Mittel gegen geistliche Erschöpfung: im Glauben gefestigt werden und „digitale Diät“ (Dirk Noll)

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Seit vielen Jahren informiere ich mich in sozialen Netzwerken über die aktuellen Entwicklungen im Weltgeschehen, momentan hauptsächlich über Telegram. Hier ist zu sehen, dass in weltlichen Kanälen im Hinblick auf das politische Zeitgeschehen die Informationsflut rasant zugenommen hat. Auf der anderen Seite ist in christlichen Kanälen die geistliche Substanz auf ein Minimalmaß gesunken und man hat den Eindruck, dass viele Christen sich gerade in einem Zustand geistlicher Erschöpfung befinden. Sie haben kaum noch Kräfte, um für die Sache des Herrn wirklich zu eifern und das Evangelium an die erste Stelle zu setzen. Es dreht sich bei ihnen zu vieles um zweitrangige oder untergeordnete Dinge.

Ich sehe dahinter hauptsächlich drei Ursachen: Zum einen ist es die Informationsflut, die man erst einmal verarbeiten muss und das bindet Kräfte. Ich weiß hier selbst, wovon ich rede. Als vor zwei Jahren die Corona-Krise begann, saß ich mehrere Wochen lang ca. 8 Stunden am Tag vor meinem Computer und habe im Internet Informationen gesammelt, Artikel gelesen und YouTube-Videos gehört. Solange bis ich mir selbst darüber im Klaren war, mit was wir es hier zu tun haben und was die Zeichen der Zeit sind. Soweit ich sehe, waren wir auf DER RUF im Frühjahr 2020 die Ersten, die einen Artikel über den Great Reset veröffentlicht hatten und was damit jetzt auf die Christen zukommt. Im Juni 2020 waren wir die Ersten, die eine biblische Stellungnahme mit dem AUFRUF 2020 dazu herausgegeben hatten.

Auf den Punkt gebracht bedeutet der Great Reset, dass wir vor einer zivilisatorischen Wende stehen und es in der Gesellschaft Umbrüche und Verwerfungen gibt, wie sie von uns noch keiner in seiner Lebenszeit mitgemacht hat. Das löst bei jedem Menschen enormen Stress aus und weckt riesige Existenzängste. Denn unsere ganze Lebensweise und unsere bisherige Weltordnung, die wir von der Pike auf kennen, bricht jetzt weg und es wird etwas völlig anderes Kommen, als wir es bisher kannten.

Dieser zivilisatorische Umbruch und alles, was wir zur Zeit erleben, steht unter dem Begriff „Great Reset“ (Der große Umbruch) und geht auf das Buch von Klaus Schwab zurück, einem der führenden Sprechpuppen der Kabale und Elite, welche die alte Weltordnung gerade abbrechen und durch eine Neue Weltordnung ersetzen wollen.

Mehrere bekannte Bibellehrer haben dieses über 300 Seiten dicke Buch von Klaus Schwab gelesen und uns darüber berichtet, was uns bevorsteht. Darunter auch Dr. Lothar Gassmann, der in einem fast 1 ½-stündigen Vortrag seitenweise aus diesem Buch vorliest. Wir haben diesen Vortrag kürzlich bei DER RUF eingestellt und so kann sich jeder selbst ein Bild aus erster Hand darüber machen:

https://der-ruf.info/2022/05/25/video-dr-lothar-gassmann-analysiert-the-great-reset-von-prof-klaus-schwab/

Es kann also keinen Zweifel mehr geben: Die zur Zeit in der Welt Herrschenden planen einen zivilisatorischen Umbruch und dabei wollen sie das alte System komplett niederreißen. Dazu setzen sie gezielt Corona-Maßnahmen und den Ukraine-Krieg als destruktives Mittel der Zerstörung ein, um die bestehende politische Ordnung und das Finanzsystem zum Kollabieren zu bringen. Es handelt sich hierbei also um Menschen, die Hochverrat begehen und Schwerstkriminelle sind. Sünde ist immer in jedem Fall Sünde. Es gibt aber auch gerade der Schwere bei der Sünde. Die ungesetzlichen Taten der gegenwärtigen Politiker sind ein sehr schweres Maß der Sünde und das wird sie in die tiefsten Örter der Hölle führen, wenn sie nicht umkehren und bei Jesus keine Vergebung finden. Es ist fast so schlimm wie bei den Obrigkeiten, die Jesus vor 2000 Jahren ans Kreuz brachten. Und Jesus betete für sie: „Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.“ Ich sehe momentan kaum noch eine andere Möglichkeit für Christen, als dass man für sie betet, dass Gott ihnen vergeben möge. Denn wenn sich nicht baldigst zu Gottes Ordnungen umkehren, wird man über sie sagen, wie unser Herr über Judas sagte: „Es wäre besser für ihn, wenn er niemals geboren worden wäre“. So schwer wird das Gericht über schwere Sünde kommen.

Die jetzigen Politiker in unserer Regierung planen nicht nur einen totalen Umbruch des politischen Systems und des Wirtschafts- und Finanzsystems, sondern wollen sogar den Mensch als solchen verändern. Mit Hilfe von Gentechnik und Digitalisierung soll eine neue transhumane Spezies entstehen und der Mensch soll sein Menschsein verlassen (= Transhumanismus). Klaus Schwab gibt diese Agenda unmissverständlich in seinem anderen Buch: „Die vierte industrielle Revolution“ vor. Dabei soll z.B. auch die geschlechtliche Einteilung der Menschen in Mann und Frau aufgehoben werden und der Mensch soll kein persönliches Eigentum mehr besitzen und soll in einem völlig digitalen Überwachungssystem rund um die Uhr bewacht werden, wie wir das z.B. aus George Orwells 1984 kennen. Bei Orwell waren es „Televisoren“, welche die Menschen überwacht haben, und jetzt ist es das Internet und ein digitales Zentralbank-Geldsystem, bei dem der Mensch mit einem Chip in oder an seinem Körper kaufen oder verkaufen soll. Besonders erschreckend ist hier, wie die rechte Hand von Klaus Schwab, Yuval Noah Harari, in einem Interview sagte, dass sie jetzt schon darüber nachdenken, wie sie im O-Ton „die nutzlosen Esser“ loswerden sollen, die man mit dem Great Reset nicht in die Neue Weltordnung integrieren kann. Erinnerungen an die dunkelste Zeit deutscher Geschichte kommen bei solchen Aussagen sofort wieder hoch.

Hier lesen wir in den Medien von Dingen, die gerade am Laufen sind und jegliches Endzeitszenario, was sich ein Mensch vorstellen kann, an Schrecklichkeit noch bei Weitem übersteigen. Es überschlagen sich die Horrormeldungen von einem möglichen 3. Weltkrieg mit Atomwaffen, über Hungersnöte bis hin zu Bevölkerungsreduktionen in Höhe von Milliarden von Menschen.

Heute, am 15.06.2022, während ich gerade an diesem Artikel schreibe, war die Schlagzeile auf der Titelseite der Bild-Zeitung: Normales Essen wird zum Luxus! Jedem, der heute im Supermarkt irgendwo an der Kasse steht, springt diese Schlagzeile ins Auge und erregt Ängste und Furcht. Wenn man normales Essen nicht mehr bezahlen kann, was kann dann noch Schlimmeres kommen?

Man kann diese Meldungen rein menschlich gar nicht mehr verkraften und verarbeiten. Was zur Zeit über die Medien auf die empfindsame Seele des Menschen einschlägt, ist schlimmster Psychoterror. Und auch nicht wenige Christen sind darin gefangen und merken zwar noch, dass mit ihnen und ihrem Seelenleben etwas nicht mehr stimmt, aber sehen gerade nicht den Ausweg aus diesem ganzen Horror.

Deshalb möchte ich in diesem Artikel die offene Tür zeigen, wie man als Christ da wieder herauskommt.

Das Erste ist eine „digitale Diät“.

Wir müssen die Zeit, in der wir uns z.B. auf Telegram die neuesten Meldungen anschauen, drastisch reduzieren. Ich habe das schon vor Wochen gemacht, denn unsere Seele hat nicht die Kapazität, diese Informationsflut zu verkraften, die gefüllt ist mit den furchtbarsten Schreckensszenarien. Hier liegt aus meiner Sicht einer der Gründe für die gegenwärtige geistliche Erschöpfung unter den Christen. Ich halte es seit Wochen schon so, dass ich bei Facebook pro Tag nur noch einen Post mache und bei Telegram maximal drei oder vier. So kann man seinen Kopf von dem gegenwertigen medialen Dauerbeschuss freihalten, bekommt aber dennoch mit, in welche Richtung sich die Dinge entwickeln.

Außerdem sind wir Christen seit zwei Jahren in einer Dauerauseinandersetzung mit dem Staat über seine Corona-Maßnahmen. Wir sind also in einer extremen geistlichen Kriegssituation und in einem solchen geistlichen Kampf kommt es nach einer gewissen Zeit immer zu einer Erschöpfung. Hier müssen Christen wieder auftanken. Dieser Artikel soll dazu eine Hilfe geben.

Diesen geistlichen Kampf mit dem Staat in der Corona-Zeit hat vor ein paar Tagen auf der Hirtenkonferenz Dr. Wolfgang Nestvogel sehr anschaulich beschrieben und die biblischen Antworten darauf gegeben. Hier als YouTube-Video zum Anschauen:

https://www.youtube.com/watch?v=Q-qMCbUq4W0

Die ersten beiden Gründe für die gegenwärtige geistliche Erschöpfung unter den Christen sind also die große Informationsflut mit ihren vielen Schreckensmeldungen und die Dauerauseinandersetzung mit dem Staat über seine gesetzeswidrigen Corona-Maßnahmen. Als ermutigendes Beispiel möchte ich den von Fall John MacArthur und seiner Gemeinde erwähnen, über den Bruder Nestvogel in seinem Vortrag berichtet. MacArthur hatte sich gerichtlich gegen die gesetzeswidrigen Corona-Maßnahmen gewehrt und nach einem monatelangen Gerichtsverfahren vor einem Oberverwaltungsgericht in Kalifornien Recht bekommen und seine Gemeinde wurde mit über 800.000 Dollar entschädigt. Es lohnt sich also, sich hier mit allen rechtlichen Mitteln gegen das Unrecht zur Wehr zu setzen.

Der dritte Grund für die gegenwärtige geistliche Erschöpfung vieler Christen liegt in einer unzureichenden Gründung und Festigung im Glauben. Was hier dahintersteht, damit müssen wir uns etwas länger in diesem Artikel beschäftigen.

1. Die Gründung und Festigung im Glauben

Nach meiner Beobachtung sind zur Zeit in christlichen Kreisen in Deutschland die geistliche Substanz und die geistliche Kraft bis auf ein Minimalmaß herabgesunken. Auch wenn es hier einige Leuchttürme gibt wie Bruder Nestvogel, Bruder Tscharntke oder Pfarrer Latzel und noch einige andere, die unermüdlich und mit großer Klarheit die biblische Wahrheit predigen und predigen und sich durch nichts zurückschrecken lassen, so ist hier doch allgemein in der Christenheit eine geistliche Ermüdung zu sehen. Bei oben genannten Brüdern und den anderen, die momentan ohne zu ermüden in der Öffentlichkeit die Wahrheit sagen, fällt mir hier besonders auf, dass sie im Glauben und im Wort gegründet und gefestigt sind.

Auf der anderen Seite ist zu sehen, dass einige bekannte Bibellehrer und Pastoren sich in einem Prozess des Abfalls befinden oder manche sogar schon abgefallen sind und vor dem Staat eingeknickt sind und sich von grundsätzlichen Wahrheiten der Bibel abgewendet haben. Bei diesen fällt mir schon seit längerer Zeit auf, dass ihnen eine Gründung im Wort und der Lehre fehlt. Ein recht bekannter Bibellehrer in Deutschland sagte mir schon im Jahr 2007 in einem privaten Gespräch, dass er sich von der Gnadenlehre verabschiedet hat und alle Bibellehrer, die so lehren wie John MacArthur, verworfen hat. Es ist also alles kein Zufall, was wir gerade erleben. Der Glaubensabfall bis in die Kreise geistlicher Leiter ist schon lange im vollen Gang.

Deshalb meine ich mit Gründung im Wort und in der Lehre hier auch nicht, dass sie möglicherweise eine überzeugende Rednergabe haben und ihre Rede mit Bibelversen gespickt ist, sodass sie von einigen fälschlicherweise für gute Bibellehrer gehalten werden und ihnen eine größere Anzahl von Leuten nachfolgt. Mit Gründung im Wort und in der Lehre meine ich, dass ein biblisches Lehrgerüst vorhanden sein muss, das man gut im Herz und im Kopf hat, sodass man in der Lage ist, sauber in der christlichen Lehre zu unterscheiden und auf die gegenwärtige Situation anzuwenden.

Wenn dies nicht gegeben ist und die Gründung auf das Lehrgerüst der christlichen Lehre fehlt, dann ändern solche Bibellehrer und Pastoren häufig ihre Meinung, sie widersprechen sich selbst in ihren Aussagen und ihre Rede ist religiöses Geschwurbel, das keinen Christen im Glauben wirklich aufbaut und ihm geistliche Kraft gibt. Sie präsentieren den Leuten eine Blütensammlung mit Bibelversen aus dem Zusammenhang gerissen, die verdreht und eingebettet werden in eine Mischung aus Wahrheit und Irrtum, ohne dass ein wirkliches System von christlicher Glaubenslehre zu erkennen ist.

Sie sind nicht in das Wort gegründet und darin gefestigt. Haben sie gestern noch vor der römischen Ökumene und einem übergriffigen Staat gewarnt, so übernehmen sie heute unkritisch Corona-Maßnahmen des Staates, die für Christen nicht erlaubt sind, und übergehen oder verdrehen grundlegende Lehren der Bibel. Und so kann man ihnen nicht mehr glauben und sich nicht auf sie verlassen und wer weiß, was sie morgen wieder alles an ihrer Lehre verändern und an den Staat und seine Zivilreligion anpassen werden, das von der Bibel her nicht tragbar ist.

Aber das ist nicht wirklich etwas Neues. Auch schon damals zur Zeit der ersten Christen gab es solche „Bibellehrer“ und im Judasbrief werden sie so beschrieben:

Sie sind Wolken ohne Wasser, vom Wind umhergetrieben“ (Jud 12). Und: „umherirrende Sterne“ (Jud 13).

