Der jüdische Antichrist aus dem Stamm Dan – Teil 2 von „Christus und der Antichrist“ (Dirk Noll)

Der jüdische Antichrist aus dem Stamm DanTeil 2 von „Christus und der Antichrist“

In Zeiten der Informationsflut, Falschinformationen und Wirren den Überblick behalten. Dahin möchte ich die lieben Leser dieser Artikelreihe über den Antichristen führen. Deshalb möchte ich dazu ermutigen, sich auf der einen Seite über das aktuelle Tagesgeschehen zu informieren, sich aber durch die Fülle der heutigen Informationen nicht „erschlagen“ zu lassen, sondern sich besonders auch die Zeit zu nehmen, um sich in der biblischen Endzeitlehre der Christen zu festigen und mit der Bibel das aktuelle Tagesgeschehen zu beurteilen, wo wir gerade stehen. Denn gerade dieser weise und biblische Weg wird heute von vielen Christen nicht gegangen: Die Informationen, die umgehen, an der Bibel genauestens zu überprüfen.

Bei meiner Informationstätigkeit im Internet habe ich in letzter Zeit auch ein paar Berichte über den US-Präsidenten Donald Trump weitergegeben, in denen positive Dinge von ihm berichtet werden. Darauf bekam ich Vorwürfe, wie ich so etwas nur tun könnte, als Christ müsste man doch wissen, dass Trump der Antichrist wäre. Ist dem wirklich so? Muss man wirklich als Christ die Überzeugung haben, Trump wäre der Antichrist? Wir werden im Weiteren sehen, dass genau das Gegenteil der Fall ist: Aufgrund des biblischen Befundes kann ich sogar eindeutig feststellen, dass Trump NICHT der Antichrist ist. Hier kurz der Zusammenhang:

Im Bundesstaat Kalifornien steht der bekannte Bibellehrer John MacArthur in einer Auseinandersetzung mit den lokalen Behörden, welche Gottesdienstverbote erlassen haben. MacArthur behauptet nun, dass diese Anordnungen der Behörden gegen die amerikanische Verfassung wären – also verfassungswidrig wären. Hier kommt es in dieser Sache nun voraussichtlich im Januar 2021 zum Gerichtsprozess. MacArthur hat gegen die Anordnung der Behörden trotzdem am Sonntag Gottesdienste durchgeführt und bekam direkt nach dem Gottesdienst einen Anruf von Präsident Trump, der MacArthur mitgeteilt hat, dass er auf der Seite des Rechts stehe und er deshalb Mac Arthur durch seine Staranwälte im Gerichtsprozess vertreten lassen werde. In christlichen Artikeln und von Christen, die in den USA wohnen, habe ich darüber hinaus gehört, dass in Kalifornien ein kommunistischer Gouverneur regieren solle, der in besonderer Weise Christen angreifen würde und sich nicht an Recht und Ordnung halten würde, u.a. in folgendem Artikel:

https://reformationcharlotte.org/2020/08/05/donald-trumps-lawyer-to-represent-john-macarthur-in-california-church-shutdown-against-gov-newsom/

Zitate:

„Communist California governor, Gavin Newsom“ – in Kalifornien regiert der kommunistische Gouverneuer Gavon Newsom.

“Grace Community Church, its Elder Board, and Pastor MacArthur have been the target of unconstitutional religious discrimination by the City of Los Angeles and the State of California“ – die Gemeinde von MacArthur leidet unter einer religiösen Diskriminierung, die verfassungswidrig ist, durch die Stadt Los Angeles und den Bundesstaat Kalifornien.

Ja, und der wohl betrüblichste Vorwurf in dem Artikel ist folgender: „It’s amazing that Donald Trump, a man who likely doesn’t truly understand the gospel, is far more friendly to Christianity and understands the importance of worship more than our so-called Evangelical Christian leaders today do“ – man muss sich darüber wundern, dass ein Mann wie Donald Trump, der das Evangelium kaum versteht, sich gegenüber dem Christentum freundlicher verhält als die sog. evangelikalen Leiter heute.

Auch in den USA haben wir das gleicher Problem wie in Deutschland: das Versagen vieler geistlicher Leiter in der evangelikalen Welt in der Corona-Krise!

Nun zu meiner festen Behauptung, dass Trump nicht der Antichrist ist. In der Bibel finden wir den jüdischen Antichristen aus dem Stamm Dan. Und das trifft auf Trump definitiv nicht zu. Damit wollen wir wieder in das Buch von Hippolyt über Christus und den Antichristen einsteigen.

1. Der Jude Christus kommt aus dem Stamm Juda

Im ersten Artikel haben wir ein Fundament dafür gelegt, wie wir in biblischer Weise den Antichristen behandeln sollen, nämlich als ein Zerrbild von Christus. Wir müssen also den Antichristen mit Christus vergleichen. Unter diesem Gesichtspunkt wurde der Antichrist in der frühen Christenheit behandelt, und deshalb trägt das Buch von Hippolyt, der die damals allgemein verbreitete und anerkannte christliche und apostolische Lehre zusammenfasst, den Titel „Über Christus und den Antichristen“. Leider wird das heute von vielen Bibellehrern nicht mehr berücksichtigt, und sie predigen über den Antichristen ohne das mit Christus in Verbindung zu bringen. Wir wollen dagegen den bewährten christlichen Weg gehen und den Antichristen als Zerrbild von Christus betrachten. Deshalb werden wir uns nun zuerst die Abstammung Jesu in der Bibel anschauen, dass er aus dem Stamm Juda kommt und dann die Abstammungslinie des Antichristen in der Bibel betrachten aus dem Stamm Dan. Allein schon aufgrund dieser biblischen Tatsache fallen heute viele als Antichrist gehandelte Kandidaten durch, weil sie nicht jüdischer Abstammung aus dem Stamm Dan sind.
 

Einen von mehreren biblischen Texten für die Abstammung Jesu finden wir in dem Segen Jakobs über die 12 Stämme Israels in 1.Mose 49,8-12:

Dich, Juda, werden deine Brüder preisen! Deine Hand wird auf dem Nacken deiner Feinde sein; vor dir werden sich die Söhne deines Vaters beugen. Juda ist ein junger Löwe; mit Beute beladen steigst du, mein Sohn, empor! Er hat sich gekauert und gelagert wie ein Löwe, wie eine Löwin; wer darf ihn aufwecken? Es wird das Zepter nicht von Juda weichen, noch der Herrscherstab von seinen Füßen, bis der Schilo kommt, und ihm werden die Völker gehorsam sein. Er wird sein Füllen an den Weinstock binden und das Junge seiner Eselin an die Edelrebe; er wird sein Kleid im Wein waschen und seinen Mantel in Traubenblut; seine Augen sind dunkler als Wein und seine Zähne weißer als Milch.

Hier haben wir die Prophetie, dass der Messias auf dem Thron Davids sitzen wird und aus dem Stamm Juda kommen wird und das Zepter des Königs tragen wird und dass ihm alle Völker gehorsam sein werden. Bestätigt wird diese Abstammung Jesu dann z.B. in dem Geschlechtsregister von Jesus in Matthäus 1,1-17. Aus diesem Grund wird Jesus im Neuen Testament auch immer wieder als der „Sohn Davids“ bezeichnet.

