß und eigentlich nicht weiter erklärt werden muss. Das ist selbstevident. Aber durch die weit verbreitete Evolutionstheorie ist das bei weitem vielen Menschen heute nicht mehr klar. Sie sehen den Menschen als ein Produkt des Zufalls, das auf einem langen Wege der Entwicklung angeblich aus sich selbst heraus entstanden wäre. Damit hat das Leben jedoch keinen wirklich begründeten Wert und es lässt sich auch kein unveräußerliches Recht auf Leben aus der Evolution ableiten.

Der Wert des Lebens lässt sich nur dadurch begründen, dass es von Gott geschaffen und gegeben wurde. Wir lesen in den ersten Kapiteln der Bibel, dass der Mensch von Gott geschaffen wurde.

Da machte Gott der HERR den Menschen aus Erde vom Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen“ (1.Mose 2,7).

Die Evolutionstheorie betrachtet den Mensch rein auf der materialistischen Ebene. Und diese haben wir in der Bibel bei der Schöpfung auch. Der Mensch wurde aus der Erde vom Acker gemacht. Man kann vom Hebräischen auch sagen, der Mensch wurde aus Staub gemacht. Und von diesem Blickwinkel aus gesehen wäre der Mensch nichts wert, wenn man nicht noch hinzufügt, dass ihm der Geist Gottes eingehaucht wurde. Der Bibelausleger Matthew Henry schreibt hier:

Er war nicht aus Goldstaub, Perlenpulver oder Diamantstaub gemacht, sondern gewöhnlicher Staub, Staub der Erde“ (https://www.biblestudytools.com/commentaries/matthew-henry-complete/genesis/2.html).

Der Körper des Menschen, aus Erdenstaub gemacht, hat keinen besonderen Wert. Wenn der Mensch, wie die Evolution behauptet, nur Materie wäre – also lediglich ein Erdklumpen –, dann hätte er auch kein unveräußerliches Recht auf Leben. Doch woraus leitet sich dieser Wert des Menschen ab? Durch Gott. Weil Gott dem Menschen seinen Odem einhauchte und der Mensch so ein lebendiges Wesen wurde. Hiob sagt dazu: „Aber der Geist ist es in den Menschen und der Odem des Allmächtigen“ (Hiob 32,8).

Weil der Mensch den Geist und Odem Gottes in sich trägt, hat der Mensch diesen hohen Wert, dass sein Leben zu schützen ist und er von keinem anderen Menschen ermordet werden darf.

D.h. aber auch, dass Gott über seinen Geist im Menschen verfügt. Gott hat uns seinen Geist in Form seines Lebensodems gegeben und er kann ihn auch jederzeit wieder entziehen. Damit entscheidet Gott, wann das Leben kommt und wann es auch wieder geht. Doch Gott handelt dabei nicht willkürlich oder egoistisch, sondern nach seinem Ratschluss und seiner Liebe, wenn er entscheidet, wann das Leben kommt und wann er es wieder nimmt. Das wird sehr eindrücklich z.B. in Hiob 34,14.15 gesagt:

Wenn er nur an sich dächte, seinen Geist und Odem an sich zöge, so würde alles Fleisch miteinander vergehen, und der Mensch würde wieder zu Staub werden.“

Wenn Gott nicht nach seiner Liebe, Gnade und Güte und Geduld mit dem Menschen handeln würde, dann würde er aufgrund der Sünde und Bosheit der Menschen seinen Geist und Odem sofort wieder zurückziehen und alle Menschen würden auf der Stelle wieder zu Staub werden.

Gott hat das Leben gegeben – er ist unser Schöpfer – und damit entscheidet ER, wann das Leben kommt und auch wieder geht. Dagegen denken heute viele Menschen so: Mein Leben gehört mir und falls es überhaupt einen Gott geben sollte, dann ist er dazu verpflichtet, mein Leben so lange zu erhalten, bis ich sehr alt bin und das wenn möglich immer bei bester Gesundheit. Mein Leben steht mir zur vollen Verfügung und noch nicht einmal Gott hat das Recht, es mir vor der Zeit wegzunehmen und wenn er das tut, dann handelt Gott böse. Das ist ein weit verbreitetes Denken der Menschen in unserer modernen Welt und nicht wenige Christen sind davon ebenfalls beeinflusst. Das merkt man sofort, wie sie darauf reagieren, wenn irgendjemand ganz plötzlich in jungen Jahren – sei es durch eine Krankheit, einen Unfall oder auch jetzt im Krieg – aus dem Leben gerissen wird. Dann erlebt man ein Aufbegehren dagegen. Welcher Christ sagt in so einer Situation wie Hiob: Der Herr hat´s gegeben, der Herr hat´s genommen? Oder der Herr entscheidet souverän über Leben und Sterben. Solche Antworten hört man auch von Christen nur selten und stattdessen wird darüber gesprochen, wie ungerecht Kriege sind und welche Machthaber dafür verantwortlich sind.

Besonders schwer ist es, wenn Kinder sterben, dann zu sagen: Der Herr hat ihr Leben wieder genommen. In den letzten Jahren wurden Millionen Kinder in der Welt abgetrieben und auch jetzt im Ukraine-Krieg sind bereits viele unschuldige Kinder getötet worden. Oder was ist, wenn ein Kind bei oder kurz nach der Geburt stirbt? Was sollen wir von der Bibel her dazu sagen?

Auch hier sind Weltmenschen sehr schnell dabei, Gott auf die Anklagebank zu setzen und ihm die Schuld dafür zu geben. Aber wir können diese Frage nur sachgerecht beantworten, wenn wir Gott wirklich als den Schöpfer sehen, der das Leben gibt und nimmt. Und er handelt dabei in Liebe und in Gnade und Güte. Hier müssen wir genau in die Bibel schauen, dann erscheint nämlich vieles in einem anderen Licht.

Zunächst einmal sieht die Bibel kleine Kinder als unschuldig. Wenn also Kinder bei oder kurz nach der Geburt sterben, dann ist es so, dass sie direkt in den Himmel kommen und in Ewigkeit in der Herrlichkeit beim Herrn leben und von allem Leid und Jammer auf dieser Erde erlöst sind. Eine genauere biblische Begründung dafür siehe in folgender Predigt von Pastor Wolfgang Wegert:

https://www.yumpu.com/de/document/read/14026580/was-mit-fruh-verstorbenen-kindern-geschieht-gemeinde-und-

Laut Angaben der UNICEF werden weltweit in jeder Minute ca. 250 Kinder geboren; das sind etwa 350.000 pro Tag und 127 Millionen im Jahr. Davon ist es nur eine sehr geringe Zahl, die bei der Geburt stirbt. Von daher sollten wir Gott dafür danken, dass so viele Kinder den schweren Prozess der Geburt gesund und heil überstehen. Die Kinder, die jedoch sterben, werden dadurch entlohnt, bzw. Gott gleicht es damit aus, dass er sie gleich in den Himmel holt. Das Gleiche gilt für Kinder die abgetrieben wurden. Pastor Wegert geht hier ausführlicher in seiner Predigt darauf ein.

Wenn nun heranwachsende Kinder unschuldig sterben, wie z.B. die 12-jährige Erika Buddenberg im ersten Weltkrieg 1914, dann hat Gott auch damit einen Plan und handelt dabei nicht ungerecht, sondern macht von seinem Recht Gebrauch, das Leben zu geben und wieder zu nehmen. Nicht selten habe ich schon erlebt, dass Eltern durch solche Situationen zum Glauben an Christus gekommen sind.

Wir dürfen dabei eines nicht vergessen. Wir leben alle unter dem Sündenfall und wenn wir den leiblichen Tod erleiden, dann wird das Gericht Gottes an unserem Leib vollzogen. Der Mensch kehrt dann wieder zu Staub zurück, von dem er genommen ist. Auch wenn wir nicht immer alle Gründen und Umstände beim Tod eines Menschen verstehen, so sagt die Bibel, dass Gott hier immer gerecht handelt. So handelt Gott auch bei jedem Kriegsopfer gerecht. Wir kommen am Ende des Artikels noch einmal darauf zurück:

Aber der HERR Zebaoth wird hoch sein im Gericht und Gott, der Heilige, sich heilig erweisen in Gerechtigkeit (Jes 5,16; s.a. Ps 96,13; Apg 17,31; Offb 19,11).

In jedem Gericht Gottes und bei jedem Menschen, der auf Erden stirbt – egal unter welchen Umständen – erweist sich Gott immer als heilig und gerecht. So sagt es die Schrift!

3. Wie reagieren Christen darauf, wenn sie hören, dass Gott die Macht über den Tod hat?

Wenn z.B. Naturkatastrophen und Kriege geschehen, in denen Menschen zu Tode kommen, reagieren nicht selten Christen allergisch, wenn man sagt, dass Gott die Macht über den Tod hat. Und wenn er Menschen darin sterben lässt, dann verfolgt er immer einen Plan und einen Zweck. Sowohl Naturkatastrophen als auch Kriege gehören zur Vorsehung Gottes. Sie stehen letztendlich unter seiner Kontrolle und seiner weisen, guten und zielgerichteten Allmacht. Und in der Bibel sehen wir, dass Gott in solchen Ereignissen sein Gericht über die Welt ausübt.

Nehmen wir ein Beispiel heraus, dass noch in unser aller Gedächtnis ist. Am 26. Dezember 2004 forderte ein gewaltiger Tsunami über 200.000 Menschenleben in Indonesien, Indien und anderen Ländern der Region. In der Bibel sehen wir, dass Gott die Macht über solche Ereignisse hat und sie nach seinem Plan lenkt.

In Hiob 38,8-11 lesen wir:

Wer hat das Meer mit Toren verschlossen, als es herausbrach wie aus dem Mutterschoß … als ich ihm seine Grenze bestimmte mit meinem Damm und setzte ihm Riegel und Tore und sprach: »Bis hierher sollst du kommen und nicht weiter; hier sollen sich legen deine stolzen Wellen!«“

In Psalm 89,10 heißt es:

Du herrschest über das ungestüme Meer, du stillest seine Wellen, wenn sie sich erheben.“

Nach den eigenen Worten Gottes hätte er die Macht gehabt, den Tsunami aufzuhalten und viele Menschen wären nicht gestorben. Er hat es aber nicht getan, sondern er hat damit seinen Plan und sein Ziel verfolgt, dass er immer wieder Gerichte über diese Welt schickt, damit Menschen gerichtet werden und andere Menschen lernen, Gott zu fürchten, an ihn zu glauben und durch das Evangelium gerettet werden. Wenn man das sagt, dann löst das manchmal bis hin zu manchen Christen wütende Reaktionen aus. Aber wir verkünden den Gott der Bibel, den souveränen Gott, der Macht über Leben und Tod und über alle Gewalten in der Natur und im ganzen Universum besitzt. Und wenn er so handelt, wie er handelt, dann handelt er nach seinem souveränen Ratschluss in völliger Heiligkeit und Gerechtigkeit.

Wenn diese biblischen Wahrheiten zur Sprache kommen, dann ist es so, als hätten manche Christen ihre Bibel niemals gelesen. Die Bibel redet jedoch von A bis Z davon, dass Gott in Wahrheit Gott ist, der alle Dinge ins Leben gerufen hat und sie nur so lange erhält, wie es seinem weisen Ratschluss entspricht, den er vor Grundlegung der Welt getroffen hat. Er hat Macht über alle Dinge und wer an ihn glaubt, dem widerfährt die Gnade Gottes.

Und von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade“ (Joh 1,16).

Was sagt nun die Bibel dazu, dass Gott die Macht über den Tod hat und das Leben zu der Zeit wieder nimmt, die er beschlossen hat? In der Bibel sehen wir, dass Gott nicht nur das Recht hat, uns das Leben zu nehmen, sondern, dass er das auch tatsächlich tut. Wir können diese Realität nicht umgehen.

Gott hat zum ersten Mal das Leben von Menschen genommen, als es zum Sündenfall kam. Gott hatte Adam und Eva gewarnt. Wenn ihr von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen essen werdet, dann werdet ihr des Todes sterben. Und dieser Tod ist zu allen Menschen durchgedrungen:

Denn wie sie in Adam alle sterben“ (1.Kor 15,22).

Und:

Durch die Sünde des einen Menschen gerieten wir unter die Herrschaft des Todes“ (Röm 5,17 NLB).

Der Tod herrscht über Alte und Junge, Reiche und Arme, Männer und Frauen, aus jeder Rasse und Klasse. Die biblische Wahrheit steht: Alle Menschen sterben in Adam.

Damit ist die biblische Sichtweise vom Tod klar, dass jeder Mensch aufgrund von Gottes Gericht über die Sünde stirbt. Die biblische Ausdrucksweise beim Thema „Tod“ ist eine juristische und keine medizinische. Die Bibel redet davon, dass der Mensch seit dem Sündenfall unter dem richterlichen Urteil des Todes steht. Es geht hierbei nicht um den Lauf der Natur und auch nicht um die Krankheiten, an denen ein Mensch stirbt, sondern um das Urteil am himmlischen Gerichtshof Gottes. Der Tod des Menschen ist Gottes gerechte Entscheidung und das Urteil über seine Sünde. Noch einmal mit anderen Worten gesagt: Seit dem Sündenfall ist der Tod nichts, was uns Menschen überraschen sollte. Der Tod kommt auch nicht plötzlich und unerwartet. Er ist kein Unglücksfall, der sich durch eine Naturkatastrophe oder einen Krieg ereignet. Er ist kein Aspekt der Natur und auch keine medizinische Sache. Er ist Gottes Gericht!

Das zieht sich durch die ganze Bibel hindurch. Der Tod von Menschen in der Bibel wird im letzten Grunde als Gericht Gottes erklärt. Beginnen wir am Anfang der Bibel mit der Sintflut. Dabei ist es die schlichte Tatsache, dass Gott Tausende, vielleicht sogar Millionen Menschen – Männern, Frauen und Kindern – das Leben nahm. Die Sintflut war ein Gericht Gottes, indem er Menschen, denen er das Leben gegeben hatte, wieder nahm. Die Bibel spricht hier eine klare Sprache:

Ich will die Menschen, die ich geschaffen habe, vertilgen von der Erde“ (1.Mose 6,7).

Das Ende allen Fleisches ist bei mir beschlossen(Vers 13).

Denn siehe, ich will eine Sintflut kommen lassen auf Erden, zu verderben alles Fleisch, darin Odem des Lebens ist, unter dem Himmel“ (Vers 17).

Alles, was Odem des Lebens hatte auf dem Trockenen, das starb. So vertilgte er alles, was auf dem Erdboden war … Sie wurden von der Erde vertilgt. Allein Noah blieb übrig und was mit ihm in der Arche war“ (1.Mose 7,22.23).

Und hier sehen wir, dass alles nach dem Plan Gottes abläuft. Gott nimmt den Menschen nicht willkürlich das Leben, sondern durch Gerichte hindurch schenkt Gott Gnade und wirkt neues Leben. Noah und seine Familie überlebte. Durch das Gericht der Sintflut bekam die Menschheit eine offene Tür für einen Neuanfang, der unter den Vorzeichen der Gnade Gottes stand. Gleiches ist durch den Tod Jesu am Kreuz geschehen. Durch seinen Tod ist das Gericht an der ganzen Menschheit stellvertretend an ihm vollzogen worden und jeder, der nun an Christus und das Evangelium glaubt, bekommt neues, ewiges Leben. Jesus sagt:

Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt“ (Joh 11,25).

Gerade durch das gesamte Alte Testament und vor allem durch die Geschichte Israel zieht sich dieses Prinzip. Gott wirkt Gericht und nimmt Leben, aber gleichzeitig schenkt er Gnade und öffnet die Tür für neues Leben.

Gott richtete heidnische Völker für ihren Götzendienst und ihre Gräueltaten. Wenn es immer wieder in der Bibel heißt, dass die heidnischen Völker ihre Kinder ihren „Göttern“ opferten und sie bei lebendigen Leibe verbrannten, dann ist das keine Kleinigkeit. Es ist ein schweres Verbrechen. Die Bibel nennt es Sünde und Gräueltaten. Und Gott sagt, dass er wartet bis das Maß ihrer Sünde voll ist, und dann richtet er diese Völker. Bis dahin wartet er in Geduld und warnt sie:

Denn die Missetat der Amoriter ist noch nicht voll“ (1.Mose 15,16).

Aber als das Maß ihrer Sünde dann voll war, heißt es:

Ja, mein Engel wird vor dir hergehen und dich bringen zu den Amoritern, Hetitern, Perisitern, Kanaanitern, Hiwitern und Jebusitern, und ich will sie vertilgen.“ (2.Mose 23,23).

Und dieses Gericht Gottes geschah durch Krieg. Ja, Kriege sind grausam und unbarmherzig. Aber sie sind ein unbarmherziges Gericht über die Menschen, die zuvor über einen langen Zeitraum selbst grausam und unbarmherzig gewesen sind, wie die kanaanitischen Völker, die brutal andere Menschen ermordet hatten und ihre Kinder lebendig verbrannten. Wenn ihr Maß der Sünde voll ist, dann ergeht auch an sie ein unbarmherziges Gericht Gottes. Das sagt die Bibel ganz direkt:

Denn es wird ein unbarmherziges Gericht über den ergehen, der nicht Barmherzigkeit getan hat (Jak 2,13).

Deshalb müssen wir Gott sehr ernst nehmen und fürchten. Denn er wird über die Menschen, die böse und grausam gewesen sind, selbst ein unbarmherziges Gericht ergehen lassen. Lasst uns deshalb unseren Mitmenschen gegenüber barmherzig sein und ihnen nichts Böses wünschen. Dann werden auch wir Barmherzigkeit empfangen.

Wie ernst das Gericht Gottes über die Ungerechtigkeiten der Menschen zu nehmen ist, sehen wir in der Bibel dann im Detail, wie Gott diese gottlosen Völker gerichtet hat:

Und der HERR sprach zu Josua: Fürchte dich nicht vor ihnen! Denn morgen um diese Zeit will ich sie alle vor Israel dahingeben und sie erschlagen; ihre Rosse sollst du lähmen und ihre Wagen mit Feuer verbrennen“ (Josua 11,6).

So geschah es von dem HERRN, dass ihr Herz verstockt wurde, im Kampf Israel zu begegnen, damit sie mit dem Bann geschlagen würden und ihnen keine Gnade widerführe, sondern sie vertilgt würden (Vers 20).

(Siehe dazu auch: 2.Kön 11,20; 5.Mose 7,16, Hos 9,12; Am 4,10; Am 9,4; Jer 21,6; Klgl 3,43)

Genau auf diesem Hintergrund müssen wir auch Kriege heute sehen. Kriege sind ein Gericht über ganze Völker, die gegen Gott gesündigt haben und über einen langen Zeitraum schwere Gräueltaten begangen haben, bis die Geduld Gottes zum Ende kam und das Maß ihrer Sünde voll war. Dann kommt das Gericht Gottes über sie und er sucht sie mit Krieg heim.

Wenn wir heute Kriege sehen, dann erfüllt sich das Bibelwort aus Psalm 7,9:

Der HERR ist Richter über die Völker.“

Nicht selten fängt das Gericht Gottes über ein Volk damit an, dass es sich gottlose Herrscher wählt oder diese von Gott bekommt. Folgendes Zitat wird Johannes Calvin zugeschrieben (er hat dies nicht so wortwörtlich gesagt, aber sinngemäß in der Institutio):

Wenn Gott eine Nation richten will, gibt er ihr zuvor eine gottlose Regierung.“

Wie wahr dieser Satz ist, sieht man, wenn man sich einmal anschaut, was manche Völker für eine Regierung hatten, durch die sie in einen Krieg geführt wurden. Das sind oft Regierungen, die man als solche gar nicht mehr bezeichnen kann. Es sind „Schweinehaufen“. Regime voller Gottlosigkeit, Korruption und Verbrechen, die weder Gesetze noch Menschenrechte achten. Regierungen wie in Berlin, die eine Impfpflicht geplant haben und schwere Waffen in Kriegsgebiete liefern und ganz offen und völlig schamlos nur noch Lügen und Lügen verbreiten, würde ich auf jeden Fall unter solche gottlose Regierungen zählen. Möge Gott unserem Volk hier gnädig sein und die Gebete seiner Kinder hören, die um Gnade und Umkehr für unser Land bitten.

Nun könnte man die Frage stellen: Ist das nicht ungerecht, wenn Gott pauschal ganze Völker richtet? Gibt es dort nicht Menschen, die unschuldig sind und die ein solches Gericht zu Unrecht trifft. Damit müssen wir uns im nächsten Punkt beschäftigen.

