Mögliche geistliche Hintergründe der Flüchtlingswelle (Rudolf Ebertshäuser) / Vorbemerkung (Siegfried Schad)

Vorbemerkung (Siegfried Schad)

Rudolf Ebertshäuser schreibt: Wir sind nicht berufen, politische Initiativen zu entwerfen oder politische Bewegungen zu unterstützen. Wir sind berufen, gerade in diesen unruhigen Zeiten allen Menschen – Deutschen und Migranten, Grünen-Anhängern und Pegida-Anhängern, Besorgten und Optimistischen, die wunderbare Botschaft von der ewigen Errettung durch Jesus Christus zu bezeugen.

Diese Aussage, sowie die nachfolgende geistliche Analyse kann ich zu 100% bejahen – vielen Dank Bruder Ebertshäuser!

 


Mögliche geistliche Hintergründe der Flüchtlingswelle (Rudolf Ebertshäuser)

(Quelle: Rudolf Ebertshäuser www.das-wort-der-wahrheit.de)

[Auszug aus dem Artikel Die europäische Flüchtlingskrise als Herausforderung für bibeltreue Gläubige (Rudolf Ebertshäuser)]

Wie können wir die Vorgänge in Europa geistlich einordnen? Ich möchte versuchen, hier einige Gesichtspunkte anzuführen, auch wenn uns bewußt sein muß, daß alle solche geistliche Bewertung fehlbar und schwierig ist und mit aller Vorsicht geschehen muß.

Man kann sagen, daß Gott Deutschland und Europa nach der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges eine ungewöhnlich lange Zeit der Ruhe, der Ordnung und des Wohlstandes gegeben hat. Zumindest in Deutschland war das auch die Folge einer gewissen Demütigung der Verantwortlichen vor Gott, einer gewissen Umkehr vom Wahn des Nationalsozialismus. Nach dem Zusammenbruch des Hitler-Regimes waren einige Zeit die Kirchen voll; viele fragten nach Gott, einige bekehrten sich. Der Satz „In der Verantwortung vor Gott“ in unserer Verfassung entspringt wohl doch einer gewissen aufrichtigen Einsicht der damaligen Verantwortungsträger, auch wenn sie sicherlich nicht wahrhaft bekehrt und gläubig waren. Damals meinten die Väter des Grundgesetzes den Gott der Bibel, auch wenn das heute umgedeutet wird.

Unser Gott, der Gott der Bibel, der über allem regiert und die Geschicke der Völker lenkt, hat diese Demütigung und Umkehr in Deutschland sehr wohl wahrgenommen. Er hat diesem Land und Volk Frieden und gute Ordnung, Wohlstand und Gedeihen in vielen Bereichen gewährt, bis hin zur Wiedervereinigung von Ost und West. Aber beginnend mit der antichristlichen, von Satan inszenierten Kulturrevolution der 68er Jahre wirkte in Deutschland wie im übrigen „christlichen Abendland“ ein verhängnisvolle Geisteswelle der Gesetzlosigkeit und des Antichristentums. Sie wurde getragen vom Neomarxismus der linken Studenten, von antichristlichem Humanismus, Feminismus, von New-Age-Denken über eine „neue Weltordnung“ und vielen anderen Faktoren.

Dieser antichristliche, gesetzlose Geist äußerte sich auch in der zunehmenden Ablehnung des christlichen Glaubens und des Gottes der Bibel. Er setzte sich politisch um in der Preisgabe vieler moralischer Gesetze und Normen, die auf der Bibel beruhten. So wurden im Zuge der Liberalisierung des Rechts Ehebruch und Unzucht, Abtreibung, Pornographie, Homosexualität und Gotteslästerung straffrei gemacht; grundlegende Gebote und Ordnungen Gottes wurden relativiert und dann umgestürzt; die Obrigkeit ließ unter dem neomarxistischen Einfluß immer mehr Böses einfach gewähren.

Eine neue Phase dieser antichristlichen und gesetzlosen Entwicklungen ist die offene Legitimierung der Homosexualität und eheähnlicher homosexueller Verbindungen durch die staatliche Obrigkeit, bis hin zur Proklamation einer „Homo-Ehe“. Damit haben die europäischen Staaten die grundlegendste und wichtigste Schöpfungsordnung Gottes angetastet, die eigentlich allein den Bestand jeder Gemeinschaft gewährlistet, nämlich Ehe und Familie. Das geschah nicht ohne inneren Zusammenhang mit der Weigerung der EU, in ihrer 2004 verabschiedeten Verfassung den Bezug auf Gott mit aufzunehmen. Immer offener wenden die Länder des einstmals christlich-biblisch geprägten Abendlandes sich ab von dem allein wahren Gott, dem sie so viel Segen und Gutes verdanken.