Eine Genaue Auslegung dieses Bibeltextes aus 1.Mose 49 finden wir dann in dem Buch von Hippolyt in den Kapiteln 7-13. Wer an der Auslegung interessiert ist, kann sie sich gerne anschauen, warum Jesus als „Löwe“ bezeichnet wird, was es bedeutet, dass er „sein Füllen an einen Weinstock binden wird“, dass er „sein Kleid im Wein waschen wird und seinen Mantel in Traubenblut“ oder dass seine „Zähne weißer als Milch“ sind. Das sind alles Prophetien, die Jesus Christus erfüllt hat und in den Evangelien im Neuen Testament nachzulesen sind.

http://www.unifr.ch/bkv/kapitel2649-6.htm

2. Der jüdische Antichrist kommt aus dem Stamm Dan

Da wir das Prinzip klar aus der Bibel erkannt haben, dass der Antichrist ein Nachahmer und Zerrbild von Christus ist, dürfte es deshalb auch nicht weiter überraschen, dass wir im biblischen Stammbaum des Antichristen finden, dass er ein Jude aus dem Stamm Dan ist. Hippolyt zeigt dies aus der Bibel in den Kapiteln 14-24 auf:

http://www.unifr.ch/bkv/kapitel2649-13.htm

Das Kapitel 14 trägt die Überschrift: Wie Christus aus dem Stamme Juda, so der Antichrist aus dem Stamme Dan

Dies wollen wir aus der Bibel darlegen. Wir haben gerade in dem Segen Jakobs über die 12 Stämme gelesen, dass Jesus als junger Löwe aus dem Stamm Juda hervorgehen wird: „Juda ist ein junger Löwe; mit Beute beladen steigst du, mein Sohn, empor!“

Da die Bibel nach diesem Prinzip vorgeht, den Antichristen als Zerrbild von Christus darzustellen, so ist es nur folgerichtig, dass der Stamm Dan ebenfalls als junger Löwe dargestellt wird, weil aus ihm der Antichrist kommen wird. Der Segen über die 12 Stämme Israels wird noch einmal im Buch 5.Mose wiederholt und dort lesen wir: „Und über Dan sprach er: »Dan ist ein junger Löwe, der aus Baschan hervorspringt.«“ (5.Mose 33,22).

Der Antichrist ahmt Christus in seiner Gestalt als junger Löwe nach.

Die eigentliche Schlüsselstelle steht jedoch auch wieder im Segen Jakobs über die 12 Stämme Israels: „Dan wird eine Schlange am Weg sein, eine Otter auf dem Pfad, die das Roß in die Fersen beißt, so daß der Reiter rückwärts stürzt“ (1.Mose 49,17). Hippolyt schreibt dazu in Kapitel 14: „Wer anders aber ist die Schlange als der Antichrist, jener Verführer, von dem in der Genesis gesagt wird, er habe die Eva verführt und den Adam überlistet?“ Hippolyt spricht hier 1.Mose 3,14ff. an:

Da sprach Gott der Herr zur Schlange: … Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen: Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.

Es wird uns in der Bibel also gesagt, dass die alte Schlange am Wege Dan ist und dass Dan auch derjenige ist, der ihm in die Ferse beißt. Die weitere Auslegung dazu siehe bei Hippolyt ab Kapitel 15:

http://www.unifr.ch/bkv/kapitel2649-14.htm

Nach allgemeiner christlicher Lehre der frühen Christen redet z.B. auch der Prophet Jeremia über den Antichristen aus dem Stamm Dan. Dort wird der antichristliche Angriff der letzten Tage vor der Wiederkunft Jesu auf die Stadt Jerusalem und das Land Israel dargestellt, und dieser Angriff des Antichristen kommt aus dem Stamm Dan:

Von Dan hört man das Schnauben seiner Rosse; vom Wiehern seiner starken Pferde bebt das ganze Land; ja, sie kommen und fressen das Land auf und was darin ist, die Stadt und ihre Bewohner“ (Jer 8,16).

