Zeugnis: Spätregen-Irrlehren in der Charismatik – als Verblendeter unter Verblendeten (Siegfried Schad)

1Tim 4,1 Der Geist aber sagt ausdrücklich, daß in den letzten Zeiten etliche von dem Glauben abfallen werden, indem sie achten auf betrügerische Geister und Lehren von Dämonen,

November 1997: Einen Monat zuvor hatte ich mich, nach einer Einladung meines jüngeren Bruders Harald, bei einer Evangelisationsveranstaltung des Verkündigers Rabindranath Maharaj, Autor des Buches „Der Tod eines Gurus“, zum HERRN JESUS bekehrt – völlig überraschend. In dieser Veranstaltung brach ich mit den Meditationspraktiken der transzendentalen Meditation (TM), des Maharishi Mahesh Yogi, „trennte“ mich von meinem persönlichen Mantra, dem geheimen Wort das mich durch permanente Wiederholunhgen in Trance-Zustände und auf „Reisen“ und Begegnungen mit dämonischen Kräften führte und kehrte nach einem einzigen Wort der Wahrheit um:

Joh 14,6  Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, als nur durch mich

Mein jüngerer Bruder, der mich in der Folgezeit nach meiner Bekehrung liebevoll begleitet hatte, mir meine erste Bibel schenkte und danach sah, wie sich die Dinge bei mir entwickelten, hatte mich in seine damalige Gemeinde eingeladen, in der Hoffnung, dass ich mich dieser anschliessen würde: Dem Christlichen Zentrum Frankfurt (CZF). Ich war schockiert, tief erschüttert und verstört darüber was ich hörte und sah: Ich erinnere mich nur noch bruchstückhaft an einzelne Szenen, bei denen nach lärmigem, rhytmischen, gesungen-geschrieenem „worship“ (moderne Anbetungsmusik), eine überdimensionierte deutsche Fahne auf dem Boden ausgebreitet wurde und zu rhytmischem Getrommel, Geschrei und Tänzen, Deutschland gesegnet werden sollte. Überhaupt begleiteten Körperzuckungen und Laute, die mitunter tierisch klangen den vom sogg. „Toronto-Segen“ beeinflussten „Gottesdienst“. Ich war entsetzt ! Dies erschien mir nichts, aber auch gar nichts zu tun zu haben, mit diesem JESUS, den ich gerade kennengelernt hatte, der mit  mir sprach, mein Leben ordnete, der mich führte, der mich umhüllte mit seiner Liebe und Vergebung. Auf dem Weg nach Hause sprachen mein Bruder und ich und mein Kommentar zu den Geschehnissen dieses Abends lautete so: „Harald, das war vom Satan, das war nicht von Jesus!“

Nach meiner Bemerkung war mein Bruder sehr betroffen, ja geradezu erschüttert: Einerseits sah er meine Bekehrung als unzweifelhaft an, andererseits glaubte er leidenschaftlich an die Kräftewirkungen des „Heiligen Geistes“ in seiner extrem charismatischen Gemeinde. Ich schloss mich danach für 6,5 Jahre einer baptistischen Willow-Creek-Gemeinde an, die Bill Hybels und seine Gemeindewachstumsstrategien zuweilen ernster nahm, als Jesus.

In der Folgezeit ging es mir, vielleicht ähnlich wie es Elias Schrenk ergangen war, in der Beurteilung der Entgleisungen der ersten Pfingstbewegung in Deutschland um 1910, im Zusammenhang mit der Berliner Erklärung: „… trotz alles dessen, habe ich nicht gewusst, dass der Lügner von Anfang so viel vom Blute Jesu reden und singen lassen kann, um Gottes Volk zu betrügen“ … „Aber der Missbrauch des Blutes Jesu ist mir neu“.

pdfred(der gesamte Text siehe – Erfahrungen in der Pfingstbewegung – Heinrich Dallmeyer – Geleitwort: Elias Schrenk)

Elias Schrenk stand für eine Zeit der aufkommenden Pfingstbewegung in Deutschland wohlwollend gegenüber, bis deren Entgleisungen unübersehbar wurden. Ihm, dem erfahrenen Evangelisten und Diener im HERRN JESU, war es ebenso unvorstellbar wie mir, als gläubigem „Baby“-Christen, dass der Lügner von Anfang vom Blute Jesu, vom Heiligen Geist Gottes, reden und singen lassen kann. Aus diesem Hintergrund revidierte ich auch alsbald mein erstes zutreffendes Urteil und verfolgte als Gast über ca. 2 Jahre Abendgottesdienste des Christlichen Zentrums Frankfurt, mit dessen Hauptpastor Rudi Pinke (heute Mitglied der Deutschen Evangelischen Allianz „Father´s House Ffm. e.V.“)

