EIN GRUNDSATZARTIKEL: Die Lage der Gemeinde Jesu nach dem „Corona-Tsunami“ (Dirk Noll)

Die Lage der Gemeinde Jesu nach dem „Corona-Tsunami“ (Dirk Noll)

Liebe Glaubensgeschwister und Nachfolger im Herrn Jesus Christus!

Es ist dringend notwendig, dass wir auf der christlichen Seite DER RUF nach dem AUFRUF 2020 wieder einen Grundsatzartikel herausgeben über die aktuelle Lage der Gemeinde Jesu. Wie ich es in der Überschrift schon andeute, ist in den vergangenen eineinhalb Jahren durch die Corona-Krise ein verheerender und verwüstender Tsunami über die Gemeinde Jesu weltweit hereingebrochen.

Ich gebrauche dieses Bild des Tsunami hier ganz bewusst, weil wir alle noch die Bilder vor Augen haben, wie am 26. Dezember 2004 ein Tsunami über die Küsten des indischen Ozeans hinwegrollte und dabei 230.000 Menschen starben und 1,7 Millionen Menschen obdachlos wurden. Das Wort „Tsunami“ kommt aus dem Japanischen und bedeutet so viel wie „große Flutwelle“, die durch ein Erdbeben im Meer ausgelöst wird. Mit Corona ist im geistlichen Sinne eine ebenso große und vernichtende Flutwelle über die Gemeinde des Herrn hereingebrochen und eine große Zahl von Christen ist dadurch im gemeindlichen Sinne obdachlos geworden.

Wenn wir an die Bilder der Verwüstung von 2004 zurückdenken, dann haben wir ein Trümmerfeld vor Augen, wo alles, was in der Nähe des Strandes war, ob Häuser, Autos, Boote usw., zerstört war. Danach musste man sich zunächst einen Überblick verschaffen, wie die Lage ist, und nach einer gewissen Zeit haben die Menschen wieder mit dem Neuaufbau begonnen.

So soll auch dieser Grundsatzartikel einen Überblick über die geistliche Lage nach dem „Corona-Tsunami“ geben und ein Aufruf und eine Ermutigung zum Wiederaufbau bibeltreuer Gemeinschaften sein.

1. Die Erklärung der Grace Community Church durch John MacArthur vom 21.09.2021

Auch wenn mit diesem neuen Grundsatzartikel von DER RUF speziell Christen im deutschen Sprachraum zum Wiederaufbau von bibeltreuer Gemeinschaft aufgerufen werden, so stellen wir doch fest, dass die gegenwärtige geistliche Notlage der Gemeinde Jesu weltweit besteht. Einer der geistlich wegweisenden Pastoren der USA – John MacArthur und seine Gemeinde in Los Angeles – hat vor ein paar Tagen ebenfalls eine Grundsatzerklärung zur Lage der Gemeinde herausgegeben: Facing COVID-19 Without Fear. Wir auf DER RUF hatten diese Erklärung in einer vollständigen deutschen Übersetzung (von Voice of Hope) weitergegeben und haben festgestellt, dass MacArthur die Lage absolut korrekt darstellt, einordnet und eine bibeltreue Antwort darauf gibt.

Ein Wort zu Pastor John MacArthur. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich vor ziemlich genau 10 Jahren die deutsche Übersetzung der Biographie von MacArthur lektoriert hatte:

https://www.cbuch.de/murray-john-macarthur-biografie.html

MacArthur hatte zu dieser Zeit sein 40-jähriges Jubiläum als Pastor und im Dienst an der Herde des Herrn, und die Biographie zeichnet auch die ganzen Kontroversen nach, in denen er sich zu Wort gemeldet hatte, um das biblische Evangelium zu verteidigen. Die erste und wohl größte Kontroverse, die MacArthur führte, war die Auseinandersetzung mit dem modernen Evangelium (bzw. dem Wohlstands-Evangelium). Es wurde dabei in den USA eine rege Diskussion unter evangelikalen Christen ausgelöst mit dem in den 1980er Jahren veröffentlichten Buch von MacArthur: The Gospel according to Jesus (Das Evangelium nach Jesus).