Dass die Christen von Anfang an diese Bibelstelle auf Jeremia angewendet haben, lesen wir bei Irenäus, der übrigens in direkter Linie zu dem Apostel Johannes stand. Ireänus schreibt:

Jeremias aber verkündete deutlich nicht nur seine plötzliche Ankunft, sondern auch den Stamm, aus dem er kommen wird, mit den Worten: „Aus Dan werden wir die Stimme seiner schnellen Rosse hören; von dem Wiehern seiner Rennrosse wird die ganze Erde erbeben, und er wird kommen und die Erde verschlingen und ihre Fülle und die Stadt und ihre Bewohner“. Und deshalb wird dieser Stamm in der Apokalypse nicht zu denen gezählt, die gerettet werden.

http://www.unifr.ch/bkv/kapitel746-1.htm

(Irenäus: Gegen die Häresien, Buch 5, Kapitel 30.2)

Sehr interessant ist hier in diesem Zusammenhang auch, dass Irenäus die Verbindung zu Offenbarung 7,4-8 darstellt. In diesem Kapitel werden die Stämme Israels aufgezählt, die gerettet werden. Und in dieser Aufzählung ist der Stamm Dan nicht mit dabei, eben weil der Antichrist aus diese Stamm kommen wird. Der Stamm Dan wird dort durch Josef ersetzt, und Josef ist im Alten Testament, wie wir wissen, ein Vorbild (Typus) für Christus, durch den Israel gerettet wird. Allein an der Aufzählung der Stämme Israels in der Offenbarung sehen wir das Evangelium, dass Gott Unheil (Stamm Dan) in Heil (Stamm Josef alias Christus) verwandelt hat.

Auch Jeremia 4,15 unterstreicht noch einmal, dass Dan das antichristliche Zerrbild von Juda ist. Wie aus Juda das Heil durch Christus kam, so kommt aus Dan das Unheil durch den Antichristen:

Denn eine Stimme meldet es von Dan her und verkündet Unheil vom Bergland Ephraim aus.

Aber auch unser Herr Jesus Christus selbst weist auf den jüdischen Antichristen hin in Johannes 5,43:

Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, und ihr nehmt mich nicht an. Wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr annehmen.

Damit sagt Jesus indirekt, dass der Antichrist ein Jude sein wird. Denn Jesus (den Messias aus Juda) haben die Juden damals nicht angenommen, wenn aber der falsche Messias – der Antichrist – kommen wird, dann werden sie ihn annehmen. Und es dürfte klar sein, dass die Juden keinen Heiden als ihren Messias akzeptieren werden, sondern nur einen Juden.

Fortsetzung folgt…

Nachdem Hippolyt in seiner Schrift „Über Christus und den Antichristen“ aus Jeremia die Bibelstellen ausgelegt hat, die über den Antichristen sprechen, legt er die Bibeltexte über den Antichristen aus dem Büchern Jesaja, Hesekiel und Daniel aus. Aus Daniel 2 führt er dann das Standbild des Königs Nebukadnezar an und aus Daniel 7 die Vision von den vier Tieren. Beide dieser Träume und Visionen bedeuten dasselbe und sind dieselbe Prophetie. Darin werden die Weltreiche dargestellt, die bis zum Auftreten des Antichristen in der Welt regieren werden und aus dem letzten Weltreich Rom, Roms Fall und der Wiederauferstehung Roms wird am Ende der Antichrist hervorgehen.

Hier wird es in den weiteren Artikeln interessant sein, nicht nur die entsprechenden Bibeltexte dazu auszulegen, sondern auch in der Geschichte zu sehen, wie sich biblische Prophetie wirklich erfüllt. Hippolyt und die Christen in seiner Zeit (vor über 1800 Jahren) konnte gar nicht wissen, dass das Römische Reich 476 n.Chr. untergehen würde, dass es geteilt würde und sie konnten auch nicht die geschichtliche Entwicklung zur Wiederauferstehung Roms sehen, so wie wir es heute sehen. Biblische Prophetie erfüllt sich haargenau. Bleibt also dran, bis zum nächsten Artikel.

Wer den ersten Teil dieser Artikelreihe über Christus und den Antichristen verpasst hat, hier ist noch einmal der Link:

https://der-ruf.info/2020/09/29/die-beste-christliche-schrift-ueber-den-antichristen-teil-1-dirk-noll/

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