Der Bibellehrer Thomas Watson schreibt hier in einem seiner Bücher über diese „geistlichen Leiter“, die nicht im Wort gegründet sind, Folgendes:

Der Apostel Judas spricht in seinem Brief in Vers 13 von >>umherirrenden Sternen<<. Sie werden >>Irrsterne<< genannt und der Philosoph Aristoteles sagte einmal über solche Sterne: >>Sie bewegen sich hoch und runter und wandern durch verschiedene Räume des Alls; sie lösen sich auf und sind nicht aus der gleichen reinen Materie wie die Fixsterne, und oft fallen sie auf die Erde<<. Nun, diejenigen, die nicht in den Glaubenslehren befestigt sind, erweisen sich als Irrsterne. Sie verlieren irgendwann ihre frühere Standfestigkeit und wandern von einer Meinung zur anderen“.

(Watson: Darlegung der christlichen Lehre und ihre Anwendung; S.8: https://www.cbuch.de/watson-darlegung-der-christlichen-lehre-und-ihre-anwendung.html).

Ja, sie wandern von einer Meinung zur anderen. Diese Beschreibung trifft nicht nur auf manche sog. geistlichen Leiter zu, sondern auch auf sämtliche Christen, die nicht in der christlichen Glaubenslehre gegründet und gefestigt sind. Jeder denke hier einmal über sich selbst nach. Wie sieht es mit deiner innerlichen Glaubensverfassung aus? Stehst du fest auf einem gut gegründeten Fundament oder bist du innerlich im Glauben oft hin- und hergerissen? Wie sieht es bei dir mit der Lehre aus? Wann hast du zum letzten Mal deine Lehre geändert?

Natürlich müssen wir uns korrigieren, wenn wir bei uns Lehrirrtümer feststellen. Aber wie oft geschieht das? Und wie oft kommen manche Leute ständig mit einer neuen Lehre an. Dann ist das ein Zeichen dafür, dass sie nicht in der christlichen Glaubenslehre gegründet und gefestigt sind. Ich habe zum letzten Mal vor 10 Jahren eine Änderung bei mir in der Lehre vorgenommen und das war in Bezug auf Endzeitfragen und in der Gnadenlehre zum letzten Mal vor 20 Jahren. Aber seitdem hat sich bei mir in der Lehre nichts geändert.

Wir müssen also in der Lehre gegründet und gefestigt werden. Und damit meine ich nicht, dass wir in allen kleinen Details immer richtig liegen müssen und in allen Fragen die gleiche Erkenntnis haben müssen, sondern ich meine hier

das Lehrgerüst der christlichen Glaubenslehre.

Das müssen wir haben und darin müssen wir gefestigt sein, so dass es fest in unserem Herzen und Kopf verankert ist.

Ein kurzes und einfaches Beispiel dafür, was ich meine. Wenn nun jemand kommt und mir oder unserer christlichen Gemeinschaft vorwirft, es würde sich dabei nicht um echte christliche Gemeinde handeln? Bin ich dann sofort in der Lage, so jemanden mit ein oder zwei einfachen Glaubenssätzen und zwei oder drei Bibelstellen zu widerlegen? Egal, in welcher Gemeinschaft ich bisher war, überall sind solche Leute aufgetreten und es tut uns gut, wenn wir dann auf solche Irrläufer vorbereitet sind.

Ich würde dann sofort antworten: Nach der christlichen Glaubenslehre gibt es 3 Kennzeichen für echte christliche Gemeinde:

1. Sie ist eine Versammlung von echten Gläubigen
2. In ihr wird das Evangelium rein verkündet
3. In ihr werden Taufe und Abendmahl laut dem Evangelium verwaltet

(Augsburgische Bekenntnis, Artikel 7).

Und jetzt komm in unsere Gemeinschaft und schau und überzeuge dich selbst, dass in der Praxis genau nach der biblischen Glaubenslehre gehandelt wird!

Wie sieht es mit dir aus, wenn jemand sagt, dass deine Glaubensgemeinschaft keine echte christliche Gemeinschaft wäre oder dich und deine Mitgeschwister vielleicht sogar als Sektierer bezeichnet? Verschlägt es dir dann die Sprache und bist du plötzlich am Wackeln und weißt nicht, was du antworten sollst? Dann schaue dir einmal folgende Lehrpredigt von Pfarrer Olaf Latzel an, der in einer solchen Situation wie aus der Pistole geschossen antworten kann, was die Kennzeichen echter Gemeinde Jesu sind und dann die Bibelstellen zitiert. Und als jemand unbiblische Lehre in die Gemeinde hineintragen wollte, hat er direkt gesagt im O-Ton: „Da bin ich aber sofort reingekrätscht und habe mit der Bibel in der Hand widersprochen“. Schaut euch den Vortrag an:

https://www.youtube.com/watch?v=GVbtBuJ2PAw

Heute sind viele Christen unterwegs, die predigen sich selbst. Sie geben ihre eigene religiöse Erkenntnis fälschlicherweise als christliche Glaubenslehre aus oder geben ständig die neuesten kursierenden Meinungen unter den Christen weiter. Aber sie haben keine Gründung in der christlichen Glaubenslehre, geschweige denn, dass sie bereits soweit im Glauben gewachsen sind, dass sie in der Lehre gefestigt sind.

Es ist eine klare Anweisung der Bibel an die Christen, dass sie im Glauben und in der Lehre gegründet und gefestigt werden. Hier zwei Beispiele aus der Schrift:

Wenn ihr nur bleibt im Glauben, gegründet und fest, und nicht weicht von der Hoffnung des Evangeliums…“ (Kol 1,23).

Der Gott aller Gnade… möge euch… festigen, stärken, gründen! (1.Petr 5,10).

Im Glauben gegründet zu sein, bedeutet zweierlei: Es bezieht sich auf das persönliche Glaubensleben, das täglich immer wieder neu geführt werden muss bis zu unserem Heimgang zum Herrn und unserer Verherrlichung und es bedeutet, dass wir in der christlichen Glaubenslehre gegründet werden. Das tägliche Glaubensleben ist das Ergebnis von einer Gründung in der Lehre. Die Lehre ist ja nichts anderes als das Wort Christi und das ist der Same, aus dem alle geistliche Frucht erwächst. Wo wenig geistliche Frucht ist, dort ist auch immer ein Mangel an Gründung in der Glaubenslehre.

In der Regel sehen wir, dass die Dinge so miteinander zusammenhängen: Eine Gründung in der Glaubenslehre bewirkt ein geistliches Unterscheidungsvermögen und dadurch werden Glaubensvermischungen unter Christen und eine Anpassung an den Staat auf einem Minimalmaß gehalten.

Vor zwei Wochen hat die Reformierte Baptistengemeinde in Frankfurt dazu folgenden Ausspruch von Spurgeon veröffentlicht:

Quelle: https://www.facebook.com/erbfrankfurt/photos/a.1891303614372962/2169451349891519/

Viele Christen haben eine grobe Unterscheidung von richtig und falsch, wodurch sie z.B. wissen, dass die Römische Kirche durch viele falsche Traditionen vermischt ist oder dass die Evangelischen Kirchen mit ihrer Bibelkritik falsch liegen. Aber das ist noch keine Gründung in der Glaubenslehre. Diese Unterscheidungen machen auch sämtliche Sekten wie z.B. Zeugen Jehovas oder Adventisten. Es werden viele verlorengehen, die einen Scheinglauben haben und wissen, was in der Katholischen Kirche und den Evangelischen Landeskirchen falschläuft, aber dennoch sind sie nicht errettet, weil sie das Evangelium nicht wirklich kennen, glauben und angenommen haben.

Beeinflusst durch das „moderne Evangelium“ (ich komme unter Punkt 3 noch einmal darauf zurück) glauben sie verdeckt an eine Erlösung aus sich selbst, aus ihrem religiösen inneren Seelenleben und damit durch Werke. Dieses Evangelium ist so fromm verpackt, sodass es beinahe richtig ist. Aber unter dem Strich ist es ein anderes Evangelium, durch das Leute religiös werden, aber nicht errettet und keine wirklichen Christen werden.

Christen werden immer durch den Zeitgeist und in sehr vielen Fällen mit einem entweder ganz gottlosen (wie aktuell) oder von der Bibel abweichenden Staat konfrontiert. Und wenn sie hier nicht in der Glaubenslehre gegründet und gefestigt sind, dann wird das schnell sichtbar, indem sie sich dem Staat anpassen und sich von grundlegenden biblischen Wahrheiten verabschieden. In dieser Hinsicht hat der Druck, der gerade vom Staat auf die Christen ausgeübt wird, auch etwas Positives. Der Abfall und das falsche Christentum werden ganz offen sichtbar und treten ans Tageslicht. Die Spreu trennt sich vom Weizen. Das Scheinfromme wird vom wahren echten christlichen Glauben getrennt. Oder wie der Kirchenvater Cyprian es einmal sagte: „Der Wind nimmt den Weizen und peitscht die Spreu heraus.“

Natürlich ist der Druck, der durch eine übergriffige und bis ins äußerste gottlose Regierung auf die Christen gerade ausgeübt wird, sehr belastend und bringt uns teilweise an den Rand unserer Kräfte bis hin zu einer allgemeinen Erschöpfung unter den Christen. Aber wir müssen hier zuerst einmal die Absicht Gottes und das Positive sehen, was dadurch bewirkt wird. Wenn ich für mich spreche, so war das vermischte Christentum der letzten Jahre in Deutschland bis zu einer Grenze gekommen, wo es für einen Christen, der ehrlich nach Gott und der Bibel fragt, unerträglich geworden ist. Und ich habe oft gebetet: Herr, wie lange noch schaust du zu? Wie lange soll das noch so weitergehen? Jetzt durch die Corona-Krise und den Ukraine-Krieg hat Gott darauf geantwortet. Jetzt ist die Grenze erreicht. Und durch den gegenwärtigen Druck drischt Gott nun das Falsche aus seiner Gemeinde heraus. Wie Cyprian sagt: Aus dem Weizen (biblisches Bild für das echte Christentum, das echte geistliche Frucht bringt) wird jetzt die Spreu (biblisches Bild für falsches und Scheinchristentum) herausgedroschen. Dazu bedient Gott sich der gegenwärtigen gottlosen Regierung. So wie auch Calvin einmal sagte: Wenn Gott ein Volk richten will, dann gibt er ihm eine gottlose Regierung. Und das ist es, was wir gerade erleben. Gott richtet unser deutsches Volk und seine Gemeinde in unserem Land. Mittels der gottlosen Regierung wird die Gemeinde von ihrem Scheinchristentum und ihren Irrlehren gereinigt.

Das ist DAS gegenwärtige Zeichen der Zeit:

Gott richtet und reinigt seine Gemeinde durch eine äußerst gottlose Regierung!

Wer das nicht erkennt, der ist so verblendet, dass er gar nichts mehr erkennt. Er sieht nicht die Zeichen der Zeit und ist ein geistlicher „Schlafwandler“, der völlig im Dunkeln tappt und dem Gericht Gottes in tiefster Unwissenheit entgegentaumelt.

Wer aber im Glauben des echten Christentums steht und nach einer echten Gründung und Festigung im Glauben strebt, für den gibt es im Moment keinen Grund zur Beunruhigung. Es läuft alles nach Plan, nach Gottes Plan.

Wenn jemand im Glauben und im Wort gegründet und gefestigt ist, dann erkennt er, dass über allem was gerade geschieht, der Plan (oder mit biblischen Worten gesprochen der Ratschluss Gottes) steht. Bei solchen Christen findet gerade in den Wirren der gegenwärtigen Zeit eine Rückkoppelung an Gott und seinen Ratschluss statt. Sie können trotz aller Schreckensmeldungen und Horrorszenarien, die durch die Medien gehen, in Gott ruhen. Ihre Augen sind auf Christus gerichtet. Sie kennen und sehen den Ratschluss Gottes, weil sie die Schrift kennen, und vertrauen Gott, dass er sie in allem bewahren wird und mit seiner Hand halten wird. Sie wissen, dass der echte Glaube zum Beharren bis zum Ende führt und uns nichts mehr aus der Hand Jesu reißen kann, der uns mit seinem Blut erkauft hat. Wir sind unwiderruflich sein Eigentum und gehören ihm.

Diese biblische Tatsache wird in der christlichen Glaubenslehre als „Vorsehung Gottes“ bezeichnet. Wie groß das Chaos und die Wirren einer Zeit auch sein mögen, Gott hat alles unter Kontrolle und seine Kinder stehen unter seinem vollen Schutz und seiner vollen Bewahrung, sodass ihnen noch nicht einmal ein Haar gekrümmt werden kann, ohne dass es an dem Ratschluss Gottes vorbeigeht.

Sind wir im Glauben wirklich gegründet? Wie gut kennen wir die christliche Lehre über den Ratschluss Gottes und seine Vorsehung? Wenn uns jemand fragt, was können wir ihm darüber sagen? Sind wir selbst im Glauben gegründet und gefestigt, wo die Anfechtung der Gemeinde gerade riesen groß ist? Oder drehen sich alle unsere Gedanken hauptsächlich um die aktuellen Medieninformationen, was da oder dort wieder passiert und was alles noch Schlimmes kommen könnte.

Ich habe kürzlich erst ein Buch lektoriert, das über die Vorsehung Gottes ist und das ganz frisch auf den Markt gekommen ist. Ich kann dieses Buch nur wärmsten empfehlen, es zu lesen. Das Buch ist so eine herausragende Bibelarbeit mit vielen praktischen Anwendungen, dass selbst erfahrene Christen hier noch einmal einen großen Schritt im Glauben nach vorne machen werden, wenn sie es lesen.

 

Das Buch kann beim Betanien-Verlag bestellt werden: https://www.cbuch.de/john-piper-vorsehung.html.

Wie wichtig eine klare Kenntnis der Vorsehung Gottes gerade für unsere jetzige Zeit ist, wollen wir im nächsten Punkt betrachten.

2. Von der Vorsehung

Das moderne Evangelium hat schon eine lange Geschichte von 500 Jahren und der Teufel treibt hier schon lange ein Spiel der Verführung, um Leute aus der Gemeinde des Herrn zu verführen, die nicht in der Glaubenslehre gegründet sind. Dabei erweist er sich stets als en vogue. Alle paar Jahre kommt eine neue Modewelle der Verführung mit alten Irrlehren in einem neuen christlichen Gewand verpackt. Hatte man bereits schon während der Reformationszeit durch den Arminianismus (christlicher Humanismus) in Frage gestellt, dass Gott seinen Ratschluss seit Grundlegung der Welt gefasst hat und in dieser Welt als Herr und Gott über alles regiert, so wird das heute mit der neuesten Verführungswelle komplett geleugnet.

Der Widersacher Gottes bleibt sich seinem teuflischen Prinzip der Täuschung immer treu. Begann er seine Verführung im Garten Eden zunächst mit einer Infragestellung, dass die Sünde zum Tod führt, so endet sie mit einer vollständigen Leugnung mit den Worten: „Ihr werdet keineswegs des Todes sterben.“ Und hier haben wir dann die glatte Lüge und Leugnung des Wortes Gottes.

Die Verführung funktioniert also immer nach diesem Prinzip: Das anfängliche Infragestellen des Wortes Gottes endet immer mit der Leugnung und glatten Lüge!

Gleiches erleben wir mit dem modernen Evangelium. Begann der Teufel vor über 400 Jahren damit, den Ratschluss Gottes durch die Arminianer in Frage zu stellen, so hat er ihn später über verschiedene Modewellen der Verführung wie z.B. Gemeindewachstumsbewegung (Bill Hybels und Rick Warren), Emerging Church etc. immer mehr untergraben. Und heute mit der neuesten Welle aus den USA – dem offenen Theismus – leugnet er den Ratschluss Gottes und seine Vorsehung ganz.

Da einige diese neue Welle der Verführung des offenen Theismus noch nicht mitbekommen haben, hier zwei Beiträge auf den theologischen Blogs von Hanniel Strebel und Ron Kubsch:

https://hanniel.ch/2018/01/31/der-offene-theismus-schliesst-die-luecke-in-der-nach-evangelikalen-dogmatik-eine-stellungnahme/

https://theoblog.de/debatte-um-offenen-theismus/31835/

Beim offenen Theismus wird behauptet, dass Gott die Welt zwar geschaffen habe, sie aber dann den Menschen überlassen habe, was sie damit machen. Gott habe den Ausgang der Welt offen gelassen und sie werde zu dem Ende kommen, das die Menschen bestimmen. Wobei diese Leute auf Grundlage ihres humanistischen Hintergrundes davon ausgehen, dass die Menschen am Ende zu Vernunft und Einsicht kommen würden und die Erde zu einem paradiesischen Ort machen würden. Was natürlich von der biblischen Prophetie gesehen eine Illusion ist. Durch ihre Verderbtheit werden die gefallenen und unerlösten Menschen am Ende den Antichristen als Gott verehren, was zu einer verheerenden Zerstörung und dem Gericht Gottes führen wird. Erst mit der Wiederkunft Christi wird der wahre Friede über diese Erde kommen, wenn er den Antichristen mit dem Hauch seines Mundes töten wird.

Ich vermute, dass diese Denkweise des offenen Theismus sich mit dem esoterischen „großen Erwachen“ vieler Menschen zur Zeit verbinden wird und dann in seiner Konsequenz zur neuen Weltordnung des Antichristen führen wird. Wie gesagt, es ist eine Vermutung durch die Beobachtung der aktuellen Entwicklung der Dinge. Beobachten wir also weiter, wie sich das alle weiter entwickeln wird!

In gleiche Richtung stößt auch Xavier Naidoo, als er mit seinem Widerruf von seinen „Verschwörungstheorien“ sagte, dass er seinen Glauben über die Bibel überarbeitet hätte und jetzt glauben würde, dass Gott die Zukunft angeblich offen gelassen hätte und es in die Hände der Menschen gelegt hätte, wie alles ausgehen würde. Auch das ist die Lehre des offenen Theismus. Ich vermute, er hat es von irgendwelchen modernen Theologen aus den USA übernommen.

Einige bekannte evangelikale Bibellehrer in Deutschland und der Schweiz sind bereits auch schon davon beeinflusst und auf diese neue Welle der Verführung aufgesprungen und machen öffentlich dafür Werbung. Seid also wachsam und haltet hier eure Augen offen! Und generell: Meidet jede Form des Humanismus im christlichen Gewand!

Wie sehr die Bibel einer solchen Irrlehre wie dem offenen Theismus entgegensteht, sieht man, wenn man liest, was die christliche Glaubenslehre an der Stelle sagt, wo es um den Ratschluss Gottes und seine Vorsehung geht. Lest dazu einmal die christlichen Bekenntnisschriften. Ich habe als Beispiel das Niederländische Bekenntnis herausgegriffen, weil dort die Dinge besonders gut zusammengefasst sind. Dort heißt es unter dem Artikel „Vorsehung“:

(Anmerkung: Das Niederländische Bekenntnis hat sich als so bedeutsam erwiesen, dass es auch als wesentliche Schrift der Glaubenslehre in die neue Genfer Studienbibel 2017 aufgenommen wurde, an der ich zwei Jahre lang mitgearbeitet habe und die beim Betanien-Verlag bestellt werden kann: https://www.cbuch.de/reformations-studien-bibel-2017-version-grau.html)

Ein Einführungsvideo zu dieser sehr zu empfehlenden Studienbibel siehe hier auf YouTube:

https://www.youtube.com/watch?v=YuXALWflqss

Wir glauben, dass der liebe Gott, nachdem er alle Dinge geschaffen hatte, sie keineswegs der Willkür des Zufalls oder Schicksals überlassen hat, sondern dass er selbst, nach Vorschrift seines heiligen Willens, sie immerwährend so regiert und lenkt, dass nichts in dieser Welt ohne seinen Willen und seine Anordnung geschieht, obgleich Gott doch von dem Bösen, das in dieser Welt geschieht, weder der Urheber ist noch daran Schuld hat. Denn so weit erstreckt sich seine unendliche und unbegreifliche Macht und Güte, dass er auch dann seine Werke und Handlungen heilig und gerecht anordnet und ausführt, wenn auch der Teufel und die Gottlosen ungerecht handeln. Über alles aber, was er tut, das die menschliche Fassungskraft übersteigt, wollen wir nicht neugierig und über unsere Fassungskraft nachforschen, sondern vielmehr die verborgenen und gerechten Gerichte Gottes demütig und ehrfurchtsvoll verehren. Denn es genügt uns, dass wir Christi Schüler sein können und das lernen, was er uns in seinem Wort selbst lehrt, und wollen nicht diese Grenzen überschreiten. Diese Lehre aber bringt uns einen unermesslichen Trost. Denn aus ihr lernen wir, dass uns nichts zufällig trifft, sondern alles nach dem Willen unseres himmlischen Vaters, der für uns mit wahrhaft väterlicher Sorge wacht, dem alles untergeben ist, so dass kein Haar unseres Hauptes (welche alle gezählt sind) ausfallen und nicht der kleinste Sperling zu Boden fallen kann ohne den Willen unseres Vaters. Hierbei beruhigen wir uns völlig, indem wir wissen, dass Gott die Teufel und alle unsere Feinde gleich wie mit Zügeln so im Zaum hält, dass sie ohne seinen Willen und seine Erlaubnis niemand von uns schaden können. Deshalb verwerfen wir hier die abscheuliche Meinung der Epikureer, welche sich Gott als müßig und nichtstuend und alles dem Glück und Zufall überlassend vorstellten (http://www.serk-heidelberg.de/unser-glaube/unser-glaubensbekenntnis/#Artikel_13_Von_der_Vorsehung_Gottes).

Wenn Christen zur Zeit durch das ganze Chaos und den Umbruch, der durch den Great Reset am Laufen ist, und die ganzen Horrorszenarien in den Medien durcheinandergewirbelt sind, dann kann ich das verstehen. Es ist völlig nachvollziehbar. Aber es ist auch nicht überraschend, denn in der Propaganda wirken mächtige dämonische Kräfte der Verführung des Abfalls von Gott und der Zerstörung.

Vielleicht fühlt sich der der eine oder andere wie in einer kleinen Nussschale im Sturm auf hoher See. Doch Jesus kann diesen Sturm auch bei dir stillen. Dazu brauchen wir die Bibel und die Glaubenslehre, die hier die wesentlichen Aussagen über Gott aus der Schrift zusammenfasst.

Gott hat die Welt nach der Schöpfung nicht seinem Schicksal und dem willkürlichen Treiben der Menschen überlassen, wie moderne evangelikale Theologen behaupten. Nein. Er regiert die Welt so, dass nichts in dieser Welt ohne seinen Willen und seine Anordnung geschieht.

Auch das, was gerade jetzt geschieht, ist alles nach dem Plan und Willen Gottes. Ob du Schwierigkeiten auf dem Arbeitsplatz oder in der Gemeinde wegen Corona hast, ob du arbeitslos geworden bist oder gar deine wirtschaftliche Existenz verloren hast, ob du siehst, wie das Böse in der Politik überhandnimmt oder ob du fürchtest, dass es zu Kriegen, Hungersnöten und Massensterben von Menschen kommt, das alles ist in den Ratschluss Gottes eingeschlossen.

Die entscheidende Frage ist, ob du hier wirklich der Schrift vertraust, dass bei Gott alles nach Plan läuft und auch diese Dinge seinen Kindern zum Besten dienen werden und er seine Kinder sicher durch all das hindurch erretten wird, so dass sie das Ziel in der ewigen Herrlichkeit erreichen werden.

In der Glaubenslehre oben wird gesagt: Alle diese Dinge, die für uns wie Chaos und Zerstörung aussehen, sind doch in Wahrheit Gerichte Gottes. Bist du so weit in der Bibelerkenntnis, dass du dem zustimmen kannst? Gott ist wirklich Gott und er regiert uneingeschränkt über diese Welt und das Böse und Chaos hat mit seinem Gericht zu tun, dient aber seinen Kindern zum Besten und zum Heil. Glaubst du das? Wenn ja, dann kannst du wirklich in Gott ruhen und es wird deine Sorgen und Ängste vertreiben. Gott hat alles unter Kontrolle. Das ist die Lehre der Schrift. Glaube sie!

Das Bekenntnis fasst die biblische Lehre vom Ratschluss Gottes und seiner Vorsehung so zusammen:

Denn aus ihr (der Vorsehung Gottes) lernen wir, dass uns nichts zufällig trifft, sondern alles nach dem Willen unseres himmlischen Vaters, der für uns mit wahrhaft väterlicher Sorge wacht, dem alles untergeben ist, so dass kein Haar unseres Hauptes (welche alle gezählt sind) ausfallen und nicht der kleinste Sperling zu Boden fallen kann ohne den Willen unseres Vaters.

Möge es Gott uns geben, dass wir so in der Schrift und ihrer Lehre gegründet werden, dass auch wir zu einer solchen Zuversicht in Gott kommen, dass wir solche Worte für uns selbst sagen können. Mich wird nichts zufällig treffen. Und alles, was mir geschieht, geschieht durch die Fürsorge meines himmlischen Vaters, der über mich wacht. Ja, noch nicht einmal ein Haar kann mir ohne den Willen meines Vaters im Himmel ausfallen und zu Boden fallen.

Auch möchte ich gerade für die heutige Zeit noch einmal an den guten Rat dieser Glaubensväter aus der Reformationszeit erinnern: Wir wollen nicht neugierig und über unsere Fassungskraft nachforschen.

Die Informationsflut ist zur Zeit riesengroß und sie tut keinem Christen gut, wenn er sich zu viel damit auseinandersetzt. Es ist jetzt eine digitale Diät angesagt. Wir müssen die Menge der Informationen auf ein geringes Maß reduzieren, sodass wir es fassen können und es uns nicht durcheinanderbringt oder uns bei unserem Glaubensleben hindert. Wir wollen nicht über unsere Fassungskraft nachforschen! Beherzigen wir diesen sehr gut, aber auch sehr ernst gemeinten Rat! Wenn wir das Grundgerüst biblischer Prophetie verstanden und erfasst haben, dann ist es genug. Dann kennen wir den Ausgang dieser Welt, wie Gott ihn in seinem Ratschluss beschlossen hat, in seinem Wort geoffenbart hat und wie es definitiv kommen wird.

Wenn wir dann durch ein gewisses Maß an Nachrichten und Informationen sehen, wo wir gerade stehen und in welche Richtung die Dinge sich entwickeln, dann ist auch das genug. Wir müssen keine 500 Posts auf Telegram jeden Tag lesen. Wer will diese Menge verarbeiten und die teilweise verschreckenden Meldungen darin verkraften?

Wir haben nun die allerneueste Welle des modernen Evangeliums gesehen, die Gott dahingehend von seinem Thron stürzen will, dass beim offenen Theismus behauptet wird, Gott würde nicht über die Welt und alle Dinge regieren und der Ausgang wäre den Menschen überlassen. Damit wir aber wirklich gegründet und gefestigt werden, wollen wir noch einmal zu dem Anfang zurückgehen, als das moderne Evangelium anfing seinen Lauf zu nehmen. Wir wollen uns anschauen, wie Martin Luther das Kernproblem des modernen Evangeliums auf den Punkt brachte und welche Grundaussagen der Bibel er dagegenstellte.

3. Gegen das moderne Evangelium nach Martin Luther

Erinnern wir uns noch einmal an den oben erwähnten Ausspruch von Spurgeon: Wir müssen nicht nur zwischen richtig und falsch, sondern auch zwischen richtig und beinahe richtig unterscheiden. Denn beinahe richtig ist in Bezug auf das Evangelium komplett falsch!

Wenn man nun einmal das moderne Evangelium und das biblische Evangelium nebeneinanderstellt, so klingen beide sehr ähnlich und das moderne Evangelium klingt beinahe richtig, ist aber ein anderes Evangelium. Deshalb müssen wir genau hinschauen. Denn das moderne Evangelium beinhaltet kein Heil und keine Rettung und wirft den Menschen auf sich selbst, auf seinen Verstand und seine Kräfte. Das hatte Martin Luther zu seiner Zeit schon vollkommen richtig erkannt und schrieb deshalb im Kleinen Katechismus folgende Worte:

Ich glaube, dass ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesus Christus, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann; sondern der Heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiligt und erhalten; gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden beruft, sammelt, erleuchtet, heiligt und bei Jesus Christus erhält im rechten, einigen Glauben; in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich vergibt und am Jüngsten Tage mich und alle Toten auferwecken wird und mir samt allen Gläubigen in Christus ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewisslich wahr“ (http://www.bernhard-kaiser.homepage.t-online.de/downloads/lutherklkatechismus.pdf, S.3).

Das moderne Evangelium kann viele Dinge richtig sagen, dass z.B. die Bibel Gottes Wort ist, dass Jesus Christus für unsere Sünden gestorben ist und sein Blut für uns vergossen hat, dass wir Vergebung der Sünden brauchen, dass wir zu Jesus kommen müssen, dass wir glauben müssen und das Evangelium annehmen müssen. Nun sagen viele: Das stimmt doch alles. Genau das müssen wir doch tun, wenn wir Christen werden wollen. Ja, so ist es auch. Das müssen wir glauben und tun.

ABER!!!

Das moderne Evangelium ist nur beinahe richtig. Es kann viele biblische Wahrheiten bezeugen. Deshalb müssen wir genau hinschauen, wo der „Pferdefuß“ und die Täuschung sind.

Warum betont Martin Luther an dieser Stelle, wo es um den Kern des Evangeliums geht, dass er nicht aus eigener Vernunft und auch nicht aus eigener Kraft an Jesus Christus glauben kann? Weil genau das der Punkt ist. Genau hier ist die Grenze zwischen biblisch richtig und beinahe richtig.

