Wie verhält man sich in einer weltweiten Krise? (Dirk Noll)

Wie verhält man sich in einer weltweiten Krise?

Die Welt ist in den vergangenen Jahrhunderten durch viele schwere Zeiten und auch Krisen hindurchgegangen. Doch diese Krisen waren immer lokal begrenzt. Das Neue an der gegenwärtigen „Corona-Krise“ ist, dass sie weltweit ist. Kein Mensch ist mehr davon ausgeklammert und alle sind betroffen unabhängig davon, in welchem Land man zur Zeit lebt und an welchem Ort.

Ich habe in den letzten Tagen einige Sendungen darüber im Fernsehen gesehen und manche Menschen, die dazu befragt wurden, haben hier mit den Worten gerungen und wussten kaum, wie sie das noch in Worte fassen sollen, was angesichts dieser Krise sich gerade in ihrem Inneren und ihren Gedanken und ihrer Gefühlswelt abspielt.

Damit haben viele nicht gerechnet. Viele haben gesagt: Nach dieser Krise wird die Welt eine andere sein.

Viele Menschen spüren, hier geschieht gerade etwas ganz Einschneidendes. Die meisten Menschen, die heute auf der Erde leben, haben eine solche Erschütterung zu ihren eigenen Lebzeiten noch nicht erlebt.

Für Christen sollte dies jedoch weniger überraschend kommen. Denn sie haben mit der Bibel das prophetische Wort, das über den Ausgang der jetzigen Weltzeit redet. Es wird darauf hinauslaufen, dass sich genau das erfüllt, was Christen jeden Tag mit den Worten des Vaterunsers beten:

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden (Matthäus 6,10).

Die jetzige Weltzeit wird damit enden, dass das Reich Gottes wie im Himmel, so auch auf Erden kommen wird. Und das ist so sicher wie das „Amen in der Kirche“. Denn Gottes Wort, die Bibel, ist unfehlbar und das Wort ist unumstößlich. Was Gott in der Bibel gesagt hat, das wird kommen.

Diese Dinge sagt die Bibel in äußerster Klarheit:

Gott ist nicht ein Mensch, dass er lüge, noch ein Menschenkind, dass ihn etwas gereuen würde. Was er gesagt hat, sollte er es nicht tun? (4.Mose 23,19).

Was ich sage, das lasse ich kommen (Jesaja 46,11).

So wird auch das Reich Gottes unweigerlich auf der Erde kommen und die täglichen Gebete der Christen, dass Gottes Reich im Himmel wie auf Erden kommen möge, werden erfüllt.

Doch wie sieht der Weg dorthin aus?

1. Die Krisen werden zunehmen

Die 12 Apostel stellen Jesus in Matthäus 24, in der sog. „Endzeitrede“, die Frage: „Was wird das Zeichen deiner Wiederkunft und des Endes der Weltzeit sein? (Vers 3). Diese Frage stelle ich mir auch immer wieder und auch die meisten Christen. Woran werden wir sehen, dass diese Weltzeit zu Ende geht und wie wird das genau geschehen?

Jesus antwortet auf diese Frage der Jünger u.a. Folgendes: „Denn ein Heidenvolk wird sich gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere; und es werden hier und dort Hungersnöte, Seuchen und Erdbeben geschehen. Dies alles ist der Anfang der Wehen“ (Vers 7.8).

Jesus sagte schon damals vor 2000 Jahren, es werden Weltkriege geschehen, was wir im 20. Jahrhundert erlebt haben, und es werden Seuchen geschehen. Man mag hier an die jetzige „Corona-Krise“ denken. Und jetzt kommt der entscheidende Satz von Jesus auf die Frage, wie das alles zum Ende der jetzigen Weltzeit und dem Kommen des Reiches Gottes führen wird: Dies alles ist der Anfang der Wehen.

Dies ist eine wesentliche Aussage zum Verständnis dafür, wie das Reich Gottes kommen wird. Es wird wie bei der Geburt einer Frau sein. Die Geburt des Kindes selbst ist das Kommen des Reiches Gottes. Je näher also das Reich Gottes kommen wird, umso mehr werden „Wehen“ (Krisen) in dieser Welt auftreten und sie werden in ihrer Intensität immer mehr zunehmen.