4. Gott handelt mit Völkern im Kollektiv, aber auch mit dem Einzelnen

Wir haben bereits gesehen, dass Gott ganze Völker im Kollektiv ins Gericht führt. Es gibt z.B. in der Bibel am Ende der Zeit ein Völkergericht, in dem ganze Völker gerichtet werden (Mt 25,31ff.). Wir sehen auch, dass Gott ganze Familien richtet. In 2. Könige 10 lesen wir z.B. wie das ganze Haus Ahabs ausgerottet wurde, „so dass ihm nicht einer übrigblieb“ (Vers 11). Wir lesen aber auch, wie ein ganzes Volk gerettet wird – das Volk Israel:

Und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht »Es wird kommen aus Zion der Erlöser, der abwenden wird alle Gottlosigkeit von Jakob“ (Röm 11,26).

Wir lesen in der Bibel wie z.B. ganze Familien gerettet werden. Die Familie Noahs wird vor der Sintflut errettet. Man könnte hier eine ausführliche Bibelarbeit machen und man sieht, dass Gott mit ganzen Familien, ganzen Völkern, ja sogar mit der Menschheit als Ganzem im Kollektiv handelt.

Das wird im Hebräischen oft mit dem Wort „kol“ ausgedrückt. Das ist ein Sammelbegriff. Und wenn es in der Bibel z.B. heißt „ganz Israel“ zog über den Jordan in das Land Kanaan ein, dann handelte Gott mit Israel im Kollektiv.

Und ganz Israel (hebr. kol Israel) ging auf trockenem Boden hindurch, bis das ganze Volk über den Jordan gekommen war“ (Jos 3,17).

Man kann mit dem Sprachschlüssel der Elberfelder Bibel den Begriff „ganz Israel“ eingeben und dann findet man 320 Bibelstellen, wo Gott mit dem Volk Israel als Ganzem im Kollektiv handelt, siehe im Link:

https://www.bibelkommentare.de/bibel/elb_bk/suche?suchbegriff=ganz%20Israel

Ganz Israel zog aus Ägypten aus, ganz Israel bekam die 10 Gebote, ganz Israel musste 40 Jahre durch die Wüste ziehen usw., bis es dann in Römer 11,26 heißt, dass bei der Wiederkunft Jesu ganz Israel gerettet wird.

Nach dem gleichen Prinzip werden auch ganze Familien gesegnet, stehen unter der Verheißung des Heils und werden gerettet. Das hängt ebenfalls damit zusammen, dass Gott die Familie als Einheit sieht wie ein Volk und im Kollektiv mit ihr handelt. Da wird z.B. das Haus Abrahams gesegnet oder Josua und sein ganzes Haus dienen dem Herrn bis hinein in das Neue Testament, wo ganze Häuser gläubig werden. Dann haben wir im Neuen Testament die christliche Haustafel, wo ganze Familien im Wort des Herrn unterwiesen werden sollen usw. Auch haben wir die Verheißung, dass Kinder und Familienangehörige gläubiger Eltern zum Glauben kommen sollen und errettet werden. Wie das genau geschieht, siehe hierzu den etwas älteren Artikel auf DER RUF:

https://der-ruf.info/2019/04/03/wie-errettet-gott-kinder-glaeubiger-eltern-dirk-noll/

Wir müssen hier jedoch unbedingt beachten, dass Gott an Familien und Völkern aufgrund seiner Verheißung – also seines Wortes – handelt. D.h. nun, dass es dabei keinen Automatismus gibt. Gott handelt auch mit dem Individuum. Alle Nachkommen Abrahams standen unter seinem Segen und der Verheißung des Heils. Aber wie wir in der Bibel klar sehen, handelten auch viele Nachkommen Abrahams gottlos und wurden von Gott dementsprechend individuell gerichtet. Gleiches gilt auch für das Haus Davids, das von Gott gesegnet war, und David hatte viele gläubige Könige unter seinen Nachkommen, die auf seinem Thron saßen. Sie standen unter der Verheißung Gottes an David. Aber es gab dabei keinen Automatismus. So gab es in der Nachfolge Davids auch gottlose Könige in Juda.

Gleiches gilt umgekehrt auch für Familien, die unter den Fluch Gottes geraten sind. Hier sagt die Schrift:

Denn nur wer sündigt, der soll sterben. Der Sohn soll nicht tragen die Schuld des Vaters, und der Vater soll nicht tragen die Schuld des Sohnes, sondern die Gerechtigkeit des Gerechten soll ihm allein zugutekommen, und die Ungerechtigkeit des Ungerechten soll auf ihm allein liegen (Hes 18,20).

Wenn z.B. eine Familie unter einem negativen Vorzeichen steht aufgrund irgendwelcher Sünden der Eltern, könnten die Kinder schnell auf die Idee kommen: Wenn ich nun diese Linie meiner Eltern weiterführe, dann kann ich ja gar nichts dafür, und so könnten sie sich aus der Verantwortung vor Gott herausreden. Aber die Bibel sagt hier: nein. Gott handelt auch individuell mit dem Einzelnen und jeder ist für sein Tun selbst verantwortlich.

Das Gleiche gilt auch für Kinder aus einem gläubigen und gesegneten Elternhaus. Auch wenn sie per se unter der Verheißung des Segens und Heils durch ihre gläubigen Eltern stehen, können sie sich nicht aus ihrer Verantwortung vor Gott herausreden und es gibt auch hier keine Automatismen.

Halten wir fest: Wir müssen beide biblische Linien berücksichtigen, dass Gott sowohl mit Familien und Völkern im Kollektiv handelt, aber auch mit dem Einzelnen, der persönlich für sein Tun vor Gott verantwortlich ist.

Ein weiteres Beispiel dafür ist, wie Gott den Gerechten aus der Stadt Sodom herausgeholt hat, bevor er die Stadt gerichtet hat. Da verhandelt Abraham mit Gott und sagt: Wenn doch 50 Gerechte in der Stadt sind, willst du die ganze Stadt Sodom vernichten und den Gerechten mit dem Gottlosen töten? Da antwortete ihm Gott: Nein, das will ich nicht tun. Und es geht dann so weit, dass Abraham Gott bis dahin runterhandelt, dass selbst wenn nur ein Gerechter in der Stadt ist, dass er vor dem Gericht bewahrt wird. Und so sendet dann Gott Engel, um den einen – den gerechten Lot – aus Sodom herauszuholen und erst dann legt er die homosexuelle Stadt Sodom mit Feuer in Schutt und Asche.

Gottes Vorsehung in seinen Gerichten und seinem Heil bezieht sich also nicht nur auf ganze Familien, Städte und Völkern, sondern auch auf das Leben des Einzelnen. Hier müssen wir sehr genau unterscheiden, sonst bekommen wir eine falsche Sicht über die Lehre der Bibel.

5. Die souveräne Gewehrkugel

Bei Gott gibt es keine Zufälle. Beispielhaft dafür ist die Geschichte, die wir in 2. Chronik 18 lesen. Dort wird der Prophet Micha von Gott zu dem König Ahab geschickt und lässt ihm ausrichten, dass er in der Schlacht fallen wird, wenn er in den Krieg ziehen sollte. Doch der König Ahab hört nicht auf die Worte des Propheten Micha und zieht dennoch in den Krieg und dann lesen wir in Vers 33:

Aber ein Mann spannte seinen Bogen aufs Geratewohl und traf den König von Israel zwischen den Fugen des Panzers … und er starb zur Zeit des Sonnenuntergangs.

Vordergründig scheint der König Ahab rein zufällig in der Schlacht gefallen zu sein. Ein Bogenschütze hat einfach einmal aufs Gratewohl einen Pfeil abgeschossen und der schlug genau in der Lücke im Panzer des Königs ein und er starb. Weltmenschen würden sagen: Er war zur falschen Zeit am falschen Ort oder er hatte einfach nur Pech gehabt. Doch die Bibel sagt uns, dass das, was wie ein Zufall aussieht, in Wahrheit der Ratschluss und die Vorsehung Gottes waren. Weil Ahab nicht auf das Wort Gottes hörte, musste er in der Schlacht sterben, wie Gott es angekündigt hatte.

Und so müssen wir den Schluss ziehen, dass jeder, der in einem Krieg stirbt, letztendlich nicht an der Kugel stirbt, sondern an dem Willen und Ratschluss Gottes.

Zum Schluss möchte ich von einem Ereignis berichten, dass vor etwa 20 Jahren geschah und das uns zeigt, dass hinter jedem Tod letztendlich die Vorsehung Gottes steht und das gilt auch für unschuldige Opfer. Die folgende Geschichte habe ich aus dem Buch „Providence – Vorsehung“ entnommen (S. 377). Das ganze Buch als kostenloses PDF hier im Link:

https://document.desiringgod.org/providence-en.pdf?ts=1614698206

Am 20. April 2001 verwechselte ein Pilot der peruanischen Luftwaffe ein Flugzeug, indem ein Missionarsehepaar und ihre beiden Kinder saßen, mit einem Drogenkurier und eröffnete das Feuer. Die Missionarin Veronica Bowers (35), die hinter dem Piloten Kevin Donaldson saß, hielt ihre sieben Monate alte Tochter Charity auf dem Schoß. Ebenfalls in dem Flugzeug waren Veronicas Ehemann Jim und der sechsjährige Cory. Die Beine des Piloten wurden getroffen. Es gelang ihm, nach einem waghalsigen Sturzflugmanöver die Maschine auf einem Fluss notzuwassern, wo sie kurz nachdem die Überlebenden sie verlassen hatten sank. Eine der Kugeln hatte an Jims Kopf vorbei ein Loch in die Windschutzscheibe gerissen. Eine andere Kugel drang durch Veronicas Rücken bis in den Bauch des Babys; beide starben.

Vater und Sohn überlebten bei diesem „Unglück“ und Mutter und Tochter starben. Wir können solche Dinge nur richtig einordnen, wenn wir sehen, dass Gott dabei immer bestimmte Absichten verfolgt. Es war seine Vorsehung, dass dies genauso geschehen sollte, wie es geschehen ist. Wenn wir hier die Souveränität Gottes und seine Vorsehung ausklammern, dann bleibt am Ende unter dem Strich nur, dass der Tod von Mutter und Tochter ungerecht und sinnlos war und es gibt darin keinen Trost. Aber weil Gott eine bestimmte Absicht – einen Plan – dabei verfolgt hat, war dieser Tod eben nicht sinnlos.