Das moderne Evangelium kann zwar manchmal sachlich richtig sagen, dass in Christus das Heil ist aber nicht, wie das Heil beim Menschen ankommen soll. Da das moderne Evangelium durch den Humanismus entstanden ist, setzt es ganz auf die religiöse Kraft in dem Menschen und seine Vernunft. Vor 500 Jahren zur Zeit Luthers war der Humanismus der „neueste Schrei“, die neuste Modeerscheinung und der Zeitgeist, auf den die Menschen ihre Hoffnung setzten. Und eine größere Bewegung in der Kirche nannte sich damals sogar „devotio moderna“ – also auf Deutsch: moderne Frömmigkeit. Wir sehen, auch schon damals hielten sich manche Christen ganz offen für modern (https://en.wikipedia.org/wiki/Devotio_Moderna).

Und so nahm man zu dieser Zeit in der Römischen Kirche den Humanismus mit auf und packte ihn in ein frommes christliches Gewand. Man konnte zwar noch richtig sagen, dass das Heil durch Christus am Kreuz vollbrachte wurde, aber nicht mehr, wie es beim Menschen ankommen soll bzw. wirksam werden soll. Zur Zeit von Luther setzte man auf den Verstand und die inneren religiösen Kräfte, die bei jedem Menschen in seinem Seelenleben zu finden sind.

Doch wie falsch und hoffnungslos dieser christlich, humanistische Weg ist, sieht man in der Praxis, wenn man einmal die Realität betrachtet. Ich kenne Christen, die sind an ihren Nachbarn oder Verwandten schon 10 oder 20 Jahre dran, sie zu „bearbeiten“, dass sie doch Christen werden mögen. Ich habe sogar schon von Geschwistern gehört, die fordern ihre Nachbarn schon seit 40 Jahren auf, dass sie zu Christus kommen mögen. Und…

… nichts passiert!

Weil es eben nicht durch den Verstand und die inneren religiösen Kräfte möglich ist, wirklich Christ zu werden. Die Kraft muss von außerhalb des Menschen kommen. Die Kraft zur Errettung und zum wirklichen Christwerden liegt also ganz woanders, als das moderne Evangelium es verkündet. Hier sollten wir genau auf die Worte von Luther hören, wie bzw. durch welche Kraft jemand wirklich Christ wird:

„… sondern der Heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen!“ (Kleiner Katechismus, der im Übrigen Bestandteil der christlichen Glaubenslehre ist).

Wir müssen von neuem, von oben geboren werden durch den Heiligen Geist. Wir benötigen eine Kraft von außerhalb unseres Verstandes und unseres religiösen Seelenlebens. Beides steht unter dem Sündenfall und enthält keine Kräfte mehr, die uns zum Heil führen kann. Die Kraft zur Rettung kommt von außerhalb zu uns durch den Heiligen Geist und das Evangelium. Hier müssen wir beachten, dass beides untrennbar zusammengehört: der Heilige Geist und das Evangelium. Wo das Evangelium nach der Schrift verkündet wird, dort ist auch der Heilige Geist, und er wirkt durch das Evangelium.

Diese Erkenntnis hatte Luther aus der Schrift, aus vielen, vielen Bibelstellen. Wie wir wissen war bei Luther Römer 1,16 die Schlüsselstelle zu dieser Erkenntnis und der Wechsel vom katholischen, modernen Evangelium hin zum biblischen Evangelium:

Das Evangelium ist die Kraft Gottes zur Errettung für jeden, der glaubt“ (Röm 1,16).

Und hier ist ganz haarscharf die Grenze geschnitten zwischen dem biblischen Evangelium und dem modernen Evangelium. Die Bibel sieht die Kraft, die zur Errettung führt, im Evangelium selbst. Das Evangelium selbst ist es und trägt in sich die Kraft, die Menschen errettet und zu Christen macht. Das moderne Evangelium dagegen sieht die Kraft im Menschen, in seinem Verstand und religiösen Seelenleben. Doch die Kraft liegt außerhalb vom Menschen, im Evangelium. Deshalb lautet die frohe Botschaft nach der Bibel auch nicht: Gehe in dich, aktiviere deine inneren religiösen Kräfte und trainiere deinen frommen Verstand, sondern: Glaube an das Evangelium! Glaube dem Wort, es hat die Kraft, dich zu retten und geistlich zu erneuern.

Wie gesagt, dieses moderne Evangelium war zur Zeit von Luther das absolut Neueste: Humanismus verpackt im christlichen Gewand in ein falsches Evangelium, das beinahe richtig ist, aber unter dem Strich ein anderes Evangelium ist, wodurch die Menschen nicht errettet werden und verloren gehen.

Zu dieser Zeit hatte man auf dem Papier – also in den Dogmen und Lehrartikeln der Kirche (das alte katholische Evangelium) – noch das richtige Evangelium stehen, wie es von den Aposteln und Vätern überliefert war. Auch einige Kirchenmänner kannten noch das echte Evangelium, wie z.B. der Ordensvorsteher Johann von Staupitz, der das Kloster leitete, in dem Luther lebte und nach Gott suchte. Aber die große Menge des Kirchenvolkes war schon von dem modernen Evangelium eingenebelt und verführt, so dass sie das Heil bei sich selbst suchten und nicht mehr im Wort und in der Gnade.

Als Luther im Alter von 21 Jahren im Jahr 1505 ins Kloster ging, suchte er genau auf diesem Weg des römischen, modernen Evangeliums den Weg zu Gott. Er schaute in sich selbst hinein und suchte in sich selbst die religiösen Kräfte, um zu Gott zu kommen. Dabei war er den ganzen Tag mit religiösen Übungen beschäftigt in der Hoffnung, er würde dadurch ein besserer Mensch werden. Doch je mehr sich Luther hier abmühte, umso verzweifelte wurde er und schrieb dann in dieser Zeit diese Worte nieder: Ich soll durch die frommen Übungen besser werden und werde es doch nicht.

Sein Klostervorsteher Staupitz konnte das irgendwann nicht mehr mit anschauen und gab Luther den Rat: Er solle von sich selbst und seinen Werken und Frömmigkeitsübungen wegschauen und sein Heil in den Wunden Jesu suchen. Und das war genau der richtige Rat und ist auch die Antwort auf das moderne Evangelium: Schaue von dir selbst und deiner Religiosität weg und schaue dorthin, wo wirklich das Heil und die Kraft ist. Schaue auf Christus, den Christus des Wortes, und seine Wunden. Dadurch wirst du heil.

Wie wichtig dieser Rat für Luther war und Staupitz als seelsorgerlicher Wegbegleiter, schrieb er dann später: Wenn Staupitz nicht gewesen wäre, dann wäre ich in meinem Zustand ersoffen und längst in der Hölle.

Als Luther dann die Kraft zum Glauben im Wort selbst erkannte und die Gnade Gottes verstand, durch die er Christ werden durfte, schrieb er:

Nun fühlte ich mich geradezu wie neugeboren und glaubte, durch weit geöffnete Tore in das Paradies eingetreten zu sein.“

(siehe Luthers Werdegang, den er selbst 1545 schrieb unter Absatz 10: https://www.glaubensstimme.de/doku.php?id=autoren:l:luther:u:luther_ueber_seinen_reformatorischen_werdegang&s[]=pforten&s[]=ins&s[]=paradies&s[]=selbst&s[]=eingetreten).

Nach den Worten von Luther war nach seiner persönlichen Erfahrung der Wechsel vom modernen Evangelium zum biblischen Evangelium des Wortes und der Gnade wie ein Ortswechsel von der Hölle zum Paradies, wie von einem geistlich toten Zustand hin zu einer Neugeburt.

Wenn es um die Gründung und Festigung im Glauben geht, aber auch um die Abwehr der Verführung durch das moderne Evangelium, dann ist das der Dreh- und Angelpunkt: Suche ich die Kraft zum Heil und zur geistlichen Erneuerung im Evangelium selbst, im Wort und den Wunden Christi? Vertraue ich ganz darauf und bin ich dadurch wiedergeboren? Das ist die alles entscheidenden Frage.

Danach sollte ich lernen zu unterscheiden zwischen richtig und beinahe richtig. Ich muss genau bei der Lehre hinschauen und auf mein Glaubensleben achten. Schaue ich in mich selbst hinein, um irgendwelche religiösen Kräfte in mir zu entdecken oder setze ich mein Vertrauen auf die Wirkmacht des Wortes. Ja, das Wort Gottes ist wirkmächtig, dass es alles Gute und Geistliche bei mir bewirken kann, das ich für mein Glaubensleben benötige.

In Hebräer 4,12 lesen wir:

Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist“ (LÜ 84).

Wo Luther hier mit „kräftig“ übersetzt, steht in der Schlachter 2000 „wirksam“. Das Wort Gottes ist „wirksam“ und „kräftig“. In Bibelkommentaren wird auch häufig an dieser Stelle so ausgelegt, dass das Wort Gottes „wirkmächtig“ ist.

Wenn wir erwarten, dass Gott bei uns wirksam wird und wir seine Kraft der Veränderung suchen, dann müssen wir sie von seinem Wort erwarten. Denn Gott wirkt durch sein Wort. Und dann müssen wir von Tag zu Tag immer weiter in seinem Wort aufgebaut und befestigt werden. Dazu benötigen wir die christliche Glaubenslehre. Spurgeon hatte einmal über die christliche Glaubenslehre gesagt, dass sie das ist, was wir ganz gewiss und mit aller größter Sicherheit aus der Heiligen Schrift wissen.

Hier fängt man am besten damit an, dass man die christliche Glaubenslehre erst einmal liest und die Bibelstellen dazu nachschlägt. Dabei sollte man versuchen, das systematische Lehrgerüst als Ganzes zu verstehen und sich zu merken. Hier stelle ich bei mir selbst und auch bei anderen fest, dass wir sehr schnell vergesslich sind und die Dinge in der entsprechenden Situation nicht im Kopf parat haben. Deshalb ist hier zu empfehlen, dass man z.B. in Hauskreisen biblischen Unterricht in der christlichen Glaubenslehre macht. In der Kirche von Spurgeon und auch in vielen reformierten Kreisen wird dieser biblische Unterricht in speziellen Lehrpredigten in speziellen Gottesdiensten gemacht.

Wenn man mich fragen würde, dann würde ich sagen, dass hier wohl ein sehr guter Weg ist, wenn man sich eine Mappe mit der christlichen Glaubenslehre zulegt und sich die Dinge mit wichtigen Lehrsätzen und den Bibelstellen dazu aufschreibt und immer wieder durchgeht, bis man die Dinge im Gedächtnis behalten kann.

Wir leben in einer Zeit riesiger Umbrüche in der Welt. Es ist eine Zeit des maximalen Glaubensabfalls und der maximalen Anfechtung für Christen. Deshalb müssen wir die weltliche Informationsflut auf ein bestimmtes Maß bei uns reduzieren, so dass wir es verkraften können. Hier muss jeder seine persönliche Grenze der Aufnahmefähigkeit finden und bei sich selbst daran arbeiten. Und wir müssen uns jetzt mehr als jemals zuvor im Herrn und seinem Wort gründen und festigen. Der Herr helfe euch dabei in seiner Güte und Gnade und gebe euch durch sein Wort alle Kraft dazu.

Halten wir uns auch den Trost aus dem Niederländischen Glaubensbekenntnis über die Vorsehung Gottes vor Augen:

Hierbei beruhigen wir uns völlig, indem wir wissen, dass Gott die Teufel und alle unsere Feinde gleich wie mit Zügeln so im Zaum hält, dass sie ohne seinen Willen und seine Erlaubnis niemand von uns schaden können.

Bleibt behütet und gesegnet im Herrn.

Dirk Noll am 21. Juni 2022


Ergänzung zu dem neuen Artikel auf DER RUF: Mittel gegen geistliche Erschöpfung

Bei allen Wirren, dem Chaos und den Schreckensmeldungen in den Medien müssen wir als Christen alle wieder zur Ruhe kommen, indem wir auf den Ratschluss Gottes und seine Vorsehung schauen.

Gott regiert bis in das Kleinste hinein über alle Dinge und auch alle Politiker und Machthaber in der Welt sind ganz in seiner Hand und nichts geschieht ohne die Anordnung Gottes und alles geschieht um seiner Gemeinde willen zu ihrer Erlösung und Bewahrung…

DAS ist die Vorsehung Gottes.

Deshalb hier noch zur Ergänzung eine 35-minütige Predigt über DIE VORSEHUNG GOTTES.

Mögen wir darin in diesen aufgewühlten Zeiten zur Ruhe kommen.

Hier auch noch einmal die Haupt- und Trostaussage aus der christlichen Glaubenslehre über die Vorsehung Gottes:

„Hierbei (im Wissen und Vertrauen auf Gottes Vorsehung) BERUHIGEN WIR UNS VÖLLIG, indem wir wissen, dass Gott die Teufel und alle unsere Feinde gleich wie mit Zügeln so im Zaum hält, dass sie ohne seinen Willen und seine Erlaubnis niemand von uns (den echten Christen) schaden können.“

Dieses Video ist DSGVO-konform eingebettet

YouTube-link: https://www.youtube.com/watch?v=o7QNuU3ThKA


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Eine Reise zu Ukrainern, Russen und Zigeunern, die Not lindert und das Evangelium verbreitet von Bruder Harry Arent

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[VIDEO] Dr. Lothar Gassmann analysiert: THE GREAT RESET von Prof. Klaus Schwab

(Quelle: Dr. Lothar Gassmann telegram-Kanal https://t.me/DrLotharGassmannVideokanal)

THE GREAT RESET: Wie Klaus Schwab und das Weltwirtschaftsforum unsere Welt verändern wollen!

Analyse von Dr. Lothar Gassmann

Vortrag bei der 18. Endzeit-Konferenz Süd in Bad Teinach. Jetzt exklusiv auf ODYSEE (wegen massiver Zensurgefahr auf YouTube):

https://odysee.com/@DrLotharGassmann:4/thegreatreset:65

ALLE hochbrisanten Vorträge der 18. Endzeitkonferenz finden Sie auf dieser MP3-CD:
18. Endzeit-Konferenz SÜD in Bad Teinach nach Beginn des Ukraine-Kriegs mit 12 Vorträgen zur aktuellen Zeitlage und zum Great Reset!

https://l-gassmann.de/produkt/18-endzeit-konferenz-sued-in-bad-teinach-nach-beginn-des-ukraine-kriegs-mit-12-vortraegen-zur-aktuellen-zeitlage-und-zum-great-reset/

Inhalt:

Lothar Gassmann: Befinden wir uns bereits in den Siegelgerichten der Offenbarung? – Hans-Otto Graser: Christi Reich und die Reiche der Welt – Sven Barth: Salz und Licht in der Endzeit – Karl-Hermann Kauffmann: Das Problem der Lüge in der Endzeit – Sven Barth: Das Sendschreiben an die Gemeinde in Ephesus (Offb 2,1-7) – u.a.

