[Audio] Die evangelikale Bewegung zwischen Postmoderne und Neomarxismus (Wolfgang Nestvogel) / Kommentare (Siegfried Schad + Dirk Noll)

Die evangelikale Bewegung zwischen Postmoderne und Neomarxismus (Wolfgang Nestvogel)

(Quelle: YouTube-Channel: Haus-Gemeinde Wolfgang Lindemeyer)

Dieses Video ist DSGVO-konform eingebettet

YouTube-link: https://www.youtube.com/watch?v=ObVROTOWf4c

Audio-link (zum download) https://der-ruf.info/wp-content/uploads/2019/07/nestvogel.mp3

Kommentar (Siegfried Schad)

Dieser herausragende Vortrag von Dr. Wolfgang Nestvogel erklärt den Zeitgeist auf den Grundlagen seiner Philosophien, in einfacher und verständlicher Sprache. Auch unsere gesellschaftspolitischen, sowie christlich individualistisch-zeitgeistlichen Erscheinungen werden in diesem Vortrag erhellt und im Licht der Heiligen Schrift untersucht. Prädikat: sehr wertvoll!

Kommentar zu dem Vortrag von Dr. Nestvogel über Postmoderne und Neomarxismus (Dirk Noll)

Wie Dr. Nestvogel in dem Vortrag beschreibt, sind Postmoderne und Neomarxismus die beherrschenden Ideologien, die den heutigen Zeitgeist dominieren. Damit sind sie eine große Herausforderung für jeden Christen, weil sie in einem massiven Widerspruch zur Bibel und dem darin verkündeten Evangelium stehen.

Dr. Nestvogel bringt auch genau auf den Punkt, welches die Kennzeichen dieser beiden modernen Zeitgeisterscheinungen sind. Die Postmoderne verleugnet, dass es objektive, also wirkliche Wahrheit gibt und greift damit alles an, wo es um richtig und falsch geht. Das ist jedoch verheerend in Bezug auf den Glauben, denn hier zeigt die Bibel, dass es nach dem Tod für jeden Menschen einen doppelten Ausgang gibt. Entweder ewiges Leben in der Herrlichkeit bei Gott und Christus oder ewige Verlorenheit. Jeder Mensch geht also auf einem Weg, der entweder richtig oder falsch ist. Ist der Wahrheitsbegriff durch die Postmoderne erst einmal ausgehebelt, bleibt keine Möglichkeit mehr einen falschen Weg im Leben zu erkennen und auf den richtigen zu wechseln.

Darauf baut nun die andere heute den Zeitgeist dominierende Ideologie auf: der Neomarxismus. Wie Dr. Nestvogel klar aufzeigt, verkündet dieser eine falsche Toleranz, da der Neomarxismus nicht nur verkündet, dass jede beliebige Meinung (außer der christlichen Wahrheit) toleriert werden muss, sondern auch akzeptiert werden muss. Damit wird dem Menschen also eine Meinung und Ideologie aufgezwungen, was am Ende in ein totalitäres, diktatorisches System führen wird. Ob nun in der ehemaligen Sowjetunion, in der DDR, in China oder sonst wo der Marxismus an die Macht kam, ging dies immer mit einer politischen Diktatur einher.

Ich möchte nun dazu noch einige historische Zusammenhänge aufzeigen, wie es zur Entstehung dieser Ideologien kam, die den heutigen Zeitgeist so sehr bestimmen, und wo diese von der Bibel abgewichen sind. Um uns davor zu schützen, müssen wir erkennen, wo sie einen Zaun, der durch die Bibel gegeben ist, abgerissen haben, damit wir genau an dieser Stelle wieder den Zaun aufrichten.

  1. Die Postmoderne

Um diese Ideologie zu verstehen, muss man sich die Hintergründe und Zusammenhänge anschauen. Die Postmoderne oder anders gesagt, die Zeit nach (lat. post) der Moderne ist letztendlich eine konsequente Folge der modernen Geistesgeschichte. Und hier ist der deutsche Philosoph Immanuel Kant federführend gewesen. Eine seiner wichtigsten Aussagen in seiner Philosophie lautet:

Zitat: „Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir…“ (Kritik der praktischen Vernunft, 1788. Kapitel 34).

