Wie errettet Gott Kinder gläubiger Eltern? (Dirk Noll)

Wie errettet Gott Kinder gläubiger Eltern?

Ich habe eine ganze Reihe Themen im Hinterkopf, über die ich es für wert oder sogar für sehr notwendig halte, dass man darüber eine Bibelarbeit macht oder einen Artikel schreibt.

Nun liegt mir doch sehr die Frage auf dem Herzen: Wie errettet Gott Kinder gläubiger Eltern?

Im Laufe meines Glaubenslebens habe ich doch viele Eltern gesehen, die sich sorgenvolle Gedanken darüber gemacht haben, ob ihre Kinder Christus annehmen und gerettet werden. Spätestens dann, wenn die Kinder im Jugendalter oder dem Alter junger Erwachsener sind und einen völlig anderen Weg in ihrem Leben einschlagen als den Weg des Glaubens und ein Leben mit Christus, sind häufig die Sorgen groß bis dahin, dass ich sogar Eltern kennengelernt habe, die in große Verzweiflung bis hin zu Depressionen geraten sind. Spätestens dann stellt sich die Frage besonders dringlich: Wie kann Gott meine Kinder zu Christus führen und erretten?

Nach sehr langer Betrachtung der Bibel zu dieser Frage, so denke ich, sollten Eltern diese Frage aber schon viel früher stellen, schon dann, wenn die Kinder noch ganz klein sind.

Warum?

Ich habe festgestellt, dass heute in einer breiten Masse von Christen ein biblisches Familienverständnis verloren gegangen ist und die eindeutige Kenntnis, wie und auf welchem Weg Gott Kinder gläubiger Eltern errettet.

Besonders deutlich wurde mir dies, als ich immer wieder von christlichen Eltern die Aussage hören musste, dass sie selbst über ihre kleinsten Kinder von „Heiden“ gesprochen haben. Da ist ein christlicher Vater, der ein Kleinkind hat und sagt: „Da ist ja mein kleiner Heide“.

Ist das wirklich so?

Sollten Christen ihre Kinder als Heiden betrachten, oder sind sie vielleicht doch ein Bestandteil der Gemeinde und stehen unter der besonderen Verheißung, dass Gott gerade sie erretten möchte?

Um diese Frage zu klären, möchte ich folgendermaßen vorgehen. Ich möchte miteinander vergleichen, wie die Kinder gläubiger Eltern im alten Bund betrachtet wurden und wie sie im neuen Bund betrachtet werden. Dabei stellen wir fest, dass es eine Kontinuität gibt zwischen dem AT und dem NT. Die Kinder werden als Bestandteil des Volkes Gottes gesehen und stehen somit unter der Verheißung des Bundes und damit auch unter der Verheißung gerettet zu werden.

Der Teil der Eltern ist es nun, ihre Kinder auf Grundlage dieser Verheißung zu sehen und entsprechend damit umzugehen.

Wie betrachtet die Bibel die Kinder gläubiger Eltern im AT und NT. Hier sehen wir eine Kontinuität, dass sie:

  1. Teilhaber des Bundes sind
  2. Unter der Verheißung der Errettung stehen
  3. Errettet werden durch die Erziehung im Herrn
  4. Von der Welt abgesondert und deshalb heilig sind
  5. Dem Volk Gottes angehören.

Zu 1. Kinder gläubiger Eltern sind Teilhaber des Bundes

Allein schon die Tatsache, dass die Kinder Teilhaber des Bundes sind, zeigt wie widersinnig die Aussage mancher Eltern ist, dass ihre Kinder „Heiden“ wären und macht deutlich, wie weit sie von einem biblischen Familienverständnis weggeführt wurden, wahrscheinlich durch die Einflüsse des modernen Individualismus auf die Gemeinde.

Der alte Bund wurde mit Abraham aufgerichtet und mit seinen Nachkommen (Kindern). Diese Tatsache ist heute den meisten Christen noch sehr geläufig. Denn wir lesen in 1.Mose 17,7:

„Und ich will aufrichten meinen Bund zwischen mir und dir und deinen Nachkommen [Kindern] von Geschlecht zu Geschlecht“.

Doch interessanterweise glauben viele Christen heute nicht mehr, dass das Gleiche auch für den neuen Bund gilt, dass hier also eine Kontinuität zwischen AT und NT besteht.

Nur zur Erinnerung, der neue Bund, der in Jeremia 31,31ff. im AT angekündigt wurde und von Jesus im NT als herbeigekommen bezeichnet wurde (Mt 28,28), wird offiziell in Apostelgeschichte 2 aufgerichtet. Die Propheten des AT setzen den neuen Bund mit der Ausgießung des Geistes und damit, dass das Gesetz Gottes nun auf „fleischerne Tafeln“ des Herzens geschrieben wird, in Verbindung. Das geschah an Pfingsten und deshalb sagt Petrus in seiner Pfingstpredigt die Worte:

„Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden; so werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die ferne sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird.“ (Apg 2,38.39).

Auch hier sehen wir die Parallele zu dem alten Bund mit Abraham: Er gilt auch für die Kinder der Christen.

Zu 2. Die Kinder stehen unter der Verheißung der Errettung

Der alte Bund wurde also mit Abraham und seinen Kindern geschlossen, was sich in besonderer Weise auf seinen Sohn Isaak bezieht, der trotz des hohen Alters von Sarah und ihrer Unfruchtbarkeit dennoch geboren wurde: „Denn das ist ein Wort der Verheißung: »Um diese Zeit will ich kommen, und Sarah soll einen Sohn haben«.“ (Röm 9,9).

Gleiches und damit auch wieder eine Kontinuität zwischen AT und NT finden wir bei der Aufrichtung des neuen Bundes. Auch er steht in Verbindung mit einer Verheißung für die Kinder der Christen:

„Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern“ (Apg 2,39)

Zu 3. Die Kinder gläubiger Eltern werden durch die Erziehung im Herrn errettet

Eine Verheißung steht immer in Verbindung mit einer Bedingung. An dieser Stelle muss noch ausdrücklich gesagt werden, dass das biblische Prinzip von Verheißung und Bedingung nicht zu verwechseln ist mit einem Automatismus. Wenn ich die Bedingung erfülle, in dem Fall christliche Kindererziehung, führt dies nicht automatisch zur Errettung der Kinder. Einen solchen Automatismus sehen wir weder im AT noch im NT. Nicht alle Nachkommen Abrahams wurden automatisch gerettet und so werden auch nicht alle Kinder gläubiger Eltern automatisch gerettet, wie unsere Erfahrung in der Realität dies uns untrüglich zeigt.

Bei der Verheißung geht es vielmehr um den Glauben. Die Verheißung besteht immer aus einem Wort Gottes und dieses zielt darauf ab, dass wir dem Wort / der Verheißung glauben. „Und [Abram] glaubte dem HERRN, und das rechnete Er ihm als Gerechtigkeit an“ (1.Mose 15,6). Und das ist auch der Weg, um aus der Verzweiflung herauszukommen, dass die Kinder möglicherweise verloren gehen. Dazu am Ende des Artikel noch etwas mehr.

Die Bedingung für die Verheißung für die Kinder lautet also, sie im Herrn zu erziehen. Dies galt im alten Bund: „Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du auf dem Herzen tragen, und du sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden“ (5.Mose 6,6).

Gleiches Prinzip gilt auch wieder für den neuen Bund. Da die Kinder Teilhaber des Bundes sind und unter der Verheißung des Bundes stehen, gilt auch für die Eltern, dass sie ihre Kinder im Herrn erziehen: „Und ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern zieht sie auf in der Zucht und Ermahnung des Herrn“ (Eph 6,4).

Zu 4. Die Kinder sind von der Welt abgesondert und deshalb heilig

Im alten Bund war das ganze Volk Gottes heilig, die Kinder eingeschlossen: „Darum sollt ihr heilig sein, denn ich bin heilig“ (3.Mose 11,45).

Im neuen Testament wird wieder das gleiche Prinzip angewendet und hier sogar mit ausdrücklichem Bezug zu dem AT in 3.Mose 11,45: „Sondern wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel. Denn es steht geschrieben: »Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig!“ (1.Petrus 1,15.16).

Wie im AT das ganze Volk Gottes heilig war, so gilt dieses Attribut auch für das Volk Gottes im NT, denn Petrus spricht hier die Christen in der Gemeinde an und bezieht das alttestamentliche „Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig“ ausdrücklich auf die Christen und ihre Kinder.

Was ist aber, wenn nur ein Elternteil gläubig ist?