Wie gesagt, Weltkriege, Hungersnöte, Seuchen und Erdbeben, das haben wir alles in zunehmendem Maße schon gesehen.

Die nächste Stufe:

2. Weltweite Krisen

Da wir mittlerweile in einer globalen Welt leben und die Menschen und Dinge in der Welt immer weiter miteinander vernetzt werden, sollte man eigentlich auch davon ausgehen, dass Krisen auch weltweite Auswirkungen haben müssten. Die Logik gebietet, eigentlich so zu denken. Doch was sollen wir davon halten, dass jetzt auf einmal so viele Menschen überrascht und fassungslos sind, dass wir gerade in einer globalen Krise sind?

Die Macher des „Globalen Dorfes“ und der „Einen Welt“ gründen sich auf eine sozialistische, kabbalistische Ideologie, die davon ausgeht, dass in einer globalen Welt, von Menschen gemacht, das Heil liegen würde. Da heute viele Menschen von dieser Ideologie geblendet sind, haben sie Jahre lang nur auf das scheinbar große Ziel dieser Welteinheit geschaut, dass es angeblich für alle Menschen dadurch nur besser werden könnte. Aber die Risiken und Gefahren einer globalen Welt, nämlich, dass Krisen dann auch global sein werden, hatten sie nicht auf dem Schirm.

Christen, die nach der Bibel glauben, dürften hier nicht so blauäugig gewesen sein und nicht wenige Lehrer der Gemeinde Jesu warnen seit Jahren vor den Gefahren einer globalen Welt und Weltheinheit.

Die Bibel sagt es schon voraus, dass die ganze Welt in Versuchungen und Krisen geraten wird:

Weil du mein Wort von der Geduld bewahrt hast, will auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die kommen wird über den ganzen Weltkreis (Offenbarung 3,10).

Das ist die nächste Stufe auf dem Weg zum Kommen Jesu und des neuen Himmels und der neuen Erde.

Die ganze Welt gerät in Krisen.

Diese Stufe haben wir jetzt zum ersten Mal erreicht. Wie man nun an den Reaktionen bei vielen Christen sehen kann, sind sie noch nicht so krisenfest, wie sie eigentlich sein sollten. Viele beschäftigen sich mit den Ursachen, was hinter der aktuellen Krise steht, andere sind in ihrem Denken und ihrer Gefühlswelt durcheinander bis dahin, dass sogar einige Christen mit Panik darauf reagieren und sich zu kopflosen Handlungen hinreißen lassen und wiederum andere sagen in einem mürrischen Ton:  Wie soll ich denn jetzt mit diesem oder jenem klar kommen.

Es drängt also nach der Antwort auf die Frage:

3. Wie verhält man sich in einer weltweiten Krise?

Die Antwort gibt hier der o.g. Vers aus Offenbarung 3,10 selbst: Weil du mein Wort bewahrt hast, will auch ich dich bewahren, vor der Versuchung (Krise), die über die ganze Welt kommen wird.

Sämtliche Analysen der jetzigen Krise (auch wenn es notwendig ist, rein sachlich und menschlich die Lage einmal zu analysieren), werden uns nicht wirklich hindurchtragen und zum Ziel Gottes führen. Wir können diese Krise in einem geistlich gesunden Zustand nur überleben, wenn wir das Wort Gottes bewahren.

a) Anmerkung zur sachlichen Analyse der Corona-Krise

Im Internet gehen mittlerweile hunderte von Artikeln und Videos herum, welche hier Antworten liefern sollen. Ich selbst habe mich eine ganze Woche lang fast rund um die Uhr damit beschäftigt. Ich selbst habe dann ca. 15 Beiträge dazu im Internet bei Facebook geteilt. Man kann die Antwort hier auf ein paar wenige Worte herunterbrechen.

