Der Arminianismus aus historischer und biblischer Perspektive: Ist Gott etwa ein ohnmächtiger Gott? (Siegfried Schad)

Wer ist dieser arminianische (siehe Worterklärung Arminianismus HIER und Erläuterungen HIER) Gott, der alle Menschen mit seinem Heilsangebot erretten möchte, aber sehnsüchtig warten muß bis Hudson Taylor 1853 aufbricht und das Evangelium in China verkündigt … Generationen von Chinesen die unschuldig zur Hölle fahren weil die Mission zuvor im Tiefschlaf war und das Evangelium China nie zuvor erreichte?

Wer ist dieser arminianische Gott der Generationen von Namenschristen die sich ihr Heil in den dunkelsten Zeiten der römischen Kirche in Kreuzzügen verdienen wollten, verwirken läßt so daß sie zur Hölle fahren werden? Wer ist dieser arminianische Gott, der ganze Völkerscharen unter dem Joch des Kommunismus vom Evangelium fern gehalten,  dem falschen Geist des Materialismus überläßt? Wer ist dieser arminianische Gott der ganze Völkerschaften unter dem Schwert des Islam verderben läßt? …

Wenn es diesen arminianischen Gott gibt, der nicht erwählt und auch nicht übergeht, dann muß dieser auch ein ohnmächtiger Gott sein!

WIE UNERMESSLICH KRAFTVOLL UND SOUVERÄN IST JEDOCH DER GOTT DER IN SEINEM WORT VERKÜNDET,

… daß er die Tage verkürzt um seiner Auserwählten willen …

Mk 13,20 Und wenn der Herr die Tage nicht verkürzt hätte, so würde kein Mensch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen, die er erwählt hat, hat er die Tage verkürzt.

… der auch Denjenigen erwählt hatte, dessen böses Herz er kannte …

Joh 13,18 Ich rede nicht von euch allen; ich weiß, welche ich erwählt habe. Doch muss die Schrift erfüllt werden: »Der mit mir das Brot isst, hat seine Ferse gegen mich erhoben«.

… der von Anfang an erwählt hatte, da ER auch am zeitlichen Ende steht und allen Ausgang somit bereits kennt …

2Thess 2,13 Wir aber sind es Gott schuldig, allezeit für euch zu danken, vom Herrn geliebte Brüder, dass Gott euch von Anfang an zur Errettung erwählt hat in der Heiligung des Geistes und im Glauben an die Wahrheit,

… der Viele beruft und übergeht, aber letztlich nur Wenige erwählt …

Mt 20,16 So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein. Denn viele sind berufen, aber wenige auserwählt.

… der in Kenntnis von allem Ausgang, vor Grundlegung der Welt erwählte ….

Eph 1,4 wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, damit wir heilig und tadellos vor ihm seien in Liebe.

… der (sehr offensichtlich) mit Geduld wartet, bis seine Auserwählten die Errettung erlangen …

2Tim 2,10 Darum ertrage ich alles standhaft um der Auserwählten willen, damit auch sie die Errettung erlangen, die in Christus Jesus ist, mit ewiger Herrlichkeit.

Dr. John MacArthur schreibt in der Studienbibel 

2Tim 2,10 um der Auserwählten willen. D.h. diejenigen Erwählten, die
vor Beginn der Welt zum Heil erwählt wurden (s. Anm. zu 1,9), aber
noch nicht zum Glauben an Jesus Christus gekommen sind (s. Anm. zu
Apg 18,10; Tit 1,1). die Errettung … die in Christus Jesus ist. In niemand
anderem ist Heil (Apg 4,12; vgl. Röm 8,29; Eph 1,4.5). Das Evangelium
muss verkündet werden (Mt 28,19; Apg 1,8), weil die Erwählten
nicht anders errettet werden können, als nur durch Glauben an Christus
(Röm 10,14). ewiger Herrlichkeit. Das Endergebnis der Errettung (s.
Anm. zu Röm 5,2; 8,17).

Nachbemerkung: Liebe Leser, es soll mir nicht zur Gewohnheit werden, daß ich bar jeder theologischen Schulung in einer hoch umstrittenen Frage theologisch und schlicht argumentiere – langjährige Leser dieses Blogs wissen, daß dies hier eine Ausnahme darstellt. Als Laie und stets vor Augen, daß unsere Erkenntnis diesseitig bruchstückhaft sein muß (vgl. 1.Kor 13,10), bitte ich darum diesen Beitrag als Denkanstoß zu werten. Ohne Frage nehme ich auch billigend in Kauf, daß sich einige newsletter-Abonnenten abmelden werden, mit der Bitte, bevor sie dieses tun Dr. Martin Erdmanns Ausführungen zum gleichen Thema zu lesen: Calvins Erwählungslehre – Ein Stein des Anstosses

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