Das eingebettete Video wird von odysee mit einem Cookie versehen.

Transhumanismus und Corona-Agenda [Teil 3] – vom Mittelalter in die Neuzeit: nicht mehr Gott im Mittelpunkt, sondern der Mensch (Dirk Noll)

Bilder: creative commons-Lizenzen

Inhalt:

1. Die Schule von Athen
2. Allgemeine Offenbarung und spezielle Offenbarung
3. Die Antwort der Reformation

Wir haben in den beiden vorangegangenen Artikeln gesehen, wie einer der weltweit führenden Transhumanisten, Klaus Schwab, mittels der Corona-Krise den Menschen genetisch und digital so verändern will, dass eine neue Art von Mensch entsteht. Dazu sollen mRNA-Impfungen ein wesentliches Mittel sein, um die Menschen auf längere Sicht gesehen in transhumanistische Wesen zu transformieren.

Eine weitere Wegbereitung hin zu dem transhumanistischen Menschen ist eine Impfpflicht verbunden mit einer digitalen Identität zur totalen Kontrolle und Überwachung der Menschen. Ein entsprechender Gesetzesentwurf zur Impfpflicht in Deutschland ist zwar vor kurzem erst im Bundestag bei der Abstimmung durchgefallen, aber die Agenten der Neuen Weltordnung, wie Bundeskanzler Scholz und Gesundheitsminister Lauterbach in unserer Regierung, werden sehr wahrscheinlich in Kürze oder spätestens im Herbst einen weiteren Versuch machen, die Pandemie wieder aufleben zu lassen oder einen neuen Virus erfinden. Anzeichen dafür gibt es schon einige. Dazu gehört ein globaler Pandemievertrag der WHO, der in dieser Woche noch mit allen Ländern der Welt geschlossen werden soll sowie dass angeblich eine Affenpockenpandemie auf dem Vormarsch wäre. Diese Leute werden mit ihren teuflischen Plänen, eine diktatorische Weltregierung zu installieren nach dem Plan des „Great Reset“, wahrscheinlich niemals aufgeben, solange bis Gott ihrem bösen Treiben ein Ende bereitet.

Ein Blick in den Gesetzesentwurf zur Impfpflicht in Deutschland zeigt, was diese Leute beabsichtigen (siehe Anhang 24; auf der Seite des Deutschen Bundestages):

Darin heißt es auf Seite 18: „In der Rechtsverordnung darf die Bundesregierung … regeln: die Zahl und mögliche Kombination der Einzelimpfungen für einen vollständigen Impfschutz.

Die Regierung kann dann also beliebig festlegen, wie oft sich jeder impfen lassen muss. Das können drei Impfungen sein, 10, 50, 100 oder beliebig viele.

Report24 kommentiert diesen Paragraphen mit den Worten: „Weg frei für den Zwang zum Endlos-Impfabo(Anhang 25).

Wenn dieses Gesetz im Hebst wieder auf den Tisch kommen sollte und verabschiedet werden sollte, dann ist der Weg dafür frei, dass der Staat den Menschen beliebig oft impfen kann und mit was er möchte. Und jeder Mensch wäre dann gesetzlich dazu verpflichtet, sich impfen zu lassen. Da wir wissen, dass Bill Gates bereits mit Tierversuchen ganze Generationen von Tieren (Insekten) genetisch verändert hat und auch immer wieder angedeutet hat, dies mit Menschen zu tun, wer bewahrt uns nun davor, dass die Menschheit zukünftig mit den Impfungen genetisch verändert wird? Wer bewahrt uns davor, dass durch das „Impfabo“ der Mensch ein digitales Impfbuch bekommt und gechipt wird und dadurch komplett überwacht wird?

Ich sehe das als klaren Weg hin zu dem geplanten transhumanistischen Menschen. Deshalb liegen hier auch die rote Linie und die Grenze, wo Christen auf gar keinen Fall mehr mitmachen dürfen. Denn wenn man in dieses System erst einmal eingestiegen und darin versklavt ist, dann ist es nur noch ein kleiner weiterer Schritt, dieses Impfsystem mit der Zahl 666 zu verbinden, mal ganz abgesehen davon, dass dies mit christlicher Ethik und Freiheit absolut nicht mehr vereinbar ist.

Wir haben bereits gesehen, dass hier der antichristliche Zeitgeist dahintersteht, der bereits vor 2.000 Jahren bei Gründung der Gemeinde aufgetreten ist und der sich in der Geschichte entfaltet bis hin zu seinem Höhepunkt unter dem Antichristen. Der Antichrist wird die Erfüllung allen transhumanistischen Denkens sein. In der Person des Antichristen wird der Mensch im absoluten Mittelpunkt stehen und sich in der höchsten Stufe vergotten, indem er sich nämlich selbst als Gott ausgibt.

Zum ersten Mal ist das, wie wir im vorigen Artikel gesehen haben, im Römischen Reich verwirklicht worden, indem die römischen Kaiser so viel Macht bekamen, dass sie als „Gott-Kaiser“ angebetet werden mussten.

Heute wollen wir in der Geschichte einen weiteren markanten Punkt betrachten, bei dem sich der Mensch in den Mittelpunkt der Welt stellt und damit gleichzeitig Gott beiseite rückt. Das Geschah in der Übergangszeit vom Mittelalter in die Neuzeit. Diese Übergangszeit vom 15. bis in das 17. Jahrhundert hinein wird als „Renaissance“ bezeichnet. Das ist das französische Wort für Wiedergeburt. Kurz gesagt war diese europäische Kulturepoche eine Wiedergeburt der griechischen Antike und damit eine Wiedergeburt des Heidentums, das sich zunächst mit dem Christentum des Mittelalters vermischte und dann später versuchte, ganz zu verdrängen.

Vor über 500 Jahre drang also das griechische Heidentum tief in unser christliches Abendland ein, um sich zunächst mit dem Christentum zu vermischen und es dann ganz zu verdrängen.

Die Renaissance oder der Übergang vom Mittelalter in die Neuzeit war eine Epoche der tiefgreifenden Veränderung und hatte massive Auswirkungen bis hin zu unserem Leben heute im Alltag. Francis Schaeffer sagt in seiner Reihe: Wie sollen wir denn leben?, dass „die Renaissance die Tür weit geöffnet hat, füll all die Probleme, die wir heute in der modernen Welt haben“.

In dieser Zeit fand eine wesentliche Weichenstellung statt, die für sämtliche Probleme verantwortlich ist, die wir heute haben. Aus diesem Grund werden wir uns eine Weile mit dieser Zeit beschäftigen müssen. Wie es in der Überschrift schon heißt, ist das wesentliche Kennzeichen dieser Epoche: nicht mehr Gott im Mittelpunkt, sondern der Mensch.

Das Mittelalter war in der westlichen Welt durch das christliche Weltbild geprägt, deshalb spricht man auch von dem christlichen Abendland. Und Francis Schaeffer sagt hier, dass es in dieser Zeit ein „christliches Ethos“ gab – eine allgemeine christliche Vereinbarung unter den Menschen. Ihnen war klar, dass die Welt von Gott geschaffen wurde, sie glaubten an Adam und Eva als erste Menschen und an den Sündenfall und die Erlösungsbedürftigkeit des Menschen. Sie glaubten an das Kreuz und dass Christus zur Sühne für die Sünden der Menschen gestorben war. Sie glaubten an den doppelten Ausgang nach dem Tod: an Himmel und Hölle und an die Wiederkunft Jesu am Ende der Zeiten und das ewige Reich Gottes.

Da es in der Renaissance nun zur Wiedergeburt des griechischen Heidentums kam, traf in dieser Zeit das Christentum unmittelbar auf die griechischen Philosophen der Antike. Und wir müssen uns fragen: Was hatte das für einen Impakt auf das Christentum und wie hat das biblische Christentum darauf geantwortet? Das wollen wir unter Punkt 3 betrachten: die Antwort der Reformation. Hier erleben wir den Aufprall des Christentums auf die griechischen Philosophen wie bei einem Auto, das „mit hundert Sachen“ auf eine Mauer prallt. Vor allem was Luther und Calvin anbetrifft, so hatte es hier bei der Auseinandersetzung mit den Philosophen richtig laut geknallt. Und wir sehen hier die absolute Unvereinbarkeit zwischen der Bibel und den Philosophen, was den Weg zu Gott und zum Heil anbetrifft.

Stellte die Renaissance mit Rückgriff auf die griechischen Philosophen den Menschen in den Mittelpunkt des Universums, so stellten Luther, Calvin und die anderen Reformatoren Gott und sein Wort in den Mittelpunkt.

1. Die Schule von Athen

Die Videoeinheit zur Epoche der Renaissance von Francis Schaeffer kann hier angeschaut werden:

https://www.youtube.com/watch?v=rRFQ1Q6TgDQ

Jede Zeit hat ihre eigene Denkweise und Kultur. Häufig waren es Künstler, die diese Denkweise zuerst aufgegriffen haben und sie mit ihrer Kunst dargestellt haben. Francis Schaeffer sagt in dem Video, dass „die Künstler ein Spiegelbild ihrer Zeit sind und gleichzeitig >>Propheten<< für das, was in Zukunft noch kommen soll“.

Die bekannteste Statue in der Kunstgeschichte ist der David von Michelangelo, die in Florenz – der Renaissance-Stadt schlechthin – zu bewundern ist.

 

 

Wenn die Renaissance die Wiedergeburt der griechischen Antike ist und den Menschen in den Mittelpunkt gestellt hat, so ist dieses Denken wohl in dem David von Michelangelo vollkommen verkörpert. An dieser Statue sehen wir, dass es nicht um den normalen Menschen geht, den Otto Normalverbraucher, sondern um den idealen Menschen, um den Menschen, der über sich selbst hinauswächst. Und hier haben wir schon das Denken des späteren Transhumanismus angelegt. Transhumanismus bedeutet, dass der Mensch über sein normales Menschsein hinausgeht und am Ende unsterblich und gottgleich wird.

Uns fällt sehr schnell auf, dass dies nicht der biblische David ist.

Der biblische David war ein Hirtenjunge, der nach allem anderen aussah, nur nicht nach einem idealen Athleten und Krieger. Er war ein Hirtenjunge, der die Schafe hütete und von seinem Vater gerademal dazu gebraucht wurde, um seinen Brüdern das Essen zu bringen. Äußerlich wirkte er eher klein und schwächlich. Doch dieser biblische David besiegte Goliath, weil er ein gläubiges Herz hatte und weil Gott mit ihm war. Davids Stärke lag in Gott und nicht in menschlicher Größe und Kraft. Er war eben kein Athlet und Koloss, wie man ihn aus dem alten Griechenland kennt. Ich denke, dass hier der griechische Einfluss kaum zu übersehen ist. Hier wird deutlich, dass es wirklich um eine Wiedergeburt der griechischen Antike ging.

Der David von Michelangelo ist der humanistische David, der auf die weltliche und menschliche Größe setzt. Das sieht man schon allein daran, dass dieser David fünf Meter hoch und über sechs Tonnen schwer ist. Dieser David ist das Ergebnis des griechischen Geistes, unter dem Michelangelo stand: eine Darstellung der menschlichen Größe.

Ich habe bei mir gedacht, wie würde denn eine Davidskulptur aussehen, die von einem Christen gemacht wurde unter dem Einfluss des biblischen Geistes? Zum Vergleich hier meinen David, den ich vor einiger Zeit aus Ton angefertigt habe. Hier sehen wir David als Hirten eher unscheinbar und ohne großes menschliches Ansehen.

 

 

Die Kunst war damals von „prophetischer Botschaft“ und kündigte an, wohin sich die Welt in der Zukunft entwickeln würde. Man fing damals an, sich vom christlichen Weltbild des Mittelalters abzuwenden, in dem man aus dem biblischen David einen unbeschnittenen griechischen Heiden machte. Man setzte ganz auf die Stärke des Menschen und dementsprechend war der Schlachtruf der Renaissance: Ich erreiche alles, lasst mir nur Zeit bis morgen.

Der Mensch schob Gott zu Seite, stellte sich selbst in den Mittelpunkt und begann in seiner Hybris sich zum Maß aller Dinge zu machen. Wir wissen von der Bibel her, wo das enden wird: beim Antichristen und seinem Scheitern.

Es ist deshalb auch kein Zufall, dass der Antichrist in Offenbarung 13 die Zahl 666 trägt. Nach der Bibel ist nämlich die Zahl 6 die Zahl des Menschen, weil der Mensch am sechsten Tag erschaffen wurde. Wenn die Zahl 6 nun potenziert wird und wir dreimal die 6 haben, dann haben wir den absoluten Menschen. Wir haben den Menschen, der über sich und über alles hinauswachsen möchte, bis er auf der Stufe Gottes steht. Diesen Gipfel wird der Mensch in Form des Antichristen erreichen, indem er sich in den Tempel Gottes setzt und sagt, dass er Gott ist.

Er ist der Widersacher, der sich erhebt über alles, was Gott oder Heiligtum heißt, sodass er sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott (2.Thess 2,4).

Doch wir wissen von der Bibel auch, wie es ausgehen wird. Es wird scheitern. Anstatt dass die Menschheit sich zu Göttern erhebt, wie der Antichrist verspricht, kommt Jesus Christus wieder und mit ihm das Gericht Gottes, und die dem Antichrist gefolgt sind werden in ewiger Schmach und Pein im Feuersee bis in alle Ewigkeit ihr Dasein fristen.

Halten wir fest: Wir sehen an dem Beispiel der Skulptur des David, wie sehr der griechische Geist, der vor 500 Jahren neu belebt wurde, der Bibel entgegensteht und uns in die Entscheidung führt: Stellen wir den Menschen in den Mittelpunkt oder stellen wir Gott in den Mittelpunkt? Etwas mehr als zehn Jahre nachdem der David von Michelangelo geschaffen wurde, kam es zum Anschlag der 95 Thesen von Martin Luther und der Reformation. Und in der Reformation ging es unter dem Strich genau um diese Frage: Wollen wir Gott in den Mittelpunkt stellen und das Reich Gottes ererben oder stellen wir den Menschen in den Mittelpunkt und werden am Ende scheitern?

Ein weiteres typisches Kennzeichen für das damalige Denken war, dass man anfing „Selfies“ zu machen. Die Künstler begannen in dieser Zeit Selbstporträts anzufertigen. Das wäre im christlichen Mittelalter undenkbar gewesen. Dort standen in der Kunst immer Gott und Christus im Mittelpunkt. Wikipedia schreibt:

Aus der mittelalterlichen Kunst sind kaum Selbstbildnisse überliefert … Seit der Renaissancezeit jedoch hat sich der selbstbewusste Künstler … im Selbstporträt ein Denkmal gesetzt“ (Anhang 26).