Mit den Namen Bill Hamon, Bob Jones, den sogg. Kansas-City-Propheten, den Begriffen „Toronto-Segen“ und der sogg. „Brownsville-Pennsacola-Erweckung“ war ich zu Beginn überfordert und gleichzeitig sehr bemüht mir ein klares Bild und einen Überblick über die vielfältigen schwarmgeistigen wechselnden Botschaften zu verschaffen. Was nicht sein durfte, das konnte auch nicht sein – ich suchte die Wahrheit Jesu in diesem ganzen Schlamassel dieser Spätregen-Irrlehrer und ihrer Methoden und Vernetzungen mit diversen Organisationen mit verschiedenen und wechselnden Abkürzungen, den wechselnden „Offenbarungen bzw. Prophetien“, den „Erschlagenen-im-Geist“ ( slain in the spirit), lachenden und kichernden Besuchern und dem elitären Gehabe einer geistlichen Avant-Garde, die Dinge von Gott hörten die unerhört und sehr geistlich zu sein schienen. Es wundert mich heute nicht, dass man öfters davon hörte, dass ehemalige Charismatiker psychische Störungen davon trugen.

Zwei Jahre später und einige Veranstaltungen „reicher“ kam ich zu dem Schluss, dass wohl manches von Jesus wäre, jedoch geistlicher Stolz Ursache der Exzentrik dieser Bewegung wäre und dass das Elite-Bewusstsein diese Gemeinde sprengen würde, die gewissermassen in eine 3-Klassen-Gesellschaft unterteilt war: Den Aktivisten, einem „harten“ Kern, die ihre Ohren nahe am amerikanischen Geschehen um die NAR ( Neue Apostolische Reformation ) C. Peter Wagner´s, John Wimber, Mike Bickle und deren Verbündeten hatte, den aktiven Mitläufern, die gerne bei der „Oberschicht“ der Aktivisten mitgearbeitet hätten und dem passiven Teil der Mitläufer und Gäste, die völlig unbeachtet kamen und gingen und den Saal mit bis zu 1.000 Besuchern füllten. Später bewahrheitete sich, was ich meinem Bruder prophezeit hatte, die Gemeinde spaltete sich, viele Mitglieder und Besucher verliessen enttäuscht von den wechselnden Kampagnen und Prophetien und wechselten in moderatere Gemeinden, die Besucherzahl sank gegen 60-100 Besuchern und verschrieb sich forthin dem Willow-Creek-Gemeindewachstumskonzept von Bill Hybels (!!!) – eine unvorhersehbare Wende, die allgemeines Kopfschütteln und Erstaunen erzeugte.

Obwohl ich viele dieser Lehren als zu exzentrisch ablehnte, blieb dennoch manches trotz meiner längeren Auseinandersetzung und bestmöglichen kritischen Prüfung „haften“ – was ich erst viele Jahre später in meiner rückblickenden theologischen Auseinandersetzung mit der Charismatik, der Spätregen-Irrlehre, sowie mit dem jetzigen Aufkommen des Dominionismus, erruieren konnte: Es hatte mir schlicht und einfach über viele Jahre an gesunder Belehrung und folglich auch an einer klaren Unterscheidung gefehlt, denn auch in meiner baptistischen Willow-Creek-Gemeinde war man für viele Ideen und Gedanken aus dem charismatischen Lager mehr als nur „offen“.

Erst jetzt und viele Jahre später erkannte ich unter der Führung des Heiligen Geistes, dass ich Verblendeter war unter Verblendeten und dass fast alles was in dieser extrem charismatischen Frankfurter Gemeinde gelehrt wurde, dämonischen Ursprungs war. Im Rückblick auf die lehrenden Personen möchte ich mir nicht anmassen ein abschliessendes Urteil zu fällen und nenne sie einfach Verblendete, die es hätten besser wissen müssen. Eines Tages werden diese Personen vor Gott stehen und Rechenschaft über ihre Lehrtätigkeit ablegen müssen – ich hoffe sehr, dass sie noch umkehren können und Gnade finden vor den Augen des HERRN JESU.

Fazit: Erst vor kurzer Zeit ging mir auf, nicht zuletzt mit Hife der Publikationen Dr. Martin Erdmanns, dass die gesamte Charismatik mit ihren verschiedenen Ökumene-Umarmungstendenzen, die wiederbelebte Spätregen-Bewegung, die über Jahrzehnte eine Randerscheinung der Pfingstbewegung zu sein schien, die Zeichen- und Wunderbewegung, die Gemeindewachstumsbewegungen eines Rick Warren oder Bill Hybels (beide Schüler Robert Schuller´s), die neu aufkommende „Emerging Church“ und andere neo-evangelikale Strömungen sich in EINER grossen Bewegung des Abfalls sammeln: Dem Dominionismus !

 

%d Bloggern gefällt das: