Andacht zum Christfest 2021 – „Und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter“ (Dirk Noll)

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Andacht zum Christfest 2021 – „Und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter“ (Dirk Noll)

 

1. Die Übergriffigkeit der Krone auf den Altar
2. Die Macht der Obrigkeit ist nur von Gott verliehene Gewalt
3. Die Königsherrschaft Jesu und seine vier königlichen Namen
4. Das Christfest und sein Segen

 

Wir als Christen sind nun wieder mitten in der Adventszeit und unsere Gedanken sind mehr als an anderen Tagen des Jahres auf die Geburt Jesu als Retter und König der Welt gerichtet. Dabei denken wir auch mehr über Bibeltexte nach, die das erste und das zweite Kommen Jesu verkündigen. Ein Text, der mich in diesen Tagen besonders beschäftigt, ist Jesaja 9.

Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens. Groß ist die Herrschaft, und der Friede wird kein Ende haben auf dem Thron Davids und über seinem Königreich, es zu festigen und zu stützen durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Der Eifer des HERRN der Heerscharen wird dies tun“ (Jesaja 9,5.6 ELB).

Wenn man bei den Propheten des Alten Testaments anfängt zu lesen, dann tut man sich erst einmal schwer, weil man eine Weile braucht, um sich zu orientieren und zu verstehen, um was es damals eigentlich ging. Hat man nach persönlichem Bibelstudium dann die damalige Lage z.B. im Buch Jesaja verstanden, dann ist man immer wieder neu erstaunt darüber, wie sich unter den Menschen nichts geändert hat und sich Geschichte immer wiederholt. Wir finden heute die gleichen Dinge, die auch schon damals geschahen.

1. Die Übergriffigkeit der Krone auf den Altar

Gehen wir in der Geschichte zurück in die Zeit des alten Juda vor der Babylonischen Gefangenschaft. Da trat unter vier Königen Judas für mehrere Jahrzehnte in Jerusalem der Prophet Jesaja auf. Und das ist schon einmal eine gute Nachricht. Denn wenn ein Prophet Gottes im Land ist, dann ist immer auch Gott da, seine Leitung, Wegweisung und Zurechtweisung. Und wir wissen aus der Bibel, dass Gott kein harter Herr ist, sondern sein Volk zieht und leitet wie ein liebender Vater. Das bezeugen wir auch immer, wenn wir beten „Vater unser“ oder „Abba, lieber Vater“.

Das Volk Gottes heute – die Gemeinde – hat zwar keine Propheten mehr im alttestamentlichen Sinne, weil Jesus gesagt hat, dass „das Gesetz und die Propheten nur bis Johannes geweissagt haben“ (Johannes der Täufer war also der letzte Prophet in der Reihe alttestamentlicher Propheten), aber wir haben nach der neutestamentlichen Ordnung geistliche Leiter in Form von Pastoren (lateinische Wort für Hirten), Ältesten und Bibellehrern etc., die der Gemeinde durch Verkündigung der Bibel und Beurteilung des Zeitgeistes geistliche Leitung geben. Darüber hinaus ist jeder Christ mit dem Heiligen Geist voll ausgerüstet und kann mit der Schrift selbst alle Dinge geistlich beurteilen, weil wir mit der Bibel die ganze und ein für allemal abgeschlossene Offenbarung Gottes haben.

In der damaligen Zeit als Jesaja Prophet war, befand sich Juda gerade auf dem Weg politisch und wirtschaftlich zu wachsen und sich als Macht im Nahen Osten zu etablieren. Eine ähnliche Entwicklung haben wir in Deutschland und Europa nach dem zweiten Weltkrieg erlebt. Die Länder in der EU haben sich global gesehen zu einer politischen Größe gefestigt und sind wirtschaftlich permanent gewachsen und der Wohlstand hat über Jahre zugenommen. Doch hinter diesem äußerlichen Gedeihen steht ein dickes „aber“, sowohl damals wie heute. Denn Juda befand sich damals in einem stetigen geistlichen Niedergang. Schauen wir hier auf die Kirchen nach dem zweiten Weltkrieg, so können wir auch bei uns einen permanenten geistlichen Niedergang sehen, der heute sogar als dramatisch bezeichnet werden muss.

Neben dem Abweichen von Gottes Wort, seinen Geboten und Ordnungen, der Unterdrückung von Schwächeren, war ein Kennzeichen des Abfalls in Juda, dass es zur Übergriffigkeit des Königs (der politischen Obrigkeit) auf den Altar (die geistliche Ordnung) kam. Möglicherweise ist es manchen Christen nicht so bewusst, die Trennung von Staat und Kirche ist nicht nur eine neutestamentliche Ordnung, sondern bereits im Alten Bund finden wir bei Israel eine klare Trennung von Krone und Altar. Der Gottesdienst des alten Israel, in dem der Altar im Mittelpunkt stand, war ausschließlich den Priestern vorbehalten und stand für den König außerhalb seines Machtbereichs.

Wenn damals der König, der die politische Obrigkeit repräsentierte, auf den Altar zugriff, dann zeigt die Bibel ganz unmissverständlich, dass es sich hier um eine Übergriffigkeit handelte, die zurückgewiesen wurde. Der erste König, unter dem Jesaja seinen Dienst als Prophet versah, war der König Ussija und dieser griff auf den Altar zu, wie wir in 2. Chronik 26,16. lesen:

Als er [Ussija] aber stark geworden war, überhob sich sein Herz zu seinem Verderben, und er versündigte sich an dem Herrn, seinem Gott, indem er in die Tempelhalle des Herrn ging, um auf dem Räucheraltar zu räuchern.

Der König Ussija ging also in die Tempelhalle, wo eigentlich nur die Priester Zugang hatten, und räucherte auf dem Räucheraltar. Hier sehen wir ganz klar, wie die Bibel es beurteilt, wenn der König im Alten Testament übergriffig wurde und auf den Altar zugriff. Es „erhob sich sein Herz“ und „er versündigte sich am Herrn“. Wenn „der Schuster nicht bei seinen Leisten“ bleibt, dann hat dies immer etwas mit Hochmut zu tun. Gott hat die Könige damals eingesetzt und ihnen einen abgegrenzten (politischen) Machtbereich gegeben, wie er auch den Priestern einen abgegrenzten (geistlichen) Machtbereich gegeben hat. Wenn der König nun seinen Machtbereich überschreitet und auf den Altar zugreift, dann kommt dies aus einem Herzen des Hochmuts und ist die Sünde der Übergriffigkeit, die getadelt werden muss.

Was ist nun, wenn so etwas passiert? Was geschieht weiter, wenn die politische Obrigkeit ihren Machtbereich überschreitet und in den geistlichen Bereich hineinregiert?

Schauen wir wieder in den Bibeltext, dann finden wir die Antwort (V. 17.18):

Aber der Priester Asarja ging ihm nach, und 80 Priester des Herrn mit ihm, vortreffliche Männer; die traten dem König Ussija entgegen und sprachen zu ihm: Ussija, es steht nicht dir zu, dem Herrn zu räuchern, sondern den Priestern, den Söhnen Aarons, die zum Räuchern geheiligt sind! Verlass das Heiligtum, denn du hast dich versündigt, und das bringt dir vor Gott, dem Herrn, keine Ehre!

Wir sehen hier, dass zunächst es einmal Aufgabe der Priester ist, darauf zu reagieren. Denn der Altar ist ihr Zuständigkeitsbereich, für den sie verantwortlich sind. Wir haben hier die völlig richtige Antwort auf den Übergriff des Königs Ussija. Die Priester stellen sich dem König entgegen und weisen ihn zurecht und sagen ihm: Es steht dir nicht zu dem Herrn zu räuchern und zeigen ihm den Weg nach draußen: Verlass das Heiligtum und sagen ihm, dass er sich mit dem Übergriff auf den Altar versündigt hat: Denn du hast dich versündigt.

Wir sehen im Alten Testament eine ganz klare und eindeutige Trennung zwischen Krone und Altar.

In dieser Frage haben wir eine Kontinuität von Altem und Neuem Testament: Obrigkeit und Gemeinde sind auch heute strikt getrennt. Was würden wir z.B. tun, wenn plötzlich der Bürgermeister am Sonntag im Gottesdienst auftaucht und die Predigt halten möchte und darin sagt, unter welchen Regeln die Gemeinde sich zum Gottesdienst zu versammeln hat? Was sagen wir heute, wenn Politiker in den Gottesdienst hineinregieren und festlegen wollen, wer und wer nicht am Gottesdienst teilnehmen darf und unter welchen Bedingungen? Siehe hier die Diskussion der vergangenen Monate zu Versammlungsverboten für den Gottesdienst, Singverboten und 3G und 2G-Regeln für den Zugang zum Gottesdienst.

Damals standen 80 Priester auf und sagten zu dem König: Das steht dir nicht zu. Wo sind heute die geistlichen Leiter und Pastoren, die aufgestanden sind und zu der Obrigkeit gesagt haben: Das steht euch nicht zu. Wenn ihr in den geistlichen Bereich (den Gottesdienst) hineinregiert, dann überschreitet ihr euren Machtbereich, der euch von Gott gegeben ist und ihr versündigt euch. Ja, diese Frage steht immer noch im Raum. Wo waren in den vergangenen Monaten die geistlichen Leiter der Gemeinde Jesu? Ich hätte mir hier die gleiche Klarheit gewünscht wie bei den 80 Priestern, die sich dem König Ussija entgegengestellt haben, als er auf den Altar zugriff.

Da die Übergriffigkeit des Staates nach der Bibel eine Sünde ist, wird diese von Gott mit Gericht bestraft. Weil der König Ussija trotz der Zurechtweisung der 80 Priester weiter auf dem Altar räuchert, heißt es weiter in Vers 19:

da brach der Aussatz an seiner Stirn aus, vor den Augen der Priester im Haus des Herrn, beim Räucheraltar …

und weiter in Vers 21:

So war der König Ussija aussätzig bis zum Tag seines Todes und wohnte als Aussätziger in einem abgesonderten Haus.

Zum Hinweis: Im Alten Testament ist das Gericht des Aussatzes ein Bild für die Sünde und die Heilung von Aussatz auch gleichzeitig ein Bild für die Reinigung von der Sünde. Da Ussija von Gott mit Aussatz geschlagen wird, hat er gleichzeitig durch diese Krankheit vor Augen, dass er mit seiner Übergriffigkeit auf die geistlichen Dinge gegen Gott gesündigt hat. Siehe hierzu auch das Beispiel von Miriam, der Schwester des Mose, in 4. Mose 12,1ff. Dort widersprach Miriam ihrem Bruder Mose, dass er ein Prophet Gottes wäre, und wurde von Gott für diese Sünde mit Aussatz geschlagen. Als Mose dann für seine Schwester betete, dass ihre Sünde vergeben würde, wurde sie auch wieder vom Aussatz geheilt.

Damit sollte uns klar sein: Altar und Gottesdienst sind Gott heilig, und wenn die politische Obrigkeit darauf mit ihrer weltlichen Macht zugreift, verfällt sie unweigerlich dem Gericht Gottes. So auch heute. Die Regierungen, die mit Corona-Maßnahmen und Gesetzen in die Gemeinde hineinregiert haben, die haben wie der König Ussija gesündigt und stehen nun unter dem Gerichtsurteil Gottes, es sei denn, sie beugen ihre Knie vor dem Herrn und Schöpfer des Universums und tun Buße darüber. Dann können auch sie wieder wie Miriam geheilt werden. Wann und auf welche Weise das Gericht über diese Politiker kommen wird, hat Gott in seiner Weisheit und seinem Ratschluss bereits festgelegt, und wir können hier nur beobachten und warten, wie das Unheil und die Strafe für ihre Sünde über sie kommen wird. Dabei kann Gott sein Gericht auch über Jahre hinausziehen.