Die deutsche Übersetzung dieses Buches unter dem Titel „Lampen ohne Öl“ kann kostenlos bei CLV als PDF runtergeladen werden:

https://clv.de/Lampen-ohne-OEl/255253

Bei dem Dienst von MacArthur über viele Jahrzehnte hinweg und den Diskussionen, in denen er sich zu Wort gemeldet hat und in der Regel dann ein Buch dazu geschrieben hat, ist mir aufgefallen, dass er in den kontroversen Auseinandersetzungen unter Evangelikalen immer den biblischen Weg gefunden hat und zu einem Wegweiser für viele Christen geworden ist. Das ist umso erstaunlicher, weil es in der heutigen Zeit nur wenige Hirten der Gemeinde gibt, die über einen so langen Zeitraum hinweg die wesentlichen Dinge geistlich immer richtig beurteilen und die Gemeinde auf dem rechten Weg halten.

Deshalb stimmen wir von DER RUF auch der neuen Erklärung von MacArthur über die Corona-Krise uneingeschränkt zu und knüpfen mit diesem Grundsatzartikel hier für die Lage im deutschen Sprachraum daran an.

Deutsche Übersetzung der Grundsatz-Erklärung über COVID-19 von Pastor MacArthur:

https://voh-missionswerk.de/blog/wie-sollte-die-gemeinde-auf-covid-19-reagieren/

2. Die COVID-Krise ist eine bösartige Quelle der Spaltung

Gestern habe ich eine Sendung auf einem bekannten deutschen Nachrichten-Sender gesehen und dabei ging es darum, dass jetzt Firmen angefangen haben, in den Kantinen eine räumliche Trennung zwischen Geimpften und Ungeimpften einzuführen. Dabei wurde ein Philosoph interviewt, wie er diese Sache beurteilt. Aufgrund seiner Analyse sagte er, dass viele große Firmen in den letzten Jahren Millionen investiert haben, um unter ihren Mitarbeitern Kurse zum Team-Building durchzuführen, damit man unter den Mitarbeitern eine größtmöglich Einheit und ein gemeinsames Zusammenarbeiten erreichen kann. Mit diesen neuen Maßnahmen zur Trennung von Geimpften und Ungeimpften wird nun genau das Gegenteil erreicht und eine katastrophale Spaltung unter den Menschen herbeigeführt, so der Kommentar des Philosophen nach seinem weltlichen Urteilsvermögen.

Wir sehen, dass die COVID-Krise eine verheerende Spaltung unter den Menschen in der Welt herbeigeführt hat. Und diese Spaltung hat vor der Gemeinde Jesu nicht haltgemacht. So stellt MacArthur in seiner Erklärung unter Punkt 3 fest: „Die COVID-Krise war (und ist) eine bösartige Quelle der Spaltung und des Konflikts in ansonsten gesunden Gemeinden.“

Herbeigeführt wurden diese Spaltungen unter Christen, so MacArthur, durch die Maßnahmen, die von den Regierungen erlassen wurden, die sind: als Erstes die Maskenpflicht, die medizinische Einschätzung der Gefährlichkeit von Corona, die Beschränkung der Besucherzahl von Gottesdiensten und die Corona-Impfung.

Die Verantwortung für die Spaltungen, die innerhalb von Gemeinden aufgetreten sind, tragen die Gemeindeleiter aufgrund einer schwerwiegenden geistlichen Fehleinschätzung: Sie schätzen die Gefährlichkeit des Virus, das nach anerkannten Forschern eine Heilungsrate von 99,75 Prozent hat, gefährlicher ein als Spaltungen unter Christen.

Um hier zu verstehen, um was es wirklich geht, müssen wir unbedingt den eigentlichen Hintergrund für diese Spaltung unter Christen sehen: die Zivilreligion.

3. Der Angriff der Zivilreligion auf das Christentum

Dass jetzt aktuell Gemeindeleiter versagen und die Corona-Lage in fataler Weise fehleinschätzen, hat eine lange Vorgeschichte, fällt also nicht überraschend vom Himmel.

Wir hatten bereits in unserem ersten Grundsatzartikel (AUFRUF 2020) auf den größeren Zusammenhang und die lange Vorgeschichte hingewiesen: die Zivilreligion und ihr universaler Angriff auf das Christentum. Hier noch einmal nachzulesen:

https://der-ruf.info/pdf/AUFRUF_2020.pdf

Der Begriff der „Zivilreligion“ stammt von den Philosophen der Aufklärung und fordert ein politisches System, das auf der Grundlage einer Ideologie einen universalen Herrschaftsanspruch hat, der sich auf alle Lebensbereiche der Menschen erstreckt.