Eine solche undankbare Abkehr von dem allmächtigen Gott, eine solche dreiste Auflehnung gegen Gottes Ordnungen zieht aber unweigerlich das Gericht Gottes nach sich.

Warum toben die Heiden und ersinnen die Völker Nichtiges? Die Könige der Erde lehnen sich auf, und die Fürsten verabreden sich gegen den HERRN und gegen seinen Gesalbten: »Laßt uns ihre Bande zerreißen und ihre Fesseln von uns werfen!« Der im Himmel thront, lacht; der Herr spottet über sie. Dann wird er zu ihnen reden in seinem Zorn und sie schrecken mit seinem Grimm: »Ich habe meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berg!« (Ps 2,1-6)

Die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009, die Zunahme des Terrorismus, die Ukrainekrise, die Griechenlandkrise und jetzt die Flüchtlingskrise, verbunden mit islamistischen Anschlägen in Europa – all das scheint mir ein Symptom dafür zu sein, daß Gott Seine schützende und segnende Hand von Europa und auch speziell von Deutschland abzieht. Deutschland und Europa, so fürchte ich, werden zunehmend Chaos und Gewalt, wirtschaftliche Krisen und Niedergang des Wohlstandes erleben, aber auch eine Erosion des kostbaren politisch-militärischen Friedens zwischen den Nationen in unserer Region. Hier hat die Ukrainekrise ein ernstes Fanal gesetzt, indem erstmals seit Jahrzehnten wieder kriegerische Konflikte unter Beteiligung einer Großmacht in Europa aufflackerten.Wir müssen ganz nüchtern damit rechnen, daß wir zukünftig mit vermehrter Gesetzlosigkeit und Christenfeindschaft, ja Christenverfolgung leben müssen, daß allgemein die Unsicherheit und Bedrohung durch den Islamismus und andere Faktoren steigen wird, daß Gott die Obrigkeit unter Umständen in falsche und verhängnisvolle Entscheidungen und einen gewissen Kontrollverlust dahingeben wird; darin verwirklicht sich vielleicht ansetzweise schon das Gericht, das der Herr Jesus für die Zeit Seiner Wiederkunft beschreibt: „auf Erden Angst der Heidenvölker vor Ratlosigkeit bei dem Tosen des Meeres und der Wogen“ (Lk 21,25).

Wir sollten uns daran erinnern, daß Gott die Anhänger des Islam schon früher als Geißel des Gerichts über eine laue, von Ihm abgefallene Christenheit benutzte, so bei der Verwüstung der einstmals christlichen Regionen Nordafrikas und des Nahen Ostens und auch in der Bedrohung Europas im Mittelalter. Es mag sein, daß sich das Einströmen von Hunderttausenden und vielleicht noch Millionen Muslimen nach Europa in mancher Hinsicht ebenfalls als ein solches Gericht erweist.

Auf der anderen Seite sollten wir als Christen in der Einreise von Hunderttausenden von muslimischen Menschen auch eine von Gott geschenkte Chance sehen. Wir dürfen darum beten, daß diese Menschen hier, unter den Bedingungen einer noch relativ intakten Meinungs- und Religionsfreiheit, die Möglichkeit haben, das Evangelium von Jesus Christus kennenzulernen und damit den lebendigen Sohn Gottes, der auch ihnen ewige Errettung, Trost und Halt schenken möchte. Und das muß für uns der hauptsächliche, entscheidende Gesichtspunkt sein. Wir sind nicht berufen, politische Initiativen zu entwerfen oder politische Bewegungen zu unterstützen. Wir sind berufen, gerade in diesen unruhigen Zeiten allen Menschen – Deutschen und Migranten, Grünen-Anhängern und Pegida-Anhängern, Besorgten und Optimistischen, die wunderbare Botschaft von der ewigen Errettung durch Jesus Christus zu bezeugen. Jesus Christus allein kann wahren Frieden geben – das sollte unser Zeugnis in dieser Zeit sein.


siehe auch: Wie wir Christen uns zu den gegenwärtigen Herausforderungen verhalten sollten (Rudolf Ebertshäuser)


 

 

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