Der Nazi-Verbrecher Adolf Eichmann z.B. wurde erst 1960 von israelischen Agenten in Argentinien verhaftet und endete 1962 bei Tel Aviv am Galgen. Gott geht hier seine Wege nach seinem weisen Ratschluss. Eichmann war damals aufgeflogen, weil seine Kinder in der Schule antisemitische Parolen verbreiteten und Lehrer das der Polizei meldeten. Das war eben Gottes Weg, sein Gericht an diesem Verbrecher auszuführen. Überlassen wir also alles dem Gericht unseres Herrn, der gesagt hat: Die Rache ist mein.

Die Rache ist mein, ich will vergelten zur Zeit, da ihr Fuß gleitet; denn die Zeit ihres Unglücks ist nahe, und was über sie kommen soll, eilt herzu. Denn der HERR wird seinem Volk Recht schaffen“ (5.Mose 32,35 LÜ84).

An dieser Stelle auch noch ein Appell an Pastoren und Älteste, die versagt haben, und einen unbiblischen Übergriff des Staates in den letzten Monaten auf ihre Gemeinde zugelassen haben: Ihr hättet wie die 80 Priester sein sollen, die sich dem König Ussija entgegengestellt haben. Überlegt und prüft einmal bei euch selbst, ob ihr hier nicht vor dem Herrn Unrecht getan habt und umkehren müsst.

2. Die Macht der Obrigkeit ist nur von Gott verliehene Gewalt

Nach Gottes Ordnung soll die Obrigkeit im Rahmen ihrer von Gott gegebenen Gewalt bleiben, die sich ausschließlich auf den politisch, weltlichen Bereich bezieht. Was ist nun, wenn die Sünde bereits geschehen ist, und die Obrigkeit in den geistlichen Bereich hineinregiert hat?

Es hat sich in der Geschichte immer wieder gezeigt, dass der Staat immer wieder und wieder in die „ungestörte Religionsausübung“ eingegriffen hat. Aus diesem Grund sind im 17. Jahrhundert die Puritaner (Pilgerväter) nach Amerika ausgewandert und aus diesem Grund ist unter Artikel 4 in unserem Grundgesetz verankert, dass der Staat nicht in den Glauben und Gottesdienst eingreifen darf: „Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet“ (https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_4.html).

Das ist ein Grundrecht und hier darf der Staat unter keinen Umständen eingreifen. Das haben die Väter des Grundgesetzes ausdrücklich so verankert, weil man die Erfahrung des 3. Reiches hatte, wo dieses Grundrecht massiv verletzt wurde. In der Regel ist ein Staat bereits schon in eine Diktatur abgedriftet, wenn er die ungestörte Religionsausübung nicht mehr gewährleistet. Mit den Corona-Maßnahmen wird nun in dieses Grundrecht eingegriffen durch Versammlungsverbote zum Gottesdienst, Singverbote, 3G und 2G-Regeln für den Gottesdienst und Impfpflicht.

Wir wollen in die Bibel schauen, wie wir als Christen mit dieser Situation umgehen sollen und wie wir hieraus einen Ausweg finden. Betrachten wir die vergleichbare Situation Judas zur Zeit von Jesaja. Die Übergriffigkeit der Krone auf den Altar ging einher mit einem permanenten Glaubensabfall und geistlichem Niedergang. Das wird am Ende immer definitiv zum Gericht Gottes führen. Und dieses Gericht fällt nicht plötzlich vom Himmel, sondern Gottes Gerichte kündigen sich immer an.

Aus der Bibel wissen wir, wo der geistliche Niedergang Israels und Judas endete: im Gericht Gottes durch die Eroberung des Nordreichs 722 v.Chr durch die Assyrer. und die Eroberung Judas 597 v.Chr. mit der Einnahme Jerusalems durch die Babylonier. Und dieses Gericht braut sich schon zusammen und wird von Jesaja bereits Jahre vorher angekündigt, wenn er in 8,23 sagt, dass das Land Sebulon und Naphtali in Finsternis liegt. Die Assyrer hatten sich schon an der Grenze zu Sebulon und Napthali in Stellung gebracht und von dort aus begannen sie dann später die Eroberung des ganzen Nordreichs Israels.

So kündigt sich auch schon jetzt das Gericht Gottes über unser Land an. Die Anzeichen des geistlichen Niedergangs sind überdeutlich. Jeder kann sie ganz offen sehen. Ob wir hier vor zwei Wochen einen neuen Bundeskanzler bekommen haben, der sich bei seiner Vereidigung nicht mehr unter Gott stellen will oder ob es der neue Koalitionsvertrag ist, der die Ehe als Ordnung Gottes nun ganz auflöst und jetzt von einer „Verantwortungsgemeinschaft“ spricht, bei der man mit mehreren Partner zugleich zusammenleben kann. Jeder, der offene Augen hat, sieht, was in unserem Land los ist. Alle Dämme brechen und überall Gottlosigkeit, wo man nur hinschaut. Das Gericht Gottes wird kommen und die Anzeichen sind schon zu sehen und viele erfahren sie bereits am eigenen Leib, indem sie in existenzielle Nöte geraten, weil sie ihre Arbeit wegen Corona verlieren oder weil sie in ihren Freiheitsrechten massiv eingeschränkt werden.