Die Dramatik der Lage ist, dass diese Zivilreligion bereits schon politisch eingeführt wurde und die Corona-Krise hier als Beschleuniger dient, um sie zu etablieren und zu festigen – also auf gut Deutsch: ein totalitäres Herrschaftssystem (Diktatur) zu etablieren.

Da Jesus Christus und sein Evangelium einen universellen Herrschaftsanspruch auf alle Lebensbereiche der Christen hat, steht diese Zivilreligion nun in einer unauflösbaren Feindschaft zur Bibel, zu Jesus Christus und der Gemeinde der Gläubigen. Hier gibt es nur ein „Entweder-oder“. Entweder gestehe ich Jesus Christus den Herrschaftsanspruch auf alle Bereiche meines Lebens zu oder der Zivilreligion des Staates wird von mir Besitz ergreifen und mich zum Glaubensabfall führen.

Wie steht nun die Zivilreligion des Staates in einem Gegensatz zu Christus und seinem Anspruch?

Wie bereits gesagt, gründet sich die Zivilreligion auf eine Ideologie und diese ist die Ideologie des Neo-Marxismus (ich habe dazu bereits Dutzende Beiträge und Hinweise auf Bücher und Analysen veröffentlich, die das eindeutig dokumentieren). Eine Ideologie bestimmt Wahrheiten und Werte, die sie für alle Menschen verbindlich erklärt.

Eine wesentliche Rolle bei der Einführung der Ideologie des Neo-Marxismus spielte die Einführung der Abtreibung per Gesetz. Dieser folgte dann ein Programm zur Auflösung der Ehe durch die „Ehe für Alle“ und die ganze Genderideologie. An diesen Beispielen wird deutlich, dass es hier um eine Ideologie geht, die gegen das biblische Christentum gerichtet ist und von der Politik und den Medien mit einem universalen Herrschaftsanspruch durchgesetzt wird.

Den Praxistest kann man ganz einfach einmal machen, wenn man in der Öffentlichkeit dieser Ideologie widerspricht. Was ist, wenn z.B. ein Pastor, der öffentlich bekannt ist, sagt, dass Abtreibung und Homosexualität nicht mit der Bibel vereinbar sind und dort als Sünde verurteilt werden? Wir sehen das exemplarisch an dem Fall von Pastor Olaf Latzel. Man wird von den Kirchen, Medien und der Politik auseinandergenommen bis dahin, dass man ein Strafverfahren an den Hals bekommt und sich vor einem Gericht verantworten muss, weil man nicht nach der neo-marxistischen Agenda gehandelt hat – also gegen die politische Korrektheit verstoßen hat –, und das alles nur, weil man gesagt hat, was in der Bibel steht und seit 2.000 Jahren christlicher Glaube ist. Und als Spitze des Eisberges kommt dann noch hinzu, dass sogar Bibellehrer aus dem bibeltreuen Lager aufstehen und einen Pastor Olaf Latzel nicht etwa verteidigen, sondern ihm noch Vorwürfe machen, dass er falsch gehandelt hätte.

Dieses Beispiel verdeutlicht sehr gut, wie diese Zivilreligion das biblische Christentum angreift und eine Quelle der Spaltung ist.

Seit dem Buch von Klaus Schwab „The Great Reset“ (deutsche Übersetzung des Buches unter dem Titel: Der große Umbruch) wissen wir, dass die Corona-Krise ein Bestandteil dieser neo-marxistischen Agenda ist und als Beschleuniger dienen soll, um das totalitäre politische System zu etablieren.

Deshalb erleben wir nun bei den Corona-Maßnahmen dieselben Mechanismen, wie schon zuvor bei den anderen „Wahrheiten“ der Zivilreligion, wie z.B. der Genderideologie. Wer hier bei dem Thema Corona der vom Staat und den Medien vorgegebenen politisch korrekten Lehre widerspricht, wird diffamiert, von der Gesellschaft ausgeschlossen (diskriminiert) bis dahin, dass sein Ruf zerstört wird und er wirtschaftlich ruiniert wird.

Was passiert, wenn jemand, der mit seinem Namen in der Öffentlichkeit steht und es nur ganz vorsichtig wagt, der Zivilreligion des Staates zu widersprechen, haben wir kürzlich an dem Beispiel des Fußballers Joshua Kimmich gesehen. Er hat nur gesagt, dass er zögert sich impfen zu lassen, weil noch keine Langzeit-Studien über die mRNA-Impfstoffe vorliegen. Das Ergebnis war: Er wurde in den Medien förmlich hingerichtet und als „unsolidarischer Mensch“ bezeichnet und dass man ihn „auf Kurs“ bringen müsse. Solche Erziehungsmaßnahmen von Staat und Medien nehmen schon fast maoistische Züge an, der einmal sagte: Töte einen, der nicht konform ist, und du erziehst Tausende.

