Deutsche Ev. Allianz fördert gigantischen ökumenischen Prozess (TOPIC)

(Quelle: TOPIC)

Es wird die größte und umfassendste ökumenische Veranstaltung, die Deutschland bisher gesehen hat. Vom 27. bis 28. August 2014 soll in einem Berliner Nobelhotel der Kongress „MissionRespekt“ stattfinden. Kongress-Träger sind die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) und die Deutsche Ev. Allianz (DEA). Als Mitveranstalter werden u. a. genannt: Akademie für Weltmission in Korntal, Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen (AEM), Deutsche [katholische] Bischofskonferenz,Ev. Kirche in Deutschland (EKD), Ev. Gnadauer Gemeinschaftsverband und die Vereinigung ev. Freikirchen (VEF). Mit den beiden Trägern und den Mitveranstaltern sind somit fast alle organisierten christlichen Kirchen, Verbände und Bünde repräsentiert. Welchen Hintergrund hat diese Veranstaltung?

 

2006 trafen sich im italienischen Lariano Vertreter verschiedener Religionen und christlicher Konfessionen. Am Schluss des Treffens stand ein Bekenntnis zur Religionsfreiheit, aber auch ein innerchristliches Arbeitsprogramm. Fortan traf sich eine kleine Gruppe von neun Mitarbeitern des Heiligen Stuhls, des Weltkirchenratesund der Weltweiten Ev. Allianz regelmäßig in Genf und Rom, um für die Christenheit ein neues Papier auszuarbeiten. Dabei ging es um einen Verhaltenskodex in Bezug auf missionarische Aktivitäten. Mitte 2011 war das Dokument fertig und wurde in Genf am Sitz des Weltkirchenrates feierlich präsentiert. Damals sagte Jean-Louis Kardinal Tauran, Präsident des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog: „Heute ist ein historischer Moment für das gemeinsame christliche Zeugnis. Zum ersten Mal in der Geschichte haben der Ökumenische Rat der Kirchen [Weltkirchenrat] zusammen mit der Weltweiten Ev. Allianz und dem Päpstlichen Rat für den Interreligiösen Dialog ein Dokument veröffentlicht.“ Worum geht es in diesem Dokument? In der christlichen Mission soll niemand unter Druck, Zwang oder unter dem Vorgaukeln von falschen Versprechungen (s. Wohlstands-Evangelium) zur Annahme des christlichen Glaubens bewegt werden. Das Papier soll vor allem staatlichen Stellen zusichern: Wir Christen kommen in friedlicher Absicht und wollen unseren Glauben nur vorstellen – sonst führen wir nichts im Schilde.

 

Doch steckt hinter diesem an sich begrüßenswerten Anliegen nicht doch mehr? Der Chefunterhändler der evangelikalen Seite, der Bonner reformierte Theologe und Religionswissenschaftler Prof. Dr. Thomas Schirrmacher, sagt: Nein! Es gehe nur darum, weltweit Religionsfreiheit sicherzustellen. Nicht zu übersehen ist aber, dass mit diesem Anliegen ein gewaltiger ökumenischer Prozess einhergeht, den Schirrmacher auch nicht leugnet. Laut Schirrmacher hätten sich die Konfessionen durch den Einsatz für Religionsfreiheit zumindest im Bereich der Mission angenähert. Man bedränge sich nicht mehr so viel wie früher. Bedeutet das auch, dass man durch das Ziehen am gemeinsamen Strick die Evangelisation untereinander fallen lässt? Bei der Durchsicht des bisherigen Verhaltenskodex fällt auf, dass Schlüsselbegriffe wie „Evangelium“, „Mission“, „Zeugnis“ oder „Bekehrung“ nicht erläutert werden.

 

Vertreter des Weltkirchenrates definieren Bekehrung u. a. als Rückkehr zum Göttlichen im Menschen. Die Bibel spricht diesbezüglich von Sünde, Buße und Vergebung.

Laut vorliegenden Unterlagen soll MissionRespekt 2014 nur eine Station in einem längeren Prozess sein. In Berlin will man ergründen, wie der bisherige Verhaltenskodex weltweit angenommen wird. 2017 soll dann eine neue „ökumenische Erklärung“ zur respektvollen Mission präsentiert werden. Doch wird es in drei Jahren nur um eine neue Erklärung gehen oder doch um mehr? Um die offizielle Präsentation eines neuen Formates der Ökumene aller sogenannten Christen?

TOPIC Nr. 04/2014

 

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