Hören wir, was der junge Witwer, der seine Frau und Tochter verloren hatte, auf der Trauerfeier am 29. April 2001 sagte, die vor 1.200 Trauergästen in der Calvary Church (Michigan, USA) stattfand (Anhang 3):

Doch am allermeisten möchte ich meinem Gott danken. Er ist ein allmächtiger Gott; ich erkenne das gerade immer mehr … Könnte dies wirklich Gottes Plan sein für Roni und Charity, Gottes Plan für Cory und mich und unsere ganze Familie? Ich möchte Ihnen sagen, warum ich das allmählich glaube.

Und er zählte eine lange Reihe von Ereignissen während des Beschusses und danach auf, die kein Zufall sein konnten, und verwies darauf, dass Gott seinen Sohn an das Kreuz geschickt hatte. Hier einige seiner Schlüsselsätze, die nur jemand, der fest an Gottes souveräne Vorsehung für die Seinen glaubt, wirklich verstehen kann. Er sagte unter anderem:

Roni und Charity wurden augenblicklich durch dieselbe Kugel getötet. Sollte man diese Kugel einen „Irrläufer“ nennen? Kevin, den Piloten, der direkt vor Charity saß, erreichte die Kugel nicht mehr. Sie blieb in Charity stecken. Das nenne ich eine souveräne Kugel.

Er erwähnte, dass er denen, die das Flugzeug beschossen hatten, vergeben hatte. „Wie konnte ich etwas anderes machen, wenn Gott ja auch mir vergeben hat?“ Und er fügte hinzu:

Die Menschen, die das taten, waren schlicht Werkzeuge Gottes. Ob Sie es glauben oder nicht, ich glaube es. Sie wurden von Gott benutzt, um seinen Plan in dieser Sache auszuführen – ähnlich wie die römischen Soldaten, die Gott benutzte, um Christus an das Kreuz zu nageln.

Das ist aus meiner Sicht, die einzige Antwort, die man darauf geben kann, die der Bibel entspricht und in so einer Situation echten Trost geben kann:

Dahinter steht der souveräne Plan Gottes, um seine Sache auszuführen.

Wenn wir das aktuelle Weltgeschehen und die Politik verfolgen, dann sehen wir viele Wirren und uns erscheint vieles rätselhaft und vieles können wir nicht verstehen. Vieles mag sehr ungerecht aussehen. Deshalb darf die Beobachtung von Politik und Weltgeschehen bei uns nicht den größten und wichtigsten Raum einnehmen. Wir müssen in erster Linie auf Gott schauen und auf seinen Ratschluss und seine Vorsehung. Dadurch richtet er gerechterweise Menschen für ihre Sünden und auf der anderen Seite schenkt er Heil.

Halten wir an dieser Stelle die Lehre der Schrift fest: Wenn Menschen in Kriegen sterben, so ist das in erster Linie ein Gericht Gottes. Für einige einzelne Menschen oder sogar für ein ganzes Volk im Kollektiv war das Maß ihrer Sünde voll und Gott schickt den Krieg, um diese Menschen zu richten, indem sie in diesem Krieg umkommen. Das ist der Ratschluss Gottes. Aber das ist noch nicht alles. Der Plan Gottes ist noch viel umfassender. Gott will, dass Menschen durch diese Umstände und das Leid des Krieges zur Erkenntnis Gottes kommen und gerettet werden. Auch für Christen hat Gott einen speziellen Plan mit Kriegen. Denn Christen kennen Gott manchmal nur an der Oberfläche und nicht wirklich. Denken wir hier an Hiob. Er war ein gerechter und gläubiger Mann, wie ihm die Bibel bescheinigt. Aber er kannte Gott noch nicht als den Gott, der er in Wahrheit ist: als souveränen Herr über alle Dinge, der in allem weise und gerecht handelt.

Hiob verlor alle seine Kinder durch ein „Unglück“. Und er fing dann an – wie wir im Buch Hiob lesen – die Sache in der Tiefe zu durchdenken. Und er fragte sich, ob Gott wirklich gerecht gehandelt hat, indem er ihm alles genommen hatte. Und da fing Hiob an, gegen Gott aufzubegehren. Das Fleisch regte sich in ihm, und er stellt Gott in seinem Handeln in Frage und bat Gott um ein persönliches Gespräch. Und das geschah dann auch. Gott offenbarte sich Hiob, so dass er die Allmacht und Größe Gottes erkennen musste und er sagte dann am Ende:

Siehe, ich bin zu leichtfertig gewesen; was soll ich verantworten? Ich will meine Hand auf meinen Mund legen“ (Hiob 40,4; Luther 1912).

Genau das ist auch auf die Antwort an Menschen, die in irgendeiner Form gegen das Sterben von Menschen gegen Gott aufbegehren und meinen: Gott wäre darin nicht absolut heilig und gerecht. Sie müssen Gott als den erkennen, der er ist. Er ist der souveräne Herr über alle Dinge, der auch über Leben und Tod bestimmt nach seinem weisen und gerechten Ratschluss. Wenn wir diesen Herrn erkennen, wie ihn die Bibel offenbart, dann wird auch unser Aufbegehren zum Schweigen gebracht vor dieser Größe und Heiligkeit Gottes, und wir werden genau wie Hiob unsere Hand auf unseren Mund legen und dann schweigen.

Für die einen – die bösen und ungerechten Menschen – sind solche Dinge wie Krieg und Naturkatastrophen zum Gericht. Für die anderen aber sind sie zum Heil. Und da Gott gerecht ist, werden die Gläubigen in jedem Fall für ihren Verlust von Gott entschädigt. Am Ende heißt es dann bei Hiob:

Und der HERR wandte das Geschick Hiobs, als er für seine Freunde Fürbitte tat. Und der HERR gab Hiob doppelt so viel, wie er gehabt hatte. Und es kamen zu ihm alle seine Brüder und alle seine Schwestern und alle, die ihn früher gekannt hatten, und aßen mit ihm in seinem Hause und sprachen ihm zu und trösteten ihn über alles Unglück, das der HERR über ihn hatte kommen lassen (Hiob 42,10.11).

Wenn ein Unglück geschieht, das vom Herrn kommt, sei es in Kriegen oder Naturkatastrophen, dann können die Gläubigen es meist erst einmal nicht verstehen und sie müssen die gleiche Lektion durchmachen wie Hiob. Sie werden in ihrem Glauben einen Tiefgang erfahren, den sie zuvor noch nicht gekannt hatten. Und dabei werden sei Möglicherweise auch Gott hinterfragen, bis sie Gott als den souveränen Herrn über alle Dinge erkennen. Möglicherweise werden sie dann auch schon verstehen, warum und wozu das Unglück geschehen ist. Aber sie werden in jedem Fall von Gott einen Ausgleich erfahren, häufig schon zu Lebzeiten auf Erden wie Hiob. Sollten sie aber als unschuldige Opfer sterben, wie die Frau und Tochter des Missionars im Drogenkrieg in Südamerika, dann werden sie im Himmel entlohnt werden. Und dem Mann und seinem Sohn diente es zur besseren und wahren Gotteserkenntnis. Nichts geschah zufällig. Alles war in den ewigen Ratschluss Gottes mit eingeschlossen und Gott handelte darin völlig heilig und gerecht:

Er ist ein Fels. Seine Werke sind vollkommen; denn alles, was er tut, das ist recht. Treu ist Gott und kein Böses an ihm, gerecht und wahrhaftig ist er (5.Mose 32,4)

(s.a. Ps 11,7; Ps 50,6; Ps 97,2; Ps 98,9; Ps 111,3; Ps 119,137; Ps 145,17)

Denn der HERR, unser Gott, ist gerecht in allen seinen Werken (Dan 9,14)

Diese biblischen Wahrheiten sind schwer zu verdauen und sie brauchen viel Zeit, sie in unseren Gedanken zu bewegen, sodass sie in unser Herz gehen und wir zu einem völligen Vertrauen kommen, dass wir ganz – von der ersten bis zur letzten Sekunde unseres Lebens – in den Händen des Herrn sind, dass er es gut mit uns meint, dass er nach seinem weisen Rat und seiner Vorsehung an uns handelt und alles zu unserem Besten dient, auch die Dinge, die wir jetzt noch nicht verstehen können.

Dirk Noll, am 3. Mai 2022

Anhänge:

1. Das erste unschuldige Kriegsopfer

https://archiveowl.wordpress.com/1914/08/02/buddeberg/

2. Schweigeminute für die Opfer in der Ukraine:

https://www.zeit.de/news/2022-03/01/ukraine-landtag-gedenkt-mit-schweigeminute-der-kriegsopfer?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F

3. Trauerfeier für Veronica Bowers und ihre Tochter Charity:

Alle Zitate aus der Trauerfeier sind einer vollständigen Niederschrift der Feier mit Datum vom 12. Mai 2001 entnommen, die im Internet erschien unter: http://www.abwe.org/family/memorials/service_michigan.htm. Der Text ist mittlerweile nicht mehr verfügbar.


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Das souveräne Wirken Gottes in Kriegen – Gott übt Gericht und schenkt Heil (Dirk Noll) / Nachbemerkungen (Siegfried Schad)

Bildquelle Wikipedia: John Martin – God’s last judgement – https://en.wikipedia.org/wiki/Last_Judgment#/media/File:John_Martin_-_The_Last_Judgement_-_Google_Art_Project.jpg

Das souveräne Wirken Gottes in Kriegen – Gott übt Gericht und schenkt Heil (Dirk Noll)

Auf europäischem Boden findet gerade ein Krieg statt, und wir in Deutschland sind in diesen Krieg mithineingezogen, weil die deutsche Regierung eine Kriegspartei – die Ukraine – mit Waffen unterstützt und jetzt sogar schwere Waffen im Gespräch sind, die an die Ukraine geliefert werden sollen. Damit ist Deutschland faktisch eine Kriegspartei in einem europäischen Krieg geworden. Darüber hinaus sind die Medien seit sieben Wochen mit Kriegspropaganda überfüllt und den üblichen Kriegslügen, die wir auch schon aus sämtlichen anderen Kriegen kennen.

Doch als Christen werden wir Kriege immer falsch interpretieren, wenn wir nur die horizontale Ebene sehen – also nur die innerweltliche Ebene, auf der Kriegsparteien aus weltlichen Interessen gegeneinander kämpfen. Wir müssen auch die vertikale Ebene betrachten. Wie sind Kriege aus der biblischen Sicht eines souveränen Gottes zu sehen, der nach seinem Ratschluss die Kriege so lenkt, dass sie am Ende seinem Heilsplan dienen müssen? Diese Sichtweise vermisse ich in den letzten Wochen von Christen total, denn ohne die biblische Sichtweise werden wir von Kriegen immer ein Zerrbild der Wirklichkeit haben und sie nicht wirklich richtig einordnen können.