Auch hier gilt das gleiche Prinzip, denn er möchte die Familie, die Gott als Einheit betrachtet, nicht auseinander reißen. Also, selbst wenn nur ein Elternteil gläubig ist und das andere nicht, gilt für die Kinder immer noch, dass sie Teilhaber des Bundes sind, unter der Verheißung stehen und heilig sind. Das lesen wir in 1.Korinther 7,14: „Denn der ungläubige Mann ist geheiligt durch die Frau, und die ungläubige Frau ist geheiligt durch den Mann; sonst wären ja eure Kinder unrein, nun aber sind sie heilig.“ (1.Kor 7,14).

Zu 5. Die Kinder gehören dem Volk Gottes an

Damit sind nun alle wahren Christen und ihre Kinder ein königliches Priestertum und heiliges Volk. Auch hier wieder zuerst das Prinzip aus dem AT: „Ihr aber sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein! Das sind die Worte, die du den Kindern Israels sagen sollst“ (2.Mose 19,6)

Und diese Stelle aus dem AT wird direkt auf die Gemeinde des neuen Testaments angewendet, denn Petrus spricht hier ausdrücklich zu den Christen und zitiert direkt die Stelle aus 2.Mose 19,6 und wendet sie auf die Christen und ihre Kinder an: „Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums“ (1.Petr 2,9).

Schlussfolgerung

Die Meinung und Aussage einiger Eltern, dass ihre Kinder „Heiden“ wären, kann man angesichts des biblischen Familienverständnisses in einer Kontinuität aus AT und NT nur als tragischen Irrtum sehen.

Unter der Betonung, dass es hier keinen Automatismus gibt, gehe ich sogar soweit, dass manche Irrwege der Kinder von Christus weg auch damit zusammenhängen, dass ihre Eltern hier in die Irre gegangen sind.

Warum?

Wenn es nun wirklich so ist, dass die Kinder Teilhaber des Bundes sind und unter der Verheißung des Bundes stehen, dann gilt für die Eltern die Bedingung, dass sie an die Verheißung glauben und sich im Gebet regelmäßig vor Gott auf die Verheißung berufen, dass ihre Kinder gerettet werden und diese auch im Herrn erziehen.

Ich gehe davon aus, dass die meisten Eltern, die ernsthaft Christen sind, versuchen ihre Kinder im Herrn zu erziehen. Doch wie sieht es mit der Verheißung aus? Wenn Du Sorge um die Rettung Deiner Kinder hast und dass sie den Weg mit dem Herrn gehen, hast Du Dich schon jemals im Glauben und im Gebet auf die Verheißung berufen, dass Deine Kinder gerettet werden? „Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern“ (Apg 2,39).

Wenn Du Dich für Deine Kinder auf diese Verheißung berufst, dann werden Deine Sorgen kleiner oder gar ganz verschwinden, denn dann liegt die Last der Rettung Deiner Kinder nicht mehr bei Dir, sondern Du hast es bei Gott abgegeben, dass er Deine Kinder errettet. Noch einmal, wie schon gesagt, es geht hier nicht um einen Automatismus, sondern dass wir in das biblische Prinzip des Glaubens hinein genommen werden.

Gott hat für die Kinder gläubiger Eltern die Verheißung der Errettung gegeben, damit die Eltern sich auf dieses Wort der Verheißung vor Gott berufen und somit in den Glauben hineingeführt werden, dass Gott seine Verheißungen auch erfüllt.

Zur persönlichen Prüfung: Was erfüllt im Hinblick auf Deine Kinder momentan Deine Gedanken und Dein Herz? Ist es eine schon fast verzweifelte Sorge, dass Deine Kinder verloren gehen könnten, weil sie gerade nicht auf den Wegen des Herrn gehen?

Oder kannst Du deine Gedanken auf das Herz Jesu richten, das in im Markus 10,14 offenbart wird:

„Als das Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Laßt die Kinder zu mir kommen und wehrt ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes!“

Wir sehen, dass Herz Jesu ist für die Kinder weit und er möchte, dass sie zu ihm kommen. Deshalb hat er auch für die Eltern die Verheißung gegeben, ihre Kinder zu erretten. Das erfordert jedoch Glauben an diese Verheißung.

Wie steht es mit Dir?

Siehst Du wie weit das Herz Jesu für Deine Kinder geöffnet ist und Du berufst dich deshalb auf die Verheißung Gottes im Glauben? Oder bist du an diesem Punkt im Stand des Unglaubens und über Dich muss dasselbe gesagt werden wie im Evangelium: „Als das Jesus sah, wurde er unwillig“.

Vielleicht sollten wir über diese Sache wieder ganz neu nachdenken und von der Schrift her überdenken.

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