Der Aufstieg des Antichristen und wie die Gläubigen ihn überwinden werden (Teil 1)

Der Aufstieg des Antichristen und wie die Gläubigen ihn überwinden werden (Teil 1)

Liebe Freunde, liebe Christen,

wir leben gerade in stürmischen Zeiten einer weltweiten Krise und einer massiven Erschütterung unserer bisherigen Lebensweise.

Wie ich hier zugeben muss, wirbelt dies auch meine Gedanken- und Gefühlswelt in den letzten Wochen ziemlich durcheinander und ich muss oft an die Vorhersagen der Bibel über die Zukunft denken, insbesondere was die Bibel über die letzten Tage dieser jetzigen Weltzeit und das Kommen des zukünftigen Reiches Christi sagt.

Dem zukünftigen Frieden und der kommenden Herrlichkeit in Gottes neuer Welt geht jedoch eine sehr dunkle Zeit der Anfechtung voraus unter dem dunkelsten aller Weltherrscher in der Weltgeschichte – dem Antichristen. In besonderer Weise beschreibt das Buch Offenbarung in den Kapiteln 12 und 13 den Aufstieg dieses Weltherrschers und wie die Gläubigen ihn überwinden werden. Deshalb wollen wir hier eine kleine Auslegungsreihe starten über diese beiden jetzt so aktuell gewordenen Kapitel der Bibel.

1. Einleitung

Beim Lesen der Offenbarung haben sich bereits nicht wenige Christen auf einen Weg begeben, wo sie in unnötiger Weise spekuliert haben und zu ganz falschen Auslegungen über das Buch Offenbarung gekommen sind. Deshalb möchte ich zu Anfang an einen der wichtigsten Grundsätze für das Lesen der Bibel erinnern, nämlich claritas scripturae – die Klarheit der Schrift. Die Schrift ist demnach so klar, dass sie jeder Christ verstehen kann, wenn er nur ganz einfach die Bibel nach ihrem Wortsinn liest und zu versehen versucht.

Natürlich gibt es auch einige Stellen in der Bibel, die etwas schwerer zu verstehen sind. Deshalb müssen wir hier nach folgendem Grundsatz vorgehen: Wir müssen erst einmal das auslegen, was ganz offensichtlich, eindeutig und klar ist. Und im Lichte der klaren Dinge, wagen wir uns dann an die etwas schwierigeren Bibelstellen. An diesen Grundsatz will ich mich hier ganz strikt halten, was grundsätzlich auch jedem zu empfehlen ist, der die Bibel liest und aufrichtig zum richtigen und wahren Verständnis der Schrift kommen möchte.

Sehr hilfreich dabei ist es auch, wenn man sich die rechte Auslegungstradition der Christen in den vergangenen 2000 Jahren einmal anschaut. Wie haben also die Christen, die man heute als „bibeltreu“ bezeichnen würde, in der gesamten Zeit der Gemeinde Jesu bis heute verschiedene Bibeltexte verstanden. Und wenn hier alle, oder zumindest der größte Teil aller Christen, einen Bibeltext genauso verstanden haben, wie ich den Text verstehe, dann ist dies wohl eine große Bestätigung dafür, dass ich mich bei meinem persönlichen Bibelstudium auch nicht geirrt habe.

2. Das Ergebnis an den Anfang stellen

Häufig erarbeitet man in einer Bibelauslegung einen Text und kommt dann am Ende zu dem Ergebnis, um was es geht und was die Botschaft ist. Ich möchte es in dieser Bibelauslegung einmal genau anders herum machen. Da ich die Bibelarbeit bereits gemacht habe, möchte ich das Endergebnis an den Anfang stellen und dieses dann anhand von Offenbarung 12 und 13 erarbeiten. Das Ergebnis einer Bibelarbeit der beiden Kapitel benenne ich bereits in der Überschrift: Der Aufstieg des Antichristen und wie die Gläubigen ihn überwinden werden.

Es gibt also eine gute und eine schlechte Nachricht. Am Ende der Tage wird es einen furchtbaren Diktator auf dieser Welt geben, dessen Regierung zu großen Katastrophen und einer großen Verwüstung auf der Erde führen wird und es wird noch schlimmer als bei allen seinen Vorgängern, also allen Tyrannen, die es in der Weltgeschichte bereits vor diesem endzeitlichen Diktator gegeben hat.

