Die Pfingstbewegung und das Soziale Evangelium (Rudolf Ebertshäuser)

(Quelle: Rudolf Ebertshäuser www.das-wort-der-wahrheit.de)

Der verführerische Geist der Pfingst- und Charismatischen Bewegung hat in den letzten Jahrzehnten seine Anhänger zunehmend in eine Vermischung mit den verführerischen Geistesmächten geführt, die hinter der Katholischen Kirche und der Ökumenischen Bewegung stehen. Auf höchster Ebene fanden immer intensivere Dialogtreffen mit der römischen Kirche statt, und viele Pfingstler und Charismatiker führen schon lange den Dialog mit dem ÖKR bzw. sind dort bereits Mitglied. Alles wird für die große betrügerische Einheit der babylonischen Weltkirche vorbereitet, und in diesem Zusammenhang sind auch die Einflüsse des ökumenischen Sozialen Evangeliums unter den Pfingstlern und Charismatikern unverkennbar. Auch missionale und emergente Tendenzen greifen dort zunehmend um sich.

Daß sich der Sauerteig des falschen Sozialen Evangeliums und der falschen charismatischen Lehren mehr und mehr miteinander vermischen, belegt die Ausgabe 164 / 2. Quartal 2013 der Zeitschrift CHARISMA, die unter dem Motto „Geistgewirktes soziales Engagement – Gerechte Wege in einer ungerechten Welt“ ein vielstimmiges Plädoyer für die Verführungslehren des sozialpolitischen Auftrages der Christen veröffentlicht hat.

Den Hauptartikel dieser Ausgabe verfaßte Klaus-Dieter Passon, der bekannte Pastor der „Jesus-Haus-Gemeinde“ in Düsseldorf (S. 8-10). Ausgehend von der Seligpreisung unseres Herrn für die, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten (Mt 5,6), spricht Passon zunächst vorwiegend biblisch zutreffend die von Gott aus Gnade geschenkte Gerechtigkeit des Glaubenden in Christus an. Dann aber schwenkt er zu den falschen Lehren des Sozialen Evangeliums über. Zuerst einmal gibt er die Parole aus: „Hungern und dürsten nach Gerechtigkeit bedeutet: Dafür beten und arbeiten, daß das Reich Gottes hier in unserer Umwelt konkrete Gestalt gewinnt!“ und bringt damit die trügerische Lehre vom hier und jetzt in der Welt auszubreitenden Gottesreich ins Spiel.

Als nächstes befürwortet Passon nach der Art der Liberaltheologen den angeblichen „prophetischen Auftrag“ der Kirche gegenüber der Welt. „Hungern und dürsten nach Gerechtigkeit bedeutet: Das prophetische Mandat wahrnehmen und zum Unrecht unserer Zeit nicht schweigen!“ Das veranschaulicht er dann mit dem Hinweis: „Die Stimme der Propheten spricht: ‚Bedrückt die Witwen und Waisen nicht!‘ und fordert Schutz und Entlastung für die Schwachen der Gesellschaft“. So fügt Passon zum falschen Amt der charismatischen Lügenpropheten noch das ebenso unbiblische Amt des liberal-ökumenischen mahnenden Politpropheten hinzu, der der Welt auf ihre Versäumnisse hinweist, und sich politisch äußert, etwa auch gegen „ungerechten Handel“ und „Rüstungsexporte in Krisenländer“ und für die Schonung der Ressourcen der Erde.

Passon geht aber noch einen wesentlichen Schritt weiter in die liberal-ökumenische Richtung, indem er behauptet: „Hungern und dürsten nach Gerechtigkeit bedeutet: Anteil nehmen an der umfassenden messianischen Sendung Jesu!“ Und nun kommt der nur zu bekannte Verweis auf die Aussage in der Synagoge von Nazareth in Lukas 4,18 mit dem Gnadenjahr des Herrn, das auch er nicht geistlich, sondern materialistisch im Sinne eines ökonomischen Schuldenerlasses deutet, um daraus zu schließen: „Gerechtigkeit hat mit der Veränderung gesellschaftlicher Strukturen zu tun: Dein Reich komme!“

In dieselbe Kerbe schlägt in der erwähnten CHARISMA-Ausgabe ein junger Pfingstpastor namens Samuel Diekmann, der sich in seinem Artikel „Die vergessene Dimension von Pfingsten – das Erlaßjahr oder soziale Gerechtigkeit für alle“ (S. 12-14) zunächst als „echter Pfingstler“ bekennt, um dann auf das „Erlaßjahr“ zu kommen, das er mit Pfingsten verbindet. Er erwähnt als positives Vorbild die predigten römisch-katholischer Bettelmönche gegen Wucherer und schreibt dann: „Nennt mich naiv, aber ich träume heute von einer ähnlichen Predigtoffensive der Kirche in der westlichen Welt mit der Botschaft: Erlasst den Armen die Schulden!“ Er hat ein Buch „Systemkritik des Meisters“ geschrieben und beruft sich u.a. auf den Linksevangelikalen Ron Sider und dessen Buch „Der Weg durchs Nadelöhr“.

Auch CHARISMA-Herausgeber Gerhard Bially stößt in dasselbe ökumenische Horn. Bially schreibt: „An mehreren Hundert Stellen ist in der Bibel von Armen und Schwachen, von Witwen und Waisen die Rede. Wer sich ihrer annimmt, handelt im Sinne Jesu Christi, selbst wenn er kein Christ ist (…)“ (S. 17). Auf den Seiten 18 und 19 dieser Ausgabe kann der katholische Charismatiker Christof Hemberger katholische Sozialaktivisten von Vinzenz von Paul und Adolph Kolping bis zum charismatischen Pater Ernst Sievers als Vorbilder für „geistgewirktes soziales Engagement“ vorstellen.

Grundlage dieser Meldung ist ein Auszug aus dem ca. Mai 2014 erscheinenden neuen Buch von Rudolf Ebertshäuser: Soll die Gemeinde die Welt verändern?

%d Bloggern gefällt das: