„Und Gnade wird mich heim geleiten“ – John Newton in seinem Lied Amazing Grace (Dirk Noll)

In der aktuellen Lage greift der Staat in seiner Übergriffigkeit immer mehr in die Gewissens- und Glaubensfreiheit ein und die Schlinge um uns Christen zieht sich immer enger, wenn wir ihm und seinem Wort treu bleiben wollen. Dabei stellen wir eins fest: Wir sind als Christen sehr leicht anfechtbar und angreifbar, und es machen sich sehr schnell existenzielle Ängste in unseren Gedanken breit.

Wir stellen uns die Frage: Was ist, wenn es noch härter kommt? Wenn ich vielleicht meine Arbeit verliere oder eine offene Verfolgung von Christen kommt, werde ich diesem Druck dann standhalten können? Ich weiß zurzeit von vielen Christen, denen genau diese Gedanken durch den Kopf gehen. Und hier benötigen wir dringend eine Antwort von der Bibel und die unterstützende Hilfe durch das Wort Gottes und den Heiligen Geist. Deshalb möchte ich wieder einmal unsere Aufmerksamkeit auf das bekannte Lied Amazing Grace richten, das von dem Puritaner John Newton geschrieben wurde. (Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:John_Newton.jpg)

John Newton

Und ich vermute, dass manchen noch gar nicht wirklich aufgefallen ist, welche großen Evangeliums-Wahrheiten da drinstecken.

Dieses Lied wurde nicht am Schreibtisch eines Mannes geschrieben, der sich in theoretischer Theologie verloren hat, sondern aus der Erfahrung, dass er von Gott in äußerster Lebensgefahr gerettet wurde. John Newton war Schiffskapitän und geriet am 10. Mai 1748 in schwere Seenot. In dieser Lage rief er Gott an und bat ihn um Erbarmen, ihn zu retten, was dann auch geschah. Das war für ihn das Schlüsselereignis, um dieses wunderbare Lied über die Gnade Gottes zu schreiben.

 

1. Die tiefe Erkenntnis, dass die eigene Kraft nicht ausreicht

Ich habe im Laufe meines Christenlebens schon viele Zeugnisse über große Gottesmänner gelesen und bei jedem hat eine bestimmte geistliche Charaktereigenschaft und Stärke besonders heraus gestochen. Bei John Newton ist mir seine tiefe Selbsterkenntnis über seine eigene Schwachheit aufgefallen, dass er aus eigener Kraft und mit eigenen menschlichen Mitteln nicht in der Lage ist, im Glauben bis zum Ende durchzuhalten und sich somit ganz und gar auf die Gnade Gottes verlassen muss. Ich kenne hier keinen anderen Gottesmann, der an diesem Punkt so eine Tiefe der Einsicht über sich selbst und die rettende und bewahrende Gnade Gottes hat wie John Newton. Und diese Erkenntnis ist zutiefst biblisch und realistisch und zeigt uns, wie wir als Menschen von Natur aus in Wahrheit sind und wie auf der anderen Seite Gott in seiner Gnade ist und an uns wirkt.

Es gibt ein kurzes YouTube-Video (ca. 4 Min.), das uns hier einen Einblick in diese Glaubenserfahrung von Newton gibt – ich könnte nicht bis zum Ende ausharren:

https://www.youtube.com/watch?v=C9CVnOLnB3A

2. Die Gnade trägt uns bis zum Ende durch

Als ich mich mit John Newton beschäftigte, habe ich mich gefragt: Wo hatte dieser Mann nur diese tiefe Selbsterkenntnis seiner eigenen Schwachheit her und dann auf der anderen Seite dieses tiefe Vertrauen in die Gnade Gottes, dass der Herr ihn bis zum Ende durchträgt?

Newton schreibt in der dritten Strophe seines Liedes Amazing Grace:

Through many dangers, toils and snares,
I have already come;
’Twas grace that brought me safe thus far,
And grace will lead me home.

Durch viele Gefahren, Mühen und Fallen
Bin ich bereits gekommen;
Es ist Gnade, die mich sicher so weit brachte,
Und Gnade wird mich heim geleiten.

Und das sind bei Newton nicht nur fromme leere Worte. Er war ein Mann, der erfüllt war mit diesem Vertrauen, dass die Gnade ihn durch alle Gefahren dieses Lebens und alle Fallstricke, die uns als Christen der Teufel in den Weg stellt, heim geleiten wird in das ewige Vaterhaus bei unserem Herrn Jesus Christus.

3. Das Vertrauen auf die durchtragende Gnade kommt aus der rechten Gottesfurcht

In der zweiten Strophe des Liedes von Newton habe ich dann gesehen, woher diese tiefe Erkenntnis der durchtragenden Gnade herkommt. Sie kommt aus der Gottesfurcht:

Twas grace that taught my heart to fear,
And grace my fears relieved

Es war Gnade, die mein Herz Furcht lehrte,
Und Gnade löste meine Ängste

An dieser Stelle des Liedes wird ein zentraler Punkt des Evangeliums angesprochen, der im Moment von größter Relevanz ist. Nicht nur Menschen in der Welt, sondern auch viele, viele Christen stehen vor der existenziellen Frage: Wer löst meine Ängste?