Aber sogleich erfolgt die gute Nachricht: Die Gläubigen werden ihn überwinden. Hier nun die biblische Begründung dafür. Wir beginnen mit Kapitel 13,7: „Und es wurde ihm gegeben, Krieg zu führen mit den Heiligen und sie zu überwinden“. Im Zusammenhang mit „ihm“ geht es hier um den Antichristen, der Krieg führen wird gegen die „Heiligen“ und er wird versuchen sie zu überwinden. Nun ist es so, dass der Begriff „Heilige“ in der ganzen Bibel immer wieder gebraucht wird für die Gläubigen. Im nächsten Vers, dem Vers 8, wird es noch deutlicher, denn dort werden sie als Menschen beschrieben, die im Lebensbuch des Lammes von Grundlegung der Welt an geschrieben stehen. Auch mit dieser Beschreibung müsste klar sein, dass es sich um Gläubige handelt.

Was bedeutet das nun: Wenn du ein wahrer Gläubiger bist, dann musst du darauf eingestellt sein, dass du in dieser Welt einen sehr gefährlichen Feind hast, der gegen dich „Krieg führt“ und das im wörtlichsten Sinn der Bibel. Und dieser Feind versucht, dich zu überwinden. Das ist die Realität, die uns Angst machen kann. Aber die Bibel ist auch das große Trostbuch für die Gläubigen, die in einer Welt leben, in der sie vom Satan und seinen Agenten angegriffen werden. Auch wenn der Widersacher Gottes den Versuch unternimmt, die Gläubigen zu überwinden, so wird es ihm doch nicht gelingen!

Vielleicht erinnern wir uns an dieser Stelle auch an das Lied von Martin Luther „Ein feste Burg ist unser Gott“, wie er darin den Teufel beschreibt in seinem Versuch die Gläubigen zu überwinden, es ihm aber nicht gelingt:

3. Strophe

Und wenn die Welt voll Teufel wär
und wollt uns gar verschlingen,
so fürchten wir uns nicht so sehr,
es soll uns doch gelingen.

Ja, die Welt ist voller Teufel, und der Antichrist wird der Schlimmste von ihnen sein, und sie wollen uns verschlingen, aber uns soll es doch gelingen. Das ist auch die große Trostbotschaft der Bibel: Die Teufel wollen die Gläubigen verschlingen, aber den Gläubigen wird es gelingen zu überwinden. Und so Redet die Offenbarung davon, dass die Gläubigen den Antichristen überwinden werden.

In Offenbarung 12,10.11 heißt es: „Denn hinabgestürzt wurde der Verkläger unserer Brüder, der sie vor unserem Gott verklagte Tag und Nacht. Und sie haben ihn überwunden um des Blutes des Lammes und um des Wortes ihres Zeugnisses willen“.

Hier wollen wir die Bibel so auslegen, dass wir danach fragen, was sie klar und offensichtlich sagt und sie einfach verstehen kann, wenn man die ganze Bibel bereits einmal gelesen hat.

Wer ist der Verkläger der Brüder, der sie Tag und Nacht verklagt? Es ist der Widersacher Gottes – der Teufel.

Wer sind die Brüder? Es sind die Gläubigen.

Die Trostbotschaft der Bibel ist hier, dass sie ihn überwinden…

… und das tun sie durch das Blut des Lammes und das Wort ihres Zeugnisses.

Nun, die Frage, wer diejenigen sind, die den Teufel durch das Blut des Lammes und das Wort ihres Zeugnisses überwinden, sollte eigentlich jeder Bibelleser klar und einfach beantworten können – es sind die Gläubigen.

3. Warum müssen Offenbarung Kapitel 12 und 13 zusammen gelesen werden?

Wir wollen nun sehen, dass diese beiden Kapitel in der Offenbarung eine Sinneinheit sind und dementsprechend auch zusammen gelesen werden müssen, als wären sie nicht zwei, sondern ein Kapitel in der Bibel. Das wird beim Lesen schnell klar, denn beide Kapitel (12 und 13) werden durch Kapitel 12,3 und 13,1 miteinander zu einem Sinnabschnitt  verbunden. Beide Kapitel gehören untrennbar zusammen und müssen wie gesagt, eigentlich wie ein zusammenhängendes Kapitel betrachtet werden.

