Nichts Neues unter der Sonne (Siegfried Schad) / Erleuchtung aus dunklem Hintergrund (Rudi Holzhauer)

Nichts Neues unter der Sonne (Siegfried Schad)

Pred 1,9 Was ist gewesen? Das, was sein wird! Und was hat man gemacht? Das, was man machen wird! Und es gibt nichts Neues unter der Sonne.

Handelt es sich bei dem „Wohlstandsevanglium“, den falschen Prophetien der „Neuen Apostolischen Reformation“, oder z.B. den gesellschaftstransformatorischen, dominionistsichen Verkündigungen um tatsächlich neue Lehren?

Mitnichten, es gibt nichts Neues unter der Sonne!

 

(Bildquelle: https://pixabay.com/de/photos/sonne-hell-gelb-sonnenuntergang-1953052/ – zur Wiederverwendung und Veränderung gekennzeichnet)

Ist das fleischliche Trachten nach grösserem Wohlstand etwa ein Phänomen dieser Zeit?

Oder fielen Ananias und Saphira (Apg. 5) nicht schon um des Vorteils willen dem Satan anheim?

Ist falsche Prophetie die den Ohren der Menschen schmeichelt, etwa eine neuzeitige Gabe die Joel Osteen, Joyce Meyer und Rick Joyner vorbehalten ist?

Jer 6,14 Und sie heilen den Schaden der Tochter meines Volkes leichthin, indem sie sprechen: «Friede, Friede!» wo doch kein Friede ist.

Entspringen weltliche Machtgelüste der Kirchen und ein „Königreich“ nach dem Willen menschlicher Wünsche etwa einem modernen, religiösen und politischen Extremismus?

Auch das kann verneint werden, spätestens seit Augustinus von Hippo (354-430)!

Die alten Verführungen des Satan kommen wieder und wieder, stets neu verpackt – alter Essig in neuen Weinschläuchen!

Zwei Zitate aus dem nachfolgenden, herrlich tendenziösen, Artikel des Autors Rudi Holzhauer möchte ich besonders hervorheben:

1.) [Zitat] Das eigentlich Neue ist, dass wir den Geist des Betruges, des Irrtums und der Verführung heute nicht nur in extrem-religiösen Sondergruppen finden, sondern auf einem unvorstellbaren Siegeszug mitten unter uns in nahezu allen christlichen Denominationen. [Zitat Ende]

Das Neue daran ist das Ausmaß der Verführung die der Beleg dafür ist, daß der große Abfall der Christenheit begonnen hat und sich wirksam fortsetzt.

2.) [Zitat] Wichtig ist es zu erkennen, dass es nach 2. Thessalonicher 2,11 Gott selbst ist, der diese „kräftigen Irrtümer“ sendet. Das bewahrt uns vor der Illusion, ihnen in großem Stil wirksam entgegentreten zu können. Es enthebt uns aber nicht der Verpflichtung zum Warnen, d.h. den Dienst zu übernehmen, den alle Gottesmänner im alten wie im neuen Bund zuvor schon getan haben. [Zitat Ende]

Alles geschieht nach Gottes Ratschluß … auch der sichtbare große Abfall! Das müssen wir registrieren und uns auch entsprechend verhalten ganz so wie es der Autor biblisch lehrt – mit anderen Worten: Auch ohne eine Aussicht auf die Wirksamkeit unseres Zeugnisses haben wir die Verantwortung die biblische Wahrheit zu verkündigen … Schweigen oder Resignation ist die falsche Antwort!

Erleuchtung aus dunklem Hintergrund (Rudi Holzhauer)

(Quelle: Georg Walter distomos.blogspot.de)

Die eigentlichen Gefahrenquellen, die uns bedrohen, kommen nicht von außen , sondern entstehen in der Gemeinde Gottes selbst.

Rudi Holzhauer

Es kommt mir in dieser Darstellung im wesentlichen darauf an, einmal geschichtlich nachzuweisen, dass die eigentlichen Gefahrenquellen, die uns bedrohen, nicht von außen kommen, sondern in der Gemeinde Gottes selbst entstehen.