Das war also das neue Denken: Der Mensch fing an, sich selbst ein Denkmal zu setzen. Und das letzte Denkmal, das sich jemals ein Mensch auf dieser Erde setzen wird, um den Menschen zu verherrlichen, wird das Standbild des Antichristen sein (Offb 13). Doch wir wissen, alle Denkmäler werden einmal fallen und können vor Christus nicht bestehen.

Der Erste, der ein Selbstbildnis machte, war 1484 der damals erst 13-jährige Albrecht Dürer. Er war einer der herausragendsten Maler der Renaissance.

 

 

Bekannt bis heute ist unter Christen auch die Dürer-Bibel mit seinen berühmten Holzschnitten:

 

 

Das soll natürlich jetzt kein Aufruf zu einem neuen pharisäischen Gesetz sein, dass heute niemand ein Selfie mit seinem Handy machen soll. Ich möchte nur aufzeigen, wie sich der griechische Geist von dem biblischen Geist unterscheidet. Es geht darum, dass wir sehen, welche Auswirkungen das sofort hatte, als man den griechischen Geist aufnahm und wie schnell in der Kunst deutlich wurde: nicht mehr Gott steht im Mittelpunkt, sondern der Mensch. Darauf, welche theologischen Auswirkungen (im Hinblick auf die biblische Lehre) das hatte, kommen wir noch unter Punkt 2 und 3.

Dabei geht es vor allem um die Aufnahme der griechischen Philosophen Platon und Aristoteles.

Deren Philosophie, als sie von den römisch-katholischen Theologen in die Lehre der Bibel hineingemischt wurde, führte maßgeblich zur Reaktion der Reformation. Deshalb müssen wir uns hier zunächst mit einigen grundsätzlichen Dingen über Platon und Aristoteles beschäftigen.

Eines der berühmtesten Bilder der Renaissance ist das Fresko des Malers Rafael, das sich im Vatikanpalast befindet und auch dort angefertigt wurde. Das Fresko trägt den Titel: Die Schule von Athen.

 

 

Für das Denken der damals neuen Zeit standen zwei griechische Philosophen im Mittelpunkt: links Platon, der mit dem rechten Finger nach oben zeigt, und rechts Aristoteles, der mit der Hand nach unten zeigt. Und dass dieses Fresko von dem damaligen Papst in Auftrag gegeben wurde und im Vatikan hängt, macht sehr plastisch deutlich, was damals passiert war. Die Römische Kirche hat diese beiden Philosophen in die Theologie aufgenommen und mit dem christlichen Glauben vermischt. Das Ergebnis war unter dem Strich ein Evangelium, in dem sich der Mensch durch seine Werke selbst erlöst.

Als man also Philosophen aufgenommen hatte, bei denen der Mensch im Mittelpunkt steht, entstand dadurch auch ein Evangelium, bei dem der Mensch im Mittelpunkt steht.

Das Heil war nun nicht mehr ganz ein Werk Gottes, sondern der Mensch und seine Werke wurden im Hinblick auf die Rettung miteinbezogen. Es kam im Gegensatz zur alleinigen Erlösung des Menschen durch Gott zur römischen Lehre der „Cooperatio“. Die Erlösung wurde zu einem Gemeinschaftswerk zwischen Gott und Menschen. Bei einer Kooperation von Gott und Mensch, wo jeder seinen Beitrag miteinbringt, könne nach katholischem Verständnis der Mensch nun erlöst werden. Das Opfer Christi vom Kreuz allein reicht nicht mehr aus. Der Mensch muss also noch seine guten Werke hinzufügen – eben in Form eine Kooperation.

Die Antwort der Reformation darauf kommt gleich, doch zunächst müssen wir noch genauer klären, was es mit Platon und Aristoteles auf sich hat.

Die Philosophen stellen zunächst einmal die gleichen Fragen, wie auch Christen sie stellen. Sie stellen die Frage nach Gott und nach allem Seienden (also nach der Schöpfung, wo alle Dinge herkommen).

Darüber hinaus fragen sie nach der Seele des Menschen, nach dem Sinn des Lebens, nach der Ethik (nach welchen moralischen Werten sollen wir leben?) und wo wird der Mensch nach seinem Tod die Zukunft verbringen.

Der neuzeitliche deutsche Philosoph Immanuel Kant hat diese Fragen in vier Grundfragen der Philosophie zusammengefasst:

  • Was kann ich wissen?
  • Was soll ich tun?
  • Was darf ich hoffen?
  • Was ist der Mensch?

Das ist eigentlich erst einmal nichts Schlechtes, wenn Menschen anfangen diese Fragen zu stellen und sogar noch zu der Erkenntnis wie Kant kommen, dass der Mensch notwendigerweise diese Fragen stellen muss. Für viele Menschen heute dagegen sind diese Fragen kaum relevant und alles dreht sich bei ihnen um ihren Job, ihr Geld, ihre Familie, ihre Hobbies und wie sie von einem zum nächsten Event gehen, um wieder was Neues zu erleben, das ihnen unter die Haut geht.

Ich bin auf diesem Weg zum Glauben gekommen, als ich 1991 anfing, die Frage nach Gott zu stellen, nach dem Sinn des Lebens und was geschieht nach dem Tod. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, wenn jemand anfängt diese Fragen zu stellen, ist er auf einem guten Weg Gott zu finden und Christ zu werden.

Doch was war das fatale und grundsätzliche Problem all dieser Philosophen? Obwohl sie einen guten Ansatz hatten, sind sie mit ihren Philosophien alle in die Irre gegangen und gescheitert?

Sie hatten zwar die richtigen Fragen gestellt, hatten aber nicht die Bibel, um diese Fragen zu beantworten. Stattdessen suchten sie ihre Antworten in der Natur. Ich traf mal jemanden, der sagte mir, dass er Gott suchen wolle. Ich fragte, wie er das machen will. Die Antwort war: Ich mache regelmäßig Spaziergänge in der Natur und versuche so, Gott zu begegnen. Ich sagte: Das wird nicht funktionieren. Auch wenn Spaziergänge in der Natur dazu beitragen, die Gedanken und den Kopf einmal vom Stress im Alltag freizukriegen, so wirst du Gott nur dort finden, wo er sich offenbart hat, nämlich in der Bibel.

Halten wir fest: Wenn wir Gott in der Natur suchen, dann werden wir den gleichen Irrweg gehen wie die Philosophen und zu falschen Erkenntnissen über Gott kommen. Deshalb müssen wir Gott in der Schrift suchen. Die Natur kann uns im besten Fall die Größe und Majestät Gottes bestätigen. Aber die Lehre über Gott und die ethischen Anweisungen für unser Leben finden wir nur in der Bibel.

Das Problem der Philosophen war also nicht, dass sie Atheisten waren. Sie waren keine Atheisten. Sie suchten Gott nur am falschen Ort – nämlich außerhalb der Bibel.

Wenn sich jemand auf die Suche nach Gott macht und er dabei keine Bibel hat, was bleibt ihm dann noch als Erkenntnisquelle? Es bleibt das, was wir auf dem Fresko bei Platon und Aristoteles sehen. Platon zeigt mit dem Finger nach oben und zeigt auf die geistigen Ideale, die auf unseren Verstand einstrahlen. Und Aristoteles zeigt mit der Hand auf die Erde. Er betont die individuellen Dinge. Er betont die Natur. Alles, was wir mit unseren Sinnen erfassen können. Alles, was wir sehen, hören und anfassen können.

Noch einmal zusammengefasst: Ohne die Bibel bleiben dem Menschen nur zwei Erkenntnisquellen:

  • sein Verstand (oder wissenschaftlich ausgedrückt, die Ratio – also auf dem Weg des Verstandes Erkenntnis zu gewinnen)
  • seine Sinne, mit denen er die Welt wahrnehmen kann (oder wissenschaftlich ausgedrückt, die Empirie – also die wissenschaftliche Methode aus der Erfahrung Erkenntnis zu gewinnen).

Der Philosoph beobachtet also die Welt und versucht sie mit seinem Verstand zu erklären. Das sind seine Erkenntnisquellen, die er zur Verfügung hat. Tut er das aber ohne die Bibel, dann entstehen solche Philosophien, wie wir sie allgemein von den Philosophen kennen. Es sind falsche und verzerrte Bilder über Gott und die Welt. In der christlichen Lehre und Literatur redet man an dieser Stelle von einer Unterscheidung zwischen:

  • allgemeiner Offenbarung (revelation universalis)
  • spezieller Offenbarung (revelation specialis)

Die Philosophen haben die allgemeine Offenbarung Gottes in der Schöpfung. Daraus können sie die Existenz Gottes ablesen und in ihrem Verstand haben sie die 10 Gebote über ihre Gewissen. Auf diesem Weg kann man in einem begrenzten Rahmen Erkenntnisse über Gott haben. Das Problem dabei ist nur, dass wir in der Schöpfung nichts über unser Heil lernen und das ist ja das alles Entscheidende. Durch das Beobachten der Natur und das Einsetzen meines Verstandes weiß ich nichts über das Kreuz und dass Christus dort zur Vergebung unserer Sünden gestorben ist. Deshalb benötigen wir auch die spezielle Offenbarung, weil wir dort alles erfahren, was wir in Bezug auf unser Heil wissen müssen.

Nehmen wir einmal als praktisches Beispiel, wie es aussieht, wenn sich jemand im Rahmen der allgemeinen Offenbarung in der Schöpfung bewegt und die Bibel als spezielle Offenbarung Gottes nicht kennt. Er beobachte die Dinge in der Welt, wie halt alles so abläuft und gebraucht dabei seinen gesunden Menschenverstand. Dadurch ist er vielleicht in seinem Beruf sehr gut und von seinen Kollegen angesehen, und vielleicht macht er sich auch viele Gedanken über seine Frau und seine Kinder und ist ein guter Familienvater. Doch irgendwann stellt sich für ihn die Frage nach dem Sinn des Lebens. Was ist überhaupt der Sinn von alledem, sodass sich mich in meinem Leben bemühe, für mich und meine Mitmenschen alles gut zu machen. Und hier hat er das Problem, dass er den Sinn nicht aus der Natur und seinem Verstand ablesen kann. Um die Sinnfrage zu beantworten, benötigt er die Bibel und das Evangelium. Denn dort erfährt der Mensch, dass er durch das Evangelium zum ewigen Leben erlöst werden kann und es der Sinn seines Lebens ist, Gott zu verherrlichen und sich an ihm zu erfreuen.

Die Reformation hat u.a. die Westminster Bekenntnisschriften hervorgebracht. Dort heißt es im kürzeren Katechismus, wo es um den Sinn unseres Daseins geht gleich in der ersten Frage (https://www.bucer.org/fileadmin/_migrated/tx_org/mbstexte061.pdf):

1. Was ist das höchste Ziel des Menschen?

Antwort: Das höchste Ziel des Menschen ist, Gott zu verherrlichen und sich für immer an ihm zu erfreuen

Diese Frage nach dem Sinn kann kein Mensch aus der Natur und seinem Verstand allein ableiten. Sie kann nur mit der speziellen Offenbarung der Bibel beantwortet werden.

Aus diesem Grund leben Menschen ohne Kenntnis der Bibel für falsche Ziele und einen falschen Lebenssinn. Der Pastor Wilhelm Busch erzählte einmal, wie viele Menschen in seiner Zeit für einen falschen Lebenssinn gelebt haben. In seiner direkten Art hat Pastor Busch die Leute manchmal unmittelbar angesprochen und gefragt: Was ist der Sinn deines Lebens? Da kam dann oft die Antwort: Ich lebe für meine Familie und meine Kinder, damit es ihnen gut geht. Und wenn diese dann ihrem Vater folgen, dann leben auch sie wieder für ihre Kinder und die wiederum für ihre Kinder usw. Nun, das mag ein moralisch gutes Ziel sein. Aber von der Bibel wissen wir, dass solche Menschen am Sinn ihres Lebens vorbeigelebt haben. Denn nach der Bibel wäre es der wahre Sinn ihres Lebens gewesen, für Gott zu leben und sich an ihm zu erfreuen.

Die Offenbarung Gottes in der Natur reicht also nicht aus. Wir werden auf diesem Weg genauso im Irrtum enden wie die Philosophen. Deshalb benötigen wir die Bibel – die spezielle Offenbarung Gottes.

2. Allgemeine Offenbarung und spezielle Offenbarung

Fassen wir noch einmal kurz zusammen. Die Philosophen fragten nach Gott, suchten aber die Antwort in ihrem Verstand (Platon zeigt mit dem Finger nach oben zu den geistigen Idealen, die auf den Verstand einstrahlen) und Aristoteles zeigt mit der Hand auf die Natur und die Einzeldinge in der Schöpfung. Sie hatten als Erkenntnisquelle nur die allgemeine Offenbarung Gottes in der Schöpfung. Sie scheiterten und kamen zu einer falschen Erkenntnis über Gott.

Bei dem Lutherdenkmal in Berlin sehen wir dagegen, dass Luther seine Hand auf die Bibel legt. Bei seiner Suche nach Gott suchte er die Antwort nicht in der Natur und auch nicht in seinem Verstand, sondern in der Schrift. Dort fand er Christus, das Heil und den wahren Glauben über Gott (Anmerkung: Ich bin nicht gegen den Verstand, sondern im Gegenteil, um zu glauben, benötigt der Mensch alle seine Verstandeskräfte. Das Problem der Philosophen ist, dass ihr Verstand nicht durch die Bibel und den Heiligen Geist erleuchtet ist. Dann leistet der erleuchtete Verstand dem Menschen einen herausragenden Dienst und führt zu echtem Glauben):

 

 

Wir wollen und müssen uns nun mit diesen zu unterscheidenden Erkenntnisquellen befassen und fragen, welchen Beitrag sie auf der Suche nach Gott und dem Heil leisten können oder auch nicht leisten können.

