Warum scheitern Christen immer wieder im Kampf gegen die tägliche Sünde? (Dirk Noll)

Warum scheitern Christen immer wieder im Kampf gegen die tägliche Sünde?

Viele Christen werden in ihrem täglichen Kampf gegen die Sünde immer wieder und wieder überwunden und haben keinen Sieg. Und Christen, die keine Heuchler sind, und es mit dem Glauben ernst nehmen, geraten hier nicht selten in Verzweiflung und kommen manchmal sogar an den Punkt, wo sie sagen:

Mein alter Mensch, das Fleisch und die darin wohnende Sünde sind mir zu übermächtig und dann sind einige versucht aufzugeben.

Woran liegt das?

Ich muss dabei immer an die Worte des Humanisten Goethe denken:

„Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen“.

Vielen Christen geht es wie den Humanisten. Sie streben das Gute an und sind allezeit strebend bemüht und hoffen auf Erlösung – Befreiung von der Sünde und Überwindung derselben. Aber sie scheitern immer wieder, genauso wie der Humanismus bis heute daran gescheitert ist, eine gute und bessere Welt zu schaffen.

Will sagen: Alle humanistischen Bemühungen, die aus den Kräften des Menschen heraus kommen werden und müssen scheitern, wenn es um den Kampf gegen die Sünde in mir selbst, aber auch in dieser Welt geht. Das ist ganz einfach aus dem Grund so, weil Christus die Sünde am Kreuz besiegt hat, und so gibt es nur eine Überwindung der Sünde durch und in Verbindung mit Christus.

Bei vielen Christen ist es so, dass sie sich einmal zu Christus bekehrt haben und dabei Vergebung von ihren Sünden empfangen haben und nun durch den Heiligen Geist und die neue Gesinnung in Christus ein geheiligtes Leben führen wollen. Dabei müssen sie täglich gegen ihren alten Menschen, den Leib der Sünde, ankämpfen. Und sie scheitern, weil sie genau das machen, was Paulus in Galater 3,3 anspricht:

Im Geist habt ihr angefangen, wollt ihr’s denn nun im Fleisch vollenden?

Sie haben im Geist angefangen, d.h. sie haben ihr Glaubensleben im Vertrauen auf Christus und sein Opfer am Kreuz für sie und ihre Sünden angefangen, und wollen jetzt aber die Heiligung auf einem anderen Weg beschreiten, als am Anfang ihre Bekehrung. Sie sind nun stets strebend bemüht wie der Humanist und schauen dabei auf sich selbst, aber nicht mehr auf das Kreuz und Christus. Von dort, vom Kreuz, fließt die Kraft, die Sünde im Heiligungsleben zu überwinden.

Die Kraft des Überwindens kommt also von außerhalb und nicht aus dem Inneren des Menschen, aus ihm selbst heraus. Von außerhalb bedeutet, dass ich auf Christus im Wort schaue und auf sein Werk am Kreuz vertraue und auf seine Gnade vertraue und meinen alten Menschen und die Sünde nun im Lichte seines vollkommenen Sühnopfers betrachte und zwar im Glauben, in dem gleichen Glauben, in dem ich auch mein Glaubensleben angefangen habe. Mit diesem Wissen, dass es hier der übernatürliche Kraft der Gnade bedarf und dass Gott diese seinen Kindern verheißen hat, gehe ich nun im täglichen Glaubensleben gegen die Sünde vor. Und hier ist das Zeugnis der großen Schar aller Kinder Gottes, dass sie von Gott die Kraft zur Überwindung bekommen haben.

Woran liegt es nun, dass Christen sich wie der Humanist strebend bemühen, anstatt, dass sie hier im Glauben aus der Gnade heraus leben.

Meine Antwort und die Analyse vieler heutiger Bibellehrer ist hier: Viele in der modernen Christenheit sind im Hinblick auf das Evangelium wieder in eine katholische und/oder humanistische Denkweise zurückgefallen. Sie schauen auf sich selbst und ihre inneren religiösen Kräft und da diese zu schwach sind, versagen sie immer wieder und wieder und werden manchmal immer tiefer in der Sünde gefangen.

Deshalb sollte man in diesem Zustand auch mal überprüfen, welches Evangelium man glaubt. Ist es wirklich das Evangelium der Gnade, wodurch die Christen seit 2000 Jahren Überwinder sind oder ist es ein humanistisch unterwandertes Evangelium, dass dir immer wieder einflößt: Wenn du dich immer nur strebend bemühst, dann kannst du erlöst werden.

Nein.

Dann kannst du eben nicht erlöst werden. Du benötigst die Kraft der Gnade, die durch den Glauben wirksam wird, wenn du dich und die Sünde im Lichte des Wortes Gottes betrachtet, wo es vom Evangelium und Christus redet.

Suche die Kraft der Überwindung also nicht in dir, sondern außerhalb von dir in Christus!
(Andacht: Dirk Noll).

Dazu hier eine sehr ermutigende Andacht von C.H. Spurgeon, wie ein Christ in seinem Kampf gegen die Sünder ÜBERWINDER werden kann.

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