Das sogenannte Antichristentum ist nach 1. Johannes 2,18.19 und 2. Johannes 7 eine interne Gemeindeangelegenheit. In der Regel werden die gefährlichen Irrtümer von besonders „begnadeten“ Menschen in die Gemeinde hineingetragen, denen ein scheinbarer Auftrag Legitimation und Vollmacht erteilt. Sie genießen Ansehen und Bewunderung durch ihr „Charisma“ und ihre Ausstrahlung. Sie ziehen die Massen entweder durch Zeichen und Wunder oder mit Hilfe ihrer rhetorischen Redegewandtheit hinter sich her.

Bereits in Apostelgeschichte 20,28-31, als Paulus von den Ältesten in Ephesus Abschied nahm, hatte er auf diese Gefahr hingewiesen, als er sagte: „So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde … Denn ich weiß, dass nach meinem Abscheiden werden unter euch kommen greuliche Wölfe, welche die Herde nicht verschonen werden. Auch aus euch selbst werden Männer aufstehen, die verkehrte Lehren reden, um die Jünger an sich zu ziehen …“ Falschprophetentum und Irrlehren haben die Gemeinde von Anbeginn begleitet, und nach dem Zeugnis des Herrn und der Apostel werden diese beiden Elemente bis zur Wiederkunft des Herrn in der Christenheit immer mehr

dominieren, so dass es zu dem von Paulus in 2. Thessalonicher 2,3 angekündigten Abfall im Volk Gottes kommen wird. „Der Böse aber wird mit der Macht Satans auftreten mit großer Kraft und lügenhaften Zeichen und Wundern und mit jeglicher Verführung, … weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben“ (1. Thess. 2,9.10).

Wichtig ist es zu erkennen, dass es nach 2. Thessalonicher 2,11 Gott selbst ist, der diese „kräftigen Irrtümer“ sendet. Das bewahrt uns vor der Illusion, ihnen in großem Stil wirksam entgegentreten zu können. Es enthebt uns aber nicht der Verpflichtung zum Warnen, d.h. den Dienst zu übernehmen, den alle Gottesmänner im alten wie im neuen Bund zuvor schon getan haben.

Um die gute Lesbarkeit nicht zu beeinträchtigen, wurde auf Anmerkungen im Text weitgehend verzichtet. Die Literaturhinweiseerscheinen darum, außer im Gesamtverzeichnis, jeweils am Ende der einzelnen Aufsätze.

Im übrigen ist Information und Warnung, weniger Erbauung, das Ziel der vorliegenden Arbeit.

Leitwort

„Ich fürchte aber, dass, wie die Schlange Eva verführte mit ihrer List, so auch eure Gedanken verkehrt werden hinweg von der Einfalt und Lauterkeit in Christo. Denn wenn einer zu euch kommt und einen anderen Jesus predigt, den wir nicht verkündigt haben, oder ihr einen anderen Geist empfanget, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, so ertragt ihr das gern!

Denn solche falschen Apostel und arglistigen Arbeiter verstellen sich zu Christi Aposteln. Und das ist auch kein Wunder; denn er selbst, der Satan, verstellt sich zum Engel des Lichts“ (2. Kor. 11,3.4.13.14).

Vorbemerkung

Man muss nicht erst Friedrich Kabermanns erschütternd schockierendes Buch „Die Jesusfalle“ gelesen und verkraftet haben, um zu erkennen, dass wir in eine religiöse Sackgasse hineingezerrt werden können, aus der es kein Entrinnen mehr gibt, es sei denn, wir gestatten es uns rechtzeitig, den vielfältigen faszinierenden religiösen Strömungen unserer Tage, dem frommen „Markt der Möglichkeiten“, keinerlei Aufmerksamkeit zu schenken und uns allein dem geschriebenen Wort Gottes, unserer guten alten Bibel, anzuvertrauen. In diesem einmaligen Zeugnis finden wir die einzige klare Antwort auf das verwirrende Angebot antichristlichen Geistes, welches eine Wissenschaft, die sich versehentlich Theologie nennt, geistig gezeugt, im eigenen Schoß geboren und an den Hochschulen genährt hat.