Gehen wir einmal davon aus, jemand fängt an nach Gott zu fragen und begibt sich auf die Suche nach Gott. Dabei stellt sich das Problem, dass wir Jenseits von Eden leben. Wir können nicht wie Adam und Eva im Garten umherspazieren und direkt mit Gott sprechen. Durch den Sündenfall wurde der Mensch aus dem Garten verwiesen und Gott hat am Eingang zum Paradies Engel mit flammenden Schwertern postiert, damit der Mensch keinen Zutritt mehr hat (1.Mose 3,24). Die jetzige sublapsarische Lage (nach dem Sündenfall) des Menschen wird in 1. Timotheus 6,16 so beschrieben:

Gott „der da wohnt in einem Licht, zu dem niemand kommen kann, den kein Mensch gesehen hat noch sehen kann.“

Der Mensch hat also keinen direkten Zugang mehr zu Gott und kann von sich aus Gott weder erkennen, sehen, noch mit ihm sprechen. Er würde bei seiner Suche nach Gott jetzt normalerweise ins Leere laufen, wenn Gott sich ihm nicht offenbart hätte. Und Gott hat das getan. Er hat sich dem Menschen offenbart, sodass der Mensch wieder Zugang zu Gott hat, obwohl der Garten Eden immer noch verschlossen ist. Der Zugang zu Gott geht über die Offenbarung Gottes. Darüber gibt es eine sehr gute Predigt von den Reformierten Baptisten in Frankfurt:

https://www.youtube.com/watch?v=ULlSowpBZWM

Bei einer genauen Untersuchung der Bibel und der christlichen Literatur sehen wir, dass Gott sich in zweifacher Weise geoffenbart hat und dort lässt er sich von dem Menschen finden. Das ist zum einen „das Licht der Natur“, wie es allgemein von den Christen bezeichnet wird, und ist auch als allgemeine Offenbarung Gottes in der Schöpfung bekannt. Auf diesem Wege haben die Philosophen Gott gesucht. Denken wir hier an Platon und Aristoteles, die auf den Verstand und die Natur hinweisen. Der zweite Ort, an dem sich Gott offenbart ist die Heilige Schrift. Denken wir dabei an Luther, der mit seiner Hand auf die Bibel deutet. Hier wird in der christlichen Literatur auch von der speziellen Offenbarung Gottes gesprochen.

Und beide Offenbarungen sind strikt voneinander zu unterscheiden! Und die Christen haben das auch getan. Das sehen wir, wenn wir z.B. einen Blick auf das Westminster Bekenntnis werfen. Es beginnt ganz am Anfang mit der Offenbarung Gottes. Da wir von Natur aus nach dem Sündenfall keinen Zugang mehr zu Gott haben und der Weg zurück ins Paradies verschlossen ist, so ist es auch folgerichtig, dass alles Fragen nach Gott und wie wir ihn erkennen und finden können mit der Offenbarung Gottes beginnt.

So beginnt auch das Westminster Bekenntnis mit den Worten:

Artikel 1.1. Die göttliche Offenbarung

Obwohl das Licht der Natur und die Werke der Schöpfung und Fürsorge die Güte, Weisheit und Macht Gottes so weit offenbaren dass sie die Menschen ohne Entschuldigung lassen, reichen sie doch nicht aus, um jene Erkenntnis Gottes und seines Willens zu geben, die zum Heil notwendig ist.

Ich halte es für eine große Hilfe, wenn wir regelmäßig die bibeltreuen christlichen Schriften lesen. Hier lernen wir, dass alles Fragen und Suchen nach Gott damit beginnt, dass wir uns mit der Offenbarung Gottes beschäftigen. Und hier haben wir zunächst einmal – gemäß christlichem Sprachgebrauch – „das Licht der Natur“, also die Werke der Schöpfung, die Gott offenbaren. Aber dabei haben wir ein sehr großes Problem. Das Licht der Natur reicht zwar soweit, dass man so viel von Gott erkennen kann, dass niemand vor Gott eine Entschuldigung hat, aber es reicht doch nicht aus, „um jene Erkenntnis Gottes und seines Willens zu geben, die zum Heil notwendig ist“.

Die Offenbarung Gottes in der Schöpfung führt nicht zum Heil. Die Schöpfung sagt uns nämlich nichts über Jesus Christus, das Kreuz, die Vergebung der Sünden, Buße, Glauben, Gnade, Wiedergeburt, Heiligung, die Überwindung des Todes durch sein Blut usw. D.h. nun, dass wir um Gott wirklich erkennen zu können, die Offenbarung Gottes in der Bibel benötigen. Das Licht der Natur reicht hier nicht aus. Das ist eine Hauptlehre der Bibel:

Um Gott zum Heil erkennen zu können, reicht das Licht der Natur nicht aus, wir benötigen die Bibel. Oder anders gesagt: Das rettende Evangelium von Jesus Christus finden wir nicht in der Schöpfung und nicht in unserem natürlichen Verstand, sondern in der Heiligen Schrift.

Was sind die klassischen Bibeltexte, die von dem Licht der Natur oder der allgemeinen Offenbarung Gottes sprechen? Das sind Psalm 19,2-4 und Römer 1,18-32. Dort heißt es:

Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk. Ein Tag sagt’s dem andern, und eine Nacht tut’s kund der andern, ohne Sprache und ohne Worte; unhörbar ist ihre Stimme“ (Ps 19,2-4).

Die Schöpfung, die Natur und das ganze Universum verkünden die Größe und Herrlichkeit Gottes, sodass kein Mensch eine Entschuldigung vorbringen kann, dass er nichts von Gott gewusst haben will. Aber hier heißt es, dass diese Offenbarung Gottes in der Schöpfung ohne Sprache und ohne Worte ist.

Das gleiche bestätigt auch noch einmal die andere klassische Bibelstelle zur Offenbarung Gottes in der Schöpfung:

Denn was man von Gott erkennen kann, ist unter ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart. Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt, sodass sie keine Entschuldigung haben (Römer 1,19.20).

Gottes Wesen und seine Gottheit wird an den Werken der Schöpfung von jedem Menschen erkannt, sodass niemand eine Entschuldigung hat. Das Licht der Natur kann in einem gewissen Rahmen den Menschen eine Erkenntnis über Gott geben, aber diese Erkenntnis kann nicht das Heil vermitteln. Dazu benötigen wir zwingend die spezielle Offenbarung in Form der Schrift und des Evangeliums. Die klassische Bibelstelle hierzu ist Römer 1,16.17:

Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen; denn es wird darin geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben, wie geschrieben steht: »Der Gerechte wird aus Glauben leben«“

Die Kraft zur Rettung liegt demnach im Evangelium bzw. im Wort Gottes. Innerhalb der gefallenen Schöpfung werden wir keine Kraft finden, die uns zurück in die Gemeinschaft mit Gott führen kann oder die uns das Heil geben kann.

Deshalb scheitern auch alle Religionen, Philosophien und Weltverbesserungskonzepte, die auf innerweltliche Kräfte in der Natur und die Schöpfung zurückgreifen.

Die Kraft der Rettung liegt außerhalb dieser Welt, sie liegt im Wort Gottes, das als „himmlisches Manna“ beschrieben wird, das Gott auf uns hat herabfallen lassen. Die Kraft zur Errettung liegt in der Person Jesus Christus, der von außerhalb dieser Welt vom Himmel zu uns herabgekommen ist in unsere Welt.

Das hat nun zur Konsequenz, dass der Auftrag der Gemeinde darin besteht, das Evangelium zu verkünden, weil es die „Kraft Gottes zur Errettung ist für jeden, der glaubt“. Wenn wir auf einen Menschen treffen, der Gott sucht, dann ist es sinnlos, ihn auf das Licht der Natur hinzuweisen. Dann wird er Gott nur soweit erkennen können, wie das die Philosophen getan haben. Sie fanden dadurch aber keine Vergebung der Sünden und kein ewiges Leben. Wir müssen einen Suchenden auf das Evangelium hinweisen. Das war die Grunderkenntnis der Reformation. Deshalb hatte bei den Reformatoren das Wort Gottes die absolute Vorrangstellung vor allem anderen. Heute würde man sagen: Bibel first!

3. Die Antwort der Reformation

Wie bereits gesagt, wurde das Fresko der Schule von Athen mit Platon und Aristoteles im Vatikan angefertigt. Diese beiden Philosophen wurden in die Lehre und den Glauben der Kirche aufgenommen, was dann bei der Frage zur Autorität der Bibel und der Rechtfertigung des Sünders zur Konfrontation mit der Reformation führte.

In dieser Zeit stellte die Katholische Kirche die Autorität der Tradition neben die Autorität der Bibel. Die Römische Kirche leugnet also nicht die Autorität der Bibel und dass sie das Wort Gottes ist, sondern hat diese untergraben und relativiert, in dem nun die kirchliche Tradition und das katholische Lehramt gleichberechtigt neben der Bibel stehen. Wenn wir Gespräche mit Katholiken führen, dann können wir sie daran erinnern und darauf verpflichten, dass auch sie unter der Autorität der Bibel stehen und sie als Wort Gottes akzeptieren müssen. Dann müssen wir sie bitten, dass sie ihre Tradition mit der Bibel vergleichen und die Widersprüche zwischen Bibel und Tradition erkennen. Die Konsequenz daraus wäre dann, dass sie sich allein unter die Autorität der Bibel stellen. Genau das tat auch die Reformation, in dem sie sagte: sola scriptura – allein die Schrift.

Luther sagte auf dem Reichstag zu Worms 1521 wörtlich, dass sich Päpste und Konzilien geirrt haben und er deshalb allein der Heiligen Schrift traut:

„… weder dem Papst noch den Konzilien allein glaube ich, da es feststeht, dass sie öfter geirrt und sich selbst widersprochen haben, so bin ich durch die Stellen der heiligen Schrift, die ich angeführt habe, überwunden in meinem Gewissen und gefangen in dem Worte Gottes“ (Anhang 28).

Vor dieser Problematik und Auseinandersetzung mit Rom stehen wir bis heute. Hier hat sich über 500 Jahre nichts geändert. Deshalb betont die Chicago-Erklärung von 1978 diesen Sachverhalt erneut (https://bibelbund.de/wp-content/uploads/2014/03/chicago.pdf):

Artikel II

Wir bekennen, dass die Bibel die oberste geschriebene Norm ist, durch die Gott das Gewissen bindet, und dass die Autorität der Kirche derjenigen der Bibel untergeordnet ist.

Wir verwerfen die Auffassung, dass kirchliche Bekenntnisse, Konzilien oder Erklärungen eine der Bibel ebenbürtige oder gar höhere Autorität hätten.

An diesem Punkt wird bereits der Einfluss des griechischen Denkens auf die Römische Kirche deutlich. Die Renaissance und die Aufnahme der griechischen Philosophen bedeutet, dass man Gott nicht sofort ganz verwarf, sondern seine Autorität untergrub. Neben die göttliche Autorität der Bibel stellte man nun eine menschliche Autorität: die kirchliche Tradition.

Die Verführung und der Abfall von Gott beginnen also nicht mit einer direkten Verwerfung Gottes, sondern mit einer Vermischung. Man hat ein „ja“ zu Gott und seinem Wort, aber auch gleichzeitig dann wieder ein „nein“, weil man die menschliche Tradition gleichberechtigt daneben stellt. Das gleiche Problem werden wir bei der Gnadenlehre sehen und im Prinzip kann man sagen, das ganze römisch-katholische Lehrgebäude funktioniert nach diesem Schema: gleichzeitig „ja“ und „nein“. Das müssen wir wissen, wenn wir mit Katholiken im Gespräch über den Glauben sind.

Die alte Schlange aus dem Paradies tritt also nicht mit einer direkten Verleugnung Gottes an den Menschen heran, sondern mit einer indirekten, indem sie uns zu einem gleichzeitig „ja“ und „nein“ führen möchte.

Dieses Verführungsprinzip müssen wir allezeit beachten und immer vor Augen haben.

Die Bibel geht auch mehrfach darauf ein und zeigt die Lösung. Jesus sagt in der Bergpredigt:

Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel“ (Mt 5,37).

Und Paulus sagt das Gleiche so:

Gott ist mein Zeuge, dass unser Wort an euch nicht Ja und Nein zugleich ist“ (2.Kor 1,18).

Genau das ist die richtige und korrekte Antwort auf den Katholizismus: Der christliche biblische Glaube ist nicht Ja und Nein zugleich!

Wir müssen uns voll bewusst sein, dass dies das Konzept jeglicher Irrlehre und Verführung ist, wie der Widersacher Gottes an uns herantritt: mit einem gleichzeitigen „ja“ und „nein“. Und der einzige Ausweg, mit dem wir dieses System durchbrechen können, ist, dass wir, wie Jesus sagt, zu einem „ja ja“ kommen und einem „nein nein“. D.h. konkret, wir müssen zu einem ganzen „ja“ im Hinblick auf Gott und sein Wort kommen und zu einem ganzen „nein“ zu einer Vermischung, wo der Mensch als zweite Autorität oder zweite Ursache hineingemischt wird.

Als Antwort auf die Reformation kam die Katholische Kirche ab dem Jahr 1545 zum Konzil von Trient zusammen und hat gleich in ihrer ersten Sitzungsperiode sofort festgelegt, dass die Schrift (scriptura) und die menschliche Überlieferung (traditio) gleichberechtigt nebeneinanderstehen (Anhang 29 unter Sessio IV).

Und damit war von vornerein das griechische Denken – der Mensch als zweite Ursache – als Grundlage verankert.

Als dann die katholische Gnadenlehre neu festgelegt wurde, spielte das Denken von einer zweiten Ursache eine wesentliche Rolle. Das Konzept der zweiten Ursache (lat. causa secunda) geht auf die Philosophie von Aristoteles zurück und wurde nicht lange vor der Reformation durch Thomas von Aquin (Anhang 30) in die katholische Gnadenlehre aufgenommen und dann mit dem Trienter Konzil als Lehre festgeschrieben, die bis heute gültig ist.

Um uns wirklich gegen die falsche römische Gnadenlehre, die ein anderes Evangelium ist, schützen zu können, müssen wir genau verstehen, um was es geht. Ich will versuchen, es zu erklären.

Aristoteles geht von drei Grundbegriffen aus: Stoff, Form, Potenz.

Nehmen wir z.B. einen Baum. Hier haben wir den Stoff Holz und darin liegt die Potenz, ihn in eine Form zu bringen, sodass man daraus z.B. ein Stuhlbein oder aber auch eine Tischplatte oder eine Schranktür macht.

Ein anderes Beispiel: Wir haben ein Getreide-Samenkorn. Der Stoff ist das Samenkorn, in diesem liegt die Potenz, dass es auf dem Acker in die Form Getreide wächst.

Wie passierte nun, als Thomas von Aquin dieses aristotelische Denken in die katholische Theologie über die Gnadenlehre aufnahm (Anlage 31)? Ich sage es jetzt vereinfacht mit meinem Worten allgemeinverständlich. Wie das genau theologisch formuliert wurde, kann man in diesem wissenschaftlichen Aufsatz nachlesen: http://www.bernhard-kaiser.homepage.t-online.de/downloads/causasecunda.pdf

Nehmen wir den Menschen als Stoff. In diesem sah Thomas von Aquin die Potenz (eine innere Ausrichtung auf Gott), die ihn in die Form eines Christenmenschen bringt. Um die innere Ausrichtung des Menschen auf Gott noch zu verstärken, sollen die Sakramente dienen. Durch sie soll dem Menschen eine zusätzliche Potenz (z.B. Glaube, Liebe, Hoffnung) eingegossen werden, die den Menschen dann in die Form guter Werke bringt.