4. Die Parallele zum Nationalsozialismus

Eine Lehre, die wir aus dem Nationalsozialismus gelernt haben oder leider manche Leute auch nicht gelernt haben, ist: Wehret den Anfängen! Wir erleben gerade, dass ein totalitäres politisches System eingeführt wurde, das nun über die Corona-Maßnahmen versucht, die Menschen durch Propaganda und Druck einzuschüchtern, damit es sich etablieren kann. Sollte sich diese Zivilreligion vollständig etablieren können, dann wird es zu den gleichen Ergebnissen führen wie im Nationalsozialismus.

Deshalb hier ein Blick in die Geschichte, um diesen Anfängen zu wehren. Kirchengeschichtliche Dokumente und Bekenntnisse des Glaubens können eine große Hilfe sein, um aus der Geschichte zu lernen und nicht die gleichen Fehler zu wiederholen, wie sie von unseren Vorfahren gemacht wurden. Ein amerikanischer Philosoph des 20. Jahrhunderts schrieb in einem seiner Bücher:

Wer aus der Geschichte nichts lernt, der ist dazu verurteilt sie zu wiederholen.“

Wenn man die Geschichte genau studiert (Dr. Martin Erdmann hat das u.a. in seinen Büchern über die „Zivilreligion“ umfassend getan und wir empfehlen sie auf DER RUF), dann sieht man, dass die Ideologie des Nationalsozialismus ein Ableger und das Ergebnis der Zivilreligion ist, wie sie von den Philosophen der Aufklärung gefordert wurde.

Das zentrale Erkennungsmerkmal einer Zivilreligion, die zu einem totalitären politischen System führt, ist der universale Herrschaftsanspruch auf alle Bereiche des Lebens. Wer hier widerspricht oder eine andere Meinung äußert oder nicht in das System passt – z.B. sagt, was die Bibel dazu sagt, der wird aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Die andere Meinung z.B. meines Großvaters im Hinblick auf die Ideologie der Nazis endete für ihn im Konzentrationslager in Polen. Das ist der finale gesellschaftliche Ausschluss, wenn die Diktatur vollständig etabliert ist. Man kann das auch 1 zu 1 übertragen auf den Kommunismus unter Stalin. Wer hier nicht politisch korrekt war und eine andere Meinung hatte, endete im Gulag (Kürzel für Straf- und Arbeitslager).

Die Barmer-Erklärung von 1934 ist nun DAS historische Dokument und auch heute noch aktuelle Glaubensbekenntnis der bekennenden Christen, in dem sie die Lage im 3. Reich geistlich beurteilten:

https://www.ekd.de/11295.htm

Dort lesen wir unter These II. genau das wesentliche Kennzeichen der Zivilreligion, wie wir es bereits definiert haben. Als kleiner Hinweis: Christen haben ihre Glaubensbekenntnisse häufig so aufgebaut, dass sie die Form des Bekennens und Verwerfens haben. Zunächst sagt man, was man von der Bibel her als christlichen Glauben bekennt und dann welche falsche Lehre man verwirft.

Unter These II. haben die Christen damals zunächst einmal den universalen Herrschaftsanspruch Jesu als christliche Lehre bekannt:

„Wie Jesus Christus Gottes Zuspruch der Vergebung aller unserer Sünden ist, so und mit gleichem Ernst ist er auch Gottes kräftiger Anspruch auf unser ganzes Leben…“

Und im Gegenzug lautet die Verwerfung:

„Wir verwerfen die falsche Lehre, als gebe es Bereiche unseres Lebens, in denen wir nicht Jesus Christus, sondern anderen Herren zu eigen wären…“

Unter These III. wird dann gesagt, dass anstelle von Jesus Christus weltanschauliche und politische Überzeugungen, einen Anspruch auf die Lebensbereiche von Christen übernommen haben.

Unter These V. wird dann festgestellt, wenn Kirchen und Gemeinden diese weltanschaulichen und politischen Überzeugungen übernehmen, dann werden sie selbst zu einem Organ des Staates.