„Wo die theologische Wissenschaft heute das Wort Jesu verwaltet, befindet sich alles andere als jene grüne Aue, auf der nach Psalm 23 der gute Hüte seine Schafe weidet.“

Da wächst weder grünes Gras noch quillt frisches Wasser. Kein Wunder, wenn sich die junge Generation nach neuen Glaubensquellen aufmacht.

„So folgen sie dem Ruf der falschen Hirten und landen in der geistlichen Wüste. Was sie für die Stimme des HERRN halten, ist das gebrochene Echo der falschen Propheten, die ihnen das Reich Gottes auf Erden als Fata Morgana vorspiegeln.“

So etwa sieht F. Kabermann den „sanften Krieg der Sekten“, der ja längst im Worte der Heiligen Schrift angekündigt (2. Petr. 2,1), im Falschprophetentum aller Zeiten vorprogrammiert und zeitweilig verwirklicht wurde. Nur die Unkenntnis über die echte Prophetie der Bibel gibt dem Falschprophetentum die große Chance in unserer Zeit.

Das eigentlich Neue ist, dass wir den Geist des Betruges, des Irrtums und der Verführung heute nicht nur in extrem-religiösen Sondergruppen finden, sondern auf einem unvorstellbaren Siegeszug mitten unter uns in nahezu allen christlichen Denominationen. DieseTatsache lässt uns an den weißen Reiter nach Offenbarung 6,2 denken, der den Sieg des Antichristentums symbolisiert:

„Und ich sah, und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hatte einen Bogen, und ihm ward gegeben eine Krone, und er zog aus sieghaft und dass er siegte.“

Der geschichtliche Befund

Wer sich mit den gegenwärtigen Abfallserscheinungen in der Christenheit näher beschäftigt, kommt nicht umhin, den geschichtlichen Werdegang dieser Tendenz zu verfolgen. Das ist alles andere als einfach. Die Schwierigkeit besteht in dem nahezu unmöglichen Versuch, Gemeinde Gottes oder Jesu Christi, wie wir sie auch nennen mögen, von ihrem kirchengeschichtlichen Hintergrund und ihrer Verflechtung mit den Staats- und Volkskirchengebilden, die wir als religiös-weltliche Institutionen sehen müssen, zu trennen. Die herausgerufene Körperschaft Christi ist zwar in der Welt, aber nicht von der Welt, wie es ihr HERR im hohenpriesterlichen Gebet bezeugt (Joh. 17, 11.16).

Abgesehen von den ersten zwei Jahrhunderten war sie zu allen Zeiten mehr oder weniger in größeren und kleineren kirchlichen Gruppierungen verborgen, deren Irrtümern sie nie ganz entgehen konnte. Zu allen Zeiten ihrer Existenz war sie Gemeinde in der Anfechtung. Immer hatte sie mit dem Problem der Verführung und des Abfalls zu kämpfen. Das erkennen wir nicht nur aus den Briefen der Apostel, sondern auch ganz besonders in den sieben Sendschreiben der Offenbarung Jesu Christi, die, wie manche Ausleger meinen, den Zustand der Gemeinde von ihren Anfängen bis zu ihrer Hinwegnahme beschreiben.

Gemeinde Gottes war in ihrem Selbstverständnis auch immer umstritten. Als ein Ärgernis wurde sie verachtet, bekämpft und oft grausam von der staatlichen Macht und später auch von der herrschenden Kirche verfolgt. Nicht selten versuchte sie, sich aus der Umklammerung zu lösen. Durch ihr „Ausgehen aus Babylon“ (Offb. 18,4), das grob gesehen mit der Reformation begann, entstanden viele hundert neue Freikirchen und Gemeinschaften. Aber es entstand leider auch Sektiererei, die, mit neuen und alten Irrtümern behaftet, Anlass zu weiteren Trennungen werden musste. „Denn es müssen Parteiungen unter euch sein, damit…“ (l. Kor. 11,19 Elbf.)

Geben wir uns jedoch keiner Illusion hin! Der Feind und Betrüger liegt überall auf der Lauer, seine Betrugs-und Verführungsmethoden werden nur ständig feiner, differenzierter und undurchsichtiger.

Er verstellt sich als Engel des Lichts und verleitet zu Schwarmgeisterei, Perfektionismus und Hochmut.

Wie aus dem Untertitel dieser Untersuchung ersichtlich ist, sollen uns die okkulten, d.h. die geheimnisvollen, schwer durchschaubaren Elemente im Bereich christlicher Lebensentfaltung näher beschäftigen, da diese der eigentliche Schwerpunkt satanischer Versuchung sind und als Vorschattung von Offb. 9,2-11 in diesem Zeitalter des „New Age“ erschreckend zugenommen haben.

Eine andere Frage wäre: Sind wir berechtigt, im geschichtlichen Ablauf christlich-religiöser Lebensäußerungen jene dunkle Negativ-oder Verfallslinie konsequent und kompromisslos hervorzuheben, ohne auch die positiven Elemente, die in allen Perioden vorhanden waren, gebührend zu berücksichtigen? Ganz abgesehen davon, dass über positive und negative Züge im Christentum die unterschiedlichsten Meinungen bestehen, wird im allgemeinen eine objektive Berichterstattung erwartet, die es dem Betrachter überlässt, eigene Schlüsse zu ziehen. Wer es hingegen wagt, eine persönliche Auffassung zu vertreten, wird mit einem Etikett des „Tendenziösen“ versehen.

Diesem Vorwurf kann ich bei der kritischen Entfaltung des heiklen Themas leider nicht entgehen. Wer das „Geheimnis des Frevels“ (Luther), d.h. die dunklen und verführenden Kräfte erkennen und aufdecken will, kann nicht umhin, sie beim Namen zu nennen, sie linienmäßig zu verfolgen und darzustellen. Dabei dürfen wir eines nicht übersehen: „Das Geheimnis des Bösen“ (oder „der Gesetzlosigkeit“, wie es wörtlich in 2. Thess. 2,7 heißt) begegnet uns selten in perfekter verführerischer Vollendung, sondern immer in der eigenartigen Vermischung von Gut und Böse, von Richtigem und Falschem, von Licht und Finsternis! Gerade das aber macht seine eigentliche Verführungskraft aus.

Okkult-schwarmgeistige Strömungen sind von Anfang an immer wieder in der Kirchengeschichte aufgetreten. In der Regel gingen sie mit sog. Erweckungsbewegungen einher. Diesem Umstand verdanken sie ihre scheinbare Legalität im Bewusstsein der Christen. Leider ist diese Tatsache zu wenig in den Kreisen der Gläubigen bekannt, sonst würde die derzeitige Unterwanderung der Kirchen, Freikirchen und Gemeinschaften durch spiritualistisches Gedankengut niemals solche Ausmaße erreicht haben. Einerseits ist das Interesse an den geschichtlichen Fehlentwicklungen im Christentum unter dem Volk Gottesnicht sonderlich ausgeprägt, andererseits – und das ist die eigentliche Tragik – wird in der pietistisch geprägten Berichterstattung über die oft mysteriösen Vorgänge in der Gemeindetradition geschwiegen, oder sie werden unkritisch als echte Wirkungen urchristlichen Geistes aufgefasst und dargestellt, so z.B. in dem an sich gut gemeinten und beachtlichen Werk von Broadbent „Gemeinde Jesu in Knechtsgestalt“. Derartige Publikationen tragen unbeabsichtigt dazu bei, das unklare Geschichtsbewusstsein der „Erneuerungsbewegungen“ unserer Zeit zu stützen. Die sonderbaren und mysteriösen „Erfahrungen“ von Gläubigen in allen Jahrhunderten, die oft mehr Verwandtschaft mit okkulten Phänomenen als mit biblischen Vorbildern haben, werden meistens aus einer gewissen Scheu vor dem Vorwurf, „ungeistliche“ Kritik zu üben, übergangen, vielleicht auch mit der Begründung, dass göttliches und parapsychologisches Erleben nicht immer leicht zu unterscheiden sei. Wie gesagt, versteht es der Fürst dieser Welt eben meisterhaft, sich als Engel des Lichts zu tarnen. Gotteskinder, die eine mediale „Antenne“ zur unsichtbaren Welt haben – und deren gibt es in den enthusiastischen Kreisen nicht wenige – sind selbst oft nicht in der Lage, den Unterschied zwischen einem „Wirken des Geistes Gottes“ und dämonisch-kosmischer Inspiration herauszufinden.