Rein medizinisch, fachlich gesehen, handelt es sich bei dem Corona-Virus um ein Grippe ähnliches Virus, das überwiegend für bestimmte Risikogruppen eine erhöhte Gefahr darstellt. Das alles wird Panik artig von Politik und Medien hochgespielt, um die eigentliche Krise, nämlich eine weltweite Finanzkrise, herunterzuspielen. Damit kann man nun von den wahren Schuldigen der Finanzkrise ablenken, indem man einfach sagt: Das Virus ist Schuld.

b) Anmerkung zur Auslegung der Offenbarung

Leider gehen unter Christen in den letzten Jahre falsche Ansätze zum Verständnis der Offenbarung um, welche äußerst bedenklich sind, weil den Christen dadurch das Wort geraubt wird. Diese besagen z.B. dass die Offenbarung für die Menschen ist, die nach der Entrückung der Gemeinde auf der Erde zurückbleiben, oder dass die Offenbarung gar nicht für Christen geschrieben wäre, sondern nur für Juden.

Nein. Die Offenbarung ist für alle Christen zu allen Zeiten geschrieben und muss allezeit und vor allem auch heute von den Christen angewendet werden. Beispiel Offenbarung 3,10. Wie ist die Stunde der Versuchung zu verstehen, die über den ganzen Weltkreis kommen wird? Nach o.g. Irrtümern würde dies erst nach der Entrückung eintreten.

Doch die weltweite Krise haben wir jetzt. Also müssen wir diese Stelle für uns jetzt anwenden.

Wir bleiben hier bei dem Prinzip, dass alle Verse in der Offenbarung zur Befestigung des Glaubens aller Christen zu allen Zeiten sind.

Wir sehen im Kontext (Bibelverse müssen immer in ihrem Zusammenhang ausgelegt werden), dass Offenbarung 3,10 innerhalb der sieben Sendschreiben für die sieben Gemeinden gilt. Es ist ganz einfach auszulegen. Die Zahl Sieben steht hier für die ganze Gemeinde aller Zeiten. In dem Zusammenhang heißt es, dass die sieben Geister Gottes über die Gemeinde wachen. Die Zahl Sieben steht hier für die „Gesamtheit“. Es gibt also nicht sieben Geister Gottes, sondern die „Sieben“ steht für die Gesamtheit des einen Hl. Geistes. Und so stehen hier die sieben Gemeinden für die „Gesamtheit“ der einen weltweiten Gemeinde zu allen Zeiten.

Dementsprechend ist auch Offenbarung 3,10 zu verstehen. Die „Stunde der Versuchung“ ist die Versuchung und Anfechtung der ganzen Gemeinde aller Zeiten. Und wenn wir bei dem Bild von der „Geburt der neuen Welt“ und den „Wehen“ bleiben, dann werden diese Versuchungen und Anfechtungen für die Gemeinde bis zur Wiederkunft Jesu zunehmen und stärker werden.

Wir müssen also die ganze Offenbarung und alle Verse dort für uns jetzt anwenden.

Zum Auslegungsansatz des Buches Offenbarung und ihre Anwendung siehe auch folgenden älteren Artikel auf DER RUF:

https://der-ruf.info/2019/03/10/wie-legt-man-die-offenbarung-und-prophetische-texte-aus-dirk-noll/

Wie wenden wir also die Offenbarung auf uns an?

Offenbarung 3,10 gibt uns hier schon die richtige Blickrichtung: Weil ihr mein Wort bewahrt habt, will auch ich euch durch die Krise hindurchführen, sagt die Bibel hier mit meinen eigenen Worten wiedergegeben.

Wir müssen also unseren Blick erst einmal von allen Analysen über die Krise und den Fragen und Ängsten, die diese bei uns auslöst, wegrichten und unseren Blick hinrichten zu dem Wort Gottes. Warum?

Weil das Wort Gottes das einzige Mittel ist, das uns auf geistlichem Weg durch die Krise hindurchführt und uns zum Ziel Gottes gelangen lässt!!!

Seit Jahrhunderte haben unsere Väter im Glauben immer wieder davon gesprochen, dass das Wort Gottes das Gnadenmittel ist, das Gott gebraucht, um unseren Glauben zu befestigen.

D.h., der Glaube kommt nicht irgendwo her aus dem Bereich des Unerklärlichen und ist nicht auf mystische Weise irgendwann und irgenwie in unserem Herzen. Auch können wir den Glauben nicht durch menschlich religiöse Weise produzieren. Wenn wir hier auf den christlichen Humanismus setzen, werden wir scheitern.

Der Glaube kommt durch das Wort und wird durch das Wort gewirkt!

Deshalb müssen wir das Wort als das Gnadenmittel Gottes auf unser Leben anwenden. D.h., unser Glaube entsteht und wird befestigt, wenn wir das Wort Gottes im Glauben auf uns persönlich anwenden.

Genau so müssen wir auch die Offenbarung (dass sie Gottes Wort an alle Christen zu allen Zeiten ist) jetzt und in Zukunft anwenden, bis der Herr kommt. Durch das Wort selbst, durch seine innewohnende Kraft, wird unser Glaube auch in der Krise befestigt. Deshalb haben die Reformatoren das Wort Gottes auch über alles gestellt. Man redet hier von der Vorrangstellung des Wortes. Nur wo das Wort Gottes im Mittelpunkt steht, dort steht auch Christus im Mittelpunkt. Deshalb muss unser Fokus als Christen ganz auf das Wort ausgerichtet werden.

Die praktische Anwendung:

  • Wie komme ich am Ziel im zukünftigen Reich Gottes an und überstehe ich die Krisen?
    Antwort: durch Treue gegenüber Gott. Wie werde ich treu? Indem ich mich dem Wort Gottes aussetze und es im Glauben aufnehme. Dann wirkt das Wort selbst bei mir die Treue, die notwendig ist, um bis zum Ende auszuharren: „Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben“ (Offb 2,10; LÜ 84).
  • Was ist der einzige Weg, um im zukünftigen Reich Gottes anzukommen. Antwort: Ich muss durch das Blut Jesu die Vergebung meiner Sünden haben. Wenn ich das Wort Gottes im Glauben aufnehme, dann liegt im Wort Gottes selbst die Kraft, bis zum Ende an Christus und seinem Werk vom Kreuz festzuhalten: „Diese sind’s, die gekommen sind aus der großen Trübsal und haben ihre Kleider gewaschen und haben ihre Kleider hell gemacht im Blut
    des Lammes“ (Offb 7,14).
  • Egal wie und wann wir sterben. Lasst uns im Herrn Jesus sterben: „Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben“ (Offb 14,13).
  • Der Weg durch die Krisen bis zum Ende geht nur über Glaube und Geduld. Beides wird durch das Wort Gottes gewirkt. Deshalb müssen wir das Wort Gottes als Gnadenmittel gebrauchen. Wir müssen uns dem Wort aussetzen und es im Glauben aufnehmen: „Wenn jemand ins Gefängnis soll, dann wird er ins Gefängnis kommen; wenn jemand mit dem Schwert getötet werden soll, dann wird er mit dem Schwert getötet werden. Hier ist Geduld und Glaube der Heiligen!“ (Offb 13,10).
  • Das Wort Gottes bewirkt in uns die Sehnsucht nach dem Kommen des Herrn und seiner neuen Welt. Lasst uns mit der wahren, weltweiten Gemeinde Jesus rufen: Herr Jesus, komme bald! AMEN! (Offenbarung 22,20).

Wir hatten auf DER RUF gestern eine kurze Stellungnahme von Dr. Martin Erdmann zu seinem neuen Buch und der aktuellen Corana-Krise veröffentlicht. Darin schreibt Martin Erdmann Folgendes, in dem er das Entscheidende auf den Punkt bringt:

„Die Christen sind besonders herausgefordert: sie sind die Einzigen, die die richtige Antwort auf die katastrophalen Auswirkungen der Zivilreligion geben können. Welche Antwort das ist, erkläre ich ausführlich in den Kapiteln 7 & 8. Es ist dieselbe Antwort, die Martin Luther 1525 dem Humanisten Erasmus von Rotterdam gab. Jede andere Antwort geht am Ziel vorbei und multipliziert die negativen Auswirkungen. Die zwei wesentlichen Komponenten der christlichen Position, die Luther in seinem Kampf gegen die zu seiner Zeit dominante Zivilreligion bezog, waren die Buße und der Glaube. Das muss auch in unserer Zeit die primäre Botschaft sein. Wir müssen die Zivilreligion als solche erkennen, uns von ihr abwenden und uns zum Evangelium hinwenden“.

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