Wie die weltliche Ebene des Ukraine-Krieges aussieht, das hatte ich schon vor ziemlich genau acht Jahren gepostet, als der Krieg damals angefangen hat. Was wir jetzt erleben ist nur eine Eskalation des Krieges. D.h. seit 2014 hat es im Krieg in der Ukraine laut offiziellen Angaben der OSZE in ihrem Bericht darüber 14.000 Tote gegeben, darunter 75 % Zivilisten. Die Eskalation besteht jetzt darin, dass in den letzten sieben Wochen etwa genauso viel Tote zu beklagen sind, wie in dem Krieg in den vergangenen acht Jahre zuvor insgesamt.

Die weltliche horizontale Ebene des Ukraine-Krieges sieht auch heute noch genauso aus, wie ich bereits vor acht Jahren in einer Grafik versucht habe zu vermitteln:

 

Wir haben auf der einen Seite die östliche Weltmacht Russland und auf der anderen Seite die westliche Weltmacht der NATO (dargestellt durch USA und EU). Beide kämpfen um die Ukraine, welche eine geostrategische Schlüsselfunktion für den eurasischen Raum hat. Wer diesen beherrscht, der beherrscht auch die Welt laut führender Geostrategen. (Anm. S.Schad 1. *)

Wie der Politiker Egon Bahr schon richtig feststellte, geht es hierbei nicht um Demokratie und Menschenrechte, wie die Propaganda vorschiebt, sondern in Wirklichkeit um die Interessen von Staaten. Und wer hier genau hinschaut, wird sehen, dass es auf beiden Seiten um das Interesse einer Neuen Weltordnung geht. Auf der westlichen Seite um den Great Reset nach Klaus Schwab und auf der östlichen Seite um eine multipolare Neue Weltordnung mit der Errichtung einer eurasischen Union.

Wie auch immer dieses Zerren um die Weltherrschaft ausgehen wird, am Ende wird eine Neue Weltordnung stehen, die früher oder später zum Reich des Antichristen führen wird. Deshalb steht es einem Christen auch nicht gut an, in diesem Konflikt Partei für die eine oder andere Seite zu ergreifen, weil die scheinbar gerechten Ziele und die Menschenrechte, für die jede Seite vorgibt einzutreten, eben nur vorgeschoben sind, um das eigene Interesse einer Neuen Weltordnung zu erreichen.

Wir müssen also über die horizontale, innerweltliche Ebene hinausgehen und die vertikale Ebene aus Sicht der Bibel miteinbeziehen. Und hier liegt auch das Problem der Berichterstattung sämtlicher Medien zur Zeit. Sie alle haben im günstigsten Fall eine ideologische Färbung für eine Neue Weltordnung ohne Jesus Christus und sind im schlimmsten Fall wie zur Zeit im Mainstream reine Propaganda für den Great Reset. Und ich fürchte, dass viele Christen zur Zeit sich viel zu viel von den Medien leiten lassen, um sich ein Bild über den Ukraine-Krieg zu machen, und beachten viel zu wenig die Bibel und den Blickwinkel aus der Sicht unseres souveränen Gottes.

Deshalb werde ich in diesem Artikel auch viel mehr Bibelstellen als sonst zu Wort kommen lassen, weil wir unbedingt die Vertikale – die biblische Sicht auf Kriege – sehen müssen.

1. Kriege werden von Nationen und ihren Herrschern geführt

In dem jetzigen Ukraine-Krieg sind wir mithineingezogen. Wir können kein Medium mehr hören, ohne dass über diesen Krieg gesprochen wird. Wir erleben, wie tausende Flüchtlinge in unser Land kommen, wie Preise für Lebensmittel, Öl und Gas extrem ansteigen, andere spenden für Hilfsgüter oder bringen sogar selbst Lebensmittel in die Ukraine usw. In der einen oder anderen Form ist jeder von uns irgendwie mit davon betroffen. Und es wäre unser größter Fehler als Christen, wenn wir Gott bei unserer Beurteilung der Lage ausklammern würden und die Dinge einfach nur auf der weltlichen Ebene betrachten würden, wie das die Medien tun (inklusive aller alternativen Medien in sozialen Netzwerken).

Wir sehen, dass Kriege immer von Nationen und ihren Herrschern (Regierenden) geführt werden. Im Ukraine-Krieg sind das direkt Russland und die Ukraine. Aber noch viele andere Länder sind an diesem Krieg mit beteiligt, die z.B. Waffen liefern oder irgendwelche Interessen in diesem Konflikt für ihr eigenes Land haben.

Hierbei ist es absolut notwendig zu sehen, dass Gott als souveräner Herr über allen diesen Ländern und ihren Machthabern steht und den Krieg und seinen Ausgang so lenken wird, wie es seinem Ratschluss entspricht. Gott tut dies, weil er das absolute Recht dazu hat, über die Völker zu regieren und in ihren Kriegen sowohl Gericht als auch Heil zu wirken. Gott hat dieses Recht, weil er alle Völker geschaffen hat.

Die Nationen haben sich nicht aus sich selbst ins Leben gerufen. Gerade wenn wir das Alte Testament lesen, dann sehen wir, wie es sich wie ein roter Faden durch die Bibel zieht, dass Gott mit den Völkern um Israel herum handelt und an ihnen Gericht übt, aber auch Heil bewirkt. Das beginnt bereits mit dem Turmbau zu Babel. Dort sehen wir, wie Gott die Völker und ihre Sprachen geschaffen hat. Gott ist der Urheber und Schöpfer aller Nationen auf der Erde, deshalb, weil sie ihm gehören, hat er auch das Recht mit ihnen zu handeln und an ihnen zu wirken nach seinem Willen und Ratschluss.

In Kriegen kämpfen die Völker um Gebiete. Das sehen wir z.B. gerade im Ukraine-Krieg, wo die Gebiete mit russischer Bevölkerung wie der Donbas besonders umkämpft sind und darum gerungen wird, ob diese Gebiete auf die russische oder die ukrainische Seite kommen. In der Bibel sehen wir, dass Gott die Grenzen der Völker festgelegt hat. Ein Grund für heutige Kriege liegt darin, dass in den letzten 100 Jahren viele Grenzen künstlich gezogen wurden und das bereitet natürlich den Boden für Konflikte, wenn z.B. eine Bevölkerungsgruppe wie Russen in den Grenzen eines anderen Landes (Ukraine) leben muss und dann in diesem Land unterdrückt wird. Wir wissen auch, dass diese Grenzen, die nicht gottgewollt sind, durch den Coudenhove-Kalergi-Plan künstlich gezogen wurden und um eine Bevölkerungsvermischung herbeizuführen, um dann leichter eine Neue Weltordnung mit einer Weltregierung aufbauen zu können. (Anm. S.Schad: 2. *)

Deshalb hat Gott auch das Recht, sich in die Kriege der Menschen „einzumischen“ und sie zu lenken und den Ausgang so zu führen, wie es sein Rat beschlossen hat. Dazu lesen wir Apostelgeschichte 17,26:

Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen (Apg 17,26).

Die Menschen sollen also in den Grenzen wohnen, die Gott festgelegt hat. Und die menschliche Veränderung solcher Grenzen wird in der Regel durch Kriege herbeigeführt. Wir werden auch gleich noch sehen, dass dahinter der Hochmut und die Auflehnung von Regierenden gegen Gott stehen. Dadurch wird Gott in seiner Gerechtigkeit und Heiligkeit und seinem Ratschluss verletzt, und deshalb darf Gott auch Kriege nach seinem Willen lenken und zu seinem Ausgang führen.

Sehr, sehr wichtig ist hier zu wissen, dass Gott bei seinem Eingreifen in Kriege immer das Heil und die Rettung von Menschen zum Ziel hat. Das sehen wir daran, dass seine erlöste Gemeinde auch aus Menschen aus allen Völkern besteht. Wir lesen dazu Offenbarung 5,9:

Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel; denn du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen“.

Aus diesem Grund ist auch jede Form von Rassismus, wie wir sie leider gerade auch im Ukraine-Krieg erleben, völlig unsinnig. Wenn es in der Ukraine keine nationalistischen Bewegungen mit rassistischer Ideologie geben würde, wäre dem Konflikt bereits schon viel Wind aus den Segeln genommen. Über diesen nationalistischen Rassismus berichten sogar die Mainstream-Medien, und ich hatte hier einige Berichte aus ARD und ZDF auf Facebook gepostet. Bei Gott ist jedoch kein Ansehen der Person, zu welchem Volk er gehört:

Nun erfahre ich in Wahrheit,  dass Gott die Person nicht ansieht; sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm (Apg 10,34).

Gott hat also das Recht, in Kriege einzugreifen und sie zu lenken, weil der die Völker gemacht hat:

Alle Völker, die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten, Herr, und deinen Namen ehren“ (Ps 86,9).

Deshalb darf Gott auch über die Völker regieren und herrschen:

Gott herrscht über die Völker; Gott sitzt auf seinem heiligen Thron“ (Ps 47,9)

An diesem Punkt stellt sich nun die Frage: Werden die Völker und ihre Regierenden diese Herrschaft Gottes anerkennen?

Und hier muss man dann zu der Feststellung kommen: Nein, das tun sie nicht. Und hier liegt dann auch der eigentliche Grund für Kriege und warum Gott eingreift. Alle Kriege rühren daher, dass die Völker und ihre Herrscher nicht anerkennen, dass sie von Gott ins Leben gerufen wurden, dass Gott ihnen festgesetzte Grenzen gegeben hat und über sie herrscht und alle ihre eigene Macht ist nur von Gott verliehene Macht, die zur Ehre Gottes eingesetzt werden soll.

Statt die Herrschaft Gottes über die Völker und seine Grenzen anzuerkennen, überheben sich ihre Könige und Regierenden in ihrem Stolz über Gott, lehnen sich gegen Gott auf und verletzten seine Gerechtigkeit und Heiligkeit. Denn Stolz und Auflehnung gegen Gott sind immer Sünde und die Sünde ist das Verletzen der Gerechtigkeit und Heiligkeit Gottes. Exemplarisch für dieses sündige Verhalten der weltlichen Herrscher ist der König Nebukadnezar.

Weil Nebukadnezar Gott als souveränen Herrn über Himmel und Erde nicht anerkannte, kam er in das Gericht Gottes und musste sieben Jahre lang auf dem Boden kriechen und Gras fressen und Gott ließ ihm in einem Traum folgende Botschaft zukommen:

Und das menschliche Herz soll von ihm genommen und ein tierisches Herz ihm gegeben werden, und sieben Zeiten sollen über ihn hingehen … damit die Lebenden erkennen, dass der Höchste Gewalt hat über die Königreiche der Menschen und sie geben kann, wem er will“ (Dan 4,13.14)

Das sind der eigentliche Grund und das eigentliche Problem, warum es Kriege und ungerechte Regierungen gibt. Weil die Machthaber nicht anerkennen, dass Gott der Souverän über Himmel und Erde ist und er die „höchste Gewalt“ hat über die Königreiche der Menschen und er den weltlichen Machthabern ihre Gewalt nur verleiht. Gott kann die irdische Macht geben, wem er will.

Nach sieben Jahre Gericht und Demütigung über Nebukadnezar kam sein Verstand dann wieder in ihn zurück und er musste die Herrschaft Gottes anerkennen:

Darum lobe, ehre und preise ich, Nebukadnezar, den König des Himmels; denn all sein Tun ist Wahrheit, und seine Wege sind recht, und wer stolz ist, den kann er demütigen.“ (Daniel 4,34).

Weltliche Herrscher, welche die Herrschaft Gottes nicht anerkennen und sich in ihrem Stolz über Gott überheben, werden gedemütigt und von ihrem Thron gestürzt und in manchen Fällen sogar getötet, wie dann später Belsazar, der Sohn von Nebukadnezar:

Aber du, Belsazar, sein Sohn, hast dein Herz nicht gedemütigt, obwohl du das alles wusstest, sondern hast dich gegen den Herrn des Himmels erhoben (Dan 5,22).

Deshalb sendet Gott auch Gerichte und Kriege über die Völker, damit sie die Herrschaft Gottes anerkennen und Buße darüber tun, dass sie sich in ihrem Stolz über Gott erhoben haben. Gott schickte dem König Belsazar dann eine Botschaft in Form einer Schrift an der Wand:

So aber lautet die Schrift, die dort geschrieben steht: Mene mene tekel u-parsin. Und sie bedeutet dies: Mene, das ist, Gott hat dein Königtum gezählt und beendet“ (Vers 25-26)

Aber in derselben Nacht wurde Belsazar, der König der Chaldäer, getötet“ (Vers 30).

Hier sehen wir, dass auch die Herrschenden in der Welt ganz in der Hand Gottes sind, auch die Regierenden, die gerade in der Ukraine Krieg führen. Gott kann ihre Herrschaft jederzeit beenden und diese Herrscher töten. Und das Grundproblem besteht darin, dass die Regierenden diesem Gott nicht die Ehre geben und nicht erkennen, dass er jederzeit ihren Atem auslöschen kann:

Weiter sagt die Schrift über Belsazar: „Den Gott aber, der deinen Odem und alle deine Wege in seiner Hand hat, hast du nicht verehrt“ (Dan 4,23).

Wichtig zu sehen ist noch, dass die Bibel für die weltlichen Herrscher und Regierungen den Begriff „Königreiche der Menschen“ verwendet. Das ist die bereits genannte horizontale Ebene. Und aus meiner Sicht wird zur Zeit unter Christen viel zu viel auf dieser Ebene über den Ukraine-Krieg diskutiert. Diese Ebene ist aber nur sekundär. Das Entscheidende ist, was auf der vertikalen Ebene in Beziehung zu Gott geschieht. Und so heißt es weiter in der Bibel:

„… dass der Höchste Gewalt hat über die Königreiche der Menschen und sie geben kann, wem er will“ (Dan 4,14).

Wir müssen sehen, dass alle weltliche Regierungsmacht vom höchsten Gott kommt und sie nur gegeben ist, um für eine bestimmte Zeit zu regieren. Letztendlich liegt alle Gewalt bei unserem souveränen Herrn und Gott und er gibt die Herrschaft, wem er will. Das gilt für gute wie auch für böse Regierungen. Wenn es durch böse Regierungen zum Krieg kommt, dann wirkt Gott darin, indem er an Menschen Gericht übt, sie züchtigt und zur Buße leiten will, dass sie gerettet werden.

Damit sehen wir auch, dass die Herrscher dieser Welt ihre Kriege nicht eigenmächtig führen, sondern dahinter steht Gott, der in diesen Kriegen wirkt und sie lenkt.

2. Die Kriegspläne der weltlichen Herrscher und wie Gott darüber steht

Die weltlichen Herrscher machen ihre Kriegspläne und arbeiten ihre Strategien aus, um den Krieg zu gewinnen und klammern dabei Gott aus. So auch jetzt im Ukraine-Krieg. Alles ist in den Medien auf dieser horizontalen weltlichen Eben und viele Christen ziehen hier mit und sehen nicht die Vertikale aus der Sicht Gottes.

Ein biblisches Beispiel dafür finden wir bei den Aramäern, als sie planten Israel in einem Krieg zu besiegen:

Aber die Großen des Königs von Aram sprachen zu ihm: Ihre Götter sind Berggötter, darum haben sie uns überwunden. Aber wenn wir mit ihnen in der Ebene kämpfen könnten – was gilt’s, wir wollten sie überwinden! (1.Kön 20,23).

Das ist ein typisches Beispiel dafür, wie die weltlichen Herrscher in ihren Kriegsplänen Gott ausklammern und meinen, der Ausgang des Krieges würde von der Kriegsstrategie abhängen. In den Bergen wäre der Feind überlegen, also greifen wir sie in der Ebene an, sagte sich der König von Aram und seine Kriegsminister. Dann werden wir den Krieg gewinnen. Wir brauchen nur die richtige Strategie. Wenn das Terrain stimmt, gewinnen wir den Krieg. Und darüber hinaus war die Armee der Aramäer auch noch zahlenmäßig überlegen. Aber all das hilft nichts. Gott entscheidet und lenkt den Ausgang des Krieges. So kam es dann, dass Gott die Aramäer in die Hand Israels gab und sie besiegt wurden:

Weil die Aramäer gesagt haben, der HERR sei ein Gott der Berge und nicht ein Gott der Täler, so habe ich diese große Menge in deine Hand gegeben, damit ihr erkennt: Ich bin der HERR. Und sie lagen einander gegenüber sieben Tage. Am siebenten Tage zogen sie in den Kampf und Israel schlug von den Aramäern hunderttausend Mann Fußvolk an einem Tag (V. 28-30)

Gerade wir als Christen müssen hinter dem Krieg immer das souveräne Handeln Gottes und seinen Ratschluss sehen:

Denn der HERR Zebaoth hat’s beschlossen – wer will’s wehren? Und seine Hand ist ausgereckt – wer will sie wenden?“ (Jes 14,27).

Es gilt also unseren Blick nicht zu stark auf das Kriegsgeschehen selbst zu richten, sondern auf den Herrn. Denn wenn er den Sieg für eine Seite beschlossen hat und damit festgelegt hat, ein Volk zu richten, wer will ihm dann wehren? Wer will seine ausgestreckte Hand dann noch wenden? Niemand.

Wie sieht es bei uns aus? Wie stark drehen sich bei uns die Dinge um das aktuelle Kriegsgeschehen und die tägliche Berichterstattung? Und wie weit haben wir hier in erster Linie unseren Blick auf Gott gerichtet, der souverän in diesem Geschehen handelt und es nach seinem Ratschluss ausgehen lassen wird?

Ja, die Herrscher dieser Welt schwingen große Kriegsreden, wie sie den Krieg gewinnen wollen und warum sie angeblich für eine gerechte und gute Sache kämpfen. Dahinter verbirgt sich oft viel Kriegspropaganda und viele Kriegslügen. Das meiste davon überhöre ich mittlerweile und schaue dabei auf Gott, der hier in Wahrheit im Regiment sitzt und den Ausgang bestimmt:

Der HERR macht zunichte der Heiden Rat und wehrt den Gedanken der Völker“ (Psalm 33,10)

In Kriegen haben wir auch immer viel Kriegsrhetorik und das Drohen der Regierenden, dass sie andere Völker vernichten und auslöschen wollen. Das taten z.B. auch schon die Assyrer, als sie drohten Israel zu vernichten. Doch diese Maulhelden können in ihren rhetorischen Kriegsreden drohen so viel sie wollen. Es wird am Ende nach dem Ratschluss Gottes ausgehen. Was haben wir doch vor 80 Jahren in Deutschland für Propagandareden der Nazis gehört von der Vernichtung des Feindes und dem Endsieg und von dem deutschen Wesen, an dem angeblich die ganze Welt genesen würde und am Ende ist alles ganz anders gekommen und Deutschland wurde in einem Gericht Gottes vollständig in Trümmer gelegt. Jesaja hat für die Gläubigen folgende Antwort auf die Vernichtungs- und Kriegsreden der Regierenden, damals im Zusammenhang der Assyrer, die drohten Israel zu vernichten:

So spricht der HERR: Fürchte dich nicht vor den Worten, die du gehört hast, mit denen mich die Knechte des Königs von Assyrien gelästert haben. Siehe, ich will einen Geist über ihn bringen, dass er ein Gerücht hören und in sein Land zurückziehen wird, und will ihn durchs Schwert fällen in seinem Lande.“ (Jes 19,5)

Wir sehen hier von der Bibel her, dass Gott über solchen Drohungen steht und den Plänen der Vernichtung eines Volkes wehrt und den Feind zu Fall bringt. Hier steht nicht, dass Assyrien durch irgendwelche Umstände oder Kriegsverläufe scheitern wird, sondern: „Ich will ihn durchs Schwert fällen“.

Gerade an solchen biblischen Beispielen (und die Bibel ist voll davon) sehen wir, wie sehr Gott in Kriegen am Wirken ist und wie das Geschehen auf der menschlichen Ebene nur sekundär ist. Die Könige und Herrscher dieser Welt können ihre Pläne machen wie sie wollen, und sie können in ihrer Rhetorik laute Reden halten und drohen. Aber sie können am Ende nur dorthin gehen, wohin sie von Gott gelenkt werden. Die Machthaber sind ganz in der Hand des Herrn, dem König aller Könige, der die Regierenden dieser Erde dorthin lenkt, wo er will. Alles muss nach dem Ratschluss Gottes geschehen und dieser beinhaltet in Kriegen immer Gericht und Heil:

Des Königs Herz ist in der Hand des HERRN wie Wasserbäche; er lenkt es, wohin er will“ (Spr 21,1).

