Der Nahe Osten und eine Militarisierung von Christen (Dirk Noll)

Der FOCUS berichtet heute, dass Christen in der Schweiz Geld sammeln und damit Soldaten finanzieren, die im Nahen Osten in den Krieg ziehen. (siehe FOCUS).

Kreuzzug gegen den Terror: Schweizer Christen ziehen gegen IS in den Krieg

Schweizer Christen kämpfen mit Glaubensbrüdern in Syrien und im Irak gegen den IS-Terror. Gleichzeitig sammeln Unterstützer Gelder in der Alpenrepublik. Doch der Kreuzzug der militanten Christen ist nicht nur gefährlich: Sie machen sich auch strafbar. Bitte hier weiterlesen

Begründet wird dies mit den Worten: „Kampf ist eine christliche Pflicht“. Aber nicht nur bei unseren Nachbarn in der Schweiz gibt es Christen, die sich aufgrund der aktuellen Ereignisse im Nahen Osten militarisieren.

In den letzten Tagen habe ich auf Facebook eine Fülle von Fotos und Videos in meinen Posts gehabt, welche direkt zu Waffengewalt und einer militärischen Lösung in Nahen Osten aufrufen. Hier eine kleine Auswahl der Fotos (siehe Anlage):

Fotos in dieser Art werden zu Hunderten bei Facebook gepostet von evangelikalen Christen, welche so gut wie immer in ihrem Logo den Davidstern haben und sehr häufig die Parole darin stehen haben „We stand with Israel“ (siehe Artikel)

Auf einem der von Christen geposteten Bilder ist z. B. ein israelischer Kampfjet zu sehen, der mit schweren Raketen bestückt ist. Daneben steht: „Kämpfe für dein Land!“ (Netanjahu). Unterlegt wird dieser Aufruf zum militärischen Kampf mit verschiedenen Bibelstellen, die aus dem Zusammenhang gerissen wurden.

Israel-Kampfjet

Dagegen gibt die Bibel im NT ein Beispiel, dass wir die Sache Gottes nicht mit Waffengewalt verteidigen sollen. Als die Pharisäer mit den Römern kamen, um Jesus im Garten Gethsemane festzunehmen, da zog Petrus sein Schwert und schlug Malchus, dem Diener des Hohenpriesters, das Ohr ab.

Wie reagierte Jesus auf diesen Gewaltakt des Petrus?

Er heilte das Ohr des Malchus uns sprach zu Petrus: „Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen“ (Mt. 26,52).

Außerdem sind diese Bilder, welche militärische Gewalt und vielfach auch die israelische Armee verherrlichen, oft verbunden mit anderen Bildern, auf den Christen dazu aufgefordert werden, den jüdischen Sabbat zu halten, sich um jüdische Feiertage und Feste zu kümmern oder sogar mit dem Appell, dass wahre Christen nach der Thora leben.

Angesichts dieser Dinge, drängt sich die Frage auf, ob es wieder neu notwendig ist, sich Gedanken darüber zu machen, in welchem Verhältnis Christen zum Judentum stehen und welchen Prinzipien eine schriftgetreue Bibelauslegung folgt.

Sie (die Christen in der Gemeinde in Jerusalem) blieben aber beständig in der Lehre der Apostel… “ (Apg. 2,42).

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