Der puritanische Bibelausleger Matthew Henry schreibt hier bei Jesaja 9, dass es damals eine Zeit war, in der „alles schwarz und melancholisch“ aussah. Doch er macht den Gläubigen auch Hoffnung, denn er schreibt weiter: „Beachten Sie, dass selbst in den schlimmsten Zeiten das Volk Gottes immer noch etwas hat, um sich selbst zu trösten, etwas, mit dem es seine Probleme lindern und ausgleichen kann. Damals wurde Israel mit dem ersten Kommen Christi getröstet und heute tröstet sich die Gemeinde mit dem zweiten Kommen Christi“ (https://www.biblestudytools.com/commentaries/matthew-henry-complete/isaiah/9.html, deutsche Übersetzung Dirk Noll).

Wir wissen, dass mit dem zweiten Kommen Jesu das Königreich Gottes auf diese Erde kommen wird. Und in diesem Reich wird Jesus der König sein und mit allen jetzigen Ungerechtigkeiten wird es dann vorbei sein, denn Jesus wird dieses Reich „stützen durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit“ (Jes 9,6). Doch dies soll keine billige, religiöse Vertröstung auf die Zukunft sein, die uns im hier und jetzt nicht hilft. So ein Glaube ist ein verdrehtes Christentum, dass als Beruhigungspille wirken soll, die keinem wirklich hilft. Aus diesem Grund beschimpfte Karl Marx das Christentum auch als „Opium fürs Volk“. So etwas wollen wir auf keinen Fall.

Denn das Reich Gottes ist nicht nur ein zukünftiges Reich, sondern auch ein bereits gegenwärtiges Reich. Schon damals sagte Jesus seinen Jüngern: „Das Reich Gottes ist mitten unter euch“ (Lk 17,21). Auch wenn jetzt noch nicht der endgültige Zustand des Reiches Gottes in einem vollkommenen Frieden und vollkommener Gerechtigkeit da ist, so ist dieses Reich bereits jetzt angebrochen. Aus diesem Grund sind zur Zeit auch Obrigkeiten eingesetzt, die bereits jetzt schon nach Gottes Ordnung regieren sollen. In Römer 13 heißt es, dass die jetzigen Regierungen „das Gute belohnen und das Böse bestrafen sollen“ und dass sie „Dienerinnen Gottes“ sind.

Das sollte uns im Hinblick auf die jetzige böse Regierung etwas Ruhe geben, weil wir wissen, dass sie nicht mit voller Willkür alles ausrichten kann, was sie sich vorgenommen hat. Gott wird die Regierung in Schranken halten und ihre Übergriffigkeiten strafen nach seinem Ratschluss. Wir sollten unsere Augen also nicht zu stark auf das jetzige Unrecht der Regierung richten, sondern auf unseren Herrn Jesus Christus, der sie an einer Kette hält, sodass sie nur soweit gehen kann, wie der Herr sie lässt. Betrachten wir dazu einige Bibelstellen:

Wir sehen in der Bibel, dass die Regierung keine Macht von sich aus hat, sondern dass sie ihr von Gott verliehen wurde:

Von mir kommt Rat und Tüchtigkeit; ich bin verständig, mein ist die Kraft. Durch mich herrschen die Könige und erlassen die Fürsten gerechte Verordnungen. Durch mich regieren die Herrscher und die Edlen, alle Richter auf Erden (Sprüche 8,14-16 SCHL2000).

Die Herrscher, und dazu gehört auch jetzt ein neuer Bundeskanzler Olaf Scholz, können nur durch Christus regieren. Von Christus kommt Rat und Tüchtigkeit zum Regierung. Und ich wage es jetzt schon an dieser Stelle vorherzusagen: Wenn ein Bundeskanzler Scholz sich bei seinem Amtseid bewusst nicht mehr unter Gott stellen will, so wird ihm auch Rat und Tüchtigkeit zum Regieren fehlen. Wir werden hier erleben, dass diese Regierung Probleme bekommen wird, wo sie keinen Rat mehr haben wird und ihnen jede Tüchtigkeit fehlen wird, die Probleme zu lösen.

Auch bei Pilatus, dem damaligen Herrscher, sehen wir, wie er nicht erkennen konnte, dass er aus sich selbst keine Macht zum Regieren besitzt.

Jesus antwortete [dem Pilatus]: Du hättest gar keine Vollmacht über mich, wenn sie dir nicht von oben her gegeben wäre (Joh 19,11 SCHL2000).

Alle Vollmacht zum Regieren wird den Herrschern von Jesus Christus nur verliehen, weil er der ist, dem alle Macht von Gott dem Vater gegeben ist: „Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden“ (Mt 28,18 SCHL2000)

Aus diesem Grund muss sich die Obrigkeit warnen lassen. Und es stellt sich die Frage: Von wem soll diese Warnung an die Obrigkeit ausgesprochen werden? Im Alten Testament waren es die Propheten – die von Gott Gesandten. Deshalb lesen wir immer wieder, wie die Propheten vor die Könige traten und sie im Namen Gottes warnten, sich unter Gott zu stellen und nach Gottes Ordnungen und nach dem Recht zu regieren. Zusammengefasst wird das dann auch immer wieder in solchen Bibelstellen wie in Psalm 2,10: „So nehmt nun Verstand an, ihr Könige, und lasst euch warnen, ihr Richter der Erde!

Heute sind es die Christen, welche diese Aufgabe haben, die Obrigkeit zu warnen und ihnen das Wort Gottes vor Augen zu halten. Hier sagt uns der Herr im Neuen Testament, dass Gott die Christen sogar ganz bewusst vor die Obrigkeit führen wird, damit sie dort Zeugnis ablegen: „… auch vor Fürsten und Könige wird man euch führen um meinetwillen, ihnen und den Heiden zum Zeugnis (Mt 10,18 SCHL2000).

Das sage ich auch schon im Hinblick auf das neue Jahr, wenn es dann tatsächlich zu einer Impfpflicht kommen sollte, dann wird jeder standhafte Christ in irgendeiner Weise vor der Obrigkeit Zeugnis ablegen müssen, aus welchen christlichen Gründen er sich nicht impfen lassen wird. Sehen wir es als Erfüllung der Worte unseres Herrn, dass wir vor der Obrigkeit erscheinen müssen, um Zeugnis abzulegen. Wenn es so weit kommen sollte, wird uns der Herr helfen und uns auch die rechten Worte geben, die wir antworten sollen.

Wenn Jesus sagt, dass das Reich Gottes mitten unter uns ist, dann ist es bereits bei uns Christen gegenwärtig. Wir leben jetzt schon unter der Königsherrschaft Jesu. Wir sehen: Das Reich Gottes ist alles andere als eine billige Vertröstung auf die Zukunft. Die Kräfte der zukünftigen Welt sind jetzt schon unter den Christen wirksam und Christus regiert schon jetzt als König über seine Gemeinde und wo die Gemeinde des Herrn ist, da ist jetzt schon das Königreich Gottes mit voller Macht gegenwärtig.

Jesus ist aber nicht nur der Herr über die Gemeinde, sondern er führt auch das weltliche Regiment. Deshalb sollten sich auch jetzt schon alle Obrigkeiten den Ordnungen Gottes unterordnen. Aber wir erleben gerade, dass die Regierung nicht das tut, was sie tun sollte. Wie reagieren wir darauf? Indem wir uns als Christen jetzt ganz der Königsherrschaft Christi unterstellen und gegebenenfalls vor der Obrigkeit davon Zeugnis ablegen, falls wir vor ihr erscheinen müssen.

Darüber hinaus haben wir das Gebot des Herrn, für alle Obrigkeit zu beten. Denn der Herr kann jeder Obrigkeit zu jeder Zeit einen Riegel vorschieben und so kann er auch das jetzige Vorhaben einer Impfpflicht scheitern lassen. Beachten wir hier, dass Gott dabei nicht Feuer vom Himmel herabfallen lassen muss. Da Gott die Welt geschaffen hat und er auch Herr über das weltliche Regiment ist, gebraucht Gott meist ganz weltliche Mittel, um eine böse Obrigkeit in ihre Schranken zu verweisen. Wenn die Impfpflicht für alle tatsächlich kommen sollte, warten wir doch erst einmal ab, wie hier die Menschen darauf reagieren werden. Hier wird Gott im Rahmen seines weltlichen Regiments bestimmt viele Juristen, Anwälte, Ärzte, Beamte in Polizei oder Militär, Prominente und viele andere Menschen aufwecken, dass sie dagegen protestieren.

Konzentrieren wir uns als Christen jedoch in erster Linie auf die Königsherrschaft Jesu, sodass wir dieser schon jetzt unterstehen und darunter jeden Tag im Alltag leben. Dabei helfen uns die vier königlichen Namen, die dem Herrn gegeben sind.

3. Die Königsherrschaft Jesu und seine vier königlichen Namen

Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens.

Das Neue Testament redet 122 Mal von dem Reich Gottes. In Markus 1,15 lesen wir: „Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe.“ Das Reich Gottes ist mit Christus bereits gekommen. Und im Griechischen lesen wir hier die Worte „basileia tou theou“. Das ist wörtlich „das Königreich Gottes“. Deshalb lesen wir z.B. in englischen Bibeln auch an diesen Stellen die Worte „the kingdom of God“.

Lasst uns festhalten: Wir Christen leben bereits jetzt im Königreich Gottes, auch wenn es in seiner vollkommenen Vollendung noch nicht da ist. Und wir haben bereits jetzt einen König, der über uns regiert und dieser König ist Jesus Christus. Dieser König wurde bereits im Alten Testament bei Jesaja angekündigt und deshalb trägt er auch vier Titel, die Königsnamen sind. Ein Volk soll auf seinen König schauen und sich von ihm leiten und regieren lassen. Auch wenn jetzt böse Herrscher in das Land eingedrungen sind und mit Unrecht regieren. Denken wir daran: Ihnen ist ihre Macht nur für eine kurze Zeit durch den König aller Könige verliehen. Was wird unser König Jesus Christus wohl mit seinen Dienern tun, den jetzigen Regierenden, wenn sie untreu sind und nicht mit Recht regieren? Ja, er wird sie zu seiner Zeit bestrafen.

a) Jesus ist der wunderbare Ratgeber

Ein wahrer König und Herrscher muss Leitung geben. In den vergangenen 20 Monaten Corona-Zeit habe ich unter Christen viel Ratlosigkeit gesehen. Aber woran könnte es liegen, dass wir manchmal und vor allem in Krisenzeiten im Dunkeln tappen? Suchen wir vielleicht zu viel Hilfe in weltlichen Weisheiten und sind wir nicht nahe genug an unserem Herrn? Er ist unser wunderbarer Ratgeber. Ich bin mir sicher, wenn wir uns mehr und mehr ihm nahen – unserem wunderbaren König –, so werden wir auch bei ihm Rat für die jetzige Situation bekommen, „in welchem alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen sind“ (Kol 2,3). Sind wir nahe bei ihm und suchen ihn in seinem Wort, dann dürfen wir aus diesem Schatz der Weisheit schöpfen. Wir werden wunderbare Wege Gottes erfahren, wie er unserer Ratlosigkeit Abhilfe schafft und uns durch sein Wort, durch Glaubensgeschwister oder eine Predigt oder eine Andacht Antworten auf unsere Fragen gibt.