Wo hier „Könige“ steht, können wir auch immer „Regierende“ oder „Präsidenten eines Landes“ einsetzen. Es geht um die weltliche Obrigkeit und ihre Machthaber und Regierenden. Damals waren es Könige und heute sind es Politiker und Präsidenten.

Wenn es zu Kriegen kommt und ein Feind ins Land zieht (wie wir bei Israel sehen), dann wird er von Gott geschickt und zwar zum Gericht. Kriege brechen nicht einfach nur so irgendwie aus, sondern aus dem Blickwinkel der Vertikalen von der Seite Gottes aus, hat Gott seine Hände aktiv daran beteiligt, weil er durch Kriege Gericht übt und Heil schenkt. Lesen wir einmal ausführlich von den Kriegen, die Israel im Alten Testament gegen verschiedene Völker führte. Dort heißt es in der Schrift sehr oft, weil das Maß ihrer Sünden voll war, sollte Israel den Bann an diesen Völkern vollziehen und das Gericht Gottes an ihnen vollstrecken. Deshalb geht der Ruf zum Krieg letztendlich auch von Gott aus und die weltlichen Interessen der Staaten sind nur sekundär. Wenn es zu einem Krieg kommt, dann ruft Gott zum Gericht über Völker und Menschen auf Erden. Aber zugleich wirkt er darin auch immer Heil.

Er wird ein Feldzeichen aufrichten für das Volk in der Ferne und pfeift es herbei“ (Jes 5,26).

Wenn ein Volk sich zum Krieg versammelt, dann ist es von Gott herbeigerufen. Unter diesem Gesichtspunkt müssen wir auch den Krieg in der Ukraine sehen. Wir wissen um die weltlichen Interessen aller Kriegsparteien, aber das ist nur vordergründig. Aus Sicht der Vertikalen von Gott her sind jetzt Völker und Menschen gerichtsreif.

Die Bibel redet in diesem Zusammenhang auch oft davon, dass Gott ein Volk zum Krieg „erweckt“ oder „aufstehen lässt“ und herbeiruft:

„Denn siehe, ich will die Meder gegen sie erwecken“ (Jes 13,17)

Darum siehe, ich will gegen euch, ihr vom Hause Israel, ein Volk aufstehen lassen, spricht der HERR, der Gott Zebaoth, das soll euch bedrängen“ (Am 6,14).

3. Gott wirkt in Kriegen Gericht und Heil

Grundsätzlich ist eine Regierung, die einen Krieg auslöst, eine böse Obrigkeit, die nicht unter Gott steht. Und es ist nicht immer die Seite, die den ersten Schuss abfeuert und den Angriff startet, die als Verursacher und als schuldige Seite an dem Krieg gesehen werden muss. Oft wird ein Land von einem anderen provoziert und in einen Krieg hineingetrieben. Hier muss man sich einmal die USA und die NATO-Kriege der letzten 100 Jahre anschauen. Die sind auf diesem Gebiet Spezialisten, wie man selbst Kriege auslösen kann und der anderen Seite dann die Schuld dafür in die Schuhe schiebt.

Es ist oft auch sehr undurchsichtig zu erkennen, welche Seite einen gerechten Krieg führt und ob überhaupt. Ein gerechter Krieg wäre, wenn ein Land durch ein anderes ohne Grund angegriffen wird und sich selbst verteidigen muss. Oft spielen hier weltliche Interessen und Machtspiele mithinein und es werden irgendwelche gerechten Ziele oder die Verteidigung von Menschenrechten nur vorgeschoben. Deshalb ist aufgrund dieser häufigen Undurchsichtigkeit bei der Beurteilung eines gerechten oder ungerechten Krieges eine große Zurückhaltung geboten.

Vielmehr sollten wir als Christen betonen, wie Gott dahinter steht, um seinen Heilsplan auszuführen. Dabei ist zu beachten, dass Gott eine böse Obrigkeit so lenkt, dass sie seinen Plan zum Heil ausführen muss, obwohl sie Böses plant und tut. Und Gott bleibt dabei völlig unbefleckt von der Sünde dieser Obrigkeit. Gott kann also eine böse Obrigkeit lenken, um seinen Ratschluss auszuführen, bleibt dabei aber selbst frei von jeder Teilhabe an ihrem bösen Tun. Man nennt das theologisch auch die Vorsehung Gottes.

Das sehen wir sehr gut an der Verurteilung Jesu zum Tod von der damaligen bösen Obrigkeit. Ohne die Vorsehung Gottes über die damalige böse Obrigkeit hätten wir heute keinen gekreuzigten und von den Toten auferstanden Herrn und kein Evangelium. Die Ermordung des Sohnes Gottes durch eine böse Obrigkeit ist der Grundpfeiler unserer Erlösung. Christus starb nicht zufällig, sondern geplant durch Gottes ewigen Ratschluss. Rein menschlich auf der horizontalen Ebene betrachtet, starb Jesus durch die Hand eines bösen Königs Herodes und opportunistischen Statthalters Pontius Pilatus sowie durch brutale Soldaten und einen blutrünstigen Mob von Menschen. Doch sie alle wurden von einer vollkommen weisen, gerechten und gnädigen Vorsehung geleitet, sodass sie Böses taten, am Ende dabei aber das Gute, nämlich das Heil, herauskam:

Wahrhaftig, sie haben sich versammelt in dieser Stadt gegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast, Herodes und Pontius Pilatus mit den Heiden und den Stämmen Israels, zu tun, was deine Hand und dein Ratschluss zuvor bestimmt hatten, dass es geschehen solle (Apg 4,27.28).

Diesem Ratschluss Gottes, den er zuvor bestimmt hat, und seiner Vorsehung, durch die Gott die damalige Obrigkeit in ihrem Tun gelenkt hat, haben wir die Vergebung der Sünden und das ewige Leben zu verdanken. Ohne Kreuz keine Vergebung der Sünden und ohne Auferstehung Jesu kein ewiges Leben für uns.

Die ganze Geschichte im Alten Testament mit allen Königreichen, Herrschern und Kriegen hat am Ende dazu geführt, dass Christus in die Welt gekommen ist und uns am Kreuz erlöst hat. Auch wenn wir in den Wirren der Geschichte und der Kriege manchmal nicht sofort erkennen, wozu das alles dient. Dahinter stehen immer der Ratschluss Gottes und sein Heil.

Kriege sind notwendige Gerichte Gottes auf Erden über die Völker, um sie in ihrem Hochmut und ihrer Auflehnung gegen Gott zu stürzen. Sie sind aber alle nach dem Ratschluss Gottes und führen am Ende zum Heil. Ein paar Beispiele aus dem Alten Testament:

a) Moabs Hochmut wird zerstört und Moab wird gerichtet:

Man hat immer gesagt von dem stolzen Moab, dass es sehr stolz sei, hoffärtig, hochmütig, trotzig und übermütig. Aber der HERR spricht: Ich kenne seinen Übermut wohl und sein böses Geschwätz; Böses haben sie getan“ (Jer 8,29-31).

So weiß der Herr auch, was die Völker alles Böse getan haben und er sendet Kriege um sie zu richten.

Denn ich habe Moab zerbrochen wie ein Gefäß“ (Vers 38).

b) Gottes Gericht über Tyrus:

Und des HERRN Wort geschah zu mir: Du Menschenkind, stimm ein Klagelied an über den König von Tyrus (Hes 28,11.12)

Weil sich dein Herz erhob … darum habe ich dich zu Boden gestürzt und ein Schauspiel aus dir gemacht vor den Königen“ (Vers 17)

c) Gottes Gericht über Babel:

Ruft viele wider Babel, belagert es ringsum, all ihr Bogenschützen, und lasst keinen davonkommen! Vergeltet Babel, wie es verdient hat; wie es getan hat, so tut ihm wieder! Denn es hat stolz gehandelt wider den HERRN, den Heiligen Israels. Darum soll seine junge Mannschaft fallen auf seinen Gassen, und alle seine Kriegsleute sollen umkommen an jenem Tage, spricht der HERR“ (Jer 50,29.30).

Auch hier lesen wir nichts davon, dass Kriege irgendwie durch irgendwelche Umstände ausgebrochen sind. Hier werden Völker gerichtet, weil sie sich in ihrem Stolz gegen den Herrn aufgelehnt haben und sie werden von Gott in Kriege geführte, in denen „alle seine Kriegsleute umkommen“.

Das waren nur drei Beispiele, aber gerade das Alte Testament ist voll davon, wie viele Völker von Gott gerichtet werden, indem er Kriege über sie schickt. Diese Kriege in der Bibel und alle Kriege heute müssen aber auch in der biblischen Gesamtschau betrachtet werden, warum Gott in der Zeit solche Kriege unter die Völker sendet.

4. Die heutigen Kriege sind eine Vorschau auf das Endgericht

Wenn Völker heute in Kriege geraten, dann sind diese ein Gericht Gottes, wodurch das zukünftige Endgericht angekündigt wird. Das sehen wir vor allem in der Endzeitrede Jesu, wo er ankündigt: Je näher das Ende dieser jetzigen Weltzeit herbeikommen wird, umso mehr werden Kriege auftreten, bis dahin, dass es zu Weltkriegen kommen wird und sich ein Volk gegen das andere erheben wird.

Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; seht zu und erschreckt nicht. Denn das muss so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende da. Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere (Mt 24,6.7).

Dass wir bereits zwei Weltkriege im letzten Jahrhundert erlebt haben, ist die Ankündigung, dass wir uns der Wiederkunft Jesu nähern. Aber es wird noch weitergehen. Wir werden weiterhin erleben, dass sich Nationen gegeneinander erheben werden und miteinander Krieg führen werden. Das wird darin gipfeln, dass kurz bevor das Friedenreich Jesu auf der Erde anbrechen wird, es noch einmal einen großen Krieg geben wird, in dem alle Völker sich zum Krieg versammeln werden. Dieser Krieg wird dann um die Stadt Jerusalem gehen:

Denn ich werde alle Heiden sammeln zum Kampf gegen Jerusalem. Und die Stadt wird erobert, die Häuser werden geplündert und die Frauen geschändet werden. Und die Hälfte der Stadt wird gefangen weggeführt werden, aber das übrige Volk wird nicht aus der Stadt ausgerottet werden“ (Sach 14,2).

