Wie christlich sind die auf dem Kongress christlicher Führungskräfte propagierten Werte? (Dr. Martin Erdmann)

 

(Quelle: newsletter Dr. Martin Erdmann www.veraxinstitut.ch)

– Referenten spiegeln ökumenische Gesinnung

– Geringer Erfolg bei der Vermittlung christlicher Werte

– Humanismus erwünscht, echte christliche Werte abgelehnt

– etc.

Dr. Martin Erdmann berichtet aus Greenville, South Carolina …

Unsere Zeit ist eine Zeit, in der in fast allen Bereichen des Lebens grundsätzliche Veränderungen stattfinden, die so nachhaltig sind, dass sich die Umstände, in denen wir uns befinden, nicht mehr mit denen zu vergleichen sind, die wir noch vor fünf Jahren vorgefunden haben. Wir müssen uns immer wieder neu orientieren über die sich vor unseren Augen abzeichnende Umgestaltung der christlichen Gemeinden und der allgemeinen Gesellschaft. Dass diese Aufgabe nicht so einfach zu bewältigen ist, hängt unter anderem von der bewussten Verbreitung von Fehlinformationen ab, die uns weismachen möchten, dass unsere gegenwärtige Lage nicht so prekär ist, wie sie uns erscheint. Deshalb müssen wir auf der Hut sein, nicht jedem „Marktschreier“ Glauben zu schenken. Es bedarf der Mühe, die richtigen Informationen einzuholen und sie so zu interpretieren, dass sie der wirklichen Situation soweit wie möglich entsprechen. Was die Entwicklung in den evangelikalen Gemeinden anbelangt, ist es geradezu unerlässlich, nicht nur die Stimmen zu hören, die aus den Reihen der Deutschen Evangelischen Allianz vernehmbar sind, sondern auch die Artikel zu lesen, die einen anderen Standpunkt vertreten. Georg Walters Distomos-Blog ist sicherlich eine gute Anlaufstelle, um sich über die dort veröffentlichten Informationen ein besseres Bild über die Zustände im westlichen Evangelikalismus zu machen. Selbstständig versucht auch das Verax Institut die neuesten Entwicklungen in der evangelikalen Welt zu verfolgen und zu kommentieren. Neben der Verbreitung von biblischer Lehre aus kalvinistischer und baptistischer Sicht sehe ich gerade in dieser apologetischen Aufgabe, einen Schwerpunkt meines christlichen Dienstes

Die Befürworter der Gemeinde- und Gesellschaftstransformation, wie etwa die Professoren Tobias Faix und Volker Kessler, traten vor einigen Tagen als Redner beim Kongress christlicher Führungskräfte in Hamburg auf. Die Presse berichtete leider nichts über den Inhalt ihrer jeweiligen Vorträge. Deshalb fehlen mir die nötigen Informationen, um mehr darauf eingehen zu können. Selbstständig ist mir bekannt, welchen Standpunkt Tobias Faix in mehreren Publikationen einnimmt. Einige seiner Ansichten stellte er meinen Aussagen in dem vor knapp drei Jahren stattgefundenen Streitgesprächs in der Redaktion des Nachrichtenmagazins IDEA entgegen. Die schriftliche Zusammenfassung können Sie in dem IDEA-Artikel nachlesen, der in der Ausgabe des Magazins mit dem Titel „Sollen Christen die Welt verändert“ (ideaSpektrum 17.2012) veröffentlicht wurde.

Auch wenn es scheinbar so aussah, als ob die öffentliche Debatte über das Pro und Contra der Gemeinde- und Gesellschaftstransformation mit der Veröffentlichung des Buchs Der Griff zur Macht Ende 2011 einen gewissen Höhepunkt erreicht hatte, so werte ich sie nur als ein sicherlich wichtiger, aber letztlich nur vorläufiger Schritt, um die unbiblischen Thesen der Veranstalter des Studienprogramms „Gesellschaftstransformation“ am Marburger Bildung- und Studienzentrum und aller anderen, die gleiche oder ähnliche Ansichten vertreten, aufzudecken.

Mit vermehrten Kräften werde ich mich künftig noch intensiver mit der Aufgabe befassen, deutlich aufzuzeigen, was sich konkret hinter dieser Vorstellung und Bewegung der Gemeinde- und Gesellschaftstransformation verbirgt. Nicht jedem Christen in Deutschland und in der Schweiz ist es bewusst, wie weit sich die Befürworter der Transformationsbewegung aus dem ehemals klar umrissenen Rahmen des evangelikalen Bekenntnisses entfernt haben, sich aber weiterhin dem breiten Strom des Evangelikalismus zugehörig ansehen. Es ist deshalb zu erwarten, dass sich die öffentliche Auseinandersetzung zwischen diesen Befürwortern und ihren Kritikern in eine neue Runde geht. Bald wird sich dann zeigen, wer wirklich die der biblischen Wahrheit entsprechende Position vertritt.

Ich möchte Sie einladen, sich den Text des Artikels über den vor einigen Tagen zu Ende gegangenen Kongresses christlicher Führungskräfte durchzulesen und, soweit sie den darin geäußerten Ansichten zustimmen, andere auf ihn aufmerksam zu machen. Ich bin für ihre geschätzte Mitarbeit in dieser Hinsicht dankbar.

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