In Kapitel 12,3 wird der Widersacher Gottes beschrieben:

„Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel: siehe, ein großer, feuerroter Drache, der hatte sieben Köpfe und zehn Hörner und auf seinen Köpfen sieben Kronen“.

Der Apostel Johannes sieht in seiner Vision ein Zeichen am Himmel. Wir müssen wissen, dass gerade die Offenbarung besonders häufig Bilder gebraucht, um himmlische Dinge zu beschreiben. Und hier haben wir eine Beschreibung des Teufels, der einmal ein himmlischer Engel war und dann aber gefallen ist. Wie auch sonst sollte man den Teufel beschreiben als in Bildern. Der Teufel wird also mit dem Bild eines feuerroten Drachen beschrieben.

Häufig ist es so, dass die Bibel, die Bilder selbst erklärt, die sie verwendet. So auch hier bei dem Bild des Drachen, das für den Teufel steht. Dies erklärt die Bibel dann selbst, wenn man weiter liest in Vers 9: „Und so wurde der große Drache niedergeworfen, die alte Schlange, genannt der Teufel und der Satan“.

Hier sagt es die Schrift selbst, der „Drache“, der aus dem Himmel niedergeworfen wurde, ist der Teufel und der Satan. Ein weiteres Bild für den Teufel ist „die alte Schlange“. Auch dieses Bild dürfte jedem Bibelleser geläufig sein, denn der Satan trat bereits im Paradies in Form der Schlange auf, als er Adam und Eva verführte. Und „alte“ Schlange eben, weil dies schon tausende von Jahren her ist und diese alte Schlange, die damals versuchte, die Menschen zu verführen, es auch bis zum Ende der Zeiten weiter versucht bis hin zu seinem letzten Angriff durch seinen letzten Agenten – den Antichristen.

Aber liebe Christen, seid getrost, denn die Schrift spricht uns hier zu: Die das Blut des Lammes haben und das Zeugnis Jesu werden ihn überwinden, das ist ganz sicher.

Kommen wir wieder zurück auf die Frage, warum Kapitel 12 und 13 zusammengehören und wie ein Kapitel gelesen werden müssen. In Kapitel 12 wird der Drache oder Satan mit sieben Köpfen und zehn Hörnern beschrieben. Das steht für seine Macht. Die Macht des Teufels wird also mit dem Bild von sieben Köpfen und sieben Hörnern beschrieben. Wenn wir nun übergehen zu Kapitel 13, dann sehen wir, wie das Weltreich seines Agenten – des Antichristen – beschrieben wird. Dort lesen wir in Vers 1:

„Und ich sah aus dem Meer ein Tier aufsteigen, das sieben Köpfe und zehn Hörner hatte“.

Das Tier aus dem Meer ist das Weltreich das Antichristen. Darüber werden wir dann im zweiten Teil der Auslegungsreihe sprechen. Aber wir sehen hier ganz klar und offensichtlich, das Reich des Antichrist ist ein exaktes Abbild des Teufels selbst. Die Macht des Teufels wird bildlich mit sieben Köpfen und zehn Hörnern beschrieben und sein Reich auf Erden hat exakt die gleiche Erscheinungsform. Es ist ein Reich mit sieben Köpfen und zehn Hörnern.

Ich habe einmal eine Geschichts-Doku gesehen, die trug den Titel „Der Aufstieg Hitlers“. Darin wurde sehr gut dokumentiert, dass Hitler nicht plötzlich irgendwie aus dem Nichts aufgetaucht war, sondern dass es eines langjährigen Aufstiegs zum Diktator bedurfte. So auch alle anderen Diktatoren und so auch der letzte große Diktator der Weltgeschichte – sie haben einen Aufstieg zum Weltherrscher. Deshalb trägt auch diese Auslegung den Titel „Der Aufstieg des Antichristen“.

Im nächsten Teil werden wir uns diesen Aufstieg des Antichristen genauer ansehen. Dieser wird in Offenbarung 13 beschrieben und es wird spannend. Bleibt also dran. Bis zum nächsten Artikel…

Fortsetzung folgt…

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