Und auch hier sehen wir in diesem letzten Krieg auf Erden wieder das gleiche Prinzip. Kriege brechen nicht einfach aus, sondern Gott ruft und sammelt die Völker zum Krieg, am Ende dann speziell gegen Jerusalem.

Mir ist es wichtig in diesem Artikel, dass wir nicht zu stark auf die horizontale Ebene schauen auf die menschlichen Gründe des Krieges, die uns die Medien vermitteln wollen, sondern dass wir auf Gott schauen. Gott ruft Völker zum Krieg, um an ihnen das Gericht zu vollziehen. Darauf lieg eindeutig die Betonung der Bibel. Gott führt die Völker in den Krieg, um sein Gericht an ihnen zu vollziehen. Das geht aus der Parallelstelle zu Sacharja in Zefania 8 ganz unmissverständlich und eindeutig hervor:

Darum wartet auf mich, spricht der HERR, bis auf den Tag, an dem ich zum letzten Gericht auftrete; denn mein Beschluss ist es, die Völker zu versammeln und die Königreiche zusammenzubringen, um meinen Zorn über sie auszuschütten, ja, alle Glut meines Grimmes; denn alle Welt soll durch meines Eifers Feuer verzehrt werden (Vers 8).

Aber gleichzeitig sind mit solchen Gerichten Gottes immer auch die Reinigung von der Sünde und das Heil verbunden. Denn gleich im nächsten Vers in Zefania lesen wir:

Dann aber will ich den Völkern reine Lippen geben, dass sie alle des HERRN Namen anrufen sollen und ihm einträchtig dienen“ (Vers 9).

Das sind der Ratschluss Gottes und seine Absicht, die hinter den Kriegen der Völker stehen. Die Völker und ihre Machthaber haben sich über Gott überhoben, sie liegen in Finsternis und Sünde und befinden sich in einem Zustand der Auflehnung gegen Gott. Deshalb sendet Gott Gerichte in Form von Kriegen über sie, um sie zu reinigen und am Ende zu heilen und zu retten.

Auch wenn Jesus wiederkommt, wird es noch einmal ein Gericht über die Völker geben. Man redet unter uns Christen hier allgemein von dem „Völkergericht“. Wir lesen in Matthäus 25,31-33:

„Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit, und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken.“

Bedenken wir, dass alle diese Kriege und Gerichte Gottes über die Völker zu ihrem Heil dienen, wie es seinem Ratschluss vor Grundlegung der Welt schon immer entsprochen hat. Deshalb lesen wird dann beim Ausgang und Ende der ganzen Heilsgeschichte von dem neuen Jerusalem in Offenbarung 22:

Mitten auf dem Platz und auf beiden Seiten des Stromes Bäume des Lebens, die tragen zwölfmal Früchte, jeden Monat bringen sie ihre Frucht, und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker (Vers 2).

Wir dürfen deshalb nicht nur die menschliche Seite des Krieges mit all dem Elend und den Opfern sehen, sondern gerade in der Grausamkeit des Krieges müssen wir die Warnungen auf das Gericht Gottes sehen. Heute werden von der Propaganda in den Medien Bilder von den Opfern des Krieges ganz bewusst eingesetzt, um uns emotional zu manipulieren. Solche Bilder versetzten uns in einen Schock und wir sind dann in unseren Gedanken nicht mehr ganz klar. So lassen wir uns dann sehr schnell dazu verleiten, für eine Kriegsseite Partei zu ergreifen und diese zu unterstützten. Wie gesagt, das ist so gewollt und wird bewusst eingesetzt, damit die Regierung uns dazu bringt, ihre Agenda zu unterstützen. Hier dürfen wir uns auf gar keinen Fall mitreißen lassen.

Wir müssen hier immer die Vertikale aus Sicht der Bibel im Blick haben. Wie schlimm und grausam auch diese Bilder von den Opfern des Krieges sein mögen. Wir haben es hier mit einem Gerichtshandeln Gottes zu tun, dass uns warnen will vor dem zukünftigen Endgericht, das noch über die Erde kommen wird. Dadurch sollen wir Buße tun und uns vor Gott beugen, damit wir für die Ewigkeit durch Christus und das Evangelium gerettet werden.

Dann alle Grausamkeiten und Schrecken des Krieges, die wir jetzt sehen, sind noch rein gar nichts gegenüber dem jüngsten Gericht, das über diese Welt kommen wird. Lesen wir darüber einmal in 2. Petrus 3,9.10:

„Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige für eine Verzögerung halten; sondern er hat Geduld mit euch und will nicht, dass jemand verloren werde, sondern dass jedermann zur Buße finde. Es wird aber des Herrn Tag kommen wie ein Dieb; dann werden die Himmel zergehen mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden ihr Urteil finden.“ (2.Petrus 3,9.10).

Wir sehen jetzt in Kriegen, die ein Gericht Gottes sind, zerbombte und ausgebrannte Häuser und Städte. Wir haben Berichte von durch Granaten zerfetzten und verbrannten Menschen. Das ist schrecklich. Aber das ist noch nichts im Vergleich zu dem Gericht, das noch kommen wird. Das wird noch viel, viel schrecklicher. Dann werden das ganze Universum und alle Elemente im Feuer vergehen.

Was werden wir an diesem Tag sagen?

Denn der HERR wird seinen Donner vor seinem Heer erschallen lassen; denn sein Heer ist sehr groß und mächtig und wird seinen Befehl ausrichten. Ja, der Tag des HERRN ist groß und voller Schrecken, wer kann ihn ertragen?“ (Joel 2,11).

Ja, die Leute sagen jetzt, der Krieg in der Ukraine ist schrecklich und man kann es kaum noch ertragen. Aber was werden wir an dem Tag des Herrn sagen, an dem das ganze Gericht Gottes in voller Wucht über diese Erde kommen wird. Die Bibel fragt: Wer kann diesen Tag dann ertragen? Dagegen ist der Krieg in der Ukraine jetzt nur eine kleine Gerichtswelle.

Doch hinter alledem steht letztendlich die Gnade Gottes. Das müssen wir unbedingt vor Augen haben, weil Gott will, dass durch seine Gerichte die Menschen zur Buße geleitet und errettet werden. In den nächsten beiden Versen bei Joel lesen wir weiter:

Doch auch jetzt noch, spricht der HERR, bekehrt euch zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, mit Weinen, mit Klagen! Zerreißt eure Herzen und nicht eure Kleider und bekehrt euch zu dem HERRN, eurem Gott! Denn er ist gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte, und es gereut ihn bald die Strafe“ (V. 12.13).

Bei allen schockierenden Dingen, die wir gerade erleben, dürfen wir eines nicht übersehen. Wir erleben Gerichte Gottes, hinter denen aber die Güte Gottes steht, durch die er Heil schenken möchte. Wir wollen für heute zum Ende kommen mit einem letzten Bibeltext, der unsere Augen hier auf den Herrn und sein Heil richten soll.

Ja, der Herr ruft und sammelt Völker zum Krieg. Darin richtet und schlägt er Völker und ihre Könige. Aber dahinter steht seine Güte, weil er dadurch seinen Heilsplan ausführt und seine Gemeinde der Glaubenden erretten wird:

Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, denn seine Güte währet ewiglich … Der große Könige schlug, denn seine Güte währet ewiglich; und brachte mächtige Könige um, denn seine Güte währet ewiglich“ (Ps 136,1.17.18).

Da es bei Kriegen auch „unschuldige Opfer“ gibt, die zwischen die Fronten geraten, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort waren und zu Tode kommen, stellt sich die Frage: Ist Gott in diesen Kriegen und Gerichten gerecht? Was ist mit den Menschen – vor allem den Zivilisten – die Opfer des Krieges werden? Wie ist das von der Bibel her zu sehen? Um diese Fragen biblisch einzuordnen, wird in diesem Zusammenhang in Kürze noch ein weiterer Artikel erscheinen:

Das souveräne Wirken Gottes im Leben und Sterben und warum es im Krieg zivile „unschuldige Opfer“ gibt.

Bis dahin bleibt gesegnet im Herrn

Dirk Noll am 14. April 2022

Nachbemerkungen (Siegfried Schad)

1.) * Bruder Dirk Noll schreibt uns: „Beide kämpfen um die Ukraine, welche eine geostrategische Schlüsselfunktion für den eurasischen Raum hat. Wer diesen beherrscht, der beherrscht auch die Welt laut führender Geostrategen.“

Sofern diese Aussage in manchem Ohr übertrieben scheint, sei gesagt: 1997 hat sowohl Zbigniew Brzezinski der ein wichtiger Berater des US-Präsidenten Jimmy Carter bereits in den 70er Jahren war, und bis zu seinem Ableben als der westliche Geostratege galt, mit seinem Buch (das ich bereits 2014 im Blog ansprach) Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft zu dem selben Ergebnis kam wie, Alexander Dugin (siehe auch vorletzter newsletter exklusiv), der als das Gehirn Putins bezeichnet wird und den selben Einfluß hat wie sein Antipode, im selben Jahr 1997 in seinem Buch „Grundlagen der Geopolitik: Die geopolitische Zukunft Russlands“ und die Ukraine als Schlüssel zur Herrschaft über Europa bezeichnet. Ergo: Es handelt sich also nicht um irgend einen Krieg, irgendwo in Ost-Europa, oder Asien … es geht um die Herrschaft über Europa! (sehr langes Thema!)

2.) * Coudenhove-Kalergi-Plan … wir sprechen schon seit 8 Jahren über diesen Plan! NEIN, es waren nur gewissermaßen zu einem Teil Kriegsflüchtlinge, die voran zu destabilisierenden Zielen nach Europa, voran nach Deutschland gelenkt wurden. Stichworte der UNO-Agenda 2030 „migration replacement“ (auch hier nachzulesen!)

3.) NEIN, auch eine gelenkte Opposition w.z.B. die AfD, oder das pendant in Frankreich in Gestalt von Marine Le Pen waren und sind da keine Abhilfe … (weil gelenkt! – sehr langes Thema!)

4.) Nach dieser Erkenntnis, kamen wir schon vor 7 Jahren zu dem Schluß: unser GOTT bestraft vom Glauben abgefallene Nationen, das Land der Reformation (Deutschland), das sogg. christliche Abendland, mit Heidenvölkern, ganz nach dem Vorbild, wie wir es im alten Testament nachlesen können, wie Jahwe mit seinem erwählten Bundesvolk verfahren ist … und, ganz so wie es uns Dirk Noll auch hier ausführt – es sind Gerichte!

 


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