Andacht: Die Fügungen und Vorsehung Gottes (Dirk Noll)

Die Fügungen und Vorsehung Gottes

Viele religiöse oder spirituelle Menschen (darunter auch nicht wenige mit christlichem Bekenntnis) meinen, dass die Beziehung zu Gott in erster Linie im Halten religiöser Regeln, Sitten und Gebräuchen oder Geisterfahrungen bestehen würde, bei denen man sich mit überwältigenden Gefühlen dem Himmel ganz nahe fühlt und es „richtig unter die Haut geht“. Das ist heute ein Megatrend auch in der Christenheit.

Doch schaut man in die Bibel, dann zeichnet sich für den Christen ein anderes Bild. Unsere Beziehung zu Gott und Jesus Christus besteht durch den Glauben.

„Der Gerechte wird aus Glauben leben“ (Röm 1,17)

Der Glaube ist auf der einen Seite ein Geschenk Gottes, das man durch Gnade empfängt, aber auf der anderen Seite auch eine Sache, die ein Christ sein Leben lang lernen muss. Deshalb bezeichnete Jesus seine Nachfolger auch als Jünger (wörtl. Lernende). Und Glauben lernt man vor allem im Alltag, wenn man Nöte und Mangel hat. Deshalb gibt uns Gott auch nicht alle Dinge für unsere Leben im Voraus, sondern häufig erst zu dem Zeitpunkt, wenn wir etwas wirklich brauchen.

Wir können unser Leben also nicht komplett planen, wie wir das gerne hätten, um dadurch ein Gefühl von Sicherheit und Kontrolle zu bekommen. Als Christen müssen wir lernen, im Glauben zu leben. Wenn wir eine Not haben oder uns etwas mangelt, dann müssen wir glauben – auf Gott vertrauen -, dass er uns wie ein liebender Vater seinen Kindern zur rechten Zeit in der Not unserem Mangel abhilft.

Beispiele dafür finden wir in großer Fülle in der Bibel und auch in dieser unten angegebenen Andacht von John Flavel.

Abraham sollte z.B. seinen Sohn Isaak opfern. Dabei wusste Abraham, dass Isaak der Sohn der Verheißung ist, aus dem ein großes Volk hervorgehen sollte, und deshalb nicht sterben, sondern leben würde. Er sollte ein Opfer darbringen, aber im fehlte noch das Opfer dazu.

Als Abraham mit seinem Sohn Isaak nun die Opferung vorbereitete, stellte Isaak die Frage:

„Siehe, hier ist Feuer und Holz; wo ist aber das Lamm zum Brandopfer?“ (1.Mose 22,7).

Und diese Frage musste wie Salz auf die Wunde sein. Ja, er sollte opfern, aber es war nicht das rechte Opfer da. Deshalb war Abraham nun auf die Fügung und Vorsehung Gottes angewiesen, dass Gott zur rechten Zeit ein Opfer bereitstellen würde, das anstelle von Isaak geopfert werden konnte.

Das war alles kein Zufall. Abraham geriet nicht zufällig in diese Situation, sondern wurde bewusst von Gott da hinein geführt. Dies diente alles nur einem Zweck: Gott wollte den Glauben Abrahams.

Und so antwortete Abraham auch im Glauben und nicht im Unglauben: „Mein Sohn, Gott wird für ein Lamm zum Brandopfer sorgen!“ (1.Mose 22,8).

Hier sehen wir, dass der Glaube unbedingt auch auf die Fügung und Vorsehung Gottes vertrauen muss: Gott wird für das Brandopfer sorgen!

Abraham war hier bereits soweit im Glauben gewachsen, dass er Gott wirklich kannte. Wenn Gott einen Ratschluss hat, dann wird er diesen auch zu seiner Zeit mit uns in die Tat umsetzen. Dies ist die Vorsehung und Fügung Gottes.

Der Ratschluss Gottes, den er in seiner Allmacht mit unserem Leben gefasst hat, geschah vor Grundlegung der Welt. Die Ausführung seines Ratschlusses geschieht aber in der Zeit durch seine Fügungen und Vorsehung in unserem Leben.

Und so vertraute Abraham darauf, dass Gott genau zu dem Zeitpunkt die Dinge so fügen würde, dass ein Opfer bereitsteht.

Und so geschah es dann auch. Genau in dem Moment, als die Opferung stattfinden sollte, war auch das Opfer da, keine Minute früher und keine Minute später: „Da erhob Abraham seine Augen und schaute, und siehe, da war hinter ihm ein Widder“ (1.Mose 22, 13).

Ein Mensch, der noch nicht diese Reife im Glauben hat wie Abraham, verfällt in so einer Situation in Panik und versucht aus seiner Situation auszubrechen. Der reife Gläubige dagegen bleibt in der Situation drin und wartet auf die Fügung Gottes – Er wird zur rechten Zeit unserer Not und unserem Mangel Abhilfe schaffen.

Wir sehen, wer glaubt, der muss auch zwangsläufig an die Fügungen und Vorsehung Gottes glauben. Auf diese Weise kommt er in eine Glaubensbeziehung zu Gott, in der er vertraut, dass Gott wie ein Vater für seine lieben Kinder sorgt.

Seht die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht und ernten nicht, sie sammeln auch nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?“ (Mt 6,26).

In meinem Leben war ich schon mehrfach in der Situation, in welcher ich im Glauben in eine falsche Richtung gegangen wäre, doch zur rechten Zeit, war immer ein Glaubensbruder oder eine Glaubensschwester da, durch welche ich durch bestimmte Hinweise auf die Bibel oder eine Predigt oder ein christliches Buch so geleitet wurde, dass ich keinen geistlichen Irrweg gehe. Das ist die Vorsehung und Fügung Gottes.

Deshalb lasst uns in unserem Vertrauen in Gott immer größer werden, dass er zu rechten Zeit alle Dinge so fügt, dass sie uns zum Besten dienen. Das Erkennen der Vorsehung Gottes und das Vertrauen darauf, dass Gott zur rechten Zeit handelt, ist ein wesentlicher Bestandteil des Glaubens, wie ein Christ als Jünger Jesu lernt zu glauben (in dem Sinne von in Gott zu vertrauen).

Zur weiteren Stärkung unseres Vertrauens in Jesus Christus empfehle ich folgende kurze Andacht auf YouTube:

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