Das ist einfach ausgedrückt die katholische Denkweise und das römische Evangelium, vor dem wir uns in Acht nehmen müssen.

So, jetzt müssen wir uns anschauen, wo hier das Problem liegt.

Zunächst einmal müssen wir hinterfragen, ob das wirklich so ist, dass der Mensch eine natürliche innere Ausrichtung auf Gott hat. In dem Samenkorn (Stoff) liegt eine innere Kraft (Potenz) durch die es zu einer Pflanze (Form) wächst. Kann man das aber einfach so auf den Menschen übertragen? Hat der Mensch wirklich diese innere Kraft in seiner Seele, dass er von Natur aus in die Richtung Gottes läuft und in die Form eines Christenmenschen gebracht werden möchte und die Gebote Gottes halten möchte? Oder ist das hier ein Irrtum der Römischen Kirche durch den Einfluss der griechischen Philosophie?

Ich denke Letzteres und ich denke, dass der Mensch erst durch die Wiedergeburt auf den Weg zu Gott gebracht wird, sodass er erst dann wirklich als Christ leben kann. Es gibt viele, viele Bibelstellen, die zeigen, dass kein Mensch von Natur aus in die Richtung Gottes von alleine läuft. Zwei von diesen Bibelstellen haben sich bei mir besonders eingeprägt:

Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg“ (Jes 53,6).

„… da ist keiner, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben. Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer“ (Römer 3,11.12).

Wir sehen hier, dass mit dem katholischen Evangelium der Sündenfall relativiert wird. Grundsätzlich betrachtet man im Katholizismus den Menschen als gefallen, aber nicht in seinem Geist und Verstand. Hier sieht man noch das Potenzial zu Gott und zum Guten hin. Deshalb war die Antwort der Reformation darauf: totale Verderbtheit. Der Mensch ist ganz gefallen. Auch sein Geist und sein Verstand sind von dem Sündenfall nicht verschont geblieben. Auch hier haben wir wieder das Prinzip: zugleich „ja“ und „nein“. Der Katholizismus sagt zwar „ja“ zum Sündenfall, aber auch gleichzeitig „nein“, indem er sagt: Geist und Verstand sind noch von Natur aus auf Gott ausgerichtet.

Da der Katholizismus den Menschen also geistlich nicht als tot betrachtet, versucht er nun die inneren Kräfte im Menschen zu aktivieren, damit er zum Heil gelangt. Das katholische Evangelium spricht den Menschen daher auf seine inneren Fähigkeiten hin zu guten Werken an, die aus biblischer Sicht natürlich nicht vorhanden sind. Und so wird ein ernsthafter Mensch (ich denke nicht wenigen ernsthaften Katholiken geht es so) in die Verzweiflung getrieben, weil er nicht das tun kann, wozu er vom katholischen Evangelium aufgefordert wird. Man kann den Test ja mal ganz einfach machen: Sag mal einem Sünder, er soll mit der Sünde brechen. Sag mal einem Ehebrecher, er soll mit dem Ehebruch aufhören. Sag mal einem Geizigen, er soll von seiner Geldgier ablassen. Wenn man den Menschen hier auf seine natürlichen innewohnenden Kräfte anspricht, wird er sich nicht ändern können.

Vielleicht kennen wir noch das Zeugnis des Priesters Gregor Dalliard, der in den 1990 Jahre aus der Katholischen Kirche ausgetreten war. Er berichtet darüber, wie er in der Priester-Seelsorge tätig war und wie dabei viele Priester zu ihm in die Seelsorge kamen, weil sie Probleme mit dem Zölibat hatten. Sie suchten nach einer geistlichen Kraft zur Enthaltsamkeit. Doch die fanden sie weder in sich selbst in ihren inneren Kräften noch in regelmäßigen „Boostern“ durch die Sakramente. Hier werden uns die Ohnmacht und das Scheitern des katholischen Lehrsystems sehr deutlich und praktisch vor Augen geführt.

Deshalb muss die Kraft von außerhalb des Menschen kommen, durch das Wort Gottes und den Heiligen Geist. Der Mensch muss von oben von neuem geboren werden durch die christliche Wiedergeburt.

Da man beim katholischen Evangelium eben diese inneren Kräfte im Menschen sieht und ihn dazu aufruft, diese Kräfte in sich zu aktivieren, so ruft man ihn letztendlich dazu auf, sich am Heil zu beteiligen und mitzuwirken. Und dementsprechend lehrt die Römische Kirche dann auch, dass der Mensch seine guten Werke verdienstvoll in das Heil miteinbringen muss und bezeichnet das als „zweite Ursache“. Und hier haben wir ebenfalls wieder das Prinzip: gleichzeitig „ja“ und „nein“. Gott ist zwar auf der einen Seite am Heil beteiligt durch das Opfer Christi am Kreuz, aber der Mensch muss sich dann noch als zweite Ursache miteinbringen.

Dagegen war das „sola gratia“ – allein die Gnade der Reformation gerichtet. Die Kräfte zum Glauben und den guten Werken kommen eben nicht aus den natürlichen inneren Kräften des Menschen, auch dann nicht wenn sie durch die Sakramente „geboostert“ werden. Die Kräfte zum Glauben und den guten Werken kommen von außerhalb durch das Evangelium. Der Mensch, der das Evangelium hört und glaubt, bei dem werden die guten Werke durch das Wort Gottes gewirkt. Deshalb sagt die Schrift auch:

Das Evangelium ist die Kraft Gottes (Römer 1,16).

Wenn wir also fragen: Wo ist die Kraft zum Glauben, zum Heil, zu den guten Werken und der Heiligung? Dann sagen wir nicht wie die Römische Kirche: Schaue in dich hinein und aktiviere deine inneren Kräfte. Nein, wir sagen: Schaue auf Christus, indem du dir das Wort Gottes vor Augen hälst. Und dann glaube dem Wort. Und das Wort wird dann in deinem Herzen das bewirken, wozu es von Gott gegeben ist:

Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt (2.Tim 3,16)

Kurz gesagt, stehen wir vor der Frage: Suchen wir die rettende und heilende Kraft im Wort (Reformation) oder in uns und unsere natürlichen Potenz(Katholizismus)?

Die katholische Kirche kam durch die Aufnahme des Aristoteles in die Theologie zu einem anderen Evangelium, bei dem sowohl bei der Frage nach der Bibel als auch beim Heil, der Mensch als zweite Ursache mithineingestellt wurde. Um hier wieder zum biblischen Evangelium zurückzukehren, muss diese zweite Ursache wieder herausgenommen werden: also nicht Gott (als erste Ursache) und Mensch (als zweite Ursache) in einer Kooperation, sondern allein die Schrift, allein die Gnade.

Oder mit anderen Worten: Aristoteles und die Schule von Athen müssen aus der Lehre und dem Glauben herausgehalten werden. Luther drückte es in seiner Schrift gegen die Scholastiker (= katholische Theologen, die Aristoteles aufgenommen hatten) so aus:

46. Vielmehr wird man ein Theologe nur, wenn man es ohne Aristoteles wird“ (Anhang 27).

So kann die Quintessenz dieses Artikels nur sein, dass wir das Problem eines falschen Evangeliums erkennen, das vor 500 Jahre dadurch entstanden ist, dass der griechische Geist in die Kirche aufgenommen wurde. Und die Lösung ist, dass wir ihn aus dem Glauben, der Lehre und den Gemeinden raushalten. Wo das in der Christenheit nicht getan wurde, überall dort haben wir heute die faulen Früchte in Form eines modernen Evangeliums, bei dem der Mensch und seine innerweltlichen Sorgen im Mittelpunkt stehen.

Im nächsten Artikel geht es weiter mit:

Transhumanismus und Corona-Agenda – Die Moderne und das deterministisch-mechanistische Weltbild

Bis dahin bleibt behütet und gesegnet im Herrn

Dirk Noll am 23. Mai 2022

Anhang (Quellen):

1. Wie sollen wir denn leben? Videoreihe auf YouTube:

https://www.betanien.de/schaeffer/

2. Die ersten beiden Teile als PDF kostenlos:

https://media12.sendbuch.de/media/leseprobe/84891-01_leseprobe.pdf

3. Die große Anpassung komplett als PDF:

https://www.leseplatz.de/media/pdf/c7/de/62/255266QIrGvXDQxZ2eS.pdf

4. Francis Schaeffer über die Wasserscheide:

https://unwisesheep.org/2011/07/24/buch-die-grose-anpassung-francis-schaeffer/

5. Gott ist keine Illusion beim Betanien-Verlag:

https://www.cbuch.de/schaeffer-gott-ist-keine-illusion.html

6. Kommentar zum Buch Gott ist keine Illusion bei Evangelium21:

https://www.evangelium21.net/media/2935/gott-ist-keine-illusion

7. Preisgabe der Vernunft (20-seitige Leseprobe):

https://www.leseplatz.de/media/pdf/31/91/02/HDB6701_preisgabe_leseprobe.pdf

8. Und er schweigt nicht beim Betanien-Verlag:

https://www.cbuch.de/schaeffer-und-er-schweigt-nicht.html

9. Buchrezension: Und er schweigt nicht:

https://www.nimm-lies.de/buchrezension-und-er-schweigt-nicht/8880

10. Francis Schaeffer im Print-Magazin SPIEGEL:

https://www.spiegel.de/kultur/wie-besitz-zu-teilen-waere-sagt-die-bibel-nicht-a-6c34b1db-0002-0001-0000-000014019189?context=issue

11. Klaus Schwab: Die vierte industrielle Revolution (2016)

https://www.amazon.de/Vierte-Industrielle-Revolution-Klaus-Schwab/dp/3570553450

12. Video vom WEF: Die vierte industrielle Revolution

https://www.youtube.com/watch?v=o0ipIV7ZJ74

13. Klaus Schwab: Covid-19 – The Great Reset (das ganze Buch auf Deutsch als PDF):

https://docplayer.org/197567614-Covid-19-der-grosse-umbruch.html

14. Die AfD hat im Bundestag einen Antrag eingebracht, in dem sie die Ziele des Great Reset erklärt und warum dieser abzulehnen ist:

https://dserver.bundestag.de/btd/19/296/1929697.pdf

15. Bundeskanzler Olaf Scholz hält eine ca. 30-minütige Rede auf dem WEF im Januar 2022, die live im Mainstream-Fernsehen bei Phoenix übertragen wurde:

https://www.youtube.com/watch?v=BRieMR__hqg

16. Aufklärungs-Vortrag von Ernst Wolff über die vierte industrielle Revolution:

https://www.youtube.com/watch?v=VXXewsokz4s

17. Was ist Synthetische Biologie?

https://naturwissenschaften.ch/synthetic-biology-explained/what_is_synthetic_biology_

18. Science-Fiction-Magazin „Astounding“:

https://de.wikipedia.org/wiki/Astounding

19. Transhumanismus-Artikel bei DER RUF:

Dr. Martin Erdmann: „Wir sind auf dem Weg Götter zu werden“

https://der-ruf.info/2013/01/23/green-eco%c2%adnomics-autor-dr-martin-erdmann-wir-sind-auf-dem-weg-gotter-zu-werden-kommentar/

Dirk: Noll: Great Reset und die vierte industrielle Revolution

https://der-ruf.info/2021/10/24/the-great-reset-und-die-vierte-industrielle-revolution-wichtige-hintergruende-dirk-noll/

Transhumanisten auf dem Weg zur Unsterblichkeit

https://der-ruf.info/2016/01/02/transhumanisten-transhumanismus-unsterblichkeit/

Dirk Noll: Transformationslehre und Alchemie bei den Evangelikalen:

https://der-ruf.info/2014/12/07/dominionismus-weltregierung/

20. Das 2-Zeitalter-Modell

https://www.dieletztestunde.de/index.php/bibelauslegung/49-bibelauslegung/156-die-biblische-lehre-der-zwei-zeitalter

21: Zbigniew Brzeziński: Die einzige Weltmacht – Amerikas Strategie der Vorherrschaft

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_einzige_Weltmacht:_Amerikas_Strategie_der_Vorherrschaft

22. Predigt von Paul Washer: Schockierende Botschaft:

https://der-ruf.info/2014/12/07/paul-washer-die-schockierende-botschaft/

23. Das Buch von „The Gospel according Jesus“ unter Punkt 1 des Artikels:

https://der-ruf.info/2021/11/03/ein-grundsatzartikel-die-lage-der-gemeinde-jesu-nach-dem-corona-tsunami-dirk-noll/

24. Gesetzesentwurf zur Impfpflicht:

https://dserver.bundestag.de/btd/20/008/2000899.pdf

25. Report24 über Impfgesetz:

https://report24.news/entwurf-fuer-deutsches-impfpflichtgesetz-weg-frei-fuer-den-zwang-zum-endlos-impfabo/?feed_id=12962

26. Wikipedia über Selbstporträts:

https://de.wikipedia.org/wiki/Selbstbildnis#:~:text=Ein%20Selbstbildnis%20oder%20Selbstportr%C3%A4t%20ist,%2C%20Grafik%2C%20Plastik%20oder%20Fotografie.

27. Luther über Aristoteles:

https://books.google.de/books?id=JAFcEAAAQBAJ&pg=PA25&lpg=PA25&dq=45.+Es+ist+ein+Irrtum+zu+sagen,+ohne+Aristoteles+wird+man+kein+Theologe.+Gegen+die+allgemeine+Rede.+46.+Vielmehr+wird+man+ein+Theologe+nur,+wenn+man+es+ohne+Aristoteles+wird&source=bl&ots=md8XphxnuS&sig=ACfU3U2UXmP-QFkXMHSfz_vt4TbP9isw4w&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwj6v4KHzcf2AhWiR_EDHZ6BAF4Q6AF6BAgCEAM#v=onepage&q=45.%20Es%20ist%20ein%20Irrtum%20zu%20sagen%2C%20ohne%20Aristoteles%20wird%20man%20kein%20Theologe.%20Gegen%20die%20allgemeine%20Rede.%2046.%20Vielmehr%20wird%20man%20ein%20Theologe%20nur%2C%20wenn%20man%20es%20ohne%20Aristoteles%20wird&f=false

28. Luther auf dem Reichstag zu Worms über Päpste und Konzilien:

https://www.luther.de/leben/worms.html

29. Konzil von Trient:

https://de.wikipedia.org/wiki/Konzil_von_Trient

30. Thomas von Aquin und sein Hauptwerk: Summe der Theologie

https://de.wikipedia.org/wiki/Summa_theologica

31. „Form“ und die Gnadenlehre von Thomas von Aquin

https://de.wikipedia.org/wiki/Form_(Philosophie)

 


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