Und in der letzten und sechsten These wird dann gesagt, was denn nun der wahre Auftrag der Gemeinde Jesu ist. Sie hat nicht den Auftrag ein Organ des Staates zu sein, sondern den Dienst am Wort Gottes auszuführen, was durch die Predigt und der Botschaft von der freien Gnade Gottes geschieht.

Ich fasse noch einmal zusammen: Die Zivilreligion greift das Christentum an, indem sie den universalen Herrschaftsanspruch Jesu auf alle Lebensbereiche der Christen untergräbt. Weltanschauliche und politische Überzeugungen übernehmen nun diese Lebensbereiche und werden in religiöser Weise zu einem Dogma, das man anerkennen muss, ansonsten ist man nicht mehr politisch korrekt und wird aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Wenn ganze Gemeinden das nun übernehmen, dann werden sie zu einem Organ des Staates und führen nicht mehr den Auftrag Jesu aus, die Botschaft des Evangeliums zu verkünden. So die Feststellung der bekennenden Christen im Jahr 1934.

Um nun die Parallele zu den neo-marxistischen Dogmen z.B. im Hinblick auf die Weltanschauung über Ehe- und Familie und das Geschlecht (Genderideologie) zu sehen, bitte ich jeden darüber nachzudenken und zu prüfen, was passiert, wenn ein Christ hier der vorherrschenden Weltanschauung mit seinem christlichen Glauben widerspricht. Dann bekommt er den totalitären Herrschaftsanspruch des Systems mit großer Härte zu spüren.

Das Gleiche gilt für die Corona-Maßnahmen des Staates. Was geschieht, wenn hier jemand eine andere Meinung hat und diese sogar noch wissenschaftlich begründen und belegen kann? Er bekommt den totalitären Herrschaftsanspruch des Staates ebenfalls mit großer Härte zu spüren.

Und in beiden Fällen – damals wie heute – geschieht das unter dem Vorwand der Volksgesundheit. Damals meinte man, dass man den Volkskörper durch Rassenhygiene reinhalten müsste und heute betreibt man sämtliche Corona-Maßnahmen unter dem Vorwand, die Volksgesundheit schützen zu müssen. Deshalb an dieser Stelle der Aufruf: Lernt aus der Geschichte und wehret den Anfängen!

Wie ist nun der Ausweg?

5. Der Ausweg aus dem universalen und totalitären Herrschaftsanspruch des Staates

Nun, die Antwort ist in der letzten These der Barmer Erklärung bereits durchgedrungen und lautet mit einem Sprichwort gesagt: Schuster bleib bei deinen Leisten.

Die Gemeinde darf sich also nicht zu einem Handlanger der Zivilreligion und damit zu einem Organ des Staates machen, sondern muss ihren Auftrag ausführen und der lautet: die Verkündigung des Evangeliums.

Bereits in der Präambel der Barmer Erklärung wird schon auf die Antwort und Lösung des Problems hingewiesen:

„Die unantastbare Grundlage der Deutschen Evangelischen Kirche ist das Evangelium von Jesus Christus, wie es uns in der Heiligen Schrift bezeugt und in den Bekenntnissen der Reformation neu ans Licht getreten ist.“

Die aktuelle Spaltung unter Christen, deren Quelle die Corona-Krise ist, kann nur auf einem einzigen Weg überwunden werden – und es ist hier ausdrücklich zu betonen, einen anderen Weg gibt es nicht –, wenn die Gemeinde ihren Auftrag ausführt, den ihr der Herr Jesus Christus selbst gegeben hat: die Verkündigung des Evangeliums, wie es in der Heiligen Schrift bezeugt wird und in den Bekenntnissen der Reformation neu ans Licht getreten ist.

Genau dieser Aufgabe widmen sich die Artikel, die auf der Seite DER RUF zu lesen sind. Wir schreiben und bezeugen das Evangelium von Jesus Christus, wie es in der Bibel steht und durch die Reformation wieder neu ans Licht getreten ist. Deshalb findet Ihr, wenn Ihr die Seite DER RUF aufruft, eine aufgeschlagene Bibel und die Schlagworte der Reformation: sola Fide | sola Scriptura | solus Christus | sola Gratia | soli Deo Gloria.

