Stellungnahme des Berliner Instituts für Urbane Transformation (Dr. Rainer Schacke) / Kommentar (Siegfried Schad)

[Anm.: Die nachfolgende Stellungnahme von Dr. Rainer Schacke bezieht sich auf den Artikel [revidert] Transformationsbewegung auf dem Vormarsch (Siegfried Schad)]

Stellungnahme des Berliner Instituts für Urbane Transformation (Dr. Rainer Schacke)

  1. Wir haben nichts mit „christlichen Ideologien“ wie dem Dominionismus zu tun und lehnen solche fundamentalistischen Herrschaftsstrategien strikt ab.
  2. Wir vertreten keine „Reich Gottes“-Utopie, sondern glauben, dass Christen in der Nachfolge Jesu dienende Nächstenliebe üben sollen. Wenn Christen im Vaterunser beten „Dein Reich komme!“, sind die Auswirkungen auf dieser Erde als vorläufig und zeichenhaft zu verstehen. Wir glauben nicht an die Errichtung des Reiches Gottes auf dieser Erde.
  3. Wir verstehen „Transformation“ im Sinne von Veränderung von Herzen und Verhältnissen im Sinne dienender Nachfolge Jesu und christlicher Nächstenliebe, nicht wie oben zitiert im Lemma.

Kommentar (Siegfried Schad)

Ich möchte Herrn Dr. Schacke herzlich für seine Stellungnahme danken, die aus meiner Sicht jedoch immer noch Fragen aufwirft.

Im Rahmen eines vertraulichen Gespräches was wir zusammen führten, möchte ich Herrn Dr. Schackes aufrichtigsten, christlichen Ziele mit keinem Wort in Frage stellen und bezeuge gerne, daß seine Motive von aufrichtigster Liebe geprägt sind.

Ich bezeuge ebenfalls gerne, daß sich Herr Dr. Schacke in jeder Weise von christlichen Herrschafts-Ideologien (Dominionismus) völlig glaubwürdig distanziert.

Gerne hätte sich Herr Dr. Schacke in diesem Rahmen noch ausführlicher äußern können und ist hiermit eingeladen dies jederzeit nachzuholen.

Dennoch kann ich nicht umhin, die Terminologie auf der Startseite des Berliner Instituts für Urbane Transformation, sehr zu mißbilligen. Wie komme ich dazu?

Ein einfaches Beispiel: Wenn ich mich auf meiner Internetseite als Marxist vorstellen würde, dann darf ich nicht gleichzeitig Anstoß daran nehmen, daß mich niemand als z.B. Liberalen Konservativen wahrnimmt, der ich eigentlich wäre … oder?

Worte haben Macht, Worte haben eine lexikalische Semantik, Worte sollten gerade im Feld der Theologie nicht mehrdeutig sein – wir bestreiten nicht, und wissen, daß wenn die Bibel von Umkehr von Sünden spricht, auch die Umkehr von Sünden gemeint ist und nicht etwa das Gegenteil gemeint sein kann, nämlich Fortsetzung der Sünde … klarer Fall, das Wort Gottes hat eine eindeutige Sprache, sofern man dieses nicht historisch-(bibel)-kritisch hinterfragt.

Meine Frage an Herrn Dr. Schacke lautet (in allem Respekt vor seiner Person und in Demut gestellt):

Wieso, benutzt das Institut das Sie leiten, eine Terminologie von deren Inhalt Sie sich gleichzeitig distanzieren?

Ich lade Sie hiermit herzlich ein die nachfolgenden markierten Begriffe mit einem neuen Sinn zu erfüllen, der Ihrem persönlichen theologischen Verständnis von Evangelisation und Mission entspricht, oder diese akademisch-theologisch eindeutig besetzten  Lemma am allerbesten gleich durch andere zu ersetzen.

Zitiert aus der Homepage des Berliner Instituts für urbane Transformation

Die Vision

– Forum Aus- und Weiterbildung für urbane Theologie/ Missiologie und sozial-diakonisches Handeln im inter- kulturellen Kontext

– Zentrum für Applied Research für Gottes Reich in der Stadt

– Ort der Reflexion/Thinktank für urbane Mission und Transformation; Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis

– Netzwerkpunkt für Synergien und strategische Partnerschaften: lokal, national, international

[Zitat Ende]



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