b) Jesus ist der starke Gott

Der Bibelausleger Matthew Henry schreibt hier: „Wie er Weisheit hat, so hat er auch die Kraft, sein Unternehmen durchzuführen.“ Wenn Jesus der starke Gott ist, dann hat er alle Kraft und Macht Gottes, um die weltlichen Herrscher in ihre Schranken zu verweisen. Er gesteht ihnen nur so viel Macht zu, wie es dazu dient, dass der ewige Ratschluss Gottes in der Welt ausgeführt wird. Und könnte es nicht sein, dass Jesus zur Zeit es manchen Politkern in einem gewissen Rahmen zugesteht, das Böse in ihren Herzen auszuleben, damit wir Christen unter einen gewissen Druck geraten und unter diesem Druck dann wieder erneut oder noch mehr die Nähe des Herrn suchen?

c) Jesu ist der Vater der Ewigkeit

Luther übersetzt hier mit „Ewig-Vater“ und ich würde das hebräische „avi-ad“ mit „ewiger Vater“ übersetzen. Ich musste an dieser Stelle sofort wieder an einige Judaisierer denken, die mir einmal das jüdische Alte Testament von Naftali Herz geschenkt haben (https://www.alpha-buch.de/product/09783417251807/die-heilige-schrift.html).

Naftali Herz hat diesen Königsnamen Jesu „avi-ad – ewiger Vater“ in seiner Bibelübersetzung einfach weggelassen. Im hebräischen Grundtext stehen hier bei Jesaja vier Titel Jesu: pälä joez (wunderbarer Ratgeber), el-gibbor (starker Gott), avi-ad (ewiger Vater) und sar schalom (Friedefürst). Und bei der Übersetzung von Naftali Herz werden nur drei aufgeführt. Ich habe mich gefragt, warum er einen Titel Jesu – ewiger Vater – aus der Bibel einfach herausstreicht.

Nun, wenn wir einmal eine Umfrage unter Christen machen würden, wen sie unter dem ewigen Vater verstehen, dann würde wohl jeder sagen: Das ist Gott. Und wenn Jesus den Titel „ewiger Vater“ trägt, dann ist damit seine Gottheit aus dem Alten Testament an dieser Stelle bestätigt. Als ich mich dann weiter über Naftali Herz informierte, fand ich heraus, dass er nicht an die Gottheit Jesu glaubt. Also hat er dann aus seiner Bibelübersetzung einfach das „ewiger Vater“ herausgestrichen. Ich denke hier: So etwas nennt man Fälschung der Bibel. Es wird hier von Herz bewusst unterschlagen, dass Jesus den Titel „ewiger Vater“ trägt.

Der wahre König und der König aller Könige ist nach der Bibel Gott. Jesus ist der ewige Vater. Das ist einer seiner Königstitel. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass gottlose irdische Könige sich oft selbst den Titel eines Gottes gegeben haben, um sich mit Gott auf eine Stufe zu stellen. Ihr hochmütiges Herz hat sie dazu verführt. In Apostelgeschichte 12,20 ff. lesen wir, dass der König Herodes Agrippa an einem bestimmten Tag eine Rede an das Volk hielt und sich dabei wie ein Gott aufführte: „Die Volksmenge aber rief ihm zu: Das ist die Stimme eines Gottes und nicht eines Menschen! Sogleich aber schlug ihn ein Engel des Herrn, weil er Gott nicht die Ehre gab; und er verschied, von Würmern zerfressen“ (Vers 22).

Wir sehen immer wieder die gleiche Tatsache: Wenn sich Regierende nicht Gott unterstellen und sich in ihrem Hochmut überheben und Jesus seine Königsherrschaft streitig machen, werden diese Regierenden gerichtet. Deshalb kann ich keine andere biblische Antwort auf das Unrecht und böse Verhalten unserer jetzigen Regierenden finden außer: Gott wird sie definitiv richten. Alle Beispiele der Bibel zeigen: Wenn sich die Regierenden nicht in dem Rahmen bewegen, den Gott ihnen zugewiesen hat, und sie ihren Machtbereich verlassen und sich in Hochmut überheben, wurden sie immer von Gott mit Gericht bestraft.

d) Jesus ist der Friedefürst

Hier im Zusammenhang von Jesaja wird schon auf die Zukunft vorausgeschaut, wenn Jesus bei seiner Wiederkunft seine Königsherrschaft auf der ganzen Welt durchsetzen wird. Das wird dann ein ewiger Friede für die ganze Welt sein. An dieser Stelle muss ich auch immer an Psalm 72 denken, der für Salomo zu seiner Krönung als König geschrieben wurde. Allein schon im Namen Salomo (hebr. Schelomo) steht das Wort „Friede – Schalom“ (im Hebräsichen besteht das Wort „Friede“ aus drei Buchstaben: „sch“, „l“ und „m“ und ist somit der Wortstamm sowohl von dem Wort „Schalom“ wie auch von dem Wort „Schelomo“). Und dieser Psalm ist auch prophetisch und blickt auf das Friedensreich Jesu bei seiner Wiederkunft voraus: „In seinen Tagen wird der Gerechte blühen, und Fülle von Frieden wird sein, bis der Mond nicht mehr ist“ (Ps 72,7).

Aber dieser Friede ist nicht nur für die Zukunft verheißen, sondern ist auch schon jetzt in den Herzen bei denen, die an Jesus glauben. Je näher wir bei Jesus sind und je mehr wir seiner Königsherrschaft unterstehen, umso mehr werden wir schon jetzt diesen Frieden in unserem Herzen tragen. Diesen Frieden wünsche ich allen meinen Geschwistern im Herrn in besonderer Weise in dieser Adventszeit und an dem vor uns liegendem Christfest.

4. Das Christfest und sein Segen

Seit frühester Zeit der Christen ist uns bekannt, dass sie neben ihren regelmäßigen Gottesdiensten am Sonntag – dem ersten Tag der Woche – zweimal im Jahr einen zusätzlichen Gottesdienst feierten und zwar am Auferstehungstag des Herrn und zu seiner Geburt. Die Kirchenväter berichten darüber und an dieser Stelle möchte ich eine Weihnachtspredigt von Chrysostomos erwähnen, die er am 25. Dezember 386 n.Chr. gehalten hat

(https://bkv.unifr.ch/de/works/330/versions/351/divisions/174465).

Darin erwähnt er, dass die Gemeinden im Westen (weströmischen Reich) diesen Tag der Geburt Jesu schon seit langem feierten und dass man jetzt auch in den Gemeinden im Osten (Chrysostomos war Presbyter – also Ältester – in der Gemeinde in Antiochia) angefangen hat, an diesem Tag einen Gottesdienst zu halten. Und somit ist dieser Festtag zwar ein neuer, aber auch gleichzeitig ein alter, weil er in den Gemeinden im Westen schon seit langer Zeit gefeiert wird, aber jetzt auch bei den Gemeinden im Osten bekannt geworden ist und mit einem Gottesdienst gefeiert wird:

Deßhalb könnte man diesen Festtag mit Recht einen neuen und auch wieder einen alten nennen; einen neuen, weil er erst jüngst zu unserer Kenntnis  gekommen, einen alten und längst gewohnten [weil er in der Westkirche schon lange gefeiert wird}…

Mehr war damals bei den frühen Christen nicht. Man feierte am Christfest einen zusätzlichen Gottesdienst, in dem die Geburt Jesu im Mittelpunkt stand.

Die Geburt Jesu mit einem zusätzlichen Gottesdienst zu feiern, war also eine frühe christliche Tradition, die in keinster Weise im Widerspruch zur Bibel steht. Ich habe mir auch sämtliche Weihnachtspredigten der alten Kirche angeschaut und kann hier keinerlei Vermischungen mit heidnischem Gedankengut finden, und der heidnische Mithras-Kult des Römischen Reiches wurde immer ausdrücklich zurückgewiesen.

(Man kann hier einfach einmal bei der Bibliothek der Kirchenväter das Stichwort „Mithras“ in der Suchmaske eingeben und die Texte lesen, die man bei den Kirchenvätern findet. Es bestand hier eine ausdrückliche Abgrenzung von Christentum und Heidentum. Wenn man sich geschichtlich einmal damit beschäftigt, dann sieht man auch, dass diese Verbindung Christentum/Mithras-Kult erst von den bibelkritischen Wissenschaftlern im 19. Jahrhundert gezogen wurde. Wem glaube ich hier also mehr: den frühen Christen, die an der Wahrheit der Bibel interessiert waren, oder den Bibelkritischen der Neuzeit, die das Wort Gottes zerstören wollen?).

Nun ist es so, dass dem Widersacher Gottes das überhaupt nicht gefällt, dass die zentralen Punkte des Evangeliums, die Geburt des Erlösers sowie seine Kreuzigung und Auferstehung öffentlich bekannt und verkündigt werden. Denn dadurch können Menschen zum Glauben kommen, gerettet werden und so dem Herrschaftsbereich des Teufels entrissen werden. Deshalb wendet er mehrere Methoden an, um hier die Botschaft des Evangeliums zu unterbinden. Eine Methode ist es, die Botschaft mit allen möglichen weltlichen Dingen zu vermischen, um die Menschen abzulenken, sodass sie an Weihnachten ihre Augen nicht auf das Kind in der Krippe richten, dass Jesus der Heiland der Welt ist und gekommen ist, um unsere Sünden wegzunehmen und uns wieder mit Gott zu versöhnen.

Ein Beispiel dafür, wie der Teufel an diesem Tag aktiv wird, um Menschen vom Heil abzubringen, berichtet Pastor Wilhelm Busch in dem Buch: Pastor Wilhelm Busch erzählt. Er berichtet vom Heiligabend, den 24. Dezember 1915, folgendes Erlebnis, das den Weg für seine Bekehrung ebnete. Pastor Busch war im Jahr 1915 als Soldat des 1. Weltkriegs an der Front und als der Heiligabend kam, planten die Soldaten einen kleinen Gottesdienst zu veranstalten. Nun geschah es, dass für die Soldaten an diesem Tag Schnaps geliefert wurde und sie sich betranken. Und so viel der Gottesdienst aus (ich bin davon überzeugt, dass der Teufel den Menschen auch Gedanken des Alkoholmissbrauchs eingeben kann, um sie vom Herrn fernzuhalten). Aber Gott führte es so, dass Wilhelm Busch an diesem Tag dennoch die Botschaft des Evangeliums in den Sinn kommen sollte: Er schreibt:

Es war im Jahre 1915. Als junger Kriegsfreiwilliger stand ich an der Front. Wir lagen am Kanonberg in der Champagne in einer trostlos zerstörten Gegend … Und dann kam der Heilige Abend. Draußen war es ruhig. Nur hier und da bellte ein verlorener Schuss durch die Nacht … Da höre ich ein Geräusch. Aus dem Offiziersunterstand, der ein paar Schritte nebenan liegt, kommt jemand her­aus. Er sieht mich nicht, weil ich im Schatten stehe. Aber ich kann ihn deutlich erkennen. Es ist ein Oberleutnant … Doch — was hat er denn da? Er zieht unter seinem Um­hang ein blitzendes Horn hervor, setzt es an die Lippen. Und nun klingt es unendlich weich und seltsam über das zerschossene, zerstörte Tal: O du fröhliche, o du selige, / gnadenbringende Weihnachtszeit … Sein Blasen zwingt mich förmlich, den Text leise mitzu­sprechen … Und alles empört sich in mir. Nein! Nein! schreit mein Herz. Es ist nicht wahr! Hier ein zerstörtes Dorf. Je­des verwüstete Haus ein Strom von Herzeleid. Und dort die trunkenen, heimwehkranken Männer. Und zu Hause die weinenden Frauen, Kinder, die nach ihren Vätern rufen — Blut, Sterben, Jammer … Wie kannst du so bla­sen: O du fröhliche … ? Aber er bläst ruhig weiter. Und es klingt klagend: Welt ging verloren Da fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Das ist Weih­nachten, das und nichts anderes: Welt ging verloren / Christ ist geboren! / Freue dich, o Christenheit!“ (Pastor Wilhem Busch erzählt; S. 17-19:

https://info1.sermon-online.com/german/WilhelmBusch/Pastor_Wilhelm_Busch_Erzaehlt_1997.pdf).

