Christliche Revolution? (Jesaja 66:2)

(Quelle: Helmut Mehringer https://jesaja662.wordpress.com)

Eine prophetische Warnung (gerade auch) für uns im Jahr 2022

 

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Helmut Mehringer

Elliot Clark schrieb 2020 bei „The Gospel Coalition“(Die Evangeliums-Koalition) darüber, wie Francis Scheaffer (1912-1984) bereits im Jahr 1970 davor warnte, was die Gemeinde Jesu am Ende des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts zu erwarten habe. Das Büchlein Schaeffers, das Clark hier bespricht, ist leider nicht mehr erhältlich. Clarks Artikel erscheint mir daher umso interessanter. In deutscher Übersetzung erschien er vor gut einem Jahr bei Evangelium21 und kann dort im Ganzen gelesen werden (HIER). Nachfolgend einige mir wichtig gewordene Gedanken daraus.

Clark geht in seinem Artikel auf eines der weniger bekannten Werke Schaeffers ein, nämlich das 1970/71 erschienene Taschenbuch „Die Kirche am Ende des 20. Jahrhunderts.“Mit seiner prophetisch warnenden Erläuterung habe, so Clark, gerade dieses Werk bis heute große Bedeutung für uns und die Gemeinden:

Schaeffer spricht den Verlust von Wahrheit und persönlicher Verantwortung, den Zerfall von Autorität und die wachsende Bedrohung durch Gewalt an. Er warnt vor einer bevorstehenden ökologischen Katastrophe, wissenschaftlicher Manipulation und sogar der Möglichkeit, dass Staaten ein tödliches Virus entwickeln und als Waffe benutzen könnten.“

Clark fasst Schaeffers Warnung zusammen: Da die Länder des Westens schon zur Zeit des Verfassens dieses Buches quasi post-christlich geworden waren, werde das historische Christentum dort zunehmend zur Minderheit ohne kulturelle oder gesellschaftliche Relevanz. Das aber werde für die evangelikale Christenheit zu einer Gefahr werden, so Schaeffer. Um Anerkennung, Akzeptanz und Komfort zu behalten, könnten sich Evangelikale möglicherweise „auf die Seite der politischen Elite stellen.“ Schaeffer spricht sich warnend dagegen aus, dass Christen nur um der Bewahrung ihrer Relevanz und Anerkennung willen derartige Kompromisse eingehen.

Vorausschauenden sage Schaeffer den unvermeidlichen Verlust von Freiheit voraus, wenn die christlichen Grundlagen der westlichen Gesellschaft erst einmal zerbröckelt sind. Als Gegenmaßnahme ruft Schaeffer zu einer Art „kulturellem Krieg“ bzw. „kultureller Revolution“ auf. Das aber nicht in der Art, wie man sich das vielleicht vorstellen mag. Schaeffer wünscht sich vielmehr eine christliche Revolution in Form einer geistlichen Reformation und hebt dabei für unsere Gemeinden folgende drei Kernmerkmale hervor:

1. „Christen müssen unterscheiden zwischen einem ,Mitstreiter‘ und einem ,Verbündeten‘!“

Die Gemeinde sollte sich für das einsetzen, was richtig ist, während sie sowohl die politische Polarisierung als auch die kulturelle Kapitulation ablehnt.“

2. „Wir und unsere Gemeinden müssen Wahrheit ernst nehmen“

Die heutige Gemeinde muss die Wahrheit ernst genug nehmen, um – wie schon die frühe Gemeinde – sowohl von religiöser als auch von säkularer Seite verachtet zu werden!“

3. „Gemeinden müssen echte Gemeinschaften sein“

Die Gemeinde muss dringend ihre liebevolle Einheit wiederfinden und der zuschauenden Welt die Hoffnung einer wundervollen Gemeinschaft präsentieren.“

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Schlußbemerkung

Bisher hatte ich leider nicht die Möglichkeit, dieses Buch Schaeffers zu lesen. Dennoch fände ich es für angebracht, solch ein prophetisches Büchlein (139 Seiten) noch einmal neu aufzulegen.


Eingestellt von Siegfried Schad – © Helmut Mehringer Jesaja 66:2 alle Rechte vorbehalten