Als wiedergeborene Christen in der Endzeit sind wir in besonderem Maße zur Prüfung der Geister, zur Nüchternheit und Wachsamkeit aufgerufen. Für das an den Trend der Zeit angepasste Christentum unserer Tage ist dagegen der apostolische Anruf, die Geister zu prüfen und zu unterscheiden, nahezu gegenstandslos, uninteressant, bedenklich, anmaßend und empörend geworden. Auch das biblisch begründbare Wächteramt ist unerwünscht, besonders in Gruppierungen, die den Anspruch erheben, urchristliche Geistesoffenbarungen zu erleben. Das heute so notwendige Prüfen der Geister (1. Joh. 4,1-3) ist besonders einer von Ideologien beherrschten Ökumenepraxis mit charismatischem Einschlag ein Dorn im Auge.

Selbst in evangelikalen Kreisen setzt sich mehr und mehr eine vom Humanismus geprägte und gesteuerte antichristliche Toleranzidee durch, die, um des religiösen Friedens und der geistlichen Einheit willen, bedenkenlos Fremdelemente unterschiedlichster Frömmigkeitsformen aufgreift und in bestehende Glaubensstrukturen übernimmt. Ich denke hier weniger an neomarxistische Tendenzen im theologischen Gewand, wie etwa das sog. „Evangelium der Befreiung“, das die unterentwickelten Länder dem Weltkommunismus ausliefert, oder an die Emanzipationswelle zur „Befreiung“ der Frau, die uns den abartigen Feminismus mit all seinen perversen Nebenerscheinungen beschert. Nein, ich denke vielmehr an die verderblichen Einflüsse okkult-religiöser Methoden und Gruppendynamik, die bedenkenlos über die atheistische Psychologie und Psychotherapie in die christliche Seelsorgepraxis hereingenommen wurden. Es besteht kein Zweifel: Das zeitgemäß engagierte Christentum tendiert, durch antichristliche Kräfte motiviert, zu einem weltumfassenden Synkretismus hin, dem Idealbild aller Weltverbesserungsversuche mit dem Ziel der Einheit aller Religionen.

Um die gegenwärtigen Verführungsmethoden besser zu verstehen, soll uns ein Rückblick in das frühe Wirken betrügerischer Geister in den Anfängen der Kirche zeigen, dass sich der Feind Jesu Christi zu allen Zeiten nahezu gleichbleibender Betrugsformen bedient. An historischen und neuzeitlichen Beispielen aus der Geschichte werden wir dann erkennen, dass die derzeitigen religiösen Aufbrüche und Bewegungen „nichts Neues unter der Sonne“ sind. Auch der Irrtum hat seine Gesetzmäßigkeiten und von daher sein regeltypisches Erscheinungsbild.

Um der Fülle des Materials willen muss ich mich bei Personen und Vorgängen auf eine Auswahl wesentlicher Merkmale beschränken. Darum erhebt dieses Zeugnis auch nicht den Anspruch einer religiös-wissenschaftlichen Studie. Es soll aber dem schlichten, interessierten Gläubigen, der keinen Zugang zu den schwierigen kirchengeschichtlichen Werken hat, in vereinfachter und geraffter Weise nahebringen, was Historiker und Fachpublizisten erforscht und berichtet haben.

Für mich persönlich war die Erkenntnis besonders schmerzlich und aufschlussreich, zu sehen, dass es den Kräften der Verführung fast immer gelungen ist, die ehrlichsten, treuesten und konsequentesten Nachfolger Christi zu betrügen und so das Evangelium vor der Welt fragwürdig zu machen.

Und noch eines sei vermerkt: Religiöse Bewegungen sollte man nicht nach ihren Augenblickserfolgen und ihren charismatischen Initiatoren beurteilen, sondern nach dem sie inspirierenden „Geist“ der hinter den beeindruckenden Aktivitäten steht und der bereits inden ersten Anfängen einer Sache erkennbar ist. Dieser Geist ist der dominierende und bleibende Faktor, der sich auch bei geschicktester Tarnung nicht verleugnen kann.

Rudi Holzhauer, Verführungsprinzipien, IABC, 2012, S.52-60.

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