„Der Hund ist der bessere Christ“ – Philosoph widerlegt falsches modernes Evangelium (Dirk Noll)

„Der Hund ist der bessere Christ“

Zu dieser Aussage kam der deutsche Philosoph Georg Friedrich Hegel (1770 – 1830), als er sich mit der damaligen gerade aufkommenden modernen Theologie und ihrem modernen Evangelium auseinandersetzte.

1. Der Philosoph Hegel über die moderne Theologie

Hegel schrieb in seiner Hinrichs´s Religionsphilospie von 1822 wörtlich:

„Gründet sich die Religion im Menschen nur auf ein Gefühl, … so wäre der Hund der beste Christ, denn er trägt dieses (Gefühl seiner Abhängigkeit) am stärksten in sich … Auch Erlösungsgefühle hat der Hund, wenn seinem Hunger durch einen Knochen Befriedigung wird.“

https://www.zum.de/Faecher/D/SH/heglhin.htm

Diese Aussage eines der einflussreichsten deutschen Philosophen für die westliche Geistesgeschichte finde ich sehr interessant. Denn es handelt sich hier um einen sekular denkenden Menschen, also jemand, der sich nicht als Christ bezeichnet und die Bibel sogar als Wort Gottes ablehnt.

Als er sich nun mit der modernen Theologie beschäftigte, konnte er rein durch die Beurteilung des gesunden Menschenverstandes zu dem Schluss kommen: Wenn diese Theologie stimmt, dann sind Hunde die besten Christen. Gleiches muss man auch heute über das moderne Evangelium sagen. Wenn dieses stimmen würde, dann wären Hunde die besten Christen.

Zum Hintergrund, wie es zu dieser Aussage kam.

2. Der evangelische Theologe Schleiermacher definiert das moderne Evangelium

Im wesentlichen beginnt die moderne Theologie und ihr modernes Evangelium mit der Schrift

„Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern“
https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cber_die_Religion._Reden_an_die_Gebildeten_unter_ihren_Ver%C3%A4chtern

Diese Schrift wurde 1799 von dem evangelischen Theologen Friedrich Schleiermacher herausgegeben.
https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Schleiermacher

Darin erklärt Schleiermacher, was nach seiner Auffassung der christliche Glaube ist und was er nicht ist. Nach Schleiermacher:

a) ist der christliche Glaube nur Gefühl, und zwar das „Gefühl schlechthinniger Abhängigkeit“ von Gott.

b) ist der christliche Glaube nicht „die Zustimmung zu Dogmen und Lehrsätzen“.

3. Die Folgen daraus

Dieses falsche moderne Evangelium hat sich leider in der Christenheit bis hinein in konservative Kreise durchgesetzt und bis heute seinen Lauf genommen. Die Folgen sehen wir überall und an jeder Ecke, wo wir es mit Glauben, Christentum und Religion zu tun haben.

Biblische Lehre und Dogmen (Lehrsätze) und Glaubensbekenntnisse werden verworfen und man sieht darin keine Bedeutung und stattdessen setzt man ganz auf eine individuelle Glaubenserfahrung, die sich nicht mehr auf biblische Lehre gründet, sondern ganz auf das Gefühl.

Auf der einen Seite haben wir nun „charismatische Christen“, die mit allerlei unbiblischen Dingen Gott erfahren wollen, sodass es ihnen unter die Haut geht und andere bilden sich allerlei eigene Glaubenslehren, was dann automatisch zu Streit führt, wenn sie auf Christen treffen, welche sie mit tatsächlich biblischer Lehre konfrontieren.

Soweit sind wir also nun gekommen, dass wir über große Teile des modernen und heutigen Christentums sagen müssen: Da sind Hunde aber die besseren Christen…

und wir stehen vor der Frage, auf was setzen wir? Auf das Gefühl oder ein biblisches Christentum, das sich mit biblischer Lehre beschäftigt?

So nebenbei gesagt. Ein Christentum, das sich auf biblische Lehre gründet, ist niemals kalt und gefühllos. Wir müssen uns dazu nur die Wolke von Gottesmännern anschauen, welches Feuer und welchen geistlichen Eifer sie hatten, gerade weil sie auf gesunde biblische Lehre gesetzt haben.

Im anderen Fall, wenn wir hier mit dem Trend und Zeitgeist gehen und auf das Gefühl setzen, dann werden auch wir es uns gefallen lassen müssen, dass sekulare Weltmenschen mit ihrem gesunden Menschenverstand über uns das Urteil fällen: „Auch Erlösungsgefühle hat der Hund, wenn seinem Hunger durch einen Knochen Befriedigung wird.

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