Warum ist denn die Corona-Agenda momentan so erfolgreich, sodass Millionen von Menschen Maßnahmen über sich ergehen lassen, die völlig widersprüchlich und gegen jeden gesunden Menschenverstand sind, wenn es nicht die Angst ist. Bei den einen ist es die tatsächliche Angst vor einem Virus. Ich habe gerade aus dem Bekanntenkreis meiner Mutter gehört, dass einige ältere Menschen sich sofort die dritte Spritze abgeholt haben (die sog. Booster-Impfung) und um ganz sicher zu gehen, haben sie sich gleich auch noch die Grippe-Impfung mitspritzen lassen. Ergebnis: Jetzt ein paar Tage später sind sie positiv auf Corona getestet worden und müssen zwei Wochen in Quarantäne. Hier müsste jetzt jeder Mensch, der noch bei Vernunft ist, sagen: Das ist doch Betrug. Stattdessen verteidigen diese Leute weiter die Impfung. Warum? Weil sie in der Angst gefangen sind, von der sie sich nicht mehr lösen können.

Und die Gnade löste meine Angst“ (Newton)

Dann habe ich gestern eine Fernsehsendung in einem Nachrichten-Sender gesehen, wo Leute in einer Schlange vor einem Impfbus standen und sie wurden gefragt, warum sie sich impfen lassen. Viele waren gar nicht von der Impfung wirklich überzeugt, aber da der Staat halt so einen Druck macht und manche Angst haben, sie könnten vom sozialen Leben ausgeschlossen werden oder ihre Arbeit verlieren, lassen sie sich einfach impfen.

Wir sehen, die Menschen werden von der Angst getrieben und aus diesem Grund tun sie Dinge, von denen sie weder überzeugt sind, noch unter normalen Umständen tun würden.

Wir als Christen wissen, dass wir durch die Gnade von dieser Angst gelöst werden können, wenn uns die Gnade die Furcht Gottes lehrt: „Es war Gnade, die mein Herz Furcht lehrte“ (Newton).

Wenn uns viele Ängste und Sorgen umstricken und uns runterziehen wollen, dann müssen wir die Furcht Gottes lernen, und das lernt man nicht nur über ein theoretisches Nachdenken über die Bibel, sondern aus der persönlichen tiefen Erkenntnis Gottes durch sein Wort. Es ist gut, wenn man die Bibel liest und studiert. Aber das alleine reicht noch nicht aus. Das Wort muss unser Herz in tiefster Weise zur Erkenntnis Gottes bewegen, dass wir mit allen Fasern unseres Körpers und unserer Seele ihn über alles fürchten. Damit ist nicht gemeint, dass wir eine sklavische Angst vor Gott haben, sondern aufgrund seiner Größe und Allmacht eine gesunde Gottesfurcht. Spurgeon sagte einmal, als er anfing die Bücher der Puritaner zu lesen, fingen augenblicklich die Worte an in seinem Herzen mit voller Kraft zu wirken, sodass bei ihm ein tiefer Sinn für die Gnade Gottes bewirkt wurde.

In dieser Weise müssen wir den Herrn in seinem Wort kennenlernen. Wenn uns sein Wort nicht berührt und zu einer tiefen Gotteserkenntnis führt, so fürchte ich, lesen wir die Bibel und gute christliche Bücher umsonst.

Vor einigen Jahren hatte ich ein Puritaner-Buch genau zu diesem Thema übersetzt – Der Sieg über die sündhafte Furcht:

https://www.cbuch.de/flavel-der-sieg-ueber-die-suendhafte-furcht.html

Diese Angst, die Menschen antreibt völlig widersinnige Dinge zu tun und sie gegenüber dem Staat in einen Kadavergehorsam führt, ist eine sündhafte Furcht. Sie ist ganz einfach gesagt Sünde.

Ja, diese sündhafte Furcht ist auch eine knechtische Furcht. Die Menschen, die heute im Zusammenhang mit Corona in zum Teil furchtbaren Ängsten gefangen sind, die sind darunter versklavt. Auch Christen können solche Ängste haben, aber da diese Angst sündhaft ist, müssen sie diese Furcht überwinden oder wie der Titel des Puritaner-Buches sagt: den Sieg über die sündhafte Furcht erringen.

Die Bibel sagt: „Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr euch wiederum fürchten müsstet“ (Röm 8,15).

Es kann nicht sein, dass ein Christ auf Dauer in dieser sündhaften Furcht gefangen bleibt, denn es widerspricht dem Geist, den er empfangen hat, wie Paulus sagt, dass wir Christen nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen haben.

4. Die Notwendigkeit für Christen, die knechtische Furcht zu überwinden

Ich habe mir überlegt, wie kann man Christen das am deutlichsten vor Augen führen, dass wir durch den Geist Gottes diese Ängste überwinden können, in denen die Weltmenschen gefangen sind und nicht mehr herauskommen.