Und genau das ist die Botschaft des Evangeliums, die wir wissen und glauben müssen. Die Welt ist verloren. Sie ist mit Adam gefallen und wir Menschen sind unter die Sünde und den Tod verkauft. Aber das ist die frohe Botschaft: Christus wurde geboren und hat unsere Sünden ans Kreuz getragen und uns das ewige Leben erkauft. Jeder, der nun glaubt, erhält das ewige Leben umsonst. Es gibt keine bessere Botschaft als diese. Deshalb wird der Widersacher Gottes es auch dieses Jahr wieder versuchen, dass die Botschaft so verdreht, vermischt oder gar unterbunden wird, damit die Leute nicht erfahren, warum Jesus geboren wurde. Sie sollen nicht wissen, dass der Heiland der Welt da ist.

Ich bekam kürzlich von einer sog. „Messianischen Gemeinschaft“ den Hinweis, dass sie keinerlei Beiträge über Weihnachten annehmen werden, weil sie nur jüdische Feste feiern und sie baten ausdrücklich darum, dass man sie nicht als „Christen“ bezeichnet. Sie wären keine Christen, sondern eine Messianische Gemeinschaft, welche nach den jüdischen Geboten lebt.

Der Teufel hat mehrere Methoden der Verführung. Eine ist es, das gute Evangelium zu vermischen und zu verfälschen, um von der wahren Botschaft abzulenken. Eine andere Methode ist es, das Evangelium ganz zu unterbinden und zum Schweigen zu bringen. Nun ist es offensichtlich, dass nicht alles, was die Menschen an Weihnachten machen mit dem Evangelium zu tun hat. Und es ist auch offensichtlich, dass im Namen der Kirche viele Irrlehren verbreiten wurden und viel Unrecht getan wurde, aber daraus zu schließen, dass man sich deshalb nicht mehr Christ nennen soll, ist auch ein gewaltiger Irrweg.

Liebe Freunde, wo seid ihr mit euren judaistischen Irrlehren hingekommen, dass ihr euch nicht mehr Christen nennen wollt. Das Neue Testament bezeugt es doch eindeutig, dass die Jünger Jesu „Christen“ genannt wurden: „Und in Antiochia wurden die Jünger zuerst Christen genannt“ (Apg. 11,26). Es ist mir eine Freude, dass ich den Namen meines Herrn tragen darf. Deshalb nenne ich mich nicht nur selbst Christ, sondern möchte auch von den anderen als Christ bezeichnet werden. Auch über die vergangenen 2.000 Jahre Gemeindezeit haben sich die Jünger des Herrn immer Christen genannt.

Nachdem was wir in dem vergangenen Jahr erlebt haben, wünsche ich allen meinen Geschwistern im Herrn, dass sie die Ruhe und innerliche Einkehr finden, um auf den Herrn zu schauen, der in Bethlehem geboren wurde, aber nicht das Kind in der Krippe blieb. Jesus hat das Erlösungswerk am Kreuz von Golgatha vollbracht, ist von den Toten wieder auferstanden uns ist in den Himmel aufgefahren. Von dort aus regiert er schon jetzt als König und als unser Herr. Und er wird als König aller Könige wiederkommen und dann wir er als der Friedefürst sein ewiges Reich aufrichten.

Ich weiß, wir sind in unserer Seele sehr davon belastet, was die Politiker und Medien in Deutschland dieses Jahr getan haben. Sie haben mit falschen Informationen und Propaganda die ganze Welt in Angst und Schrecken versetzt und den Leuten ein Weltuntergangszenario vor Augen gemalt. Wie sagte Jens Spahn kürzlich noch: „Wer bis Ende des Winters nicht geimpft ist, der wird bis zum Frühjahr gestorben sein.“ Gleiches Weltuntergangsszenario verbreiten sie mit dem angeblichen Klimawandel. Wenn ich diese Botschaft höre, dann werden wir bald alle sterben. Und keiner kann sich ganz von dieser Dauerpropaganda freimachen, die durch alle Kanäle schallt.

Doch, lieber Geschwister, denkt daran: Es ist deren Welt, die untergeht. Es ist nicht unsere Welt. Unser Königreich Gottes unter unserem König und Friedefürst Jesus Christus kommt bald. Dann werden alle bösen und ungerechten Reiche dieser Welt vergehen. Dann wird vor unseren Augen das wahr werden, was der Prophet Jesaja schon vor langer Zeit prophezeit hat:

Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter (Jesaja 9,5).

Groß ist die Herrschaft, und der Friede wird kein Ende haben auf dem Thron Davids und über seinem Königreich, es zu festigen und zu stützen durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Der Eifer des HERRN der Heerscharen wird dies tun (Jesaja 9,6).

Schaut nicht auf die vergängliche Herrschaft der jetzigen Obrigkeit, sondern richtet eure Augen auf die ewige Herrschaft Jesu.

Bleibt behütet und gesegnet im Herrn.

Dirk Noll im Dezember 2021


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