Damit ist im Prinzip schon ausgesagt, wo das ganze Problem liegt. Man muss dazu sagen, dass die Geisteswissenschaftler und Philosophen in dieser Zeit keine Atheisten waren und den Glauben an Gott auf eine wissenschaftliche Grundlage stellen wollten (was ja an sich erst einmal keine schlechte Absicht ist). Doch dabei begingen sie einen kapitalen Fehler, wie an dem Zitat oben deutlich wird: Die einzige Erkenntnisquelle, aus der sie schöpften, waren der bestirnte Himmel über mir – also die Schöpfung Gottes – und das moralische Gesetz in mir – also das Gewissen des Menschen, in denen die 10 Gebote geschrieben stehen. In der Theologie spricht man hier von der Allgemeinen Offenbarung Gottes, wo Gott sich in seiner Schöpfung und in dem Gewissen des Menschen durch die 10 Gebote offenbart. Hätte sich Kant jedoch etwas mehr mit der Theologie beschäftigt, z.B. mal das 1. Buch der Institutio von Calvin gelesen, wo er diese Frage ausführlich behandelt, dann hätten die Philosophen erkannt, dass die Allgemeine Offenbarung nicht sehr weit reicht, um Gott zu erkennen.

https://www.youtube.com/watch?v=FizL1IL1T8U&list=PLr_U4dE6BCIBOEiB4fBPRuDGU27P8LN9r

Um Gott wirklich zu erkennen, bedarf es also der Speziellen Offenbarung Gottes in Form der Heiligen Schrift und des Evangeliums. Wenn also die Allgemeine Offenbarung Gottes in der Schöpfung ausreichend wäre, diese haben ja auch alle Heiden, wozu hätte Gott dann den Auftrag geben müssen, die Spezielle Offenbarung – also das Evangelium – allen Nationen zu verkünden?

Genau hier liegt das Problem der Denker der Moderne: Sie haben die Spezielle Offenbarung Gottes in Form der Bibel und des Evangeliums verworfen. Da die Bibel nun die objektive Wahrheit Gottes ist, hat dies dann in der Konsequenz in der Postmoderne dann dazu geführt, dass man überhaupt keine Wahrheit mehr stehen lassen will und alles nur noch relativ ist.

Wollen wir also diesem Zeitgeist der Postmoderne entgegenwirken, so müssen wir die objektive Wahrheit Gottes in Form der Bibel und des Evangeliums wieder aufrichten und verteidigen!

  1. Der Neomarxismus

Dieser führt seinem Wesen und seiner Konsequenz nach in ein totalitäres, diktatorisches politisches Gesellschaftssystem, weil er nach der Toleranz die Akzeptanz dieser Ideologie fordert und das geht nur mit Gewalt.

Um hier die Hintergründe und Zusammenhänge zu sehen, muss man zu einem anderen Philosophen der Moderne zurückkehren, zu Georg Wilhelm Friedrich Hegel und später auf den Naturforscher Charles Darwin. Hier ist die entscheidende Grundlage für den Marxismus, nämlich die Philosophie der Dialektik von Hegel. Das bedeutet: Innerhalb der Geschichte der Menschheit gibt es über die Dialektik von These und Antithese eine evolutionäre Entwicklung hin zur Synthese. Damit hat also nicht Darwin die Evolution erfunden, sondern diese kommt aus der Philosophie. Darwin hat jedoch dann mit seinem Werk „Entstehung der Arten“ der Evolution eine naturwissenschaftliche Grundlage gegeben.

Um nun den Bogen von Charles Darwin zum Kommunismus und Neomarxismus zu bekommen, muss man sich einmal den ganzen Titel seines Hauptwerkes „Entstehung der Arten“ anschauen, der wie folgt lautet:

On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or the Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life

https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cber_die_Entstehung_der_Arten

Bei der Evolutionstheorie geht es also letztendlich um die Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life – die Erhaltung der bevorzugten Rassen im Kampf ums Überleben. In dieser Anschauung liegt letztendlich ideologisch auch der ganze Rassismus der modernen Zeit begründet.

Bei der Evolution geht es also darum, dass eine bestimmte Rasse den Kampf ums Überleben gewinnt. Wenn man nun den Hintergrund England, viktorianisches Zeitalter, betrachtet, dann dürfte relativ schnell klar sein, welche Rasse in der Zukunft überleben soll und welche Rassen nicht: Die weiße angelsächsische Rasse soll überleben.

Und jetzt wird es interessant und hochspannend. Derjenige, der die Evolutionstheorie von Darwin in England promotet und überall verbreitet hat, war Thomas Huxley, der auch als die „Bulldogge Darwins“ wegen seiner radikalen und rauen Vorgehensweise bekannt wurde.

https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Henry_Huxley

Und dieser Thomas Huxley war nun wiederum mit Karl Marx verbunden. Marx schickte seine Schüler regelmäßig zu den Vorträgen und Veranstaltungen von Huxley, um dort die evolutionistische und naturhistorische Grundlage für den Marxismus zu lernen.

Worauf lief die Sache nun hinaus?

Nach der Evolution ist der Mensch letztendlich nur ein weiter entwickeltes Tier, das sich in einem Überlebenskampf befindet. Da man nun wollte, dass hier in diesem „struggle for life“ eine bestimmte Rasse, die weiße angelsächsische, überlebt, muss man die Menschheit über ein bestimmtes Gesellschaftssystem regulieren, wozu der Marxismus hier gerade recht kam.

Die Geschichte geht jedoch noch weiter: Der Enkel von Thomas Huxley war Julian Huxley, der Vater der Eugenik und der Gründer der UNESCO, welche die Allgemeinen Menschenrechte deklarierte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Julian_Huxley

Um die Menschheit also nun im Überlebenskampf in eine bestimmte Richtung zu formen, wendete man nun ein Gesellschaftssystem an, den Marxismus und die Eugenik, um die Menschen dann genau diese vorgesehen Richtung zu züchten und zu erziehen.

Sehr anschaulich wird dies in dem sehr bekannten Roman von Aldous Huxley „Brave New World – Schöne neue Welt“ dargestellt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6ne_neue_Welt

In diesem Buch kann man sehr gut sehen, wie diese Leute geplant haben, wie es mit unserer Welt in Zukunft weitergehen soll. Wer sind eigentlich diese Leute. Es geht hier vornehmlich um Leute aus der angelsächsischen Elite, zunächst in England und heute auch in den USA. Sie wollen diese „Schöne neue Welt“, die sich auf Eugenik gründet in einem marxistischen Gesellschaftssystem.

Eine wesentliche Verbreitung weltweit erfährt dieses Gedankengut durch die Fabianer (Fabian Society). Hierbei handelt es sich um eine sozialistische Gesellschaft innerhalb der Elite zur weltweiten Verbreitung des Neomarxismus.

https://de.wikipedia.org/wiki/Fabian_Society

Eine weitere wesentliche Organisation zur Verbreitung des Neomarxismus ist die sog. Frankfurter Schule. Hierbei handelt es sich um Philosophen und Sozialwissenschaftler, die den Neomarxismus nun durch den „Gang durch die Institutionen“ verbreiten wollen. Z.B. unser ehemaliger Außenminister Joschka Fischer und so gut wie alle Grünen kommen aus dieser Frankfurter Schule. Und Fischer ist ein Beispiel dafür, wie durch diesen Gang der Institutionen der Neomarxismus in die Politik gelangt und dort verbreitet und umgesetzt wird. Verbunden wird der Neomarxismus hier neuerdings auch immer öfter mit einer grünen Ideologie der Ökologie und des Klimaschutzes – man möchte die Welt retten, doch vor wem?

Dem bösen Tier Mensch.

Und hier liegt das eigentliche Problem – das falsche Menschenbild. Man hält den Menschen für ein Tier, das nur Schaden anrichtet und am Ende die Welt vernichten wird. Damit nun die bevorzugte weiße Rasse überleben kann, braucht man zur Regulierung Eugenik und ein sozialistisches, neomarxistisches Gesellschaftssystem.

Um hier als Christ entgegenzuwirken, müssen wir wieder ganz neu auf das biblische Menschenbild verweisen. Der Mensch ist nach dem Bilde Gottes geschaffen und die Ursache dafür, dass durch den Menschen böse Dinge geschehen, liegt an dem Sündenfall und nicht daran, dass er ein Tier ist. Und das Böse wurde durch Christus besiegt und durch ihn wird auch das Böse in der Welt überwunden. Auf all diese Dinge werden Christen hier wieder ganz neu hinweisen müssen. Zudem wird es nicht der Mensch sein, der dieser Erde ein Ende bereitet, sondern Gott selbst und zwar dann, wenn er einen neuen Himmel und eine neu Erde machen wird.

Dies soll nur mal ein roter Faden durch die Dinge sein, um hier einige Zusammenhänge zu sehen. Ansonsten bietet das Internet heute viele, viele Möglichkeiten, zu den genannten Stichworten zu „googlen“ und sich die Hintergründe noch ausführlicher anzuschauen.