Wie John Newton schreibt, ist es die Gnade Gottes, welche die Ängste löst. Wenn jemand dauerhaft in der Angst geknechtet bleibt und keine Wirkungen der Gnade an diesem Punkt erfährt, dann deutet dies darauf hin, dass er keine Gnade hat und gar nicht wirklich im Glauben steht. Denn wenn wir wirklich in der Gnade stehen – also in Christus unseren Stand haben –, dann können wir nicht auf Dauer von einem knechtischen Geist der Angst bestimmt werden. Denn es ist ein Zeichen der wahren Gläubigen, dass sie von diesen Ängsten durch den Geist Gottes befreit werden.

Gestern hat mich unser Bruder Siegfried Schad auf Offenbarung 21,8 hingewiesen. Dort werden die Menschen beschrieben, die am Ende im Gericht Gottes schuldig gesprochen werden und verloren gehen. Und ihm ist dabei aufgefallen, dass hier bei den Ursachen für ihren Schuldspruch, also Mord, Lüge, Götzendienst, Unzucht etc. die Feigheit als Erstes genannt wird. Wenn diese Menschen am Ende verurteilt werden, würden wir vielleicht erwarten, dass zuerst Mord oder Götzendienst als Grund ihrer Verdammnis aufgezählt wird. Ist es aber nicht, sondern die Feigheit.

Die Feiglinge aber und die Ungläubigen und mit Greueln Befleckten und Mörder und Unzüchtigen und Zauberer und Götzendiener und alle Lügner – ihr Teil wird in dem See sein, der von Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod“ (Offb 21,8).

Ich habe dann sofort im griechischen Grundtext nachgeschaut, um zu sehen, was dort genau steht. Wo hier die Schlachter mit „Feiglinge“ übersetzt hat, steht im Griechischen: deilois. Und das sind wörtlich die Furchtsamen. So wird das gleiche Wort dann auch in der Parallelstelle in Markus 4,40 übersetzt: „Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Wie, habt ihr keinen Glauben?“

Hier sehen wir nun auch, warum als Ursache für das Verlorengehen von Menschen nicht in erster Linie ihre bösen Werke stehen, sondern diese sündige und knechtische Angst. Denn sie ist ein Kennzeichen dafür, dass ein Mensch keinen Glauben hat. „Wie, habt ihr keinen Glauben?“

Deshalb bin ich der festen Überzeugung, dass echte Christen, die echten Glauben haben, nicht auf Dauer in dieser sündhaften Furcht geknechtet sein können, sondern den Sieg darüber erringen.

Ich glaube auch, dass es mit dieser sündhaften Furcht zu tun hat, warum heute so viele Gemeindeleiter und Christen willig bei Corona-Maßnahmen mitmachen, die eindeutig der Bibel widersprechen. Sie sind in Wahrheit „Feiglinge“, wie Offenbarung 21,8 sagt, die im Unglauben handeln. Der Weg zurück zu einem mutigen Bekenntnis für unseren Herrn Jesus Christus führt deshalb über die wahre Gottesfurcht, die uns von den knechtischen Ängsten löst.

Bei den wahren Gläubigen erfüllt sich, was der Herr in Jeremia 32,40 seinen Kindern verheißen hat:

Und ich werde die Furcht vor mir in ihr Herz geben, damit sie nicht mehr von mir abweichen.“

Die wahren Gläubigen werden nicht abweichen. Und jetzt in dieser Zeit, wo alle Christen durch ein Feuer der Prüfung gehen, zeigt es sich, wie es um sie und ihren Glauben steht. Es liegt an der mangelnden Furcht des Herrn, dass gerade jetzt so viele vom Herrn weichen und nicht mehr das tun, was sein Wort sagt. Möge uns der Herr hier noch genügend Raum zu Umkehr und Buße geben und unsere Herzen geistlich erneuern. Das geschieht durch eine tiefe Erkenntnis der Gnade Gottes. John Newton hatte es mit aller Klarheit aus der Schrift nicht nur erkannt, sondern auch vielfach in seinem Leben erfahren. Die gleiche Gnade, die mir bei meiner Bekehrung zum ersten Mal in Christus begegnet ist, wird mich auf meinem ganzen Glaubensweg hindurch tragen und bis zum Ende bewahren.

Lass mich dir diese Frage stellen. Hast du das aus der Schrift erkannt und in deinem Leben erfahren, dass die gleiche Gnade, die bei deiner Bekehrung da war, auch die ganze Zeit in deinem Glaubensleben da ist, sodass sie dich trotz aller Anfechtungen und Schlingen des Teufels durchträgt? Wenn ja, dann sei größter Zuversicht, dass diese Gnade dich auch bis zum Ende durchtragen wird und dich heim geleiten wird.

Spurgeon hat diese Gnade in einer seiner bekanntesten Predigten einmal mit einer sehr stabilen Brücke verglichen. Die Gnade hat vor dir Millionen von Gläubigen aus dieser Welt hinüber in die ewige Herrlichkeit geführt. Wenn die Brücke diese viele Christen tragen konnte, so sei gewiss, dass sie auch dich heim in die Ewigkeit bei Jesus tragen wird.

Es ist Gnade, die mich sicher so weit brachte,
Und Gnade wird mich heim geleiten.

18.11.2021, Dirk Noll


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