6. Wiederaufbau bibeltreuer Gemeinschaft

Das Ergebnis einer schriftgemäßen Verkündigung des Evangeliums führt unmittelbar zu christlicher Gemeinschaft und Gemeinde Jesu. Über diese ist nun ein Tsunami hinweggerollt und wir sind jetzt noch in der Phase, wo wir uns erst einmal einen Überblick verschaffen müssen, wie groß das Trümmerfeld ist und welche Gemeinden das geistlich überstanden haben und welche nicht. Wo hat es Christen, weil sie bibeltreu sind, aus Gemeinden herausgespült, die durch die Umsetzung bestimmter Corona-Maßnahmen staatshörig geworden sind und den Auftrag Christi nicht mehr so ausgeführt haben, wie es ihnen der Herr selbst durch sein Wort aufgetragen hat. Wo sind Christen zum „Strandgut“ geworden und müssen eingesammelt und wieder neu in christliche Gemeinschaft gebracht werden?

Auf die große Gefahr, in der sich Christen befinden, die ohne Gemeinde sind, weist Pastor John MacArthur in seinem 4. Punkt seiner Erklärung hin. Christen, die sich nicht mehr zu einem öffentlichen Gottesdienst versammeln, sind keine Gemeinde. Er fasst das mit den Worten zusammen:

„Gemeinschaft und gemeinsamer Gottesdienst sind daher absolut wesentliche Aspekte für die geistliche Gesundheit des einzelnen Christen, und sie sind (natürlich) auch für das Leben der Gemeinde selbst unerlässlich.“

Was machen nun Christen, die keine Gemeinde mehr haben bzw. Gemeinden verlassen mussten, welche staatshörig wurden und den Auftrag der Verkündigung des Evangeliums vernachlässigen?

Hier schreibt nun MacArthur, dass Christen durch Notsituationen für eine gewisse Zeit gezwungen sein können, der Gemeinschaft und dem Gottesdienst fernzubleiben, aber es darf kein Dauerzustand werden.

Es müssen also neue biblische Gemeinschaften und Gottesdienste eingerichtet werden. Hier ist es nun die konkrete Aufgabe von DER RUF Hilfe zu leisten.

Aus dem Neuen Testament wissen wir, dass die kleinste Einheit von Gemeinschaft und Gemeinde dort besteht, wo zwei oder drei sich im Namen des Herrn Jesus versammeln. Deshalb wird der Weg des Wiederaufbaus darin bestehen, dass man erst einmal mit dieser kleinsten Einheit anfängt und sich mit einem oder zwei anderen zum Bibellesen und Gebet trifft. Dann kann man im nächsten Schritt, sollten noch ein oder zwei weitere Glaubensgeschwister hinzukommen, mit einem Hausbibelkreis beginnen.

Kurz gesagt: Diese Situation und Notlage wird viele Christen vor viele Fragen stellen, und wir von DER RUF wollen hier die Hilfe leisten, die wir können. Wir werden hier zu wesentlichen Fragen weiterhin Artikel veröffentlichen und ich selbst stehe auch telefonisch für Fragen zur Verfügung und da ich momentan Zeit habe, kann ich auch Besuchsdienste vor Ort anbieten.

Was ist mit bestehenden Gemeinden, die in der Corona-Krise von zentralen biblischen Wahrheiten abgekommen sind? In wie weit kann ich mich noch so einer Gemeinde anschließen oder in wie weit kann hier eine Umkehr und Rückkehr der Gemeinde zum Wort Gottes stattfinden? Und wie geht es weiter, wenn wir mit zwei oder drei Geschwistern oder mit einem Hauskreis eine neue Gemeinschaft beginnen? Das ist alles mit vielen Fragen und viel Suche nach Orientierung verbunden.

Deshalb werde ich in Kürze einen weiteren Artikel veröffentlichen, wie man hier konkret vorgehen kann. Bis dahin stelle ich erst einmal meinen Flyer ein, indem Ihr ein paar Informationen über den Aufbau neuer christlicher Gemeinschaft erfahrt und wie Ihr mich in konkreten Fällen kontaktieren könnt:

https://der-ruf.info/wp-content/uploads/2020/01/Initiative-bibeltreue-Gemeinden.pdf

Ich wünsche allen Christen in dieser schweren Zeit, viel Weisheit von Gott und seine Kraft und schließe mit den letzten Worten der Barmer Erklärung von 1934:

Verbum dei manet in aeternum – Das Wort Gottes bleibt in Ewigkeit.

Dirk Noll, im November 2021


Als PDF steht der Artikel HIER zum download – wir bitten herzlichst um eine aktive Verteilung – vielen Dank im voraus!

EIN GRUNDSATZARTIKEL – Die Lage der Gemeinde Jesu nach dem Corona-Tsunami – Dirk Noll

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